Winnetou – Der Mythos lebt

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Filmdaten
Originaltitel Winnetou – Der Mythos lebt
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2016
Länge Teil 1: 117 Minuten
Teil 2: 094 Minuten
Teil 3: 123 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1][2][3]
Stab
Regie Philipp Stölzl
Drehbuch Jan Berger, Alexander M. Rümelin, Phillip Stölzl
Produktion Christian Becker
Musik Heiko Maile
Kamera Sten Mende
Schnitt Sven Budelmann
Besetzung
Hauptrollen
Eine neue Welt
Das Geheimnis vom Silbersee
Der letzte Kampf

Winnetou – Der Mythos lebt ist ein dreiteiliger Fernsehfilm, der grob auf den Romanen von Karl May basiert und am 25., 27. und 29. Dezember 2016 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. In den Hauptrollen spielen Nik Xhelilaj als Winnetou, Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand, Iazua Larios als Nscho-tschi und Milan Peschel als Sam Hawkens. Produziert wurde die Neuauflage für den Sender RTL von der Rat Pack Filmproduktion in Co-Produktion mit Rialto Film, Tabbenoca, Mythos Film und Beta Film & RTVS.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den drei Filmen wird die Freundschaft des deutschen Einwanderers Karl May alias Old Shatterhand und des Apachenhäuptlings Winnetou als Abenteuer im Wilden Westen Amerikas erzählt.

Teil 1: Winnetou – Eine neue Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Central Pacific Railroad Company baut in den 1860er-Jahren eine Eisenbahnstrecke in den amerikanischen Westen. Der deutsche Ingenieur Karl May führt mit dem Vorarbeiter Rattler und einigen seiner Männer Vermessungsarbeiten im Indianergebiet durch. Als letztere eine Totenstätte schänden, werden zwei von ihnen durch Apachenpfeile getötet und May schwer verwundet. Die anderen fliehen und lassen May zurück. Als der Häuptlingssohn Winnetou ihn skalpieren will, springt der Vereinsboxer noch einmal auf und schlägt Winnetou mit der Faust zu Boden. May wird auf einem Travois in das Lager der Indianer gebracht, wo er von der Schamanin, Winnetous Schwester Nscho-tschi, gesund gepflegt und aufgrund seines hellen Haars und seines Faustschlags Old Shatterhand genannt wird. May initiiert einen Vertrag zwischen James Bancroft, dem Bauleiter, und dem Apachenhäuptling Intschu tschuna, die Strecke um das Indianergebiet herum zu führen; aber in der Arbeiterstadt Roswell wird Intschu tschuna während der Vereinbarung von Rattler erschossen. Der nächtliche Vergeltungsangriff von Winnetou und seinen Kriegern endet durch ein von Rattler herbeigeschafftes Maschinengewehr in einem Gemetzel an den Indianern, das May von den Arbeitern gefesselt mitanhören muss. Als am nächsten Morgen die verwundeten Indianer erschossen werden, rettet der entlassene May den neuen Häuptling und bringt ihn zu seinem Stamm. Old Shatterhand entwirft für die Indianer einen Plan, eine zum Wiederaufbau zu zeitaufwendige Eisenbahnbrücke zu sprengen und damit einen Neubau der Strecke um das Indianergebiet herumlegen zu lassen. Die Sprengung gelingt unter Anwesenheit eines Pressevertreters, Rattler kommt dabei ums Leben, die Karriere von James Bancroft ist beendet.

Teil 2: Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Professor für Ethnologie ist aufgrund der Aufzeichnungen Alexander von Humboldts um einen vor Cortés versteckten Schatz in den Wilden Westen gereist. Aufgrund von Spielschulden beim Banditen El Mas Loco muss er das Geheimnis preisgeben und ihn und dessen Bande begleiten, die das Dorf von Winnetou überfällt und die Schamanin zwingt, sie zum Silbersee zu führen. Nach der Ankunft erschießt der Bandenführer den Professor.

