Windpark

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Windpark in Niedersachsen

Ein Windpark (auch Windfarm genannt) ist eine räumliche Ansammlung von Windenergieanlagen (WEA). Diese können organisatorisch (durch einen Investor oder Betreiber) und technisch (durch gemeinsame Einspeisung des elektrischen Stroms) eine Einheit bilden. Windparks lassen sich in folgende Arten einteilen:

  • „Gewachsene“ Windparks sind durch die räumliche Nähe nacheinander errichteter Anlagen entstanden.
  • Geplante Windparks sind zum einen Ansammlungen von Anlagen eines Planers, Herstellers oder Betreibers, die im Zuge eines Bauvorhabens errichtet beziehungsweise geplant wurden. Dies schließt spätere Erweiterungen mit ein.
  • Zum anderen sind es behördlich ausgewiesene Flächen für Windenergieanlagen. Ziel ist es dabei, diese in bestimmten Regionen zu konzentrieren, um das restliche Landschaftsbild zu entlasten. Zum Beispiel war 2011 Windkraft auf 0,8 % der Fläche von Schleswig-Holstein genehmigt; die Landesregierung will sie auf mindestens 1,5 % ausweiten.[1]

Windparks können im Binnenland (onshore), an der Küste (nearshore) oder in erheblichem Abstand von der Küste auf See (offshore) gebaut werden. Sie können nur drei, aber auch weit über 100 Windenergieanlagen umfassen und wenige MW bis viele 100 MW Einspeiseleistung erbringen. Bei manchen Windparks wird nur ein einziger Anlagentyp verwendet, es gibt aber auch Windparks bei denen mehrere Anlagentypen, auch von verschiedenen Herstellern, zum Einsatz kommen. Durch Verwendung von Windkraftanlagen mit unterschiedlichen Nabenhöhen kann bei gleicher räumlicher Ausdehnung des Windparks der gegenseitige Abstand der Windkraftanlagen vergrößert werden, was die gegenseitige Beeinflussung reduziert.

Zu Windparks gehören häufig Windmessmasten, die entweder temporär im Vorfeld der Errichtung zur Prognostizierung des Ertrages dienen oder die permanent zu Zwecken der meteorologischen Forschung errichtet werden. In der Regel wird der Ertrag über ein Windgutachten aufgrund von Langzeitdaten über mehrere Jahre oder Jahrzehnte vorhergesagt.

Onshore – Windparks an Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmessmast beim Windpark Gussenstadt
Windenergieanlagen in Deutschland

Genehmigungsverfahren in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat im Juni 2004 entschieden, dass in Deutschland genehmigungsrechtlich eine Ansammlung von mindestens drei Windenergieanlagen als Windpark gilt, wenn sie „einander räumlich so zugeordnet sind, dass sich ihre Einwirkungsbereiche überschneiden oder wenigstens berühren.“[2] Diese müssen dann nach dem aufwändigeren Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt werden, während sonst nur eine Baugenehmigungspflicht besteht. Es ist unerheblich, ob die zu betrachtenden Anlagen mehreren Betreibern zugeordnet werden. Darüber hinaus müssen auch einzelne oder „nur zwei“ Anlagen nach dem BImSchG genehmigt werden, wenn eine Anlage eine Gesamthöhe von mehr als 50 Metern erreicht.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windparks wurden zunächst entweder durch einzelne Großinvestoren finanziert oder über eine Projektfinanzierung, etwa in Form der Gründung eines geschlossenen Fonds. Bei einem geschlossenen Fonds bringen mehrere Anleger das Eigenkapital auf, das durch ein Bankdarlehen ergänzt wird.[3] Seit 2005 sind auch andere Formen, wie etwa das Leasing oder die Ausgabe von Genussscheinen möglich. Daneben haben sich zunehmend Bürgerwindparks etabliert, etwa in der Rechtsform einer Genossenschaft, als alternative Finanzierungsmöglichkeit. Hier haben die unmittelbar Beteiligten einen gesicherten Anteil am Gewinn und ein geringeres wirtschaftliches Risiko. Für die Finanzierung von großen Offshore-Windparks mit einem Investitionsvolumen bis über einer Milliarde Euro kommen meist nur große Banken, internationale Konzerne oder Konsortien solcher Konzerne in Frage.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sicht der Investoren ist es ein Vorteil, dass die Planung aus einer Hand erfolgen kann: Es braucht nicht für jede Anlage ein eigenes Genehmigungsverfahren durchgeführt werden. Andererseits ist für die Planung von Windparks ein aufwändigeres Verfahren erforderlich.

