Wir sagen euch an den lieben Advent

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Wir sagen euch an den lieben Advent ist ein im 20. Jahrhundert entstandenes Adventslied, das sowohl in der katholischen Kirche (Gotteslob Nr. 223; GLalt 115) als auch in der evangelischen Kirche (Evangelisches Gesangbuch Nr. 17) bekannt ist. Der Text stammt von der österreichischen Autorin Maria Ferschl (1895–1982), die Melodie von Heinrich Rohr (1902–1997). Die Rechte liegen beim Christophorus-Verlag in Freiburg.[1]

Zur Entstehung des Liedes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adventskranz, an dem an jedem Sonntag im Advent eine weitere Kerze angezündet wird

Die frühere österreichische Lehrerin und Mitarbeiterin in der Liturgiereform der katholischen Kirche, Maria Ferschl, verfasste den Text des Liedes 1954 in Riedhausen. Dabei orientierte sich die Dichterin an der damaligen biblischen Leseordnung der katholischen Kirche für die Sonntage im Advent. Die Melodie wurde im selben Jahr vom Mainzer Kirchenmusikdirektor Heinrich Rohr verfasst. Das Lied wurde in der Heiligen Nacht 1954 in der St. Michael Kirche in Riedhausen erstmals gesungen.

Ursprünglich sang eine kleine Schola die Strophen des Liedes, während die Gemeinde in den Kehrvers einstimmte. Außerhalb der Kirche wurde eine Kerze an der anderen angezündet und dabei die entsprechende Strophe gesungen.

Text, Form und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle vier Strophen beginnen textgleich und charakterisieren dann den jeweiligen Adventssonntag. Der Kehrvers ist Phil 4,4 EU entnommen: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.“

Strophe 1 (zum 1. Adventssonntag) bestimmt den Beginn der „heiligen Zeit“ (des Advent), in der es um die Wegbereitung für den kommenden Herrn geht. Hierauf bezieht sich die biblische Stelle aus Mt 3,3 EU, die einen entsprechenden Aufruf des Propheten Jesaja auf Johannes dem Täufer als Wegbereiter bezieht.

Strophe 2 (zum 2. Adventssonntag) erinnert an eine Stelle aus Röm 15,7 EU, in der es um die gegenseitige Annahme der Menschen geht – nach dem Vorbild Jesu Christi.

Strophe 3 (zum 3. Adventssonntag) lässt wieder die Stelle aus dem Philipperbrief des Paulus anklingen: Menschliche Güte soll ausstrahlen und als „heller Schein“ die „dunkle Welt“ erleuchten.

Strophe 4 (zum 4. Adventssonntag) erläutert die biblische Aussage nach Jes 60,1 LUT: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Schweizer: Wir sagen euch an den lieben Advent. Singgottesdienst mit Kindern. Göttingen 1993, S. 25 ff.
  • Werner Merten: 17 – Wir sagen euch an den lieben Advent. In: Gerhard Hahn, Jürgen Henkys (Hrsg.): Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch. Nr. 1. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-50319-9, S. 58–61 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Karl Christian Thust: Die Lieder des Evangelischen Gesangbuchs, Band I: Kirchenjahr und Gottesdienst (EG 1–269). Kommentar zu Entstehung, Text und Musik. Kassel u.a. 2012, ISBN 978-3-7618-2245-6, S. 35–36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag in der christlichen Liederdatenbank