Wirtschaft Deutschlands

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutschland
DeutschlandDeutschland
Weltwirtschaftsrang 4. (nominal) (2010)[1]
Währung Euro (EUR)
Handelsorganisationen EU, WTO, OECD
Kennzahlen
Bruttoinlandsprodukt (BIP) $ 3.593 Mrd. (nominal) (2013)
$ 3.227 Mrd. (PPP) (2013)[1]
2.903,8 Mrd. Euro (2014)[2]
BIP pro Kopf $ 43.952 (nominal) (2013)
$ 39.468 (PPP) (2013)[1]
BIP nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 0,8 %
Industrie: 25,5 %
Bau: 4,7 %
Dienstleistung: 69,0 % (2013)[3]
Wirtschaftswachstum 0,8 % (Q1 zu Q4 2013)
0,4 % (Q4 zu Q3 2013)
0,3 % (Q3 zu Q2 2013)
0,7 % (Q2 zu Q1 2013) [4]
Inflationsrate 0,2 % (Dez. 2014)[5]
Erwerbstätige 42,00 Mio. (April 2014)[6]
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 2,06 % (2010)
Industrie: 24,42 % (2010)
Dienstleistung: 73,52 % (2010)[7]
Erwerbsquote 59,8 % (real)[8]
Arbeitslose 2,71 Mio. (Juni 2015)[9]
Arbeitslosenquote 6,2 % (Juni 2015)[9]
6,8 % (April 2014)[6]
5,3 % (April 2014, nach ILO)[6]
Außenhandel
Export € 1093,9 Mrd. (2013)[10]
Exportgüter Kraftwagen und Kraftwagenteile (17%), Maschinen (15%), Chemische Erzeugnisse (10%), für 2011[10]
Exportpartner FR: 101,5 Mrd. € (2011)
USA: 73,7 Mrd. € (2011)
NL: 69,3 Mrd. € (2011)[11]
Import € 895,0 Mrd. (2013)[10]
Importgüter Datenverarbeitungsgeräte (10%), Erdöl und Erdgas (9%), Kraftwagen und Kraftwagenteile (9%), für 2011[10]
Importpartner NL: 82,0 Mrd. € (2011)
CN: 79,5 Mrd. € (2011)
FR: 66,2 Mrd. € (2011)[11]
Außenhandelsbilanz € 198,9 Mrd. (2013)[10]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden 78,4 % des BIP (2013)
81,0 % des BIP (2012) [12]
Haushaltssaldo -0,1 % des BIP (2013)[13]

Die Wirtschaft Deutschlands ist hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts die größte Volkswirtschaft Europas und die viertgrößte Volkswirtschaft weltweit. Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag Deutschland 2012 in US-Dollar in Europa an zwölfter und international an 21. Stelle. Wichtige Bereiche sind die Industrie und der Dienstleistungsbereich; die Produktion von landwirtschaftlichen Gütern hat eine relativ geringe Bedeutung. Deutschland ist arm an Rohstoffen und Energierohstoffen; der Abbau von Rohstoffen fällt volkswirtschaftlich kaum ins Gewicht. Der Großteil des deutschen Außenhandels erfolgt mit anderen Industrieländern; dabei wird ein beträchtlicher Außenhandelsüberschuss erzielt. Als weltweit konkurrenzfähigste Wirtschaftsbranchen der deutschen Industrie gelten die Automobil-, Nutzfahrzeug-, Elektrotechnische, Maschinenbau- und Chemieindustrie. Im Dienstleistungsbereich gilt international die Versicherungswirtschaft (insbesondere Rückversicherungen) als bedeutend.

