Winzenburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Winzenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Winzenburg
Wappen von Winzenburg
Koordinaten: 51° 55′ 59″ N, 9° 55′ 59″ O
Höhe: 178 m ü. NHN
Fläche: 16,64 km²[1]
Einwohner: 717[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1965
Eingemeindet nach: Samtgemeinde Freden (Leine)
Postleitzahl: 31084
Vorwahl: 05184
Winzenburg (Niedersachsen)
Winzenburg

Lage von Winzenburg in Niedersachsen

Winzenburg im Landkreis Hildesheim
Winzenburg im Landkreis Hildesheim

Winzenburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Freden (Leine) im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winzenburg liegt nördlich von Bad Gandersheim zwischen dem Höhenzug Sackwald und dem Fluss Leine. Am Fuße des Berges der Burg Winzenburg befinden sich die Apenteichquellen und die Apenteiche.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Orte gehören zu Winzenburg:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des im 16. Jahrhundert wüst gefallenden Dorfes Hasekenhausen, dem Bischof Bernhard 1140 eine Kapelle erlaubt hatte, entstand wenig später unter Herzog Julius eine Domäne. Sie wurde nach der benachbarten Burg benannt und daraus entwickelte sich die gleichnamige Siedlung.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohnten in Winzenburg, Klump, Schildhorst und Westerberg zusammen 750 Menschen[3].

Am 1. Juli 1965 wurde aus den damaligen Gemeinden Everode, Meimerhausen, Freden (Leine), Winzenburg, Eyershausen, Ohlenrode und Wetteborn die Samtgemeinde Freden gebildet.[4]

Am 1. März 1974 schlossen sich die Gemeinden Winzenburg, Westerberg, Klump und Schildhorst zur Gemeinde Winzenburg zusammen. Diese wiederum wurde am 1. November 2016 nach Freden (Leine) eingegliedert, die Samtgemeinde Freden (Leine) wurde aufgelöst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat aus Winzenburg setzt sich aus 5 Ratsherren zusammen.[5]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Winzenburg ist Dieter Hebner (SPD).[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens der ehemals selbstständigen Gemeinde Winzenburg stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften in der Region Hannover entworfen hat.[7] Der Gemeinde wurde das Ortswappen am 4. Januar 1929 durch das Preußische Staatsministerium verliehen. Die Überreichung durch den Landrat aus Alfeld wurde am 24. Januar desselben Jahres durchgeführt.[8]

Wappen von Winzenburg
Wappenbeschreibung: „Auf Rot ein goldener Sparren, begleitet oben von zwei silbernen sechszackigen Sternen und unten von einem abwärts gekehrten silbernen Halbmond.“
Wappenbegründung: Das Wappen ist das seinem Ursprung nach dunkle, bis ins 19. Jahrhundert geführte Wappen des alten stifthildesheimischen Amtes Winzenburg.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winzenburg ist über die Bundesstraße 64 die südlich der Gemeinde durch Bad Gandersheim führt, an das Straßennetz angeschlossen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Freden (Leine) und Alfeld (Leine).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Seit 1861 befindet sich in Winzenburg die katholische Kirche Mariä Geburt, seit dem 1. November 2006 als Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Marien in Alfeld. Die Kirche an der Lamspringer Straße mit ihrem weithin sichtbaren Westturm wurde 1857-61 nach Plänen von H.W.H. Mithoff im neoromanischen Stil erbaut[9]. Statt eines Querschiffes hat sie Risalite mit Giebeln. Die Ausmalung stammt vom Ende des 19. und vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Südlich der Kirche befinden sich vier reich verzierte Fronleichnamsaltäre aus der Zeit um 1750.

Apenteichquellen bei Winzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apenteichquellen wurden bereits in der Bronzezeit verehrt. Es wurden aus dieser Zeit viele Opfergaben gefunden.

Befestigungsanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb des Ortes auf einem Bergsporn des Sackwaldes liegt die Ruine der Burg Winzenburg. Weitere Befestigungsanlagen auf den Höhenzügen der näheren Umgebung sind die Wallanlagen Dörhai, Tiebenburg, Ohlenburg, Läsekenburg und Hohe Schanze. Ein Tal zwischen den beiden Wallburgen heißt heute noch Römergrund.

Wanderwege und Fernwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den südlichen Sackwald bei Winzenburg führen zahlreiche Wanderwege und Fernwanderwege. Der Europaweg 11 (Amsterdam-Harz), der Königsweg (Brüggen-Werla), der Jacobsweg (Via Scandinavia Fehmarn-Göttingen) und der historische Kurierweg Hildesheim - Winzenburg (Rennstieg). Wanderparkplätze und gut ausgezeichneten Wanderwege laden zum Wandern ein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winzenburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Informationen Winzenburg. Auf: meinestadt.de, abgerufen am 28. Juni 2017
  2. Paasch, W.: Geschichte der Pfarrkirche zu Winzenburg, vormals Hasekenhausen - In: Mittheilungen geschichtlichen und gemeinnützigen Inhalts (Hildesheim) Bd. 2 (1833) S. 212–268
  3. W. Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, Bd. 2, S. 1192. Leipzig 1905
  4. Webseite der Samtgemeinde Freden (Leine). Aufgerufen am 31. Juli 2015
  5. Ratsmitglieder des Ortsrates Winzenburg. Auf: Internetseite der Gemeinde Freden, abgerufen am 28. Juni 2017
  6. Verzeichnis der Ortsbürgermeister/innen und Ortsvorsteher/innen im Landkreis Hildesheim. Auf: diekholzen.de, DOCX-Datei, abgerufen am 24. Juni 2017
  7. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  8. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Verlag: Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung)
  9. Kurt Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, S. 1378, München 1992