Winnekendonk

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Winnekendonk
Stadt Kevelaer
„In Rot ein dreifaches goldenes (gelbes) Papstkreuz darunter eine silberne (weiße) Weindolde.“
Koordinaten: 51° 35′ 53″ N, 6° 17′ 14″ O
Höhe: 20 m
Fläche: 24,9 km²
Einwohner: 4276 (2014)
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 47626
Vorwahl: 02832

Winnekendonk ist eine Ortschaft der Stadt Kevelaer, die im Kreis Kleve am unteren Niederrhein liegt. Eine gute Erreichbarkeit ist über die Anbindung durch die A 57 gewährleistet. Zu Winnekendonk gehören ferner der Ortsteil Schravelen, nahe der Niers, sowie die Bauerschaften Achterhoek, Altersteeg, Binnenheide, Hestert und Pirloer Heide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor etwa 4000 Jahren haben sich jungsteinzeitliche Menschen im Raume Schravelen entlang des großen Niersbogens aufgehalten, was durch Funde von Bechern und Pfeilspitzen nachgewiesen ist. Auf dem Hengstenhof im Alten Steeg wurden 1936 römische Urnengräber gefunden. Einige Urnen, die nicht vom Militär der Besatzungsmacht Großbritannien zerstört wurden, befinden sich heute in Privatbesitz. Der Großteil der Funde jedoch musste seinerzeit sofort an die staatlichen Museen abgegeben werden.

Um 500 n. Chr. fand die Besiedelung der Region durch die Franken statt.

Am 27. September 1282 ist die erste urkundlich belegte Erwähnung Winnekendonks zu finden, als der Ritter Wilhelm von Kervenheim die Vogtei Winnekendonk an das Stiftskapitel in Xanten verkaufte.

Um 1430 herum wurde ein festes Haus als Richtersitz in Schravelen errichtet.

1796 stand der Ort unter französischer Besatzung und wurde 1814 aus dieser befreit. Im Jahr 1945 wurde Winnekendonk zu rund 85 % zerstört, der Wiederaufbau begann 1948.

Am 1. Juli 1969 endete die kommunale Selbstverwaltung durch die Eingemeindung nach Kevelaer.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1630: 810
  • 1910: 1922[2]
  • 1931: 2001[3]
  • 1961: 2415[4]
  • 2007: 4266[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1969 war Winnekendonk eine selbständige Gemeinde im heutigen Kreis Kleve / Nordrhein-Westfalen. Sie wurde zusammen mit Kervenheim, Kervendonk, Kleinkevelaer, Twisteden und Wetten in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Winnekendonk war zuvor Hauptort des Amtes Kervenheim und Sitz der Amtsverwaltung gewesen. Die Führung dieses dreigliedrigen Gemeindeverbundes lag von 1949 bis zur kommunalen Neugliederung 1969 in den Händen von Amtsdirektor August Wormland und Amtsbürgermeister Wilhelm Wehren (CDU), der von 1950 bis 1970 Mitglied des Landtages in Nordrhein-Westfalen und zugleich Landwirt auf dem Voeskenshof und Mitinitiator des Ferienpark Kevelaer zwischen Winnekendonk und Kervenheim war.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzpatron der Katholischen Pfarrgemeinde ist der Heilige St. Urbanus. Die Seitenschiffe der heutigen Pfarrkirche, die am 27. September 1887 von Weihbischof Cramer aus Münster feierlich konsekriert wurde, zeigen großformatige Kunstwerke, die die zwölf Stationen des Kreuzweges Jesu Christi abbilden. Die große Seifert-Orgel aus dem Jahr 1961 verfügt über 26 klingende Register, disponiert in einem Pedalwerk mit (u. a.) einem Prinzipalbaß 16', einem Hauptwerk mit (u. a.) einer Trompete 8' (horizontal) und einem Positiv. Die Gründung der Pfarre um 1088–1099 geht vermutlich auf den seinerzeitigen Papst Urbanus II. zurück. Zur Pfarrgemeinde gehören die Ortschaft Winnekendonk, Teile der Ortschaft Kervendonk und die Haagsche Straße / Ploodyck der Gemeinde Sonsbeck. Seit 1998 bildet die katholische Kirchengemeinde Sankt Urbanus eine Seelsorgeeinheit mit Sankt Petrus Wetten. Am 7. September 2014 entstand durch Fusion der bisherigen selbständigen Pfarrgemeinden Sankt Antonius Kevelaer, Sankt Urbanus Winnekendonk, Sankt Petrus Wetten, Sankt Quirinus Twisteden und Sankt Antonius Kervenheim die neue Großpfarrei Sankt Antonius Kevelaer; siehe Bericht in der Rheinischen Post am 8. September 2014. Die Pfarrgemeinde St. Marien Kevelaer bleibt wegen der besonderen Bedeutung der Marien-Wallfahrtstätte Consolatrix Afflictorum - der Trösterin der Betrübten auf Dauer selbstständig. Beide Pfarrgemeinden werden künftig eng miteinander kooperieren.

Das Bildungswerk Winnekendonk bietet ein Angebot angefangen von Spielgruppen über Vorträge und Kurse aller Art bis hin zu Theaterbesuchen in Essen und Duisburg.

Die Ortschaft Winnekendonk verfügt über eine Grundschule und drei Kindergärten (St. Urbanus, Sterntaler und Marienkäfer), eine 1999 eröffnete öffentliche Begegnungsstätte, medizinische Versorgung und eine 2006 errichtete Seniorenwohnanlage. Winnekendonk wurde vielfach durch Erfolge in Dorfwettbewerben ausgezeichnet, zuletzt 2001 durch eine Goldene Plakette im Bundeswettbewerb.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winnekendonk ist heute mit etwa 4.700 Einwohnern ein expansiver Teil der Stadt Kevelaer, was durch ein örtliches Gewerbegebiet sowie durch rege Neubautätigkeiten eindrucksvoll belegt wird. Etliche Handwerker, Kaufleute, Dienstleistende, zwei Bauerncafés sind hier ebenso angesiedelt, wie Betriebe der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, die ihre Produkte zu den Wochentagen des Rheinischen Bauernmarktes im Ortskern, ihre Eigenproduktionen, vermarkten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bundesverdienstkreuz wurde ausgezeichnet:

  • Matthias Schwartges[6]
  • Hansgerd Kronenberg[7]
  • Artur Elders-Boll, Urkunde vom Bundespräsidenten Johannes Rau; siehe Rheinische Post vom 30. Juli 2004

sowie Niederrhein Nachrichten vom 1. August 2004 und NRZ vom 30. Juli 2004 sowie Presseverlautbarung des Kreises Kleve

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 78.
  2. Gemeindeverzeichnis 1910, Kreis Geldern. Abgerufen am 17. August 2013.
  3. GenWiki Amt Kervenheim. Abgerufen am 17. August 2013.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 200.
  5. Winnekendonk - Geschichte. Abgerufen am 17. August 2013.
  6. Blatus Martini - Kevelaerer Enzyklopädie. Abgerufen am 17. August 2013.
  7. Hansgerd Kronenberg feierte 70. Geburtstag. Abgerufen am 17. August 2013.