Bahnhof Winterthur

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Bahnhof Winterthur
Foto
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Perrongleise

9

Abkürzung

W

Eröffnung

1855

Architektonische Daten
Baustil

Renaissance

Architekt

Jakob Friedrich Wanner (1860)

Lage
Stadt/Gemeinde

Winterthur

Kanton Zürich
Staat Schweiz
Koordinaten 696796 / 261819Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 8° 43′ 24″ O; CH1903: 696796 / 261819
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
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Winterthur Hauptbahnhof und Restaurant National

Der Bahnhof Winterthur, auch Winterthur Hauptbahnhof genannt, ist der grösste und wichtigste Bahnhof der Schweizer Stadt Winterthur. Er wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben und ist der Bahnhof mit der landesweit vierthöchsten Passagierfrequenz.[1] Der Bahnhof wird von etlichen Linien der S-Bahn Zürich sowie von zahlreichen Zügen des Schienenpersonenfernverkehrs bedient. Es bestehen zudem direkte Zugverbindungen nach Deutschland. Die meisten Züge, die in die Ostschweiz fahren, passieren den Bahnhof Winterthur. Abweichend von der offiziellen SBB-Bezeichnung wird der Bahnhof vom lokalen Verkehrsunternehmen Stadtbus Winterthur, dessen Drehscheibe er darstellt, als Hauptbahnhof bezeichnet und vom Bundesamt für Verkehr in seiner Dienststellendokumentation (Didok) als solcher bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1855 entstand in Winterthur ein erster provisorischer Riegelbau aus Holz als Bahnhofgebäude. Der Entwurf dafür stammt von A. Beck, welcher auch die Bauleitung hatte. Dieser Bau wurde 1860 an die Stadt Zürich verkauft, welche ihn in der Nähe des Kornhauses wieder aufbauen wollte. Mit grösster Wahrscheinlichkeit wurde er für den Bau der Kornhauswirtschaft verwendet, da diese sehr grosse Ähnlichkeit hatte.[2]

Fünf Jahre nach der Eröffnung des Provisoriums wurde der erste richtige Bahnhof unter der Leitung des Architekten Jakob Friedrich Wanner erbaut, der zusammen mit A. Beck auch für den Entwurf zuständig war. Der Baumeister Meier stammte aus Winterthur, die Bahnhalle wurde von der Firma Benkiser in Pforzheim gefertigt.[3] Als die Tösstalbahn und Nationalbahn in Winterthur den Betrieb aufnahmen, erfolgte 1875 die erste Erweiterung, mit beidseitig je einem Anbau mit der Breite von vier Fensterachsen, um Platz für neue Wartesäle zu erhalten.

Plan des Umbaus 1894-96

Mit dem Umbau 1894-96 erhielt das Bahnhofgebäude seine heutige Gestalt. Hierbei setzte sich der Vorschlag der Architekten Ernst Jung und Otto Bridler, ein Bahnhofsgebäude im Renaissancestil, durch; das Bundeshaus diente dabei als Vorlage.

Im Jahr 1944 wurden die heutigen Gleise 8 und 9 ergänzt. 1980 wurde der Bahnhof abermals um zwei Gleise (die heutigen Gleise 1 und 2) erweitert, die für die Tösstallinie und als Postzuggleis gebraucht wurden. Auf dem Postzuggleis fährt heute die S-Bahn nach Wil.

1988 wurde das zweigeschossige Parkdeck über den Geleisen des Bahnhofs gebaut. Im Jahr 2000 folgte der Bau des Stadttor Winterthur zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Gebäude des EPA-Warenhauses, in dem sich heute ein Coop-City-Warenhaus befindet.

Zwischen 1898 und 1951 wurde der Bahnhof auch von der Strassenbahn Winterthur bedient, deren zwei Linien zwischen 1915 und 1941 auf dem Bahnhofplatz miteinander verknüpft waren.

Gleisanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof ist ein Durchgangsbahnhof mit 9 Gleisen, wovon einzig die Gleise 1 und 2 nicht durchgehend sind. Ab dort verkehren die S-Bahnlinien ins Tösstal und nach Wil. Für den Fernverkehr werden die Gleise 3,4 und 5 benutzt, die am nächsten an der Bahnhofshalle stehen.

Vor dem Hauptbahnhof auf der Strecke Richtung Zürich befindet sich der ehemaligen Güterbahnhof, der jedoch 1995/1996 stillgelegt wurde und heute nur noch zum Abstellen von Zügen dient. Als Ersatz wurde die Unterhaltsanlage beim Bahnhof Oberwinterthur gebaut.