Deutschland gilt als weltweit bedeutendster Messestandort; zahlreiche Leitmessen finden hier statt. Kongresse, Ausstellungen und eine im internationalen Maßstab bedeutende Museums- und Veranstaltungslandschaft sind eine wichtige Grundlage von Tourismus und Reiseverkehr.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standortqualität und Wettbewerbsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Indices bescheinigen Deutschland eine hohe Standortqualität und internationale Wettbewerbsfähigkeit:[14]

  • Ernst & Young European Attractiveness Survey (2013): Rang 1 in Europa, Rang 6 weltweit
  • A.T. Kearney FDI Confidence Index (2013): Rang 1 in Europa, Platz 7 weltweit
  • UNCTAD World Investment Prospects Survey (2013): Rang 1 in Europa, Rang 3 weltweit
  • Deloitte Global Manufacturing Competitiveness Index (2013): Rang 1 in Europa, Rang 2 weltweit
  • Institut der deutschen Wirtschaft: Ranking der industriellen Standortqualität: Rang 4 in Europa, Rang 5 weltweit

Beschäftigungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten arbeitenden Menschen (73,53 Prozent) sind in Deutschland im Dienstleistungssektor beschäftigt. Wesentlich dabei sind unter anderem das Verkehrswesen, Gastgewerbe, das Sozial- und Gesundheitswesen, das Wohnungswesen als auch die Finanzwirtschaft. Das produzierende Gewerbe beschäftigt 24,4 Prozent der Erwerbstätigen, Fischerei, Land- und Forstwirtschaft 2,1 Prozent (Angaben: 2010).[7]

Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland hat bedeutende Rohstoffvorkommen, insbesondere im Bereich der Kohlevorkommen (Stein- und Braunkohle), im Bereich Kalisalz, Baustoffe und Steine und Erden. Außerdem befinden sich Erdgasvorkommen in Niedersachsen. Das dichtbesiedelte Industrieland mit dem fünftgrößten Energieverbrauch (nach USA, China, Japan und Indien) weltweit ist dennoch auf Rohstoffimporte angewiesen. Die Bedeutung der heimischen Steinkohle aus dem Ruhrgebiet und dem Saarland sowie der Braunkohle in Sachsen und Sachsen-Anhalt nahm in den vergangenen Jahrzehnten ab. 2005 erfolgte etwa 47 Prozent der Stromerzeugung und 24 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus Kohle,[15] Steinkohle und daraus produzierter Koks ist heute vor allem für die lokale Stahlindustrie und metallverarbeitende Industrie von Bedeutung. Die eigene Erdölförderung in Deutschland erwirtschaftete in den 1960er Jahren noch 30 Prozent des heimischen Bedarfs, mittlerweile nur noch 3 Prozent.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Wie groß ist der Anteil Bruttowertschöpfung in der Landwirtschaft? 2003 ist nicht mehr aktuell. Weblink ist nicht mehr aktuell.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Auch Land- und Forstwirtschaft und deren nachgeordnete Industrien sind wichtige Grundlagenindustrien in Deutschland. Die Agrarpolitik in Deutschland ist Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union, so dass entscheidende Politikbereiche von der EU gestaltet und nur mehr auf bundesdeutscher Ebene umgesetzt werden. Wald macht etwa ein Drittel der Landesfläche aus. Für den gesamten Wirtschaftsbereich Holz, also die Holzwirtschaft, liegt der Anteil an der Bruttowertschöpfung im Jahr 2003 bei rund 2,5 %.[16]

Energiewirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland lag im Jahr 2014 bei 13.080 PJ, was der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung war. Den größten Anteil hatte Erdöl mit 35 %, es folgten Erdgas mit 20,5 %, Steinkohle mit 12,6 %, Braunkohle mit 12,0 %, Erneuerbare Energien mit 11,1 % und die Kernenergie mit 8,1 %.[17] 2005 hatte der Primärenergieverbrauch noch 14.238 PJ betragen; der zweithöchste Wert in Europa und der sechsthöchste weltweit.[18]

Im Zuge der Energiewende spätestens seit dem Jahr 2000 hat die wirtschaftliche Bedeutung erneuerbarer Energien stark zugenommen, die inzwischen einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für die deutsche Industrie darstellen. Im Jahr 2014 lieferten Erneuerbare Energien 160,6 Mrd. kWh elektrische Energie (26,2 % der Bruttostromerzeugung), womit sie erstmals vor Braunkohle der bedeutendste Stromproduzent waren.[17] Im Wärme- und Verkehrssektor lag der Anteil jedoch deutlich niedriger.

