Winterrinde

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Magellansche Winterrinde
Magellansche Winterrinde (Drimys winteri)

Magellansche Winterrinde (Drimys winteri)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Canellales
Familie: Winteraceae
Gattung: Drimys
Art: Magellansche Winterrinde
Wissenschaftlicher Name
Drimys winteri
J.R.Forst. & G.Forst.

Die Magellansche Winterrinde (Drimys winteri), auch Canelo genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Drimys innerhalb der Familie der Winteraceae.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Illustrations of medical Botany, Tafel V
Blütenstand
Fruchtstände

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Magellansche Winterrinde ist ein schlanker, immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreicht. Seine Borke ist weich, graubraun und stark aromatisch.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die lederige, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 20 Zentimetern länglich-oval bis breit-lanzettlich mit meist gerundetem oberem Ende. Die Blattoberseite ist glänzend hellgrün und die Blattunterseite weißlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zehn Blüten stehen in einem scheindoldigen Blütenstand zusammen. Die duftenden und zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 4 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die Kelchblätter sind rötlich. Die 4 bis 20 Blütenkronblätter sind elfenbeinfarben und an ihrer Basis etwas gelb. Jede Blüte enthält eine Vielzahl von Staubblättern und vier oder mehr freie Fruchtblätter.

Die Beeren färben sich bei Reife bläulich.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drimys winteri kommt in Chile und in Argentinien vor.[1] In den chilenischen immergrünen Küstenwäldern ist Drimys winteri eine dominante Baumart.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Drimys winteri erfolgte 1775 durch Johann Reinhold Forster und Georg Forster in Characteres Generum Plantarum, 84, Tafel 42. Synonyme für Drimys winteri J.R.Forst. & G.Forst. sind Drimys chilensis DC., Drimys granatensis Mutis ex L. f., Drimys punctata Lam., Drimys winteri var. andina Reiche, Drimys winteri var. chilensis (DC.) A.Gray, Drimys winteri var. morenonis Kuntze, Drimys winteri var. punctata (Lam.) DC., Drimys winteri var. quinoensis Kuntze.[2]

Namenserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Artepitheton winteri ehrt wahrscheinlich John Winter, Vize-Admiral und Kapitän des Schiffs Elizabeth bei Drakes Weltumsegelung 1577 bis 1580, obwohl bei der Erstveröffentlichung durch die Forsters nichts angegeben ist. Winter verwendete die Rinde dieser Pflanzenart gegen Skorbut. Deshalb bezieht sich der Name Winterrinde nicht auf die Jahreszeit Winter, sondern auf diese Person.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drimys winteri ist ein heiliger Baum der Mapuche-Indianer.

Kultivierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drimys winteri erträgt im Winter Temperaturen bis zu −20 Grad Celsius.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Winterrinde im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  2. Winterrinde bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2016. ISBN 978-3-946292-10-4. doi:10.3372/epolist2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winterrinde (Drimys winteri) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien