Zum Inhalt springen

Windleite

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Windleite
Höchster Gipfel Zimmerberg (374,4 m ü. NHN)
Lage Kyffhäuserkreis, Landkreis Nordhausen (Nordthüringen)
Teil des Nordthüringer Hügellandes,

Thüringer Becken (mit Randplatten)

Windleite (Thüringen)
Windleite (Thüringen)
Koordinaten 51° 23′ N, 10° 56′ OKoordinaten: 51° 23′ N, 10° 56′ O
Gestein Buntsandstein
Die Windleite bei Sondershausen, im Hintergrund die Berge des Unterharzes
Die nordöstlichen Ausläufer der Windleite bei Steinthaleben

Die Windleite ist ein bis 374,4 m ü. NHN[1] hoher und etwa 50 km² großer Höhenzug bei Sondershausen in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuser in Thüringen (Deutschland).

Geographische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Windleite befindet sich nördlich des im Tal der Wipper gelegenen Sondershausen, der Kreisstadt des Kyffhäuserkreises. Zudem liegt sie südlich des in der von der Helme durchflossenen Goldenen Aue gelegenen Heringen, wo sich der Stausee Kelbra ausbreitet. Wipper und Helme sind westliche Zuflüsse der nahen Unstrut.

Großteile der Windleite, des sich östlich anschließenden Kyffhäusergebirges und der südlich, jenseits der Wipper, gelegenen Hainleite, bedecken das Gebiet des Naturparks Kyffhäuser; die Landschaften der Gebirge reichen aber – insbesondere im Rahmen der Hainleite in Richtung Westen – über die Parkgrenzen hinaus.

Die weitgehend in Ost-West-Richtung verlaufende Windleite wird in ihrem Westteil von der aus dem Harz – die nördlich des Höhenzugs in West-Ost-Richtung angelegte Bundesautobahn 38 kreuzend – nach Erfurt führenden Bundesstraße 4 von Nordwest nach Südost durchquert.

Folgende Ortschaften befinden sich in und um die Windleite herumː

Nördlicher Rand (von West nach Ost)ː Steinbrücken, Uthleben Heringen, Hamma, Auleben

Nordostenː Badra, Steinthaleben

Östlicher Randː Bendeleben

Westenː Hain,

Südwestlicher Randː Kleinfurra-Rüxleben, Grossfurra, Sondershausen,

Südlicher Rand (von West nach Ost)ː Jecha, Berka, Hachelbich, Göllingen (äusserster Südosten).

In der Mitte der Windleite befindet sich das Gut Schersen.

Geologie und Landschaftsbild

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherrschende Gesteinsart der Windleite ist der Buntsandstein. Kennzeichnende Baumarten des waldreichen Höhenzugs sind Buchen und Eichen. Die Windleite ist von mehreren Tälern durchschnitten (Brückental, Schersental, Hammatal und Östertal).

Das Schersental und das Tal des oberen Badraer Bachs teilen die Windleite in einen nordwestlichen und einen südöstlichen Teil.

Klima und Gewässer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Windleite vom Klima her, eher als trocken zu bezeichnen ist (denn sie befindet sich im Windschatten des Harzes), liegen im Südbereich der Haupttäler größere Teiche: im Hammatal der Hammateich, im Brückental der Pfaffenteich, im Schersental der Schersenteich und im östlichen Teil der Windleite (leider Sperrgebiet) im Segeltal der Segelteich. Diese Stillgewässer werden wegen des Fischreichtums von Anglern genutzt. Uber die Windleite verläuft die Wasserscheide zwischen der Helme (Nordabdachung der Windleite), der Wipper (Südabdachung mit dem zentralen Schersental) und dem Badraer Bach (Thaleber Bach im Mittellauf und Kleine Wipper im Unterlauf), welche den Osten der Windleite entwässert.

Als wichtiger Rastplatz für zahlreiche Zugvögel ist die Goldene Aue von internationaler Bedeutung. Tausende von Kranichen nutzen in jedem Herbst dieses Feuchtgebiet mit den Aulebener Fischteichen und dem Helme-Stausee auf dem Durchzug zur Nahrungsaufnahme.