Verarbeitendes Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entgeltstruktur im Verarbeitenden Gewerbe

Das Verarbeitende Gewerbe und insbesondere der Maschinenbau[19] trägt mit seinen vielen Hidden Champions entscheidend zum deutschen Exportüberschuss bei.[20]

Einkommens- und Vermögensverteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einkommensungleichheit in Deutschland lag nach Angabe der OECD 2005 knapp unter dem OECD-Durchschnitt, wobei sich die Ungleichheit seit Mitte der 1990er verstärkt hat und laut der OECD seit dem Jahr 2000 Einkommensungleichheit und Armut stärker zugenommen haben als in jedem anderen OECD-Land.[21]

„Die Ungleichheit hat sich von 1992 bis 2003 insgesamt verstärkt, die Einkommensspreizung hat zugenommen mit einer Verschiebung auf die Bezieher höherer Einkommen. Deutliche Unterschiede zwischen den abhängig Beschäftigten und den Selbstständigen sind festzuhalten; insbesondere hat die Ungleichheit der Unternehmereinkommen zugenommen.“

Joachim Merz: Forschungsinstitut Freie Berufe (2006)[22]

2008 betrug nach Zahlen des DIW ein mittleres Einkommen 1.252 Euro,[23] bei einem Gini-Index von 0,29 (ein Ungleichverteilungsmaß, bei dem 0 für Gleichverteilung und 1 für absolute Ungleichverteilung steht).[24]

Die folgende Tabelle zeigt die Situation der Nettoeinkommen von 2003. Fett gedruckt die Spalte, in der die Einkommensbezieher aller Berufsgruppen gemeinsam betrachtet werden. Die Einkommensungleichheit zeigt sich daran, dass die Top-10 %-Einkommensbezieher bereits 31,59 % des Gesamteinkommens erhalten, die Top-5 %-Einkommensbezieher bereits 21,28 %, das Top-1 % bereits 8,11 %. Umgekehrt erhalten die unteren 50 % der Einkommensbezieher nur 18,71 %, also weniger als die Top-5 %-Einkommensbezieher.[22]

Erläuterung Alle Unternehmer Freie Berufe Abhängig Beschäftigte
Steuerpflichtigenanteil (%) 100 10,62 1,78 87,60
Einkommensanteil (%) 100 13,67 2,86 83,47
Mittelwert (€) 29 030 37 353 46 821 27 660
Median (€) 22 781 13 751 21 937 23 517
Verteilung (Gini-Index) 0,43759 0,68332 0,59280 0,38494
Quantile: Einkommensanteile
≤ 5 % 0,24 0,18 0,14 0,25
1. Dezil 0,88 0,58 0,47 0,98
2. Dezil 2,88 1,24 1,22 3,57
3. Dezil 4,72 1,80 1,97 5,41
4. Dezil 6,00 2,45 2,82 6,63
5. Dezil 7,23 3,25 3,98 7,88
6. Dezil 8,67 4,38 6,03 9,32
7. Dezil 10,31 6,21 9,40 10,93
8. Dezil 12,31 9,13 13,88 12,88
9. Dezil 15,41 14,44 20,09 15,80
10. Dezil 31,59 56,51 40,15 26,59
≥ 95 % 21,28 44,62 25,98 16,38
≥ 99 % 8,11 23,25 7,67 4,47
90/10 Relation 35,9 97,4 85,4 27,1
95/5 Relation 88,7 247,9 185,6 65,5

Vermögensverteilung in Deutschland 2002 und 2007 nach Dezilen. Links das ärmste, rechts das reichste Dezil.

Die Vermögensverteilung in Deutschland weist, nach Zahlen des DIW, eine starke Ungleichverteilung auf (Gini-Index 0,799). Seit den 1980er Jahren nimmt die Ungleichverteilung zu.[25] Diese Vermögenskonzentration verstärkt sich seit Mitte der 1990er-Jahre: 2007 besaßen die reichsten 5 % der Bevölkerung 46 % des Gesamtvermögens, das reichste Prozent bereits 23 %. Das Vermögen der ärmsten Bevölkerungsschichten nahm hingegen ab:

„Mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung besaßen dagegen kein oder nur ein sehr geringes individuelles Nettovermögen. Die untersten 70 Prozent der nach dem Vermögen sortierten Bevölkerung haben einen Anteil am Gesamtvermögen von unter neun Prozent und damit rund 1,5 Prozentpunkte weniger als 2002.“[26]

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass Selbstständige und Freiberufler eine kapitalbasierte Altersvorsorge betreiben müssen, während Angestellte und Beamte in die umlagefinanzierte Sozialversicherung einbezahlen bzw. Versorgungsansprüche gegen den Staat stellen und somit kein formalen Vermögen erwerben. Zu Details siehe folgende Untersuchung der Böckler-Stiftung. Werden diese Vorsorge-Ansprüche als Vermögen mit ihrem Barwert berücksichtigt, so verringert sich der formale Abstand zwischen Angestellten und Selbstständigen deutlich.

