Windows Phone Store

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Windows Phone Store
Windows Phone Store-Kachel.png
Entwickler Microsoft
Betriebssystem Windows Phone
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
windowsphone.com

Der Windows Phone Store (ehemals Windows Phone Marketplace) ist ein App Store für das Smartphone-OS Windows Phone von Microsoft. Bis dato (30. September 2014) wurden über 340.000 Apps[1] veröffentlicht, davon sind ca. 68 % kostenlos, 22 % kostenpflichtig und 10 % kostenpflichtig mit verfügbarer Testversion.[2] Täglich kommen etwa 500 Applikationen hinzu.[3]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Store (Laden) ist die einzige Möglichkeit, weitere Anwendungen auf ein WP-Gerät zu installieren. Um sie zu ermöglichen, wird ein Microsoft-Konto benötigt. Die Apps stammen zum größten Teil von Drittanbietern, Microsoft behält 30 Prozent des Verkaufspreises, bei Apps mit einem hohen Umsatz fällt der Anteil auf 20 Prozent ab.

Der Store ist, im Gegensatz zu Google Play, ein geschlossener Store. Um den Nutzer zu schützen, werden Apps von Microsoft vor der Veröffentlichung zertifiziert.

Apps können, im Gegensatz zu anderen Appstores, mit der „Try before you buy“-Funktion vor dem Kauf unbegrenzt ausprobiert werden, je nach Anbieter kann dabei der Funktionsumfang eingeschränkt werden.

Seit September 2011 kann man den Marketplace auch übers Web erreichen, vorher war dies nur über das Smartphone oder über die Zune-Software möglich.[4] Die Nutzung über die Zune-Software wurde im April 2012 abgeschaltet.

Apps können Werbung enthalten. Bezahlt wird in Windows Phone 7 über Kreditkarte, in Windows Phone 8 lassen sich Apps jedoch zusätzlich über PayPal (Lastschrift und Banküberweisung), Microsoft Points oder teilweise über die Rechnung des Mobilfunkanbieters kaufen.

Gewalt und pornographische Darstellungen sind verboten.

Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt über 340.000 Anwendungen im Windows Phone Store. Bisher wurden die Entwickler-Tools 1,5 Millionen mal heruntergeladen. 40 % der registrierten Entwickler haben bereits eine App veröffentlicht. Durchschnittlich laden Benutzer von Windows Phone 12 Apps im Monat herunter.[5]

Der Durchschnittspreis der Apps beträgt 1,70 Dollar. 16 % sind Spiele.

Entwickler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apps werden mit den Windows Phone Developer Tools in den Sprachen C# oder Visual Basic .NET mit den Technologien Silverlight, XNA und dem .NET Compact Framework entwickelt. Die Developer Tools sind kostenlos. Um Applikationen über den Windows Phone Store verkaufen zu können, ist allerdings ein Entwicklerkonto nötig, dass z. Zt. 20 US-Doller kostet. Für Schüler und Studenten gibt es im Rahmen des Programms „Dreamspark“ die Möglichkeit, kostenlos ein Entwicklerkonto einzurichten. Dieses Entwicklerkonto kann seit November 2013 auch für den Windows Store genutzt werden.[6] Die Einnahmen werden monatlich ausbezahlt. Das Genehmigungsverfahren dauert im Durchschnitt 1,8 Tage. 62 % der Apps bestehen das Genehmigungsverfahren im ersten Anlauf.

Microsoft betont, wie leicht es ist, die Programmierung für WP zu erlernen: wer bereits für Windows entwickelt, wird sich sofort zurechtfinden.