Um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren, müssen die Rotoren mit einem bestimmten Mindestabstand zueinander angeordnet werden. Dieser ist hauptsächlich abhängig von der Anlagengröße und der vorherrschenden Windrichtung. Als Faustformel für Windparks an der Küste galt bisher in Hauptwindrichtung der fünffache, in Nebenwindrichtung der dreifache Rotordurchmesser als Mindestabstand.

Allerdings ist in großen Windparks das Turbulenzverhalten der Rotoren von der Position der einzelnen Anlagen abhängig.[4] Nach neueren Studien wird erst bei ca. 15-fachem Rotorabstand der optimale Wirkungsgrad erreicht.[5] Forscher der Johns Hopkins University kamen mithilfe von Simulationen zum Ergebnis, dass schachbrettartig platzierte Windräder in großen Windparks kein vorteilhafter Aufbau ist. Sie in Blöcken versetzt anzuordnen reduziere die Minderung der Windausbeute durch Verwirbelungen zwischen den Windräder.[6]

Errichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Errichtung von Windkraftanlagen in der Erkelenzer Börde

Bei der Errichtung von geplanten Windparks in einem Zuge hat der Investor den Vorteil, dass die gesamte Infrastruktur konzentriert werden kann. Anlagen, Kräne und Zuwegung können gleich für mehrere Anlagen genutzt werden. So müssen etwa die großen Raupenkräne nicht abgerüstet werden, um von einer Windenergieanlage zur nächsten zu fahren. Kommt es bei der Errichtung einer Anlage zu Verzögerungen, so kann in dieser Zeit an einer anderen Anlage gearbeitet werden.

In Windparks müssen die Anlagen mit einer Hinderniskennzeichnung versehen sein. Dazu zählen die farbige Kennzeichnung der Rotorblatt-Spitzen und die Befeuerung bei schlechter Sicht. Innerhalb eines Windparks wird bei neuen Parks das Blitzen bzw. Blinken der Lampen über das DCF77-Zeitsignal synchronisiert. Teilweise wird dies auch bei älteren Parks nachgerüstet.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stromnetzbetreiber (Energieversorger) erscheinen alle Windenergieanlagen eines Windparks wie ein einziges Kraftwerk; somit vereinfacht und verbilligt sich beispielsweise die Einspeisungsabrechnung für den Betreiber des Windparks. Die Regelung eines Windparks erfolgt zentral für den gesamten Windpark. Jede Anlage verfügt zudem auch über eine eigene Steuerung. Da sich ein gewachsener Windpark manchmal aus unterschiedlichen Typen von Windenergieanlagen zusammensetzt, die unterschiedliche Anforderungen an die Windgeschwindigkeit stellen, kann es aufgrund der Windverhältnisse dazu kommen, dass einzelne Windkraftanlagen abgeschaltet werden.

Auch die Anlagen-Wartung kann konzentriert an mehreren Anlagen durchgeführt werden. Große Fahrtstrecken und -zeiten für die Techniker entfallen. Die Erfahrung zeigt, dass die längere Verweildauer von Wartungstechnikern auch die Wahrscheinlichkeit steigert, dass ein Techniker bei einer Anlagenstörung vor Ort (im Windpark) ist. Die Reaktionszeiten werden so verkürzt.