Old Shatterhand hatte zuvor einen indianisch getanzten Heiratsantrag von Nscho-tschi abgelehnt und in Santa Fe einen Ingenieursjob für einen Hochhausbau angenommen. Zurück in der Zivilisation der Weißen begegnen ihm rassistische Vorurteile gegenüber den Indianern. Als ihm Sam Hawkens und ein Indianerjunge die Kunde vom Überfall überbringen, kehrt er sofort mit ihnen in die Prärie zurück und befreit den Stamm von der Bewachung durch vier der Mexikaner. Mit Winnetou und Sam Hawkens nimmt er die Verfolgung auf. Am Silbersee beobachten sie, wie El Mas Loco in Nscho-tschi seine frühere große Liebe Carmen wiederzuerkennen glaubt.

Ein Versuch, Nscho-tschi zu befreien, misslingt. Shatterhand und Winnetou werden von den Banditen gefangen genommen, der vermeintlich von ihnen erschossene Sam Hawkens kehrt ins Apachenlager zurück, um Hilfe zu holen. In einem Holzfass als Taucherglocke müssen die „Brüder“ auf dem Grund des Sees nach dem Schatz suchen, was allerdings vergeblich bleibt. Als Nscho-tschi nochmals die Sage rezitiert, tauchen die beiden am Felsufer und finden einen unter Wasser gelegenen Eingang zum Berg. Mit den Mexikanern dringen die drei „Geschwister“ in eine Höhle mit einer Statue des Wesens Cthulhu und einem Goldschatz vor. Während sich die Banditen um das Gold streiten, schlagen die „Geschwister“ ihren Aufpasser nieder und können mit dessen Waffen auf dem Rückweg durch den Berg die verfolgenden Mexikaner bis auf El Mas Loco ausschalten. Diesen sperrt Shatterhand durch einen von ihm herbeigeführten Felssturz vom Ausgang ab. Der Mexikaner, lebendig begraben, erschießt sich. Außerhalb der Höhle haben die Apachen zusammen mit Hawkens die restlichen Gangster getötet und erwarten die drei der Ihren. Hawkens träumt davon, sich in die Höhle zu graben, um das Gold zu holen, stößt dabei aber auf taube Ohren. Das Gold, das nur Unglück gebracht hat, soll unangetastet bleiben. Zurück im Lager macht Old Shatterhand Nscho-tschi einen Heiratsantrag in der europäischen Tradition und geht vor ihr auf die Knie. Diese sagt „Ja“.

Teil 3: Winnetou – Der letzte Kampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der leichtlebige Santer jr. soll in der Firma seines einflussreichen Vaters in Los Angeles einen Bürojob annehmen, zieht es nach einem Zughalt in Roswell jedoch vor, dort eine Weile zu bleiben. Er bemerkt hinterlassene Ölspuren, nachdem Shatterhand und Winnetou Dynamit im Laden von Belle und Sam Hakwens besorgt hatten. Er reitet ihnen nach und beobachtet, wie die drei „Geschwister“ damit eine brennende Ölquelle löschen, auf die sie beim Graben eines Brunnens gestoßen sind. Nachdem ihm sein Vater kein Geld für den beabsichtigten Landkauf transferieren will, versucht er sich im Glücksspiel und verliert alle Habe an einen Kartenspieler. Diesen erdrosselt er nach dem Verlassen des Saloons. Mit dem gestohlenen Geld versucht er vergebens, das Land von den „Geschwistern“ zu erwerben. Zurück in Roswell wird er wegen des Mordes vom Sheriff festgenommen, besticht diesen und schmiedet mit ihm, dessen Bruder oberster Bezirksrichter ist, ein Komplott. Anschließend rekrutiert er etliche skrupellose Männer.

