Windpark Gries

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Windpark Gries
Windpark Gries 2.jpg
Lage
Windpark Gries (Kanton Wallis)
Windpark Gries
Koordinaten 671885 / 146175Koordinaten: 46° 27′ 47″ N, 8° 22′ 28″ O; CH1903: 671885 / 146175
Land SchweizSchweiz Schweiz
Daten
Typ Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 9,3 MW
Eigentümer Gries Wind AG
Betreiber Gries Wind AG
Projektbeginn 2007
Betriebsaufnahme 2011, ergänzt 2016
Turbine 1 × Enercon E-70,
3 × Enercon E-92
Eingespeiste Energie pro Jahr 13–14 GWh
Stand 2016
f2

Der Windpark Gries ist der höchstgelegene Windpark Europas.[1] Er liegt zwischen dem Griespass und dem Nufenenpass in der Gemeinde Obergoms im Schweizer Kanton Wallis auf rund 2500 m ü. M. Das jährliche Regelarbeitsvermögen beträgt 13 bis 14 GWh.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Projektplanungen wurde 2007 begonnen. Projektentwickler war das Schweizer Unternehmen SwissWinds Development. Die Gemeinde- und Bürgerversammlung hatten 2008 das Projekt einstimmig bewilligt.

Der Windpark wurde im Oktober 2011 mit einer Pilotanlage Enercon E-70 eröffnet. Nach den anfänglichen Planungen von SwissWinds sollten ab 2013 – je nach Verlauf dieser Probephase – weitere vier oder fünf Turbinen installiert werden.

Im Jahr 2016 wurden am Standort drei weitere Windturbinen vom Typ Enercon E-92 installiert.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau war aufgrund der Topographie sehr aufwendig. Mit einem Spezialgefährt wurden die Rotorblätter auf einer kurvigen Bergstrasse angeliefert. Ohne diesen gegliederten Tieflader, genannt «Tausendfüssler», wäre die Anlieferung nicht möglich gewesen.

Bei der Erweiterung 2016 konnten erst nach der Schneeräumung im Juni die Bauarbeiten beginnen.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Windpark wird von der Gries Wind AG betrieben. Wirtschaftlich waren an der Pilotanlage unter anderem die Energieversorger EnAlpin und Services industriels de Genève sowie die Standortgemeinde Obergoms beteiligt. Die Gemeinde Obergoms hatte im Vorfeld der Erweiterung 2016 ihren Anteil von 35 % im Wert von über einer halben Million Franken verkauft. Auch die weiteren anfänglichen Partner haben ihre Anteile an der Betreibergesellschaft an die SwissWinds verkauft. Es handelte sich dabei um die Services industriels de Genève (25 %), die Walliser Elektrizitätsgesellschaft (10 %), EnAlpin AG (5 %) sowie die Elektrizitätswerk Obergoms AG, EW GOMS Holding AG, EWBN Elektrizitätswerk Brig-Naters AG, EVWR Energiedienste Visp-Westlich Raron AG und die RELL in Leuk (je 2 %). Damit stieg der Anteil der SwissWinds an der Betreibergesellschaft von 5 auf 90 %. Lediglich die Gombau AG hielt ihren zehnprozentigen Anteil. Mit dieser Veräusserung sei der Weg für die Erweiterung des Windparks durch eine einzige Gesellschaft frei.

Danach hat die Energie Wasser Luzern im April 2016 von SwissWinds wiederum einen zwanzigprozentigen Anteil erworben.[2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pilotanlage vom Typ Enercon E-70 hat ein jährliches Regelarbeitsvermögen von 3 GWh und soll so rechnerisch 800 Haushalte versorgen. Die Anlage hat eine Nabenhöhe von 85 Metern und einen Rotordurchmesser von 71 Metern. Dies ergibt eine Gesamthöhe von 120,5 Metern.

Die drei Enercon E-92 haben eine Nabenhöhe von 83 m, einen Rotordurchmesser von 92 Metern und damit eine Gesamthöhe von 129 Metern. Sie haben jeweils eine installierte Leistung von 2,3 MW. Mit einem Regelarbeitsvermögen von 10 GWh sollen rechnerische 2850 Haushalte versorgt werden.

Insgesamt beträgt damit das jährliche Regelarbeitsvermögen etwa 13 bis 14 GWh.

Umweltbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit liegt bei 5,5 bis 6 Metern pro Sekunde. Durch die höhenbedingt niedrigere Luftdichte ist der Ertrag im Vergleich zum Erwartungswert auf Meeresniveau um etwa 25 % verringert.

Wegen der Lage im Hochgebirge ist die Anlage mit einem Rotorblattenteisungssystem ausgerüstet, das die Rotorblätter eis- und schneefrei hält.

Einspeisung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motivation für diesen Standort war die bereits vorhandene elektrische Infrastruktur. Der erzeugte Strom wird über den Transformator des nahe gelegenen Wasserkraftwerks am Gries-Stausee eingespeist.

Für die erste Anlage wird eine Einspeisevergütung von 20 Rappen (ca. 18,5 Eurocent, Stand November 2016) pro Kilowattstunde angegeben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Windpark Gries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der weltweit höchstgelegene Windpark liegt im Tibet auf rund 4700 m Höhe, siehe: Mao Pengfei: World’s highest wind farm connected to the grid. Windpower Monthly, 8. November 2013, abgerufen am 8. Oktober 2016 (englisch).
  2. ewl investiert in Schweizer Windenergie. (PDF) ewl-luzern.ch, 27. April 2016, abgerufen am 8. Oktober 2016.