Ertragsverluste durch Abschattung (WAKE-Verluste)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windkraftanlagen können sich gegenseitig negativ beeinflussen, indem sie sich bei bestimmten Windrichtungen gegenseitig aerodynamisch „abschatten“ (Windschatten, WAKE oder Nachlauf). Wie hoch diese Verluste sind, ist umstritten. Es wird versucht, durch eine Abschattungsanalyse[7][8], diese Verluste möglichst gering zu halten. Bei schwimmenden Windkraftanlagen gibt es Pläne, mittels Mehrfachanlagen[9] oder Ortsverlagerung diese Verluste zu vermeiden oder zu minimieren[10].

Einspeiseprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das bestehende Stromnetz bisher nur teilweise auf den starken Ausbau der Windparks eingestellt ist, kann es v.a. in Nord- und Ostdeutschland während Zeiten hoher Windstromerzeugung zu lokalen Energieüberschüssen kommen, was zu einer Begrenzung der eingespeisten Energie durch den Netzbetreiber führen kann. Dadurch gingen 2011 etwa 407 Gigawattstunden (GWh) Windstrom verloren, knapp 1 % der tatsächlich eingespeisten Strom aus Windenergie von ca. 48.900 GWh. Weil die Betreiber bisher für solche Produktionsdrosselungen entschädigt werden müssen, entstehen nach Schätzungen der Branche Kosten von 18 bis 35 Millionen Euro.[11]

Neuerdings werden die Temperaturen und Windgeschwindigkeiten bei den Freileitungen gemessen, da beide Faktoren die Kapazität einer bestehenden Freileitung beeinflussen (niedrigere Temperaturen und höhere Windgeschwindigkeiten wirken sich positiv aus).[12] In der Dena-Netzstudie wurden darüber hinaus die notwendigen Anpassungen betrachtet, die mit den im Meer geplanten Windparks verbunden sind. Aus Sicht eines Stromnetzbetreibers müssen hier virtuelle Großkraftwerke in großer Entfernung zum Verbraucher an das Stromnetz angeschlossen werden, was zu erheblichen Investitionen führt.

Versuchswindparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt auch Windparks, bei denen die Erprobung und Vermessung von Windenergieanlagen im Vordergrund steht. In derartigen Windparks existiert im Regelfall von jedem Anlagentyp nur ein einziges Exemplar, das der Herstellerfirma gehört. Zur Messung der Windgeschwindigkeit befindet sich in derartigen Windparks auch mindestens ein Windmessturm. Ein solcher Versuchswindpark ist das Windkraftanlagentestfeld Østerild.

Listen von Windparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mit Abstand größte Windpark der Welt die Gansu Wind Farm in der Endausbaustufe 20 GW installierte Leistung
Das kalifornische Alta Wind Energy Center von der Oak Creek Road aus
Die Shepherds Flat Wind Farm in Oregon
Der schottische Windpark Whitelee Wind Farm südlich von Glasgow
Liste der größten Windparks
Rang Windpark Nennleistung
(MW)
Land Anmerkungen
01 Gansu Wind Farm 7.965 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [13][14][15][16][17]
02 Zhang Jiakou 3.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
03 Urat Zhongqi, Bayan Nur 2.100 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
04 Hami Wind Farm 2.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
05 Damao Qi, Baotou City 1.600 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
06 Alta Wind Energy Center 1.547 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [18]
07 Jaisalmer Wind Park 1.064 IndienIndien Indien [19]
08 Hongshagang, Town, Minqin County 1.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
09 Kailu, Tongliao 1.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
10 Chengde 1.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [14]
11 Shepherds Flat Wind Farm 845 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
12 Roscoe 782 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [20]
13 Horse Hollow 736 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21][22]
14 Tehachapi Pass CA 690 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21]
15 Capricorn Ridge 663 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21]
16 San Gorgonio Pass CA 619 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21]
17 Altamont Pass CA 606 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21]
18 Fowler Ridge 600 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [22]
19 Fântânele-Cogealac 600 RumänienRumänien Rumänien [23]
20 Sweetwater 585 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21]
21 Zafarana 544 AgyptenÄgypten Ägypten [21]
22 Whitelee Wind Farm 539 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
23 Buffalo Gap 523 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [21][22]
24 Dabancheng 500 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [24]
25 Meadow Lake 500 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [25]
Liste der größten Windparks (in Bau)
Rang Windpark Nennleistung
(MW)
Land Anmerkungen
1 Gansu, Jiuquan 20.000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China [13]
Liste der größten Windparks (in Planung)
Rang Windpark Nennleistung
(MW)
Land Anmerkungen
1 OWP Dogger Bank Creyke Beck 4.800 - 9.000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich [26]
2 Titan 5.050 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten [27]
3 Markbygden fast 4.000 SchwedenSchweden Schweden [28]