„Der Gegenwartswert aller Renten- und Pensions-anwartschaften in Deutschland belief sich im Jahr 2007 bei einer unterstellten Diskontierungsrate von drei Prozent auf rund 4,6 Billionen Euro (ohne Anwartschaften auf Betriebsrenten und berufsständische Versorgung von noch im Erwerbsleben stehenden Versicherten sowie ohne Hinterbliebenenversorgung). Im Durchschnitt entspricht dies einem individuellen Anspruch in Höhe von 67000 Euro. Dieser Wert variiert stark nach Erwerbsdauer und beruflicher Stellung. Beamte und Pensionäre halten ein stark überdurchschnittliches Vermögen aus Renten- und Pensionsanwartschaften. Unter Berücksichtigung der Rentenanwartschaften relativiert sich die dominierende Stellung der Selbständigen in der Netto-Geld- und Sachvermögenshierarchie.“

Regionale Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in allen großen Staaten, gibt es auch in Deutschland ein ausgeprägtes wirtschaftliches Gefälle zwischen wirtschaftsstärkeren und schwächeren Regionen. Teilweise sind die Ursprünge dieser Strukturen sehr alt, etwa das Bankenwesen in Frankfurt oder die Hafenstadt Hamburg, während andere Regionen wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in der Industrialisierung ihre prägenden Strukturen erhielten. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte insbesondere im südlichen Bayern eine neue wirtschaftliche Dynamik ein, die maßgeblich durch hierher geflüchtete Unternehmen wie Siemens aus Berlin oder Audi aus Zwickau hervorgerufen wurde.

In der heutigen Zeit finden sich die wirtschaftsstärksten Gebiete in den Ballungsräumen des Südens, vor allem in München, Stuttgart, Frankfurt und Mannheim. Charakteristisch ist hier der im Vergleich zu anderen europäischen Metropolregionen relativ hohe Anteil an Industrie bzw. verarbeitendem Gewerbe. Auch die Region um die Hafenstadt Hamburg im Norden gehört zu den wirtschaftsstarken Gebieten. Dem stehen die Ballungsräume Mittel- und Norddeutschlands wie das Rhein-Ruhr-Gebiet, Hannover, Bremen, Berlin und Dresden gegenüber, die - im Gegensatz zum Süden - einen Strukturwandel durch Deindustrialisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebten und ihre wirtschaftliche Struktur daher teilweise neu ausrichten mussten.

Ländliche Regionen leben vor allem von mittelständischen Betrieben, die in Süddeutschland ebenfalls eine verhältnismäßig hohe Dichte erreichen und diese Regionen dadurch wirtschaftlich beleben. Manche dieser Betriebe sind relativ unbekannte Marktführer in einer sehr spezialisierten weltweiten Branche, weshalb sie als Hidden Champions bezeichnet werden. In Mittel- und Norddeutschland sind diese Strukturen schwächer, weshalb ländliche Regionen dort weniger Zuwanderer anziehen und demografisch schrumpfen und teilweise eine erhöhte Arbeitslosigkeit bei geringeren Einkommen aufweisen. Am dramatischsten traf diese Entwicklung nach 1990 die dünn besiedelten Gebiete im Osten der neuen Bundesländer, insbesondere Vorpommern, die Altmark, die Uckermark und die Prignitz sowie die Lausitz. Einige dieser Gebiete waren seit jeher strukturschwach und hinkten der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands seit Jahrhunderten hinterher. Günstiger zeigen sich die wirtschaftlichen Strukturen im Süden und Westen der neuen Bundesländer, der Agglomeration Berlin und in Westmecklenburg.

