Wire (Messenger)

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Wire

Wire software logo.svg
Basisdaten

Entwickler Wire Swiss GmbH
Erscheinungsjahr 3. Dezember 2014
Aktuelle Version 3.55.939 (Android)
14. September 2020[1]

3.64 (iOS)
26. August 2020[2]

3.19.3731 (Windows)
5. August 2020[3]

3.19.3799 (macOS)
5. August 2020[4]

3.19.2928 (Linux)
5. August 2020[3]

Betriebssystem Android (ab 7.0)[5],
iOS (ab 10),
Windows (ab 7),
macOS (ab OS X 10.9),
Linux oder browserbasiert
Programmiersprache C++
Kategorie Instant Messaging, IP-Telefonie
Lizenz GNU General Public License v3.0[6]
deutschsprachig ja
https://wire.com/de

Wire (engl. Kabel, auch im Sinne von Telegramm; vergl. dt. veraltet kabeln, ein Kabel(-Telegramm) schicken) ist ein Instant Messenger für Smartphones und Tablets (Android oder iOS) sowie Windows-, macOS- und Linux-Computer. Über den Dienst Wire for Web und die Schnittstelle WebRTC sind Anrufe zu und von bestimmten Webbrowsern (Chrome, Firefox und Opera) möglich.[7] Der Messenger ist auch in deutscher Sprache verfügbar.[8]

Wire ist für den privaten Gebrauch kostenlos.[9] Es gibt verschiedene Abonnements für Unternehmen, die derzeit (Juli 2020) ab 6 € im Monat (5 € bei 12 Monate-Abo, 4 € bei 24 Monate-Abo) kosten.[10]

Mit Wire können Nutzer, wie bei vielen anderen Instant Messengern auch, Textnachrichten, Bilder, Musik und Videos austauschen[11] und untereinander per VoIP – auch in Gruppen – telefonieren.[7] Der Hersteller versucht sich von anderen Instant Messengern über die möglichst alleinige, erklärungslose Darstellung der Nachrichteninhalte sowie mehr Datenschutz als andere Messenger abzuheben.[12] Inzwischen ist Wire (Client und Server) laut Herstellerangaben vollständig quelloffen. Der Betrieb eines eigenen Servers ist möglich.[13] Wire ist als Anwendung für Mobilgeräte und Desktop erhältlich oder kann über einen Web-Browser genutzt werden; für die Registrierung zur Nutzung ist keine Telefonnummer erforderlich, der Nutzer kann sich auch mit einer E-Mail Adresse anmelden.[14]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das hinter Wire stehende Unternehmen – die Wire Swiss GmbH – unter dem Namen Zeta Project Swiss GmbH. Gesellschafterin war erst die Zeta Project, Inc. mit Sitz in Dover (Delaware), mittlerweile ist es die Wire Group Holdings Inc., ebenfalls mit Sitz in Dover.[15]

Die Wire Swiss GmbH hat ihren Sitz in der Schweiz und betreibt die technische Entwicklung ihres Instant Messengers in Berlin.[11] Genutzt werden nach Angaben des Unternehmens in der EU befindliche Server von Amazon (AWS).[16] Das Team besteht aus ehemaligen Mitarbeitern von Apple, Skype, Nokia und Microsoft. Janus Friis – Mitbegründer von Skype – gehört über die Firma Iconical zu den Geldgebern.[12]

Die erste Version von Wire wurde am 3. Dezember 2014 für iOS, Android und OS X veröffentlicht. Ein Teilen von Musik war vorerst nur per SoundCloud möglich, von Videos nur per YouTube.[7] Auch eine deutsche Lokalisation gab es zu Beginn nicht.[8]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2015 wurden die Gruppentelefonate in Stereo-Qualität eingeführt,[17] die mit bis zu zehn Personen möglich sind.[18] Seit März 2016 ist auch Video-Telefonie über Wire möglich,[19][20] wobei Videokonferenzen mit bis zu vier Personen durchgeführt werden können.[21]

Ende-zu-Ende Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kommunikationsinhalte auf Wire sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. So wird bei Textnachrichten, Dateien (z. B. Bildern) und 1:1-Anrufsignalisierung das Kryptographie-Protokoll Proteus verwendet, welches eine Wire-eigene (offene) Implementation des Axolotl/Double Ratchet-Protokolls ist. Der Messenger verwendet Axolotl-Ratchet und Pre-Keys, die für mobiles Messaging optimiert sind. Anrufe verwenden für den Schlüsselaustausch und die Authentifizierung DTLS sowie SRTP für die Transportverschlüsselung der Mediendaten.[20][22][23] Seit April 2018 ist es zudem möglich, Gesprächsteilnehmer per Web-Link zu Diskussionen hinzuzufügen, die Wire selbst nicht installiert haben. Auch diese Unterhaltungen mit Nicht-Wire-Benutzern sind Ende-zu-Ende verschlüsselt.[24]