Offshore-Windparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der belgische Offshore-Windpark Thornton Bank

Die Bezeichnung Offshore-Windpark wird für Windparks verwendet, deren Fundamente in der See stehen. Dort soll der kontinuierlich auftretende Wind genutzt werden. Windparks werden bisher jedoch nicht auf „hoher See“, sondern ausschließlich auf dem Festlandsockel errichtet.

Im Jahr 2002 ging in Dänemark mit Horns Rev 1 der damals größte Offshore-Windpark der Welt ans Netz: Dort stehen in der Nordsee 80 Windenergieanlagen. Sie erzeugen jährlich 600 GWh Energie, genug für 150.000 dänische Haushalte.

Derzeit größter Offshore-Windpark der Welt ist der London Array mit 175 Anlagen und 630 MW Gesamtleistung (Stand Mai 2013).

Die größten Offshore-Windparks
Name (MW) Land Turbinen und Modell Betriebsaufnahme Quelle
London Array 630 UK 175 × Siemens SWT-3.6 2012 [29][30][31]
Gwynt y Môr 576 UK 160 × Siemens SWT-3.6 2015 [32]
Greater Gabbard 540 UK 140 × Siemens SWT-3.6 2012 [33]
Global Tech I 400 Deutschland 80 × AREVA Wind M5000 2015 [34]
Anholt 400 Dänemark 111 × Siemens SWT-3.6-120 2013 [35]
BARD Offshore 1 400 Deutschland 80 × BARD 5.0 2013 [36]
West of Duddon Sands 389 UK 108 × Siemens SWT-3.6-120 2014
Horns Rev 369 Dänemark 80 × Vestas V80-2MW
91 × Siemens 2.3-93
2009 [37]
Walney 367 UK 102 × Siemens SWT-3.6 2012 [38][39]
Thorntonbank 325 Belgien 54 × Repower 6 MW 2013 [40]
Sheringham Shoal 317 UK 88 × Siemens 3.6 2013 [41]
Thanet 300 UK 100 × Vestas 2010 [42][43]
Nordsee Ost 295 Deutschland 48 × Senvion 6.2M126 2015
Amrumbank West 288 Deutschland 80 × Siemens SWT-3.6-120 2015 [44]
Butendiek 288 Deutschland 80 × Siemens SWT-3.6-120 2015 [45]
DanTysk 288 Deutschland 80 × Siemens SWT-3.6-120 2015 [46]
EnBW Baltic 2 288 Deutschland 80 × Siemens SWT-3.6-120 2015 [47]
Meerwind Süd/Ost 288 Deutschland 80 × Siemens SWT-3.6-120 2014 [48][49]
Lincs 270 UK 75 × Siemens 3.6 2013 [50]

Umweltauswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie sämtliche Arten der Energiegewinnung haben auch Windparks Auswirkungen auf die Umwelt. Dargestellt sind die Effekte in den Artikeln Windenergieanlage und Windenergie.

