Winter’s Tale

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Filmdaten
Deutscher Titel Winter’s Tale
Originaltitel Winter’s Tale
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Akiva Goldsman
Drehbuch Akiva Goldsman
Produktion Akiva Goldsman
Marc Platt
Michael Tadross
Musik Hans Zimmer
Rupert Gregson-Williams
Kamera Caleb Deschanel
Schnitt Wayne Wahrman
Tim Squyres
Besetzung

Winter’s Tale ist ein US-amerikanischer emblematischer Fantasyfilm im Stil des Magischen Realismus aus dem Jahr 2014. Die Verfilmung des gleichnamigen Fantasy-Bestsellers von Mark Helprin ist das Regiedebüt des Drehbuchautors Akiva Goldsman. Der deutsche Kinostart fand am 13. Februar 2014 statt.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 1895 wird einem jungen Einwandererpaar auf Ellis Island die Einreise in die USA verweigert, weil beide an der Tuberkulose erkrankt sind. Als auch ihrem kleinen Sohn, ohne sie, die Einreise verweigert wird, beschließen sie, ihn in ein Modellsegelboot mit dem Namen Stadt der Gerechtigkeit zu setzen, das sie auf dem Einwandererschiff per Zufall gefunden hatten, in der Hoffnung, das Kind werde gefunden.

Im Jahr 1916 ist das Kind zu einem Mann herangewachsen, er nennt sich Peter Lake. Peter war von dem Gangsterboss Pearly Soames aufgezogen worden und verschafft sich seinen Lebensunterhalt nun als Einbrecher und Dieb.

Aber als Peter beschließt, Pearlys Bande und sein altes Leben zu verlassen, macht er sich seinen Ziehvater Pearly Soames zum wütenden Gegner und wird von dessen Bande gejagt. Im letzten Moment begegnet Peter einem geheimnisvollen weißen Pferd, seinem Schutzengel, das ihn rettet, indem es mit ihm davonfliegt.

Obwohl Peter hofft, nach Florida zu ziehen und erst wieder im Sommer zurückzukehren, ermutigt ihn das Pferd, zu einem letzten Einbruch in ein nobles Stadthaus. Das Haus ist die Heimat von Beverly Penn, einer jungen Frau im fortgeschrittenen Krankheitsstadium der Tuberkulose.

Während ihr Vater Isaak Penn, ein reicher Zeitungsverleger, und ihre kleine rothaarige Schwester Willa außer Haus sind, nimmt die vom Fieber erhitzte Beverly ein kaltes Bad, um sich abzukühlen. Danach setzt sie sich ans Klavier, währenddessen Peter gleichzeitig im Hause versucht, den Safe zu öffnen. Peter entdeckt Beverly. Die beiden sind sich augenblicklich sympathisch, und so macht sie ihm, als wohlerzogene junge Lady, eine Tasse Tee. Sie erzählen einander ihre Situation – und verlieben sich.

Pearly entdeckt Peters Flucht aus seinem Machtbereich und befiehlt seine Männer zu Beverlys Haus. Sie, die Vertreter des Bösen, glauben, Beverly sei Peters Wunder, das für Peter das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse für ihn zum Guten hin kippen wird und er so Pearlys Zugriff für allezeit entzogen sein wird.

Peter bereitet sich vor, mit seinem geheimnisvollen weißen Pferd die Stadt zu verlassen. Vorher geht er noch einmal zu Beverly zurück, um sie ein letztes Mal zu sehen. Dabei wird er fast von Pearly getötet. Peter rettet Beverly und sie entkommen auf dem weissen Pferd fliegend an den Coheerie See - wohin Pearly, der laut Vertrag mit dem Teufel an die fünf Bezirke von New York gebunden ist, nicht folgen kann.

Peter trifft Beverlys ganze Familie in ihrem Sommerhaus am Coheerie See. Vater Isaac ist zunächst skeptisch gegen Peter eingestellt, später aber akzeptiert er ihn, denn Peter repariert im letzten Moment den überhitzen Kessel der Zentralheizung im Keller und verhindert so die Explosion des Hauses.

Auf einem Spaziergang erklärt Beverly Peter, dass jeder Mensch mit einem ihm „innewohnenden Wunder“ geboren wird. Wenn er stirbt, wird er zu einem Stern. Sie, Beverly, wird im Tode zu einem Stern werden, Peters inwärtiges Wunder wird jedoch noch in ihm sein, so lange er am Leben ist.

Pearly sucht einen dunklen Abwasserkanal auf. Dort trifft er auf Luzifer, den Richter, seinen Boss. Pearly ersucht Luzifer um die Genehmigung, ausnahmsweise Zugang zu einer Adresse außerhalb der Stadt zu bekommen: zu Beverly´s Haus am See; der hohe Richter Luzifer lehnt Pearlys Antrag ab.

Einer der gefallenen Engel Luzifers schuldet Pearly noch einen Gefallen. Diesen gefallenen Engel beauftragt Pearly, Beverly zu vergiften. Peter und Beverly besuchen einen Ball. Dort vergiftet der beauftragte Engel Luzifers, verkleidet als Kellner, Beverlys Getränk.

Spätabends nach dem Ball schleicht Peter sich in das Freiluftzelt, in dem Beverly der Kühle wegen zu schlafen pflegt, und die beiden lieben sich. Doch dann, gerade als Beverly etwas sagen will, tut das Gift seine Wirkung – und sie stirbt.

Peter trägt sie in das Gewächshaus, in dem Beverlys kleine rothaarige Schwester Willa in ihrer Kinderhoffnung ihre todkranke Schwester zu retten, ein verzaubertes Bett bereitet hatte. Willa glaubt, es könne vom Tode erretten, legt man eine Kranke noch vor ihrem letzten Atemzug darauf. Mit einem Kuss versucht Peter, Beverly wiederzubeleben, aber es ist bereits zu spät. Er beugt sich über sie und beweint seine so schnell wieder verlorene Liebe.

Beverly wird beerdigt.

Pearly und seine Männer stellen Peter und das weiße Pferd auf der Brooklyn Bridge. Peter befiehlt dem Pferd, sich in Sicherheit zu bringen, er selbst kann nicht entkommen. Pearly packt Peter, stößt ihn vor den Kopf und wirft ihn von der Brooklyn Bridge in den Tod. Peter jedoch überlebt wundersam, wandert ohne Gedächtnis und Erinnerung für ein ganzes Jahrhundert durch die Stadt New York. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Pflastermaler. Ohne zu wissen, wer die Person ist, die er malt, fertigt er auf dem Bürgersteig eine große Kreidezeichnung eines rothaarigen Mädchens.

Ein Jahrhundert später - im Jahr 2014, der Gegenwart von heute - trifft Peter beim Malen zufällig ein kleines rothaariges Mädchen namens Abby und schließt sich bald an sie und ihre Mutter, die Journalistin Virginia Gamely, an. Er entdeckt die Stadt-der-Gerechtigkeit-Plakette vom Modell-Segelschiff, in das seine Eltern ihn als Baby gelegt hatten, um seine Einwanderung zu erzwingen.

Pearly wird hinterbracht, dass Peter nach dem Sturz von der Brooklyn-Brücke durch ein Wunder immer noch am Leben ist. Peter sucht nach Zusammenhängen und findet das Theater der Coheeries, das Isaac, Beverlys Vater gegründet und ihrem Namen gewidmet hatte. Er geht in eine Bibliothek, Virginia hilft ihm bei der Recherche nach Fakten, die helfen könnten, sein Gedächtnis wieder zu bekommen. Dort trifft er nun auch Willa, jetzt schon eine alte Lady, sie hatte das Erbe ihres Vaters angetreten und ist noch immer Chefin der lokalen Zeitung und somit auch Virginias Boss.

Kurz nachdem sie Peters Aufenthalt entdecken, befiehlt Pearly wieder seinen Männern, Peter zu töten.

Als Peter bei Virginia zum Abendessen ist, hat ihre rothaarige Tochter Abby einen Krampfanfall, und Peter erfährt, dass Abby Krebs hat. Peter erkennt: Das Kind Abby ist sein ganz persönliches Wunder.

Peter überzeugt Virginia davon, dass er einen Weg kennt, Abby zu retten. Als Pearly und seine Männer ankommen, fliehen Peter und Virginia mit Abby auf das Dach des Hauses, wo das weiße Pferd auf sie wartet, um sie zu retten. Das Pferd fliegt sie zum Coheerie See.

