Wirsol

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WIRSOL - Ein Marke der WIRCON Wind & Solar GmbH & Co. KG (seit 2014)
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Rechtsform GmbH
ISIN DE000A0LD225
Gründung 2013
Sitz Waghäusel, Deutschland

Leitung

  • Markus Wirth
  • Peter Vest
Mitarbeiter 90 (September 2016)
Umsatz ca. 150 Mio. Euro (2015)
Branche Photovoltaik, Solartechnik, Windenergie, E-Mobility
Website wirsol.com

Wirsol (Eigenschreibweise WIRSOL) ist die Marke des Projektierers und Energiedienstleisters Wircon GmbH.[1] Die Wircon GmbH wurde im Dezember 2013 gegründet. Tätigkeitsschwerpunkte sind die Erbringung von Erneuerbare-Energien-Projekten vorwiegend auf dem deutschen Markt. Der Fokus der Wircon-Gruppe liegt im Bereich Wind- und Photovoltaik-Großprojekten, Photovoltaik-Kleindachanlagen für Privatkunden, Photovoltaik-Großdachanlagen für vorwiegend gewerbliche Kunden sowie auf der nachhaltigen Betriebsführung von erneuerbaren Energieanlagen der vorstehenden Erzeugungsarten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben etwa 9000 Kunden (Stand Oktober 2016).

Die ehemalige Wirsol-Gruppe war eine internationale Projektgesellschaft für Planung, Bau und Finanzierung von Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien, insbesondere Solarkraftwerken. Der Firmenhauptsitz war in Deutschland. Weitere Unternehmensstandorte befanden sich in Spanien, Italien, Belgien, Großbritannien, der Schweiz, Kanada, den Vereinigten Staaten, Brasilien, Japan, China, Malaysia und auf den Malediven.[3] Weltweit war das Unternehmen für die Installation von mehr als 7000 Solaranlagen bei einer Gesamtleistung von mehr als 450 MWp verantwortlich. Für die Unternehmensgruppe Wirsol wurde im Herbst 2013 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Im März 2014 übernahm die Wircon GmbH Teile der Gruppe.

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wircon GmbH mit ihrer Marke Wirsol deckt von der Beratung, Planung, Handel, Installation, Wartung bis hin zur technischen und kaufmännischen Betriebsführung, Service, und Finanzierung alle technischen und kaufmännischen Aspekte der Solarenergie ab. Dies schließt sowohl Solaranlagen für private Haushalte als auch Sonnenkraftwerke für Unternehmen / institutionelle Investoren ein.

In vergleichsweise geringem Umfang widmet sich Wirsol neben der Solarenergie auch anderen Formen von erneuerbaren Energien sowie Hybridsystemen und Dieselsubstitution.

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Dezember 2013 mit Unterstützung von Dietmar Hopp gegründete Wircon GmbH hat zum 3. März 2014 einzelne Teile des Deutschland-Geschäfts der in Schwierigkeiten geratenen Wirsol-Gruppe übernommen. Die Marke Wirsol[1] wird weitergeführt und neu positioniert.

Firmengeschichte vor Insolvenz der Wirsol–Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen am 1. Februar 2003 von Markus Wirth, Hans Wirth und Stefan Riel als „Die Hausrenovierer GmbH“ in Waghäusel (Landkreis Karlsruhe), wo sich auch der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Nachdem sich die Firma zunehmend auf den Bereich Photovoltaik spezialisierte, wurde sie im Januar 2004 in „Wirth Solar GmbH“ umbenannt. Aufgrund drohender Streitigkeiten mit der Würth Solar GmbH trafen die Verantwortlichen 2007 die Entscheidung für eine Umbenennung in „Wirsol Deutschland GmbH“. Diese wurde zum Tochterunternehmen der neu gegründeten Holding „Wirsol Solar AG“. 2010 wurde der Vorstand des Unternehmens von den Firmengründern erweitert. Bernd Kästner ist seitdem Finanzvorstand. Nikolaus Krane, zuvor bei Conergy im Vorstand, verantwortet bei Wirsol die Bereiche internationale Finanzprodukte, Großprojekte und Kommunikation.

Um die Geschäftsbeziehungen mit Asien voranzutreiben hat das Unternehmen mit der Wirsol Solar Technology Beijing Ltd. einen Firmenstandort in China geschaffen.[4] Im Juni 2012 eröffnete Wirsol in Kuala Lumpur, Malaysia einen Standort für Südostasien.

Auf Initiative der Wirsol-Gruppe wurde im Oktober 2013 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Dem Antrag wurde am 24. Oktober 2013 vom Amtsgericht Karlsruhe stattgegeben und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Nach wie vor verfolgt die Geschäftsleitung das Ziel, die Sanierung im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens voranzutreiben. Von dieser Planinsolvenz betroffen sind die Wirsol Solar AG, die Wirsol Deutschland GmbH und die Wirsol Solar System GmbH.[5]

Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten beabsichtigte die Wirsol-Gruppe die Liquidation ihres im November 2012 gegründeten Geschäftsfelds „Windenergie“. Acht Mitarbeiter der Gesellschaft wurden mit Wirkung zum 4. November 2013 freigestellt.[6]

Im Dezember 2013 stellte die Wirsol E-Mobility GmbH einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Das Amtsgericht Karlsruhe hat dem Antrag stattgegeben und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Betroffen sind drei Mitarbeiter.[7]

Im März 2014 wurden Teile des Deutschlandgeschäfts von der WIRSOL GmbH übernommen. WIRCON führt die Marke WIRSOL weiter und übernimmt 80 von 300 Mitarbeitern. Eigentümer von WIRCON ist Dietmar Hopp. [2]

Projekte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirsol Solartestpark Bruhrain

Im Jahr 2007 eröffnete das Unternehmen in unmittelbarer Nähe zum Firmengelände den Solartestpark Bruhrain, der zu diesem Zeitpunkt mit einer Gesamtfläche von zwölf Hektar der größte Solarpark Baden-Württembergs war.[3] Mit fast 31.000 verbauten Modulen erreicht die Anlage eine Leistung von bis zu 2,258 MWp.

Im April 2010 hat das Unternehmen auf dem Hockenheimring eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 848,88 kWp installiert. Entlang der Rennstrecke wurden auf 405 Meter Länge insgesamt 4.716 Solarmodule verbaut.[4]

Eines der größten Projekte im Geschäftsjahr 2011 schloss Wirsol im brandenburgischen Mixdorf ab. Auf dem 81 Hektar großen Gelände eines ehemaligen russischen Tanklagers baute das Unternehmen eine Anlage mit 24,1 MWp Spitzenleistung.[5]

Ebenfalls auf einer Konversionsfläche in Brandenburg brachte Wirsol 2012 den mit knapp 21 MWp leistungsstarken Solarpark Luckau ans Netz. Das Solarkraftwerk entstand auf dem ehemaligen Militärflugplatz Alteno.[6]

Ende Juli 2013 stellte das Unternehmen den Bau der bislang größten kristallinen Aufdach-Solaranlage Europas fertig. Die Photovoltaik-Anlage auf dem elf Hektar großen Verteilungszentrum der Firma Pfenning Logistics im nordbadischen Heddesheim hat eine Spitzenleistung von 8,1 MWp.[7]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Renewable Energy Maldives (REM) gründete Wirsol 2012 das Joint Venture „Wirsol RE Maldives“, das auf den Malediven Solarkraftwerke installierte.[8][9] Weitere internationale Projekte gab es in Spanien (Bovera, Barcelona, Cáceres), England (Cornwall), Italien (Mola di Bari), Belgien (Wilrijk) und dem US-Staat Colorado (Fort Collins).[10]

2013 vermeldete das Unternehmen den Baubeginn eines 22 MWp großen Solarparks auf der japanischen Insel Honschu und den Startschuss für den Solarpark Monte Plata auf der Dominikanischen Republik.[11] Der Park wurde inzwischen an Soventix verkauft.[12] Mit dem Bau des Parks in Japan sollte 2014 begonnen werden.[veraltet]

2015 errichtete das Unternehmen mit dem Solarpark Lerchenborg (61 MWp) den zu diesem Zeitpunkt größten Solarpark Skandinaviens.[13]

2017 im Januar vermeldet das Unternehmen die Inbetriebnahme des größten Solarparks in den Niederlanden, welches als Vorzeigeprojekt gilt[14] mit einer Gesamtleistung von 30 MWp.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirsol Solar AG war seit der Bundesliga-Saison 2011/2012 offizieller Sponsor der TSG 1899 Hoffenheim und Namensgeber der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, wo die TSG ihre Heimspiele austrägt.[18] Die WIRCON GmbH mit ihrer Marke WIRSOL führt das Engagement als offizieller Sponsor der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim seit der Saison 2014/2015 fort.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nach der Insolvenz: "Wirsol hat das Tal der Tränen hinter sich". (rnz.de [abgerufen am 31. Mai 2017]).
  2. Wircon übernimmt Teile von Wirsol, photovoltaik.eu, 04.03.2014, Abgerufen am 31. Mai 2017
  3. Erfolgreich als Solar-Dienstleister, Financial Times Deutschland, 26. September 2012 (Memento vom 28. September 2012 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Oktober 2012
  4. Solar-Nutzung macht den Hockenheimring zur ersten grünen F1 Rennstrecke der Welt, Hockenheimring.net, 15. Oktober 2010, Abgerufen am 1. Oktober 2012
  5. Solarpark wird in Mixdorf Steuern zahlen, Märkische Oderzeitung, 19. März 2011, abgerufen am 1. Oktober 2012
  6. Solarpark bei Luckau in Betrieb genommen, Rundfunk Berlin-Brandenburg Online, 11. Januar 2012, abgerufen am 1. Oktober 2012
  7. Auf Lagerhallen wird Solarstrom erzeugt, Mannheimer Morgen, 16. August 2013, abgerufen am 19. August 2013
  8. Größtes Solarkraftwerk der Malediven geht ans Netz, Sonne, Wind & Wärme, 18. Juli 2012, abgerufen am 1. Oktober 2012
  9. Deutsche Solaranlagen für das Paradies, Rhein-Neckar-Zeitung, 25. September 2012, abgerufen am 31. Mai 2017
  10. 2nd Fort Collins brewer adds solar panels, Denver Post, 17. Januar 2010, abgerufen am 1. Oktober 2012
  11. Jetzt geht die Solar-Party richtig los, Wirtschaftswoche, 13. September 2013, abgerufen am 5. Januar 2014
  12. http://renewables.seenews.com/news/german-soventix-buys-64-mw-solar-plant-in-dominican-republic-417430
  13. Wirsol eröffnet größten Solarpark Skandinaviens. In: Sonne Wind & Wärme, 21. Dezember 2015. Abgerufen am 17. August 2016.
  14. chun.yang: Wirsol nimmt 30-Megawatt-Solarpark in Holland in Betrieb. 19. Januar 2017, abgerufen am 19. April 2017.