Bahnhofshalle vom Gleis 3 her gesehen (direkt mit dem Rücken zum Empfangsgebäude)

Zugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende S-Bahnlinien, die alle dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) angehören, bedienen den Winterthurer Bahnhof. Während die Linien mit den niedrigeren Nummern von den SBB betrieben werden, werden die Züge mit höheren Nummern (ab S26) von Thurbo betrieben.

Einige von hier nach Zürich verkehrende Verstärkerzüge der S11 werden als S23 bezeichnet.

Nachtzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es verkehren fünf Nachtzüge ab Winterthur, wovon zwei dem Zürcher S-Bahnnetz zugeordnet sind. Die drei anderen gehören zu den „Thurbo-Nightliner“. Auch die Linie SN3 der S-Bahn Zürich wird von Thurbo betrieben und gehört gleichzeitig auch zu den Thurbo-Nightlinern.

Schnellzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese regelmässig verkehrende Schnellzuglinien halten am Bahnhof.

Stadtverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Winterthur, wie der Bahnhof von Stadtbus genannt wird, ist der zentrale Busbahnhof von Stadtbus Winterthur und somit auch wichtigster Knotenpunkt des Trolleybus in Winterthur. Es halten alle bis auf zwei städtische Buslinien am Bahnhof. Auch die regionalen Linien des Stadtbusses sowie von Postauto halten alle am Bahnhof. Einzig die Linien, die Wiesendangen und ein paar Orte nordöstlich von Winterthur bedienen, fahren am Bahnhof Oberwinterthur ab. Der Busbahnhof von Winterthur ist der grösste im Kanton Zürich.

Stadt Winterthur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linien 1–3 sind Trolleybuslinien. Die restlichen Linien werden mit ausschliesslich niederflurigen Autobussen betrieben. Gelenkbusse kommen normalerweise auf den Linien 5, 7 und 14 zum Einsatz, auf den übrigen Linien fahren Standardbusse.

Linie Strecke
1 Töss – HB – Oberwinterthur
2 Wülflingen – HB – Seen
3 Rosenberg – HB – Oberseen
4 HB – Breite – HB (Rundkurs)
5 Technorama – HB – Dättnau
7 HB – Schlosstal – Bahnhof Wülflingen
10 HB – Bahnhof Oberwinterthur
11 HB – Steig
12 HB – Bruderhaus
14 HB – Bahnhof Hegi
M HB – Oskar Reinhart "am Römerholz" (Museumsbus; Taxilinie)

Regionallinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gelben Nummern sind Postautolinien, die blauen Nummern sind Linien von Stadtbus. Jedoch fahren auf den Linien 665/670 Linien von Stadtbus und Postauto.

Linie Strecke
660 HB – Brütten – Nürensdorf – Bassersdorf
665 HB – Neftenbach – Dättlikon
667 HB - Neftenbach (jeweils am Morgen und am Abend)
670 HB – Neftenbach – Berg am Irchel – Flaach – Rafz
674 HB - Rosenberg - Seuzach
676 HB – Rutschwil – Henggart
680 HB – Elsau – Schlatt – Elgg/Girenbad bei Turbenthal

Nachtbusse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachtbusse sind die Linien die nachts von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag ab 1:30 bis 4:30 stündlich verkehren. Da die letzten regulären Busse meistens um 0:50 abgefahren sind (ab Bahnhof) und die ersten Busse wieder ab 5:30 verkehren, kann man daher von einem durchgehenden Verkehrsnetz sprechen, wenn die Nachtbusse fahren. Die Busse fahren die angegebenen Linien nur stadtauswärts, jedoch nicht mehr zurück.

Linie Strecke
N59 HB – Strochenbrücke – Schlosstal – Niederfeld – Bahnhof Wülflingen
N60 HB – Oberwinterthur – Seuzach – Adlikon (Postauto)
N61 HB – Hegi – Elsau – Wiesendangen – Sulz – Rickenbach – Ellikon – Altikon – Thalheim – Dinhard – Welsikon
N64 HB – Rosenberg – Seuzach – Flaach – Buch am Irchel – Riet bei Neftenbach (Postauto)
N65 HB – Waldheim – Eishalle – Oberseen
N66 HB – Töss – Brütten – Nürensdorf – Bassersdorf – Lindau – Kemptthal
N67 HB – Wülflingen – Neftenbach – Pfungen – Dättlikon
N68 HB – Seen – Rikon im Tösstal – Turbenthal – Wila (Postauto)

Ausbau und Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die momentan laufenden Arbeiten am und um den Bahnhof Winterthur gehören zu 2 Projekten. Einerseits dem Projekt Stadtraum Bahnhof Winterthur der Stadt und andererseits zum Projekt Leistungssteigerung Bahnhof Winterthur der SBB.