Pearly hat mit Luzifer einen Deal ausgehandelt: Wenn er bereit sei, sich sterblich zu machen, dürfe er Peter auch außerhalb der Stadt verfolgen. Gerade als Peter, Virginia und Abby in Sichtweite des Landhauses sind, fahren Pearly und seine Männer in schwarzen Limousinen auf dem zugefrorenen Eis des Sees vor.

Das weiße Pferd fliegt und landet hart auf dem Eis, das bricht - Pearlys Männer versinken mitsamt ihren pechschwarzen Limousinen auf dem Grund des Sees. Peter und Pearly kämpfen miteinander, und Peter versetzt Pearly mit der Bronzeplakette des City-of-Justice-Modellschiffes einen tödlichen Stich. Pearly stirbt und wird zur Eissäule.

Peter und Virginia nehmen Abby und legen das todkranke Kind sanft auf das Wunder-Bett im Gewächshaus des Landsitzes. Abby kehrt tatsächlich ins Leben zurück und Peter bringt sowohl Virginia und Abby nach Hause - eine hellere Zukunft erwartet die drei.

Die Schlusseinstellung zeigt Peter und das Pferd, es galoppiert durch die Straßen von Manhattan, plötzlich springt es in den Himmel und die zwei fliegen in den Nachthimmel, um dort zu Sternen zu werden und sich mit Beverly wieder zu vereinen - Virginia, Abby und Willa blicken ihnen nach.

Hintergrund[Bearbeiten]

Seit 1983 der Fantasy-Roman Winter’s Tale von Mark Helprin erschien, scharte sich eine große Fangemeinde um ihn. Hierzu gehört Akiva Goldsman, der in seiner Karriere als Drehbuchautor und Produzent bei dieser Verfilmung auch zum ersten Mal für die Regie verantwortlich waren.

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritiken zum Film fielen überwiegend negativ aus. So weist Metacritic einen Metascore von 31 % basierend auf 34 Kritiken aus.[2] Bei Rotten Tomatoes liegt die Durchschnittswertung sogar nur bei 13 %, basierend auf 124 Kritiken.[3]

Filmstarts vergab 2,5 von 5 Sternen und nannte Winter’s Tale einen „Film für hemmungslose Romantiker“, der aber „mehr von den Schauwerten als von den Emotionen“ lebe.[4] Die Leistungen der Darsteller seien nur zum Teil überzeugend.[4]

Dramaturgie[Bearbeiten]

Anhand einer Liebesgeschichte diskutiert der Film szenarisch die Frage nach dem Verbleib positiver emotionaler Energie nach der Loslösung von der Physis. Ein zweiter Handlungsstrang, verkörpert durch Pearly und Luzifer, beobachtet den Weg emotional negativer Energie. So sind die einzelnen Szenen weniger als rein narrative Erzählschritte zu verstehen, vielmehr sind sie als emblematische Symbolträger von Fragen an das gesetzte Grundthema zu interpretieren. Entsprechend entwickeln sich die Dialoge weniger als Alltagsgespräche, denn in Form dialogisch aufgelöster Theoreme. Schnell aufeinander folgende bildartige Einzel-Situationen mit stark metaphorischem Subtext stehen an Stelle einer flüssigen auf Spannungsaufbau setzenden Erzähltechnik. Elemente der Märchenerzählung mit deutlicher Licht- und Farbcodierung gegensätzlicher Typen, wie z.B. die lichte Welt der Liebe, das weisse Pferd des Guten, die dunkelgraue Welt der Übelwollenden, das schwarze Pferd des Hassenden, und der für Märchen typische summarische Erzählstil fließen mit ein.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, 13. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014 (PDF): „Freigegeben ab 12 Jahre“
  2. Zeitungskritiken zu Winter’s Tale auf Metacritic.com (englisch)
  3. Sammlung von Kritiken zu Winter’s Tale bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Gleicher Kenner in Wikipedia und Wikidata
  4. a b Die Filmstarts-Kritik zu Winter’s Tale bei filmstarts.de, abgerufen am 23. Februar 2014