Um die Entwicklung von Apps für das WP-Ökosystem zu forcieren, hat Microsoft seinen Entwicklern erlaubt, in ihrer Freizeit eigene Apps zu entwickeln und zu verkaufen. Normalerweise gilt die Regelung, wie in den meisten anderen Firmen auch, dass die Rechte an jeglicher von Angestellten geschriebenen Software beim Arbeitgeber liegen.[7]

Am 30. April 2011 veröffentlichte Microsoft ein noch unvollständiges Werkzeug, das die Portierung von Apple iOS-Programmen nach WP unterstützen soll.[8] Inzwischen wurde das Angebot auch auf Android und Nokia Symbian Qt ausgeweitet.[9] Die Tools identifizieren API-Aufrufe und zeigen die entsprechenden Windows Phone Aufrufe.

Mit dem geplanten Update auf Windows Phone 8.1 im Frühjahr 2014 plant Microsoft auch den Windows Phone Store mit dem Windows Store zusammen zu führen, und dann nur noch einen App Store für alle Betriebssysteme von Microsoft zu unterhalten.[10] Siehe dazu auch Kompatibilität von Windows-Apps mit Windows-Phone-Apps. Letztendlich wurde dies jedoch erst mit Windows 10 gemacht.

weitere Entwicklung mit Windows 10 Mobile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Windows 10 Mobile und der Universal App will Microsoft nun den Store endlich zusammenführen.[11] Außerdem hat Microsoft dazu mit Continuum eine Technik veröffentlicht, mit denen mobile Apps, wenn das Handy an einen Bildschirm angeschlossen zu Desktopapps werden.

Im April 2015 kündigte Microsoft auf der Entwicklerkonferenz Build die Möglichkeit an, Apps von iOS und Android mit wenig Aufwand in den Windows 10 Store zu importieren, das Projekt Astoria für Android wird jedoch nicht weiter gepflegt, wogegen mit dem Projekt Islandwood, dessen Technik von Microsoft als Open Sorce zur Verfügung gestellt wird, im Januar 2016 bereits erste Apps in den Windows 10 Store gekommen seien sollen.[12][13][14]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 bewertete die Stiftung Warentest den Anbieter mit dem Qualitätsurteil „befriedigend“ und zugleich als Testsieger aus zehn verschiedenen App Stores.[15]

Kritisiert wird, dass kostenpflichtige Fake-Apps nur zu einem geringen Teil aus dem Store entfernt werden. Nach Hinweisen auf Fake-Apps werde Microsoft nicht aktiv.[16]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Windows Store and Windows Phone Store pass half a million apps combined. venturebeat.com. 14. November 2014. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  2. Windows Phone 7 App Statistiken (Memento vom 14. Februar 2015 im Internet Archive)
  3. Instagram now one of the 190,000 apps in the Windows Phone Store. zdnet.com. 20. November 2013. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  4. Webversion des Marketplace gestartet, neue Hinweise auf Update. Areamobile.de. 27. September 2011. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  5. Microsoft nennt beeindruckende Zahlen zum Windows Marktplace. Areamobile.de. 31. März 2011. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  6. App Hub – faq: Answers at a Glance. Abgerufen am 14. Februar 2016. – FAQs des Microsoft App Hubs
  7. WP7: Microsoft-Entwickler dürfen eigene Apps bauen. winfuture. 28. Februar 2011. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  8. iPhone Entwickler sollen sich für Windows Phone interessieren. heise.de. 30. April 2011. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  9. porting. windowsphone.interoperabilitybridge.com. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  10. Microsoft plant einheitlichen App Store für Windows und Windows Phone. Telekom-Presse.at. 29. September 2013. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  11. Windows 10 Universal Apps und neuer Windows Store. pcwelt. 3. Juli 2015. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  12. Projekt Astoria. winfuture. 13. November 2015. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  13. Microsoft bringt Windows Bridge für iOS als Open Source. golem.de. 7. August 2015. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  14. Microsoft bestätigt erste apps im Store durch Islandwood. drwindows.de. 21. Februar 2016. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  15. Stiftung Warentest: App-Store-Test. test.de. 28. Juli 2011.
  16. Nutzer kritisieren Microsofts Vorgehen gegen Fake-Apps. golem.de. 29. August 2014. Abgerufen am 14. Februar 2016.