Beispiele besonderer Windparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tauernwindpark
  • Der weltweit leistungsstärkste Windpark ist im Januar 2013 das Alta Wind Energy Center im Kern County in Kalifornien (USA) mit einer installierten Leistung von 1320 MW und 490 Anlagen.
  • Der größte Windpark mit den meisten einzelnen Anlagen auf der Welt ist die Roscoe Wind Farm nahe dem gleichnamigen Ort im Nolan County in Texas (USA). Sie besteht aus 627 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 781,5 MW und war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung im Jahr 2009 auch der leistungsstärkste Windpark der Welt.
  • Der größte und leistungsstärkste Offshore-Windpark weltweit ist im Januar 2013 das London Array in der Nordsee vor der Themsemündung mit einer installierten Leistung von 630 MW und 175 Anlagen.
  • Der größte geplante Offshore-Windpark ist der Windpark Doggerbank mit 1500 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt rund 9000 MW. Dies entspricht der Nennleistung von etwa sieben Kernkraftwerken. Der Jahres-Energieertrag entspricht etwa vier bis fünf Kernkraftwerken bei angenommenen 4000–4500 Volllaststunden für die Windräder und 7500–8000 Volllaststunden für die Kernkraftwerke.
  • Der erste Windpark in Europa wurde 1982 auf der Kykladeninsel Kythnos in Betrieb genommen, bestehend aus fünf Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 100 kW. Die Anlage ersetzte die Versorgung durch ein Dieselkraftwerk. Im Jahr 1983 wurde eine Solaranlage in das Versorgungskonzept „Insel-Modell Kythnos“ miteinbezogen.[51]
  • Der größte (in Bau befindliche) Onshore-Windpark Europas ist die Sinus Holding Wind Farm bei Vaslui in Rumänien, die aus einem Cluster von fünf benachbarten Windparks besteht und mit insgesamt 350 einzelnen Anlagen eine Gesamtnennleistung von 700 MW erreichen soll.
  • Der höchstgelegene Windpark Europas befindet sich auf dem Gütsch bei Andermatt in der Schweiz auf 2331 m ü. M. Er umfasst drei Anlagen mit insgesamt 2,4 MW Leistung[52].
  • Der erste Windpark in Deutschland, der Windenergiepark Westküste im Kaiser-Wilhelm-Koog an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste, wurde am 24. August 1987 in Betrieb genommen.[53]
  • Der erste deutsche Windpark im Mittelgebirge war der Windenergiepark Vogelsberg bei Hartmannshain in Hessen, der ab dem November 1990 in Betrieb ging.
  • Der erste deutsche Offshore-Windpark war alpha ventus in der Nordsee nordwestlich von Borkum, der seit Ende 2009 vollständig in Betrieb ist.
  • Im Windpark Holtriem in Ostfriesland und im Euro Wind Park Vetschau bei Aachen sind je eine Windenergieanlage mit einer Aussichtsplattform in 60 m Höhe ausgestattet.
  • Der Windpark Estinnes in Belgien umfasst elf Anlagen des Typs Enercon E-126, die mit bis zu 7,5 MW derzeit (Juni 2012) leistungsstärkste Windenergieanlage der Welt.
  • Der Windpark Tarfaya in Marokko ist zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Dezember 2014 mit 301 MW der leistungsstärkste Windpark Afrikas.[54] Mit dem Windpark Lake Turkana in Kenia ist mit 310 MW ein noch leistungsstärkerer Windpark geplant. Vor Ort herrschen extrem hohe durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 11,1 m/s, Baubeginn ist im Juni 2014.
  • Der Windpark Pampa in Uruguay erreicht durch die Verwendung von Schwachwindanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 142 MW ein für Onshore-Windparks außergewöhnlich hohes Regelarbeitsvermögen von ca. 640 Mio. kWh. Dies entspricht einem Kapazitätsfaktor von ca. 51 % bzw. 4500 Volllaststunden; Werte, die üblicherweise nur von Offshore-Windparks erreicht werden.[55]
  • Der 1998 errichtete niederländische Windpark Eemmeerdijk ist ausschließlich mit Zweiblattrotoren bestückt, während sonst fast alle Windkraftanlagen Dreiblattrotoren verwenden.