Hier erstreckt sich das Ramsar Schutzgebiet Nr. 176.

Berge und Erhebungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Erhebung der Windleite ist der Zimmerberg (374,4 m ü. NHN).[1] südlich von Schersen. Von seiner Kuppe nach Südsüdosten ausgerichtet befand sich früher der Standortübungsplatz Sondershausen.

Auf dem Zimmerberg stand ein großer hölzerner Signalturm über seinem Trigonometrischen Punkt bis in die Siebziger Jahre. Weitere solcher Signaltürme standen auch auf dem Passberg (354,1 m, zwischen Sondershausen und Uthleben, direkt auf der Helme-Wipper Wasserscheide); und auch auf dem Hammaer Steinberg (360,2 m, ebenfalls auf gleicher Wasserscheide, südlich von Hamma, südwestlich von Auleben)
für diesen und weitere Berge/Erhebungen siehe Absatz Windleite des Artikels "Liste von Bergen und Erhebungen in Thüringen".

Tourismus und Wandern

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Windleite ist aber ein beliebtes Wandergebiet, da man in ruhigen Wäldern gut entspannen kann und die Wanderwege kaum hohe Anforderungen stellen. Bemerkenswert sind das Auftreten etlicher Orchideenarten und geologischer Aufschlüsse, wie zum Beispiel im Schersental. In Sondershausen, das für seine Musiktradition (Lohorchester) bekannt ist, steht das Schloss Sondershausen.

Absterbende Bettelmannseiche zwischen Badra, Steinthaleben und Bendeleben an der Nordostecke der Windleite, offizielles Naturdenkmal seit 1967

An der Nordostecke der Windleite befindet sich das Naturdenkmal der uralten Bettelmannseiche, auch Streiteiche oder Bendeleber Eiche genannt, da hier die Grenze der Grafschaften Schwarzburg-Sondershausen mit den Dörfern Badra und Bendeleben und die Grafschaft Schwarzburg-Rudolstadt, Unterherrschaft Frankenhausen mit dem Dorf Steinthaleben zusammenkommen. Dieses Denkmal ist im Absterben begriffen, wahrscheinlich durch intensive Landwirtschaft in unmittelbarer Umgebung.

Naturschutzgebieteː

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Sondershausen befindet sich das Naturschutzgebiet 014 Sondershäuser Stadtforst.[2]

Im äußersten Nordosten, bereits im Übergangsgebiet zum Kyffhäusergebirge nördlich von Badra, befindet sich das Naturschutzgebiet 004 Schlossberg - Solwiesen.

Im äußersten Südosten (nördlich von Hachelbich) befindet sich das Naturschutzgebiet „Gatterberge“.

Fast die gesamte südöstliche Windleite ist Teil desTruppenübungsplatzes der Bundeswehr geworden. Weite Teile davon sollen mittelfristig als Naturschutzgebiete "Bendeleber Forst" ausgewiesen werden, ein Teilstück nordwestlich von Bendeleben (Richtung Badra), ein weiteres Teilstück südwestlich von Bendeleben (Richtung Hachelbich). Hier gibt es eine Überschneidung mit dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und Vogelschutzgebiet Dickkopf – Bendeleber Forst – NSG Gatterberge des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Es handelt sich um ein überwiegend naturnaher Laubmischwald, v. a. Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwald und Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald, mit hohem Anteil an Totholz und teilweise sehr alten Bäumen. Es ist vorgesehen, dass ein Naturerbe-Entwicklungsplan genauer definieren wird, wann welche Waldbestände nicht mehr forstlich genutzt werden.[3]

Commons: Windleite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Liste der Naturschutzgebiete im Kyffhäuserkreis

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. NSG 14 „Stadtforst Sondershausen“. In: NSG 014 "Stadtforst Sondershausen". Freistaat Thüringen, Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, abgerufen am 5. Mai 2026.
  3. Nationales Naturerbe Bendeleber Wald. Kyffhäuserkreis, Forstamt Sondershausen, abgerufen am 5. Mai 2026.