Studien wie der von Prognos erstellte Zukunftsatlas haben sich diese regionalen Entwicklungen zum Untersuchungsgegenstand gemacht. Dabei werden anhand unterschiedlicher Indikatoren, etwa aus den Bereichen Arbeits- und Immobilienmarkt, die jeweiligen Entwicklungen quantifiziert und in einem Ranking miteinander verglichen. Diese Rankings geben den oben beschriebenen Sachverhalt des wirtschaftlichen Gefälles in Deutschland wider: neben den genannten wirtschaftsstarken Gebieten befinden sich auch die übrigen Top-Regionen mehrheitlich im Süden der Bundesrepublik, so zum Beispiel Erlangen, Regensburg und Darmstadt. Einzig die Regionen Wolfsburg, Bonn und Braunschweig konnten diesen Trend widerlegen. Die wirtschaftlich schwächsten Regionen hingegen befinden sich ausnahmslos in den neuen Bundesländern.[27]

Unterschiede im Bruttoinlandsprodukt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt in den einzelnen Bundesländern Deutschlands ist recht unterschiedlich. Deutschland insgesamt erreichte 2009 ein BIP von 29.406 EUR pro Einwohner (in jeweiligen Preisen). Die fünf ehemals zur DDR gehörigen Flächenländer liegen zwischen 21.264 (Mecklenburg-Vorpommern) und 22.228 EUR/Ew. (Sachsen). Die sieben westdeutschen Flächenländer erreichten ein BIP zwischen 25.511 (Rheinland-Pfalz) und 35.731 EUR/Ew. (Hessen); Berlin - West- und Ostteil zusammen - hatte ein BIP pro Kopf von 26.265, Bremen von 40.529, Hamburg von 48.229 EUR/Ew.[28]

Messen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handelspartner und Außenhandelsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Hier sollte in einem eigenen Abschnitt auf die Bedeutung des EU-Binnenmarktes eingegangen werden. 70 % Export in einen Binnenmarkt ist sehr relativ.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.
Deutsche Import- und Exportzahlen (halblogarithmische Skala)

2012 erreichte der deutsche Export, trotz eines Rückgangs zum Ende des Jahres, ein Allzeithoch. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Exportumsatz um 3,4 % auf 1097,4 Mrd Euro. Gleichzeitig ist dies nach dem Jahr 2007 der zweithöchste erwirtschaftete Bilanzüberschuss von 188,1 Mrd Euro. [29]

Im Jahr 2010 wurden insgesamt Waren im Wert von 959,5 Mrd. Euro exportiert und für 806,2 Mrd. importiert. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2009 einen Anstieg der Exporte um 19,4 Prozent und einen Anstieg der Importe um 21,3 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2010 mit einem Überschuss von 153,3 Mrd. Euro ab (2009: 138,7 Mrd. Euro).[30]

Im Jahr 2009 lag der Anteil der Ausfuhren in EU-Länder bei 62,3 Prozent des deutschen Gesamtexportes, in Euro-Länder bei 42,7 Prozent. Lediglich knapp 10 Prozent der deutschen Exporte gingen nach Amerika, 14 Prozent gingen nach Asien.[31]

Frankreich ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Der Gesamtwert der Ausfuhren dorthin belief sich im Jahr 2010 auf 90,69 Mrd. Euro, der Gesamtwert der Waren, die aus Frankreich nach Deutschland eingeführt wurden, belief sich 2010 auf 61,75 Mrd. Euro. Insgesamt wurden im Jahr 2010 Waren im Wert von 152,45 Mrd. Euro zwischen den beiden Ländern ausgetauscht. Die Niederlande sind der zweitgrößte Handelspartner Deutschlands. Insgesamt wurden im Jahr 2010 Güter und Dienstleistungen im Wert von 132 Mrd. Euro zwischen Deutschland und den Niederlanden ausgetauscht. Dabei beliefen sich die Importe nach Deutschland auf 68,77 Mrd. Euro, die Exporte in die Niederlande beliefen sich auf 63,23 Mrd. Euro. Drittgrößter Handelspartner ist die Volksrepublik China mit einem Warenwertaustausch von insgesamt 130,16 Mrd. Euro, davon 76,53 Mrd. Euro an Importen nach Deutschland und 53,63 Mrd. Euro an Exporten in die Volksrepublik.[11]

Die Exporte trugen 2006 zu 21 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei (Importe zu 14 Prozent und die Binnenwirtschaft, also wirtschaftliche Vorgänge im Inland, zu 65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts).

Mit einem Exportwert von 969 Milliarden Euro und einem Handelsüberschuss in Höhe von 199 Milliarden Euro war Deutschland 2007 wieder das Land mit den weltweit meisten Exporten (umgangssprachlich auch oft als „Exportweltmeister“ bezeichnet).[32]

Dieser Rekord-Handelsüberschuss (deutlich mehr Ausfuhren als Einfuhren) wird jedoch auch kritisch gesehen. Zum einen, da Deutschland mit seiner Exportorientierung stark von der Entwicklung im Ausland abhängig ist.[33] Zum Anderen wird kritisiert, dass die deutsche Wirtschaft durch dieses Leistungsbilanzungleichgewicht eine nachhaltige Entwicklung in Europa verhindere. Deutschland profitiert mit seinem Handelsüberschuss davon, wenn europäische Nachbarländer ihre Binnenwirtschaft stärken, aber umgedreht können die Nachbarn nicht vermehrt nach Deutschland exportieren.[34]

Durch den global zunehmenden Handel kommt es zu verstärkter Arbeitsteilung, und somit nicht nur zu einem Zuwachs von Exporten, sondern auch von Importen. Einige Ökonomen, wie z. B. Hans-Werner Sinn, sind wegen dieses Zuwachses der importierten Vorleistungen der Ansicht, dass Deutschland zu einer Basarökonomie verkommt.

Handelsgüter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland exportiert hauptsächlich (47,2 Prozent der Gesamtausfuhren, 2007) Automobile, Maschinen, Chemieerzeugnisse und schwere elektrische Geräte. Ein Großteil der deutschen Handelsaktivitäten findet innerhalb von Industrieländern, der gleichen Industrie oder sogar der gleichen Firma statt (siehe oben), so dass Automobile, Maschinen und Chemieerzeugnisse auch wesentliche Importerzeugnisse sind. Jedoch werden deutlich mehr dieser Waren aus Deutschland exportiert als importiert.[35]

Kraftwagen und Kraftwagenteile machen dabei 19,1 Prozent der deutschen Exporte aus, Maschinen 14,7 Prozent und chemische Erzeugnisse 13,4 Prozent der deutschen Ausfuhren aus.[36] Die deutschen Agrarexporte summierten sich 2012 zu insgesamt 60,1 Milliarden Euro.[37] Erdöl und Erdgas sind (im Vergleich zum Export) Deutschlands wichtigste Importgüter (Importwert von 61 Milliarden Euro, 2007).[35]

Mit einem Weltmarktanteil von 11 Prozent (2010) ist Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur weltweit.[38]

Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabelle: Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands 2013 bei den Exporten[39]

Rang Zielland 2012 [Mrd.€] 2011 [Mrd.€] 2010 [Mrd. €] 2009 [Mrd. €] 2008 [Mrd. €] 2007 [Mrd. €] 2006 [Mrd. €] 2012 zu 2011 [%] 2011 zu 2010 [%]
Insgesamt 1.097,34 1.060,20 959,5 803,3 984,1 969,0 893,0 3,5 10,4
1. FrankreichFrankreich Frankreich 104,34 101,56 90,7 81,3 93,7 93,9 85,0 2,7 12,0
2. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 86,83 73,69 65,6 54,4 71,4 73,4 78,0 17,8 12,3
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 72,94 65,33 59,5 53,2 64,2 71,0 64,7 11,6 9,8
4. NiederlandeNiederlande Niederlande 70,86 69,31 63,2 53,2 65,8 62,4 56,5 2,2 9,7
5. China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 66,63 64,76 53,6 37,3 34,1 29,9 27,5 2,8 20,8
6. OsterreichÖsterreich Österreich 57,53 57,87 53,7 46,1 54,7 52,8 49,5 0,6 7,8
7. ItalienItalien Italien 55,84 62,12 58,5 50,6 62,0 65,1 59,3 10,1 6,19
8. SchweizSchweiz Schweiz 48,83 47,71 41,7 35,5 39,0 36,4 34,8 2,3 14,4
9. BelgienBelgien Belgien 44,54 46,97 46,4 41,8 49,9 51,4 46,7 5,1 1,2
10. PolenPolen Polen 42,23 43,47 38,1 31,1 40,8 36,1 29,0 2,9 16,7
11. RusslandRussland Russland 38,05 34,41 26,4 20,6 32,3 28,2 23,4 10,6 30,3
12. TschechienTschechien Tschechien 31,55 30,63 27,0 22,0 27,6 26,0 22,5 3,0 13,4
13. SpanienSpanien Spanien 31,17 34,87 34,4 31,3 42,7 48,2 41,8 10,6 1,4
14. SchwedenSchweden Schweden 21,17 22,01 19,6 15,5 20,1 21,7 18,8 3,8 12,3
15. TurkeiTürkei Türkei 20,07 20,14 16,2 11,6 15,1 15,1 14,4 0,3 24,3
16. JapanJapan Japan 17,10 15,12 13,1
17. UngarnUngarn Ungarn 16,34 15,69 4,1

Im Anschluss ist eine Auflistung der wichtigsten deutschen Handelspartner im Jahr 2014 zusehen:[39]

Staat Export [Mrd. €] Import [Mrd. €] Saldo [Mrd. €]
Frankreich 101,92 67,47 +34,44
USA 96,08 48,58 +47,50
Großbritannien 84,14 42,30 +41,84
China 74,50 79,54 -5,03
Niederlande 73,18 88,13 -14,95
Österreich 56,15 36,39 +19,76
Italien 54,49 48,55 +5,94
Polen 47,75 39,75 +7,99
Schweiz 46,27 39,34 +6,93
Belgien 42,13 39,73 +2,40
Spanien 34,94 24,96 +9,98
Tschechien 33,54 36,86 -3,32
Russland 29,32 38,40 -9,08
Schweden 21,55 14,10 +7,45
Ungarn 19,86 22,03 -2,16
Türkei 19,32 13,32 +6,00
Japan 16,92 19,04 -2,12
Dänemark 16,85 11,86 +4,99
Südkorea 15,62 7,99 +7,63
Vereinigte Arabische Emirate 11,41 0,75 +10,66
Slowakei 11,29 12,90 -1,61
Rumänien 10,71 10,15 +0,56
Brasilien 10,41 9,25 +1,16
Mexiko 9,08 3,67 +5,41
Indien 8,92 7,05 +1,87
Saudi-Arabien 8,92 1,10 +7,82
Finnland 8,80 7,32 +1,48
Kanada 8,64 3,75 +5,05
Norwegen 8,50 19,24 -10,74
Südafrika 8,31 4,90 3,41
Australien 7,80 2,03 5,77
Portugal 7,12 5,24 1,88
Taiwan 6,88 7,08 -0,20
Singapur 6,30 5,00 1,30
Hong Kong 5,89 1,50 4,39
Luxemburg 5,55 3,26 2,29
Irland 5,48 8,88 Beispiel
Griechenland 4,95 1,74 Beispiel
Malaysia 4,80 6,13 Beispiel
Slowenien 4,13 4,86 Beispiel
Israel 4,05 1,65 Beispiel
Thailand 3,94 4,64 Beispiel
Ukraine 3,60 1,62 Beispiel
Bulgarien 3,30 2,60 Beispiel
Indonesien 2,95 3,60 Beispiel
Ägypten 2,87 1,53 Beispiel
Algerien 2,62 2,52 Beispiel
Litauen 2,58 1,58 Beispiel
Argentinien 2,45 1,60 Beispiel
Iran 2,39 0,30 Beispiel

Deutsche Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die zehn größten deutschen Unternehmen geordnet nach dem Umsatz des Geschäftsjahrs 2007.

