Winkelzählprobe

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Die Winkelzählprobe ist ein Stichprobenverfahren der Waldinventur.

Mit der Winkelzählprobe wird die Anzahl (N) der Bäume innerhalb eines virtuellen Probekreises ermittelt, deren Brusthöhendurchmesser (BHD) die Zählbreite (Z aus 1,2,4) überschreiten. Dieser virtuelle Probekreis variiert damit für jeden Baum und sein Radius lässt sich aus dem BHD mit bestimmen.

Die Winkelzählprobe dient der baumartenweisen Bestimmung der Bestandesgrundfläche (G = N * Z), die in Verbindung mit dem Alter des Bestandes zur Herleitung des Bestockungsgrads (B°) anhand von Ertragstafeln (ET) dient.

Das Verfahren wurde in den 1940er Jahren von dem österreichischen Forstwissenschaftler Walter Bitterlich entwickelt. Ursprünglich wurde dazu ein an einer Schnur befestigtes Messplättchen verwendet, mit dem die Bäume angepeilt werden (Daumenpeilung). Alle Bäume innerhalb eines Probekreises, die breiter als das Messplättchen erscheinen, werden gezählt. Das einfache Dendrometer ("kleiner Kramer") nach Kramer kann zum Beispiel für diesen Zweck eingesetzt werden. Bitterlich entwickelte das Verfahren mittels des Spiegelrelaskops (1948) weiter, das auch eine einfache Korrektur der Hangneigung erlaubt. In der Praxis werden häufig auch Wedge oder Crusing Prismen für die Winkelzählprobe eingesetzt.

Der Vorteil des Verfahrens liegt in seiner Effizienz. Da stärkere Bäume eine größere Auswahlwahrscheinlichkeit haben als dünnere Bäume, nimmt die Durchführung einer Winkelzählprobe in Jungbeständen deutlich weniger Zeit in Anspruch als die Aufnahme fester Probekreise, wenn gleichzeitig in Altbeständen die Bestandesgrundfläche mit hinreichender Genauigkeit ermittelt werden soll. In der deutschen Bundeswaldinventur (1987 und 2002) wurden Winkelzählproben verwendet.

Bei Mischwaldbeständen sind Arten mit schwächerem Wuchs in der Winkelzählprobe systematisch unterrepräsentiert. Das Verfahren eignet sich daher weniger für strukturreiche Bestände.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]