  • Der Windpark Steinriegel 1+2 (aus 2005 bzw. 2014) in Ratten (Steiermark) ist mit nun 21 Windrädern und 79 GWh/a Erzeugung der größte in hochalpiner Lage (in den Alpen).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DEWI: Jahresbilanz Windenergie 2010. In: Hansa. Heft 5/2011, S. 22, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Zahlen und Fakten zur Windkraft. In: Hansa. Heft 5/2011, S. 23, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  • Sören Schöbel: Windenergie und Landschaftsästhetik – Zur landschaftsgerechten Anordnung von Windfarmen. JOVIS Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86859-150-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Windparks – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Windpark – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Hanisch: Erneuerbare Energien: Ein realer Kampf gegen Windmühlen. ZEIT ONLINE, 30. November 2011, abgerufen am 22. Januar 2013.
  2. Bundesverwaltungsgericht: Stefan Paetow, Günter Halama, Stephan Gatz, Alexander Jannasch: BVerwG 4 C 9.03. 30. Juni 2004, abgerufen am 22. Januar 2013.
  3. In der Regel verlangt die Bank eine Eigenkapitalquote von 40 %, einen Generalübernehmer für den Bau des Parks, Versicherungsschutz während des Betriebes, einen Wartungsvertrag während des Betriebs und die Beachtung des Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland oder vergleichbarer Gesetze in anderen Ländern.
  4. Martin Greiner: Windenergie und Physik: von Turbulenz über Windparks zu komplexen Netzwerken. Universität Regensburg, Fakultät Physik, 24. November 2008, abgerufen am 22. Januar 2013 (PDF, 91 kB).
  5. Phil Sneiderman: New study yields better turbine spacing for large wind farms. Research seeks cleaner, more cost-efficient energy. In: The Gazette. The Johns Hopkins University, 18. Januar 2011, abgerufen am 22. Januar 2013 (englisch).
  6. PHYSIK – Aufbau von Windparks ist nicht optimal., Deutschlandfunk – „Forschung aktuell“ vom 2. April 2014 (Quelle: Journal of Renewable and Sustainable Energy / doi:10.1063/1.4869568).
  7. Beschreibung des WAKE-Effekts (PDF; 748 kB)
  8. WAKE-Effekt – Sichtbare Folgen in einem Offshorewindpark
  9. MUFOW verringern den WAKE-Verlust
  10. Konzept zur Verringerung des WAKE-Verlustes
  11. Häufige Zwangsabschaltungen von Windparks. In: Handelsblatt, 28. November 2012, abgerufen am 2. März 2013
  12. Mehr Windstrom im norddeutschen Stromnetz. Kapazität des Netzes in Schleswig-Holstein erweitert / Eons erster Schritt. Bundesverband WindEnergie e.V., 18. September 2006, archiviert vom Original am 24. September 2006, abgerufen am 22. Januar 2013.
  13. a b Xinhua: Jiuquan Wind Power Base Completes First Stage, Xinhua News Agency, 4. November 2010, retrieved from ChinaDaily.com.cn website 3. Januar 2013
  14. a b c d e f g h 2014 China Wind Power Review and Outlook. GWEC. Abgerufen am 12. November 2015.
  15. United Nations Framework Convention on Climate Change: CDM: Gansu Guazhou 300 MW Wind Power Project. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  16. Jiuquan wind power base completes first stage. In: China Daily. Abgerufen am 2. März 2014.
  17. Winds of change blow through China as spending on renewable energy soars. In: The Guardian. Guardian News and Media Limited. Abgerufen am 2. März 2014.
  18. Alta Wind Energy Center. Abgerufen am 7. Mai 2014 (englisch).
  19. BS Reporter: Suzlon creates country's largest wind park. 11. Mai 2012. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  20. E.ON Delivers 335-MW of Wind in Texas. RenewableEnergyWorld.com, 23. September 2008, abgerufen am 22. Januar 2013 (englisch).
  21. a b c d e f g h Drilling Down: What Projects Made 2008 Such a Banner Year for Wind Power?
