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Winsen (Aller)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Winsen (Aller)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winsen (Aller) hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 41′ N, 9° 55′ OKoordinaten: 52° 41′ N, 9° 55′ O
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 155,85 km²
Einwohner: 12.711 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 29308, 29229
Vorwahlen: 05143, 05146, 05056Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 024
Gemeindegliederung: 8 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Amtshof 5
29308 Winsen (Aller)
Website: winsen-aller.de
Bürgermeister: Dirk Oelmann (SPD)
Lage der Gemeinde Winsen (Aller) im Landkreis Celle
KarteLandkreis CelleNiedersachsenHeidekreisLandkreis UelzenLandkreis GifhornRegion HannoverFaßbergSüdheideEschedegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenWietzeHambührenCelleAdelheidsdorfHagenWathlingenBröckelEicklingenWienhausenLanglingenHohneLanglingenEldingenAhnsbeckBeedenbostelLachendorf
Karte

Winsen (Aller) ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen. Die Gemeinde hat 12.711 Einwohner und liegt am Südrand der Lüneburger Heide, am Ufer der Aller, etwas westlich vom Zufluss der Örtze.

Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Winsen, Bannetze, Meißendorf, Stedden, Südwinsen, Thören, Walle und Wolthausen.

Der Name der Gemeinde rührt von Wynhausen (Wyn = Weideland). Die Winser Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht. Da alle Orte mit nach diesem Schutzpatron benannten Kirchen in der Zeit um 800 entstanden sind, vermutet man auch Winsens Entstehung in dieser Zeit.

Die zur Sicherung eines Allerübergangs errichtete Burg in Winsen wurde 1312 erstmals erwähnt und nach 1459 zerstört. Hier entwickelte sich der Mittelpunkt eines kleineren welfischen Amtsbezirks, zunächst als Gohgericht und dann als Amtsvogtei, welches 1859 in das Amt Celle eingegliedert wurde. Ein erstes Amtshaus stammte von 1592 und brannte 1725 ab. Bis 1734 wurde das neue Amtshaus Winsen (Aller) gebaut, das 1868 dem Forstfiskus übergeben und 1906 verkauft wurde. 1885 bildete Winsen einen selbstständigen Gemeindeverband unter den weiteren 107 Kreisgemeinden.

Gut Sunder in Meißendorf entstand 1548 durch Balthasar Klaman Die Familie von Schrader übernahm den Hof Mitte des 18. Jahrhunderts.

Schützenfeste fanden bereits zur Mitte des 15. Jahrhunderts statt. Der Schützenverein im Kernort wurde 1903 gegründet.

Als 1903–1905 die Bahnstrecke Allertalbahn gebaut wurde, erhielt Winsen mit einem Bahnhof in Südwinsen Bahnanschluss. Die Strecke wurde 1966 für den Personenverkehr und 1985 auch für den Güterverkehr stillgelegt.[2]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Winsen vom 13. bis 16. April 1945 von britischen Truppen befreit. Erste freihe Wahlen fanden am 15. September 1946 statt und am 20. September wurde ein Bürgermeister gewählt.

1972 wurde das Rathaus in dem ehemaligen Amtshaus untergebracht.
1974 wurde ein Freibad gebaut und Anfang der 1980er Jahr um ein Hallenbad erweitert.
Von 1975 bis 2010 war Winsen ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Eingemeindungen

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Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Bannetze, Meißendorf, Stedden, Südwinsen, Thören, Walle und Wolthausen eingegliedert.[3]

Winser Madonna von 1490

Die Entstehungszeit der evangelisch-lutherischen Kirche St. Johannes der Täufer wird wie die des Ortes Winsen in der Missionierungszeit des Sachsenlandes im 9. Jahrhundert vermutet. Ihr wurde im 14. Jahrhundert ein gotisches Langhaus gebaut, das 1597 im Norden erweitert wurde. 1822 begann ein umfangreicher Erweiterungsbau.
1527 wurde die Reformation durch den Landesherren Herzog Ernst dem Bekenner eingeführt. Bis um 1600 befand sich die Winser Madonna in der Kirche. Die Kirchengemeinde Winsen ist Teil des Kirchenkreises Celle im Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die Katholiken in Winsen gehören zum Bistum Hildesheim. 1971 wurde in der Stechinellistraße die Heilig Kreuz-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde in Hambühren.

Rathaus

Der Rat der Gemeinde Winsen (Aller) setzt sich aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Bei der letzten Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[4]

Rat 2021
8
3
1
2
2
7
4
3
Insgesamt 30 Sitze
Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 61,5 %
 %
40
30
20
10
0
27,3 %
(−2,9 %p)
25,1 %
(−4,8 %p)
8,6 %
(−3,5 %p)
11,0 %
(+3,0 %p)
2,6 %
(−2,9 %p)
5,8 %
(+3,0 %p)
12,5 %
(n. k. %p)
7,0 %
(n. k. %p)
20162021
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Unabh. Wählergemeinschaft
g Christlich Demokratische Wählergruppe
h Freie Wählergemeinschaft für Winsen

Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Ergebnisse:

