Wipfra

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Wipfra
Gemeinde Wipfratal
Koordinaten: 50° 45′ 19″ N, 10° 58′ 6″ O
Höhe: 396 m ü. NN
Fläche: 5,06 km²
Einwohner: 186 (2004)
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 25. März 1994
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 036207
Karte
Lage von Wipfra in Wipfratal
Kirchenburg in Wipfra mit Steinkreuzen
Kirchenburg in Wipfra mit Steinkreuzen

Wipfra ist ein Ortsteil der Gemeinde Wipfratal im zentralen Ilm-Kreis in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wipfra liegt in der Mitte des Ilm-Kreises, jeweils etwa zehn Kilometer von Arnstadt im Norden und Ilmenau im Süden entfernt. Das Dorf liegt an der Wipfra, in die hier noch die von Westen kommende Prolle einmündet. Wipfra ist der Mittelpunkt einer relativ ebenen Fläche, die teils ackerbaulich genutzt wird und teils mit Kiefern bewaldet ist. Begrenzt wird dieses Gebiet von den Reinsbergen im Westen und Norden, vom Willinger Berg und dem Sandberg im Osten sowie der Talsperre Heyda im Süden. Nachbarorte sind Schmerfeld im Westen, Kettmannshausen im Norden und Neuroda im Osten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wipfra im Jahr 1348. Am nördlichen Ortsrand von Wipfra rechts des Weges nach Reinsfeld stand die Burg Wipfra. Die Grafen von Schwarzburg waren die Besitzer. Sie mussten die Burg für die Stadt Erfurt offen halten. Die Burgstelle ist noch als flacher Ruinenhügel mit Resten des Grabens zu erkennen.[1]

Im Jahr 1731 gelangte das Dorf gemeinsam mit dem Nachbarort Schmerfeld an das Amt Ilmenau, welches bis 1920 zu Sachsen-Weimar-Eisenach gehörte. Deshalb bereiste der Weimarer Minister Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1785 die Gegend, wobei er ihre landschaftliche Schönheit und ihren Wohlstand lobte. Im Jahr 1922 wurde das Dorf als Gemeinde dem Landkreis Arnstadt angegliedert. Zwischen 1952 und 1994 gehörte es dann zum Kreis Arnstadt im Bezirk Erfurt und seit 1994 zum Ilm-Kreis. Im selben Jahr wurde die Gemeinde Wipfratal gebildet, der sich das Dorf anschloss. Seitdem ist es einer der zwölf Ortsteile von Wipfratal.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahreszahl Einwohner
1804 181
1910 170
1933 160
1939 172
2004 186

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der Wehrkirche Wipfra

Sehenswert ist die Wehrkirche des Dorfes, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und teils noch romanische Züge trägt. Sie steht auf einem Hügel in der Ortsmitte und ist von einer drei Meter hohen Mauer umgeben. Am 25. Juli 1685 spielte Heinrich Bach auf der Orgel der Kirche. Johann Gottfried Herder erarbeitete seinerzeit auch eine neue Liturgie für das Gotteshaus. In der Kirche befindet sich auch eine seltene, lebensgroße Wandmalerei von „Adam und Eva im Paradies“. Des Weiteren gibt es in der Kirche ein Taufbecken von 1596 und eine Glocke von 1682. Nach dreijähriger Sanierung konnte die Kirche 2004 wieder eingeweiht werden. Sie untersteht dem Kirchspiel Neuroda und ist evangelisch.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wipfra ist ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Viele Einwohner arbeiten in den nahe gelegenen Städten Ilmenau, Arnstadt und Stadtilm.

Straßen verbinden Wipfra mit Ilmenau (über Schmerfeld), Arnstadt (über Kettmannshausen), Stadtilm (über Neuroda) und mit Kettmannshausen. An den ÖPNV ist das Dorf über die Buslinie 355 nach Arnstadt und Dörnfeld an der Ilm angebunden. Etwa zwei Kilometer östlich des Dorfes verlaufen die Bundesautobahn 71 und die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt mit dem Tunnel Sandberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wipfra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 277.