Shatterhand und Nscho-tschi bauten auf dem Apachenland nach einem Holzhaus eine Scheune, wofür neben Apachen auch drei polnische Zimmerleute tätig waren. Erneut auf die drei wartend, hören die beiden drei Schüsse und finden Blutspuren. Als die drei „Geschwister“ und vier Apachen nach Roswell reiten, um das Schicksal der Männer aufzuklären, werden ihnen deren mit Pfeilen präparierte Leichen präsentiert. Die Reiter werden überwältigt und inhaftiert, Nscho-tschi findet unbemerkt Schutz im Laden. Die Geschworenen einer angesetzten Gerichtsverhandlung finden Geldbündel auf ihren Plätzen vor, der Bezirksrichter verurteilt die Festgenommenen zum Tod durch Erhängen und enteignet das Land der Apachen.

Als Bestattungsunternehmer verkleidet fährt Sam Hawkens mit einem Fuhrwerk und der verhüllten Schamanin am Hinrichtungsplatz vor. Der Sarg auf dem Fuhrwerk ist jedoch voller Dynamitstangen, mit einer darübergehaltenen Fackel erzwingt die zum Tod bereite Nscho-tschi das Freikommen der Verurteilten. Santer sr. ersteigert das Apachenland, ein Kopfgeld wird auf die „Brüder“ und von Santer jr. auf jeden Apachen ausgesetzt. Die Apachen fliehen in eine Berghöhle, die „Brüder“ müssen sich von den Komantschen erst gefangen nehmen lassen und Winnetou deren Häuptling in einem Zweikampf besiegen, um mit ihm und den Häuptlingen anderer Stämme über ein gemeinsames Vorgehen gegen den Landraub sprechen zu können. Die anderen Häuptlinge sind dazu jedoch nicht bereit und die „Brüder“ kehren in die Höhle zurück.

Dort ruft die Schamanin eine Vision herbei, in der sie die Apachen trotz Unterzahl in einem Kampf siegreich sieht, jedoch Winnetou tot. So geschieht es auch: Nachdem die Apachen, denen sich die Kiowas anschlossen, die Ölförderanlage angreifen und zuletzt die allein noch kampffähigen „Geschwister“, Sam Hawkens, Belle und zwei Apachen im in Brand gesteckten Holzhaus des Paares eingeschlossen werden, kommen die Krieger der anderen Stämme doch noch zu Hilfe. Jedoch wird Winnetou, der sich schützend vor Shatterhand geworfen hatte, aus dem Hinterhalt von Santer jr. erschossen.

Santer jr. wird gefangen genommen und muss ein Geständnis seines Mordes an den Polen unterschreiben. Shatterhand tauscht mit der Drohung, es ansonsten veröffentlichen zu lassen, Santer jr. gegen die Landrückgabe und eine Entschädigung bei seinem Vater ein und behält das Geständnis zur Sicherheit. In dessen Büro in Los Angeles erscheint ein Bruder des Kartenspielers und erschießt den Mörder. Shatterhand wird von den Apachen zum neuen Häuptling gewählt. Die Frage des Komantschenhäuptlings, ob Häuptlingsblut in seinen Adern fließe, beantwortet Nscho-tschi aufgrund der Blutsbrüderschaft mit „Ja“.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind Verfilmungen frei nach den Erzählungen Winnetou I, Der Schatz im Silbersee und Winnetou III. Dabei weicht die Verfilmung massiv von den Romanvorlagen Karl Mays ab. Nach einem Rechtsstreit mit dem Karl-May-Verlag, der sich dabei auf das Titelschutzrecht beruft, wurden die Filme in Winnetou – Eine neue Welt, Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee und Winnetou – Der letzte Kampf umbenannt. Ursprünglich sollten die Titel der drei neuen Winnetou-Filme Winnetou und Old Shatterhand, Winnetou und der Schatz im Silbersee und Winnetous Tod lauten.[4]

Die Dreiteiler-Verfilmung von Karl Mays Winnetou fand unter der Produktionsleitung von Christian Becker und Christoph Müller von RatPack Filmproductions statt, Co-Produzenten sind Matthias Wendlandt und Felix Wendlandt mit der Rialto Film und Marcus Englert, Mythos Film. Jan Mojtos Beta Film vertreibt als internationaler Partner die Filme im Ausland.

Die Film- und Medienstiftung NRW und die kroatische Förderung HAVC (Croatian Audiovisual Centre) förderten das Filmprojekt.

Die Dreharbeiten begannen im August 2015. Gedreht wurden die Filme an Schauplätzen in Kroatien, wo bereits die Karl-May-Filme der 1960er Jahre mit Pierre Brice und Lex Barker entstanden, sowie in Nordrhein-Westfalen. Drehorte waren Lika, Gorski, Velebit, Istrien, Fužine und der Nationalpark Paklenica. Weitere Aufnahmen fanden in der Landschaft des Krka-Nationalparks statt sowie am Zrmanja-Canyon.

Das Budget betrug zehn Millionen Euro für 81 Drehtage und 220 Mitarbeiter (davon 76 Schauspieler) sowie 4000 Komparsen.[5]

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik stammt von Komponist Heiko Maile, der teilweise auf das bekannte Winnetou-Thema Martin Böttchers aus den Verfilmungen der 1960er zurückgreifen konnte.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sidney Schering, quotenmeter.de, meinte: „Der Winnetou-Dreiteiler ist mitunter etwas überbordend erzählt, aber visuell weit über dem Durchschnittsniveau deutscher TV-Produktionen und wandelt die beliebten Karl-May-Helden zeitgemäß ab. Dabei kommt spannende Western-Abenteuerunterhaltung mit dramatischen Passagen heraus, die sich zurecht als Weihnachts-TV-Event positioniert.“[6] Die Stuttgarter Zeitung hebt lobend hervor, dass Regie und Buch eine Version offerierten, „die in Dramaturgie, Erzählhaltung und Ästhetik an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst“ sei und dass sich in die Romantik viel Realismus bei der Darstellung der Lebensumstände der Weißen wie auch der Indianer mische, „denen durch die Expansion der Siedler und deren Rassismus bitterböses Unrecht geschieht“. Weniger gelungen seien die Actionszenen, denen der Schliff fehle, und manche Dialoge hätten „schlichtestes Vorabendserien-Niveau“.[7]

Quoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Winnetou – Eine neue Welt am 25. Dezember 2016 wurde in Deutschland von 5,06 Millionen Zuschauern gesehen (Marktanteil: 15,4 Prozent).[6] 4,33 Millionen verfolgten am 27. Dezember den zweiten Teil Das Geheimnis vom Silbersee, der Marktanteil betrug 12,9 Prozent.[8] 2,97 Millionen Zuschauer sahen den dritten Teil, der Marktanteil betrug 9,5 Prozent.[9]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Fernsehpreis 2017:

Auszeichnungen:

Nominierungen:

Jupiter Award 2017:

Auszeichnungen:

  • Bester TV-Film: Winnetou - Der Mythos lebt

Nominierungen:

  • Bester Schauspieler: Wotan Wilke Möhring

Goldene Kamera 2017:

Auszeichnungen:

  • Bester deutscher Schauspieler: Wotan Wilke Möhring

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Eine neue Welt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Freigabebescheinigung für Das Geheimnis vom Silbersee. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  3. Freigabebescheinigung für Der letzte Kampf. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  4. Verwirrung um Namensgebung: „Winnetou“ bleibt „Winnetou“. Der Tagesspiegel, 26. Dezember 2015, abgerufen am 10. Mai 2016.
  5. Hörzu Nr. 51 vom 16. Dezember 2016, S. 15
  6. a b Winnetou siegt bei den Jüngeren, quotenmeter.de, aufgerufen am 27. Dezember 2016
  7. Stuttgarter Zeitung vom 24. Dezember 2016, Ausgabe für den Kreis Böblingen, S. 35
  8. Das Geheimnis vom Silbersee schwächelt, t-online.de, aufgerufen am 28. Dezember 2016
  9. Quotenmeter