Stadtraum Bahnhof Winterthur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strasse zwischen Kesselhaus und Bahngleisen vor den Umbauten zu einem Vorplatz für Fussgänger und Velofahrer.

Das Projekt Stadtraum Bahnhof Winterthur hat das Ziel, die Quartiere Altstadt, Neuwiesen und das Sulzer-Areal besser zu verbinden.[4][5]. Vom Projekt betroffen sind das Kesselhaus und die Rudolfstrasse, der nördliche und südliche Bahnhofplatz, die beiden äusseren Personenunterführungen und die die Archhöfe.

Zwischen 2015 und 2020 wird der Bahnhof für ca. 110 Millionen Schweizer Franken umfassend ausgebaut und modernisiert.[6][7][8] Es wird an mehreren Teilen des Bahnhofs gebaut. Es werden die nördliche und südliche Personenunterführung erneuert. Die nördliche 4.5 Meter Breite gekachelte Unterführung wird auf 17.5 Meter verbreitet, es entstehen Läden und eine separate Unterführung für Velos. Die südliche Personenunterführung wird ebenfalls erneuert.

Zusätzlich wird die Velo- und Fussgängerbrücke über die Wülflingerstrasse ausgebaut.

Bahnhofplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busbahnhof

Im Rahmen des Projekt wurde 2013 für den Busbahnhof auf dem südlichen Teil des Bahnhofplatz ein Stahldach in Form eines Pilzes gebaut.[9]

Rudolfstrasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem ersten Schritt wurde beim Kesselhaus die Zufahrtsstrasse von der Zürcherstrasse geschlossen und zu einem Vorplatz aufgefüllt. Danach wurde die Rudolfstrasse ebenfalls geschlossen[10] und zu einem durchgehenden Platz vom Kesselhaus entlang des Bahnhofs verbunden. Die Auffahrt zum Parkplatz über den Bahngleisen wurde auf die andere Seite verlegt und die beiden äusseren Personenunterführungen werden ausgebaut. Mit dem Projekt, bzw. der Neugestaltung der Rudolfstrasse ist auch das Verkehrskonzept Neuwiesen verbunden.

Leistungssteigerung Bahnhof Winterthur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den technischen Neuerungen gehört ein neuer Gleisabschnitt, verlängerte Perrondächer und ein verlängertes Perron zum Gleis 1. Die Perrons zu den Gleisen 6 und 7 sowie 8 und 9 werden verbreitert. Der Ausbau wird neue Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen und ein Halbstundentakt im Tösstal zwischen Winterthur und dem Kanton Schaffhausen ermöglichen.

Die SBB hat am 30. August 2015 mit den Arbeiten zur Leistungssteigerung des Bahnhofs begonnen.[11]

Die Ausbauten zur Leistungssteigerung werden im Rahmen der 4. Teilergänzung der Zürcher S-Bahn und der ZEB vorgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die SBB in Zahlen und Fakten 2014, S. 14
  2. Werner Stutz, Bahnhöfe der Schweiz, Seite 110
  3. Werner Stutz, Bahnhöfe der Schweiz, Seite 152
  4. Baustart für Neugestaltung des Bahnhofs Winterthur, Tagesanzeiger
  5. Stadtraum Bahnhof Winterthur - Stand der Masterplan-Teilprojekte
  6. Bahnhof Winterthur wird massiv ausgebaut, 20 Minuten
  7. Jetzt geht’s los mit den Umbauten am Bahnhof, Der Landbote
  8. Ausbau Bahnhof Winterthur, 10ː8 Projekt
  9. Artikel Bahnhofplatz Winterthur im Winterthur Glossar. Abgerufen am 23. September 2015
  10. Vorfreude auf die «Zwillingsplätze» am Gleis, Der Landbote
  11. Ausbau Bahnhof Winterthur: SBB beginnt mit Arbeiten für bessere Verbindungen., SBB Medienmitteilung