Kommunalwahl SPD CDU CDW 2 Grüne AfD FWFW 3 FDP UWG Linke SPB 1 Constabel Gesamt
2021 8 (27,3 %) 7 (25,1 %) 4 (12,5 %) 3 (11,0 %) 3 (8,6 %) 2 (7,0 %) 2 (5,8 %) 1 (2,6 %) n. a. n. a. n. a. 30 Sitze[5]
2016 9 (30,2 %) 9 (29,9 %) 3 (11,4 %) 2 (8,0 %) 4 (12,1 %) n. a. 1 (2,9 %) 2 (5,5 %) n. a. n. a. n. a. 30 Sitze[6]
2011 9 (30,4 %) 11 (35,9 %) n. a. 3 (11,4 %) n. a. n. a. n. a. 6 (20,6 %) 1 (1,6 %) n. a. n. a. 30 Sitze[7]
2006 10 (32,9 %) 13 (43,2 %) n. a. 2 (7,6 %) n. a. n. a. 3 (10,0 %) n. a. n. a. 2 (5,0 %) 0 (1,3 %) 30 Sitze[8]
1 
Sozial-Patriotisches-Bündnis
2 
Christlich Demokratische Wählergruppe
3 
Freie Wählergemeinschaft für Winsen/Aller

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Winsen (Aller) ist seit 2011 Dirk Oelmann (SPD). Bei der Stichwahl zur Bürgermeisterwahl am 27. Februar 2011 setzte er sich mit 50,7 % der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Albrecht Hoppenstedt durch. Bei der Bürgermeisterwahl am 21. Oktober 2018 wurde er mit 56,5 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt, dabei gewann er die Wahl gegen Florian Hemme (CDU, 43,5 %)[9]. Er beginnt 2019 seine zweite Amtszeit, die bis 2026 läuft.

Das Wappen der Gemeinde zeigt das Stechinelli-Tor, ein Baudenkmal der Gemeinde, in das zwischen beiden Torpfosten das Wappen Lüneburgs, goldenes Schild mit roten Herzen, darauf ein blauer Löwe, eingelassen ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Das Natur- und Vogelschutzgebiet Meißendorfer Teiche ist mit 815 Hektar Gesamtfläche und 350 Hektar Wasserfläche die größte Wasserlandschaft der Lüneburger Heide.
  • Die Prinzensteine liegen an einem Weg zwischen Winsen und Oldau und erinnern an eine Entscheidungsschlacht am 28. Mai 1388 im Lüneburger Erbfolgekrieg. Der Sage nach verletzten sich an dieser Stelle zwei Prinzen tödlich, bevor sie sich als Brüder erkannten.
  • Seit 2012 werden jährlich am letzten vollen Wochenende im Mai auf den Allerwiesen die Deutschen Meisterschaften der Ritterschaften ausgetragen.[10] Die Austragung erfolgte bis dahin in Hermannsburg.[11]
  • Der Fallschirmsportverein Hannover betreibt einen Sprungplatz an der K63 zwischen Winsen und Meißendorf.[12]
  • Einmal jährlich werden im Zuge der Südwinser Hand- und Spanndienste Erhaltungs- und Ausbesserungsarbeiten in der Gemeinde durchgeführt.[13][14]
  • An die 1966 für den Personenverkehr und 1985 auch für den Güterverkehr stillgelegte Allertalbahn, die 1903 eingeweiht worden war, erinnern eine Informationstafel sowie ein Stück der Gleise mit Prellbock am früheren Bahnübergang Oldauer Straße in Südwinsen. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist am südlichen Ende der Bahnhofstraße erhalten und dient heute Wohn- und Gewerbezwecken.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Die östlichste Ortschaft Wolthausen liegt an der Bundesstraße 3 zwischen Celle und Bergen. Die Landesstraße 180 führt nach Westen zur Anschlussstelle Raststätte Allertal, A 7 und nach Celle im Südosten. Die L 298 führt nach Norden zur B 3 in Bergen und nach Süden zur B 214 und zur L 310 (Celle – A 7 – Mellendorf).

Buslinien der CeBus erschließen die Ortschaften Winsens und verbinden Winsen mit Wietze, Hambühren, Bergen und Celle. Das in Winsen fehlende Schienenverkehrsnetz ist über die Busverbindungen zum Bahnhof Celle erreichbar.

Die Aller wird für die Sportschifffahrt und in den Sommermonaten für touristische Fahrgastschifffahrt genutzt, die Ortschaften in Winsen und Celle anfährt.[15]

Persönlichkeiten

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Commons: Winsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. (Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  2. hambuehren.blogspot.com
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  4. Ergebnis Ratswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  5. Endergebnis Kommunalwahl 2021, abgerufen am 29. Dezember 2021
  6. Endergebnis Kommunalwahl 2016, abgerufen am 26. Juni 2018
  7. Endergebnis Kommunalwahl 2011, abgerufen am 26. Juni 2018
  8. Endergebnis Kommunalwahl 2006, abgerufen am 20. August 2015
  9. wahl.landkreis-celle.de
  10. Bericht (PDF; 297 KB) in der Celleschen Zeitung vom 14. April 2016; abgerufen am 11. Juli 2016
  11. Bericht (PDF; 251 KB) in der Celleschen Zeitung vom 27. Januar 2012; abgerufen am 11. Juli 2016
  12. Meido Skydive, Fallschirmsportverein Hannover e. V., abgerufen 2017.
  13. winsenaller.de@1@2Vorlage:Toter Link/winsenaller.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. winsenaller.de
  15. Linienfahrplan. M.S. Wappen von Celle, abgerufen am 14. Januar 2016.
  16. Bastian Midasch: Wimbledon-Überraschung Brown: Karriere eines Künstlers, auf Spiegel Online vom 3. Juli 2015, abgerufen am 4. Juli 2015