Winschoten

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Winschoten
Flagge des Ortes Winschoten
Flagge
Wappen des Ortes Winschoten
Wappen
Provinz Groningen
Bürgermeister Pieter Smit
Gemeinde Oldambt
Fläche
 – Land
 – Wasser
22,24 km²
21,63 km²
0,61 km²
Einwohner 18.295 (31. Dezember 2009[1])
Koordinaten 53° 9′ N, 7° 2′ O53.157.0333333333333Koordinaten: 53° 9′ N, 7° 2′ O
Bedeutender Verkehrsweg A7
Vorwahl 0597
Postleitzahlen 9670–9679
Website www.winschoten.nl
Lage von Winschoten in den Niederlanden

Winschoten ( anhören?/i) ist eine ehemalige Gemeinde in der Provinz Groningen in den Niederlanden, die seit 1. Januar 2010 den Sitz der neuen Gemeinde Oldambt bildet. Winschoten hat 18.295 Einwohner (Stand: 2009) und eine Fläche von ca. 22 km². Der Ort ist bekannt als Mühlen- und Rosenstadt.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Winschoten liegt etwa 20 km östlich der Stadt Groningen, an der Autobahn A7 (E22) nach Leer (Ostfriesland) und Oldenburg. Die ehemalige Gemeinde hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leer–Groningen. Es gibt von hier auch gute Straßen nach Veendam und Stadskanaal. Östlich von Winschoten liegt die ehemalige Gemeinde Reiderland mit dem Kurort Neuschanz.

Winschoten ist nicht nur das Versorgungs- und Verwaltungszentrum der Gemeinde Oldambt, sondern auch ein Zentrum der Karton- und Verpackungsindustrie. Der Philips-Konzern hat eine Glasfabrik in der Stadt. Außerdem gibt es eine kleine Schiffswerft und einige kleine Fabriken von Maschinenteilen. In der Umgebung werden Rosensträucher gezüchtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Pieter Cornelis Dommersen: Straße in Winschoten, 1889
Rathaus von Winschoten

Winschoten entwickelte sich im 13. Jahrhundert als Siedlung an der Handelsstraße von Groningen nach Münster (Westfalen), die hier einen Bach kreuzte und wo es Herbergen gab. Bereits vor dem Jahr 1600 wurde es, obwohl es erst 1825 das Stadtrecht erhielt, zu den Städten gerechnet. Im Achtzigjährigen Krieg war es eine Festung.

Aber erst mit der Herrschaft Napoleons gewann Winschoten an Bedeutung: 1803 und 1811 erhielt es Gerichte. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert industrialisiert (Eisenbahnanschluss 1868), was nicht nur zu Wohlstand führte, sondern auch zu sozialen Unruhen, da die Gegensätze zwischen arm und reich sehr deutlich waren. In der Stadt stehen mehrere Villen, die sich reiche Bauern aus der Umgebung zwischen 1850 und 1910 bauen ließen. Seit 1832 existiert in der Stadt ein humanistisches Gymnasium.

Bereits 1835 gab es ein Aufruhr gegen eine Erhöhung der Grundsteuer. Später wurde Winschoten, wie auch die umliegenden Orte, zu einer Hochburg des Sozialismus, später sogar des Kommunismus in den Niederlanden. Noch im Jahr 1973 kam Winschoten landesweit in die Schlagzeilen, weil es erstmals einen Streik von Frauen gab, die von ihrem Arbeitgeber, der Optilon- Reißverschlussfabrik, gleichen Lohn wie die Männer für gleiche Arbeit forderten. Der Streik selber hatte keinen Erfolg, aber war ein wichtiger Ansatz für die Entwicklung der Dolle Mina-Frauenbewegung in den Niederlanden.

Bis zum Zweiten Weltkrieg lebte in Winschoten die größte jüdische Gemeinschaft der Niederlande nach Amsterdam. Im Zweiten Weltkrieg wurden die 500 Juden der Stadt fast alle über das Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz und anderen Vernichtungslagern verschleppt. Seitdem gibt es nur noch einige Juden.

Touristisches Entwicklungsprojekt Blauwestad[Bearbeiten]

Nördlich von Winschoten, befindet sich das Gebiet der Blauwestad (Blaue Stadt), eines der spektakulärsten Landschaftsprojekte seit der Trockenlegung des IJsselmeerpolders: ein neuer See, kanaldurchzogene neue Wohngebiete mit reichlich Ufergrundstücken und ein ausgestrecktes Naturgebiet. Das Herz des Projektes bildet der künstliche Sees mit einer Größe von über 200 Hektar.

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Eisenbahnstrecke Leer-Groningen fahren stündlich Arriva-Regionalzüge nach Leer in Deutschland und halbstündlich nach Groningen.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seit 1976 wird im September der Run Winschoten ausgetragen, ein Ultramarathon über 100 km.
  • Der Jahrmarkt Adrillen = Allerheiligen findet am ersten Montag im November statt.
  • Die alte, jetzt reformierte Kirche, in romano-gotischem Stil wurde im 13. Jahrhundert erbaut.
  • Die St. Veitskirche (Sint-Vituskerk) in neogotischem Stil stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Winschoten stand im Mittelalter unter der Herrschaft des Klosters von Corvey. In Corvey werden die Gebeine dieses sizilianischen Heiligen aufbewahrt, so wählten die Einwohner sich Sankt Veit zum Schutzheiligen. Sankt Veit ist auch auf dem Stadtwappen zu sehen.
Katholische Sint-Vituskerk in Winschoten
  • Die Stadt hat das größte Rosarium der Niederlande.
Rosarium in Winschoten
  • Im Stadtzentrum stehen noch drei vollständig erhaltene Windmühlen.

Bilder[Bearbeiten]

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Fre Meis (1921–1992), kommunistischer Gewerkschafter und Politiker, er wurde zwar nicht hier geboren, fühlte sich aber mit der Stadt verbunden
  • Arie Haan (* 1948), Fußballnationalspieler, später Fußballtrainer

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winschoten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik, 1. März 2010Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande