Winfried Wolf (Journalist)

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Winfried Wolf, 2015

Winfried Maria Wolf (* 4. März 1949 in Horb am Neckar) ist ein deutscher Journalist, Politikwissenschafter und Politiker.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Ravensburg studierte Wolf an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften. 1974 schloss er das Studium mit Diplom ab. 1986 promovierte er zum Dr. phil. Er selbst definiert sich als ein „von Rosa Luxemburg beeinflusster Sozialist und an Leo Trotzki orientierter Stalinismus-Kritiker“. Winfried Wolf war Mitglied der trotzkistischen Gruppe Internationale Marxisten (GIM) und der Vereinigten Sozialistischen Partei (VSP). 1994 kandidierte er als Parteiloser auf dem ersten Platz der baden-Württembergischen Landesliste der PDS und wurde für die PDS in den Deutschen Bundestag gewählt. 1997 trat er der PDS auch als Parteimitglied bei. Bis 2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, dort unter anderem auch verkehrspolitischer Sprecher der PDS-Fraktion. Er galt als Vertreter der Neuen Linken in der Partei und gehörte zum „linken“, undogmatischen Flügel der PDS. In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter war er zugleich auch verkehrspolitischer Sprecher der PDS und Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestages. Winfried Wolf ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac sowie der Bildungsgemeinschaft SALZ.

Außerdem arbeitet er als Autor für die Tageszeitung junge Welt, für die Monatszeitung SoZ und hat mehrere Bücher (u. a. gemeinsam mit Ernest Mandel) veröffentlicht.

Im Mai 2004 trat er aus der PDS aus. Als Hauptgrund nannte er, dass die PDS keine sozialistische Partei mehr sei. Als weitere Gründe gab er unter anderem an, die Partei halte an der neoliberalen Politik in den Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fest, an denen sie beteiligt gewesen war, und lehne Bundeswehreinsätze nicht mehr grundsätzlich ab.

Nachdem sich 2005 vorwiegend in West-Deutschland die Partei Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative (WASG) gegründet hatte, die dann mit 8,7 % in einem Wahlbündnis mit der Linkspartei.PDS einen großen Erfolg bei der Bundestagswahl 2005 erzielte, trat Winfried Wolf in die WASG Berlin ein.

Wolf ist außerdem Sprecher der Initiative Bürgerbahn statt Börsenbahn, einer Initiative, die sich gegen die geplante, teilweise Kapitalprivatisierung der Deutschen Bahn AG ausspricht.

Seit 2008 ist Wolf Chefredakteur der linken Wirtschaftszeitschrift Lunapark21. Er ist auch Mitherausgeber der Zeitung gegen den Krieg.

Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke Sabine Leidig[1].

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Klaus Gietinger: Der Seelentröster. Wie Christopher Clark die Deutschen von der Schuld am Ersten Weltkrieg befreit. Schmetterling, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-89657-476-3.
  • Bernhard Knierim, Winfried Wolf: Bitte umsteigen! 20 Jahre Bahnreform. Schmetterling, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-89657-071-0.
  • Sieben Krisen – ein Crash. Promedia, Wien 2009, ISBN 978-3-85371-299-3.
  • Verkehr – Umwelt – Klima. Die Globalisierung des Tempowahns. Promedia, Wien 2007, ISBN 978-3-85371-271-9.
  • Haiti – Arroganz im Armenhaus. Bonner Diplomatie, Rassismus und Armutsentwicklung (= ISP-Pocket. Bd. 62). Neuer Isp-Verlag, Köln 1996, ISBN 3-929008-62-9.
  • Berlin – Weltstadt ohne Auto? Verkehrsgeschichte 1848–2015. ISP-Verlag, Köln 1994, ISBN 3-929008-74-2.
  • Neues Denken oder neues Tanken? DDR-Verkehr 2000. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-88332-175-3.
  • Ernest Mandel, Winfried Wolf: Cash, Crash & Crisis. Profitboom, Börsenkrach und Wirtschaftskrise. Rasch und Röhring, Hamburg 1989, ISBN 3-89136-200-5.
  • Sackgasse Autogesellschaft. Höchste Eisenbahn für eine Alternative. (= ISP-Pocket. Bd. 35). ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-88332-144-3.
  • Eisenbahn und Autowahn. Personen- und Gütertransport auf Schiene und Straße. Geschichte, Bilanz, Perspektiven. Rasch und Röhrig, Hamburg u. a. 1986, ISBN 3-89136-105-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitarbeiter von Sabine Leidig. In: Website der Bundestagsfraktion. Archiviert vom Original; abgerufen am 15. Juli 2017.