  22. a b c AWEA: U.S. Wind Energy Projects – Texas (Memento vom 18. September 2010 im Internet Archive)
  23. Fantanele-Cogealac Wind Farm, Romania. Power Technology, abgerufen am 26. Juli 2014.
  24. China – Dabancheng Wind Farm now has a combined generating capacity of 500 MW
  25. Energy Information Administration der USA – Ausgabe Oktober 2010 des Electric Power Monthly
  26. In der irischen See entsteht der weltgrößte Windpark, Tagesschau. 4. Juni 2010. Archiviert vom Original am 16. August 2010. Abgerufen am 16. August 2010. 
  27. BP Ramps Up to Full Construction of First Phase of Wind Farm in South Dakota 5. August 2009
  28. Svevind and Enercon Team up for 4GW Wind Plan. Clean Edge (from New Energy Finance). 26. Juni 2008. Abgerufen am 16. April 2009.
  29. London Array's own website announcement of commencement of offshore works (PDF) Abgerufen am 6. Juli 2013.
  30. Wittrup, Sanne. First foundation Ing.dk, 8. März 2011, abgerufen 8. März 2011
  31. London Array Project home page. Londonarray.com. 22. Februar 1999. Abgerufen am 6. Juli 2013.
  32. Rupert Denholm-Hall: World’s second largest offshore wind farm opens off coast of Wales. walesonline.co.uk. Abgerufen am 30. Juni 2015.
  33. Greater Gabbard: SSE wind farm Project Website. Sse.com. Abgerufen am 6. Juli 2013.
  34. Global Tech: Windpark - Global Tech 1. globaltechone.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  35. DONG Energy: Facts on Anholt Offshore Wind Farm. dongenergy.com. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  36. BARD Offshore: Pioneering wind farm project BARD Offshore 1 successfully completed on the high seas. BARD Offshore. 1. August 2013. Abgerufen am 21. August 2014.
  37. Horns Rev II turbines. Dongenergy.com. Abgerufen am 6. Juli 2013.
  38. Walney. 4COffshore. 9. Februar 2012. Abgerufen am 9. Februar 2012.
  39. World’s biggest offshore wind farm opens off Britain as new minister admits high cost. In: The Telegraph, 9. Februar 2012. 
  40. Belgium: Thornton Bank Offshore Wind Farm Officially Inaugurated. offshorewind.biz. 18. September 2013. Abgerufen am 21. August 2014.
  41. Sheringham Shoal. scira.co.uk. Abgerufen am 21. August 2014.
  42. Thanet. The Engineer Online. 25. Juli 2008. Abgerufen am 26. November 2008.
  43. Thanet offshore wind farm starts electricity production. In: BBC News, 23. September 2010. Abgerufen am 14. September 2010. 
  44. Offshore-Windpark Amrumbank West von E.ON vollständig am Netz. In: offshoreWIND.diz, 22. Oktober 2015, abgerufen am 22. Oktober 2015
  45. Offshore-Windpark Butendiek komplett in Betrieb. In: Focus, 4. August 2015, abgerufen am 4. August 2015
  46. Nordsee-Windpark DanTysk geht offiziell ans Netz. In: heise.de, 29. April 2015, abgerufen am 30. April 2015
  47. Läuft: Windpark „Baltic 2“ ist am Netz. In: NDR, 21. September 2015, abgerufen am 21. September 2015
  48. Meerwind Süd/Ost (Germany) offshore wind farm 4C, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  49. Herzlich willkommen bei WindMW - Project MEERWIND Süd - Ost. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  50. Lincs OWF: Centrica Expresses Gratitude to Local Community (UK). offshorewind.biz. 4. Juli 2013. Abgerufen am 21. August 2014.
  51. (PDF; 482 kB)
  52. wind-data.ch: Anlagenübersicht der Schweiz mit Details des Windpark Gütsch
  53. Windpark im Kaiser-Wilhelm-Koog besteht seit 1987
  54. Größter Windpark Afrikas ist jetzt in Betrieb. In: Die Business-Welt der Regenerativen Energiewirtschaft. IWR – Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien, 16. Dezember 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  55. Intensive Windernte in der Pampa. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 18. März 2015, abgerufen am 18. März 2015