Winterfeld

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Winterfeld
Koordinaten: 52° 44′ 24″ N, 11° 14′ 48″ O
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 23,55 km²[1]
Einwohner: 331 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039009
Romanische Kirche in Winterfeld
Romanische Kirche in Winterfeld
Winterfeld (Sachsen-Anhalt)
Winterfeld
Winterfeld
Lage von Winterfeld in Sachsen-Anhalt

Winterfeld ist ein Ortsteil des Fleckens Apenburg-Winterfeld im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Winterfeld, Angerdorf mit Kirche,[1] liegt an der B 71 zwischen Salzwedel und Gardelegen.[3] Im Norden des Dorfes fließt der Baarser Mühlgraben. Am südlichen Ortsrand befindet sich ein ehemaliger Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einer Besiedlung des Ortes zur mittleren Jungsteinzeit zeugt ein Großsteingrab mit Steinumfassung am Pfarrhaus östlich der Kirche.

Winterfeld wurde erstmals im Jahre 1348 urkundlich als Winterfelde erwähnt, als Hermann v. Rohrstede an Heine Mollern, einem Bürger zu Salzwedel, Lüde von Reklinges Hof mit allen Pertinentien verkauft.[4] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird Winterfeld als Winterfelde aufgeführt.[5]

Das Landschaftsnamengrundwort für den Ort lautet "-feld", das in auffälliger Weise besonders im Gebiet des alten Thüringerreiches, zu dem auch die Altmark gehörte, verbreitet ist. Das weist auf eine erheblich ältere Existenz des Ortes hin.

Dem Ort entstammt die uradelige Familie von Winterfeld. Das ehemalige den v. d. Schulenburg gehörige Rittergut wurde 1818 verkauft und aufgeteilt.

Rechts des Wegs nach Mösenhin stand eine Windmühle.

Winterfeld wurde bis 1991 im Personenverkehr auf der Bahnstrecke Hohenwulsch–Beetzendorf bedient, bis 1993 im Güterverkehr. Bis 1926 verkehrten Schmalspurzüge auf der Strecke Salzwedel–Winterfeld.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Winterfeld aus dem Landkreis Salzwedel in den Kreis Klötze umgegliedert. Die Gemeinde Baars wurde am 1. August 1973 nach Winterfeld eingemeindet zusammen mit ihrem Ortsteil Quadendambeck (am 1. Juli 1950 nach Baars eingemeindet). Am 17. Oktober 1973 ist Recklingen nach Winterfeld eingemeindet worden. Am 1. Januar 1988 wurde Winterfeld dem Kreis Salzwedel zugeordnet.[6]

Am 1. Juli 2009 kam Winterfeld als Ortsteil zur Gemeinde Apenburg-Winterfeld zusammen mit seinen ehemaligen Ortsteilen Baars, Quadendambeck und Recklingen.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Flecken Apenburg (am 23. September 2008), Altensalzwedel (am 23. September 2008) und Winterfeld (am 23. September 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Apenburg-Winterfeld vereinigt werden. Die neue Gemeinde ist berechtigt, die Bezeichnung Flecken weiterzuführen. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[7][8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 98
1774 111
1789 129
1798 170
1801 147
1818 125
Jahr Einwohner
1846 252
1864 296
1871 322
1885 343
1892 364
1895 355
Jahr Einwohner
1900 344
1905 392
1910 403
1925 438
1939 411
1946 715
Jahr Einwohner
1964 451
1971 433
1981 718
1993 650
2006 606
2007 609
Jahr Einwohner
2015 333
2018 331

Quellen:[1][9][2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Winterfeld gehörte zur Pfarrei Winterfeld. Heute gehört sie zum Pfarrbereich Apenburg[10] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Zur Pfarrei Winterfeld gehörten im Jahre 1903 die Kirchengemeinden Winterfeld, Baars, Sallenthin und Mösenthin. Das Patronat von Winterfeld und Sallenthin hatten mehrere Ackerleute, Kossaten und Grundsitzer in Winterfeld als Besitzer des früheren v. d. Schulenburgschen Ritterguts im Ort. Das Patronat von Baars hatte der Baron v. d. Knesebeck auf Tylsen. Das Patronat von Mösenthin hatte Graf v. d. Schulenburg-Wolfsburg inne.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Harald Josten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Dezember 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein vom Deckstein eines silbernen Hünengrabes aufspringender silberner Wolf mit schwarzen Krallen und ausgeschlagener roter Zunge, unten eingeschlossen von den Tragsteinen des Hünengrabes drei goldene Ähren, die beiden äußeren mit Halmblatt.“[12] Die Hauptfarben des Wappens sind - abgeleitet von Hauptwappenmotiven (Wolf, Hünengrab) und Schildfarbe - Silber (Weiß) - Blau.

Einer Sage nach soll es um oder in Winterfeld einmal eine Wolfsplage gegeben haben. Ein Mitglied der zu dieser Zeit in Winterfeld ansässigen Familie von Winterfeld soll im Kampf einen Wolf mit der bloßen Hand erlegt haben. Aus diesem Grund führt die Familie von Winterfeld in ihrem Familienwappen und als Helmzier einen Wolf.

Die Ähre ist auch aus dem Wappen der Winterfelds übernommen. Auch der zweite Teil des Gemeindenamens „-feld“ zeigt, dass die Geschichte des Dorfes mit der Landwirtschaft verbunden ist und die Landwirtschaft eine große Bedeutung für Winterfeld hatte. In der Ortslage von Winterfeld, genauer im Pfarrgarten, befindet sich ein Hünengrab. Da Hünengräber bereits vor mehr als 5000 Jahren geschaffen wurden, ist das Dorf um das Hünengrab herum entstanden. Hünengräber sind für die Altmark typisch, aber ein Hünengrab direkt neben der Kirche ist eine Besonderheit.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Weiß - Blau (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Winterfeld ist ein spätromanischer Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts mit einer Orgel. In ihrem Inneren befinden sich restaurierte Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die erst 1935 freigelegt wurden.[13]
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
  • In Winterfeld steht vor der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Winterfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2460–2464 (Open Access beim Verlag).
  2. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 293 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983~SZ%3D00305~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 383 (Online).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360–363.
  7. Gebietsänderungsvertrag. Bildung einer neuen Gemeinde aus dem Flecken Apenburg und den Gemeinden Altensalzwedel und Winterfeld zum 01.07.2009. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2. Salzwedel 18. Februar 2009, S. 33–36 (archiviert auf archive.org (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) [PDF; abgerufen am 13. April 2018]). (PDF; 397 kB)
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  9. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 124.
  10. Pfarrbereich Apenburg. Abgerufen am 14. April 2018.
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 25 (Online [abgerufen am 31. Dezember 2017]).
  12. Gemeinde Winterfeld. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 1. Salzwedel 28. Januar 2009, S. 10 (Gemeinde Winterfeld (Memento vom 26. Juli 2015 im Internet Archive) [PDF; abgerufen am 15. April 2018]). (PDF; 215 kB)
  13. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 544.
  14. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Winterfeld auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.