Integration von Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wire können Nutzer animierte GIF-Dateien direkt in der App verschicken, hierfür wurde der Service Giphy direkt in die Chatfunktionen integriert.[25] Außerdem ist es möglich, YouTube-, Soundcloud-, Spotify- und Vimeo-Inhalte direkt in der App mit seinen Kontakten zu teilen.[26] In den iOS- und Android-Versionen gibt es außerdem das Feature Sketch, mit dem Nutzer Bilder zeichnen und verschicken können.[27]

Synchronisation auf allen Plattformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chatverläufe können zwischen mehreren Geräten eines Nutzers, auch plattformübergreifend, synchronisiert werden.[28]

Quellcode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Quelltext der Clients ist auf GitHub[29] verfügbar. Seit Anfang April 2017 wird der Quelltext des Servers ebenfalls auf GitHub[30] schrittweise veröffentlicht.[31]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Installationsseite für Android. Abgerufen am 15. September 2020.
  2. GitHub Repository (iOS). In: github.com. Abgerufen am 1. September 2020.
  3. a b GitHub Repository (Desktop). In: wire.com. Abgerufen am 5. August 2020.
  4. GitHub Repository (Desktop). In: wire.com. Abgerufen am 5. August 2020.
  5. GitHub Repository (Android). In: github.com. Abgerufen am 9. September 2020.
  6. GitHub Repositoy. In: github.com. Abgerufen am 26. April 2020.
  7. a b c Henning Steier: Skype-Gründer macht Skype Konkurrenz. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Dezember 2014, abgerufen am 18. November 2015.
  8. a b Wire Now Available In German. (Nicht mehr online verfügbar.) In: wire.com. 11. August 2015, archiviert vom Original am 16. August 2017; abgerufen am 4. November 2019.
  9. Privater sicherer Messenger. In: wire.com. Abgerufen am 12. Juli 2020.
  10. Preise. In: wire.com. Abgerufen am 14. Juli 2020.
  11. a b Schweizer App Wire greift WhatsApp an. In: stern.de. 3. Dezember 2014, abgerufen am 14. Juli 2017.
  12. a b Patrick Beuth: Botschaften verbreiten wie ansteckende Krankheiten. In: Die Zeit. 5. Dezember 2014, abgerufen am 18. November 2015.
  13. 🇪🇺 Wire back-end services. Contribute to wireapp/wire-server development by creating an account on GitHub. Wire Swiss GmbH, 25. Januar 2019, abgerufen am 25. Januar 2019.
  14. Die sicherste Art, zusammen zu arbeiten. · Wire. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  15. Handelsregisterauszug der Wire Swiss GmbH
  16. Katrin Rammo: Wire: sichere Skype- und WhatsApp-Alternative. 13. Februar 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  17. Melanie Tönies (Mel): Wire: In Berlin entwickelter Messenger jetzt auf Deutsch und mit Gruppenanrufen. In: appgefahren.de. 13. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2017.
  18. Einen Gruppenanruf beginnen oder beenden. In: wire.com. Abgerufen am 22. März 2020.
  19. Thomas Heuzeroth: Der Trick, der die Übermacht von WhatsApp brechen soll. In: welt.de. 10. März 2016, abgerufen am 27. Februar 2017.
  20. a b Nadine Juliana Dressler: Messenger Wire bekommt Video-Calls und Komplett-Verschlüsselung. In: winfuture.de. 11. März 2016, abgerufen am 27. Februar 2017.
  21. Video- und Telefonkonferenzen. In: wire.com. Abgerufen am 22. März 2020.
  22. Einfach, sicher, privat — immer Ende-zu-Ende verschlüsselt. In: wire.com. Abgerufen am 27. Februar 2017.
  23. Tobias Schwarz: Wire setzt komplett auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In: netzpiloten.de. 10. März 2016, abgerufen am 27. Februar 2017.
  24. Vivien Stellmach: WhatsApp-Alternativen unter der Lupe: Was kann Wire? In: basicthinking.de. Abgerufen am 22. März 2020.
  25. Tobias Schwarz: Aus Berlin und anders: die Messenger-App Wire. In: netzpiloten.de. 11. November 2015, abgerufen am 27. Februar 2017.
  26. Denny Fischer: Wire: Neuer Messenger will mit besonderen Funktionen punkten. In: smartdroid.de. 11. Juni 2015, abgerufen am 27. Februar 2017.
  27. Henning Steier: Schwierige Suche nach Alleinstellungsmerkmalen. In: Neue Zürcher Zeitung. 12. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2017.
  28. Vor- und Nachteile sowie Fazit für die Windowsversion bei Chip Online, abgerufen am 25. März 2017.
  29. Wire-Clients auf Github
  30. Wire-Server auf Github
  31. Ferdinand Thommes: Instant Messenger Wire legt Server-Quellen offen, Pro-Linux, 12. April 2017