Platz Unternehmen Umsatz (in Mio. Euro) Gewinn (in Mio. Euro) Beschäftigte (in 1000)
1 Volkswagen AG 113.800 (2008) 4.120 369,9 (2008)
2 Daimler AG 95.873 (2008) 3.985 273,2 (2008)
3 E.ON AG 87.650 (2008) 7.204 93,6 (2008)
4 Siemens 77.327 (2008) 3.806 428,0 (2008)
5 Metro AG 64.337 825 242,4
6 Deutsche Post AG 63.512 1.389 475,1
7 Deutsche Telekom AG 62.516 569 241,4
8 BASF SE 57.951 4.065 95,2
9 BMW AG 56.018 3.126 107,5
10 ThyssenKrupp AG 51.723 2.102 191,4

Aktuelle Konjunkturentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real in Prozent
Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Änderung gegenüber Vorjahr 0,4 0,3 1,6 1,7 1,9 1,7
ifo Konjunkturprognose 2015-2017[40] 2016/17 Prognosewerte

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Aktienindex CDAX 1840–2011

Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stein-Hardenberg’sche Reformen in Preußen, der deutsche Zollverein von 1834 und die Reichsgründung von 1871 waren wichtige institutionelle Schritte auf dem Weg zur Industrialisierung. Mit der Gründerzeit, deren Anfänge in den 1840er-Jahren lagen, setzte die industrielle Revolution in Mitteleuropa ein. Nachdem Frankreich den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 verloren hatte, erlegte das Deutsche Kaiserreich Frankreich Reparationen in Höhe von fünf Milliarden Goldfranken auf (Friede von Frankfurt). Frankreich zahlte in Tranchen, die letzte davon 1873. Dieser Zufluss an Kapital verstärkte die Euphorie an den Börsen, bis es 1873 zu einem Börsenkrach („Gründerkrach“) kam. Aus ihm entwickelte sich die sogenannte Große Depression (1873–1896), eine Zeit des deflationären weltweiten Wirtschaftswachstums, in der trotz Wirtschaftswachstum die Preise wichtiger Güter um bis zu 50 Prozent sanken.

Industrielle Wirtschaftsbranchen waren anfangs die in Deutschland wenig bedeutende Textilindustrie (z. B. Flachsspinnerei Hirschfelde H. C. Müller, Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg), der die die sehr bedeutende Eisenbahnindustrie (Geschichte der Eisenbahn in Deutschland) folgte. Die Eisenbahn ermöglichte niedrigere Transportkosten und -zeiten und förderte Schwerindustrie, Eisenbahnbau, Brückenbau und Tunnelbau. Wichtige Unternehmen der Schwerindustrie waren Sächsische Maschinenfabrik, Borsig, Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat, Friedrich Krupp AG, Thyssen AG und Mannesmann. Später kamen die Elektroindustrie (z. B. Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske, Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) und die chemische Industrie hinzu (z. B. Badische Anilin- und Sodafabrik, Farbwerke Hoechst, Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.). Einige Banken, zum Beispiel die Deutsche Bank, die Disconto-Gesellschaft und die Dresdner Bank, wurden nach 1871 zu bedeutenden Unternehmen; ebenso einige Handelsunternehmen wie z.B. die Hugo Stinnes GmbH.

Die wichtigste Partei im 1871 entstandenen Reichstag war anfangs die Nationalliberale Partei. Eine Folge der Wirtschaftskrise von 1873 war das Entstehen von Lobbyverbänden (z. B.: Bund der Landwirte, Centralverband deutscher Industrieller und Bund der Industriellen), von denen einige auf eine Einführung von Zöllen zur Behinderung von Importen konkurrierender Güter hinwirkten. Dies war 1878/79 mit der Schutzzollpolitik des Reichskanzlers Otto von Bismarck erreicht, wodurch es zur Spaltung der Nationalliberalen Partei kam und mit den Kartellparteien ein neuer rechts-liberaler politischer Block die Führung im Reichstag übernahm. Nach Bismarck - sein Nachfolger wurde von 1890 bis 1894 Leo von Caprivi - kam es im Rahmen des „Neuen Kurses“ zu einer Wende in der Zoll- und Handelspolitik. Die industrielle Entwicklung wurde durch ein System von Handelsverträgen gefördert und Agrarzölle wurden gesenkt. Die folgenden Reichskanzler revidierten diese Politik in Teilen, da die Interessen von Industrie und Landwirtschaft gegeneinander standen. Die Deutsche Zentrumspartei drängte darauf, dass mehrere Sozialversicherungen eingeführt wurden (Krankenversicherung (1883), Unfallversicherung (1884) und Invaliditäts- und Altersversicherung (1889)). Am 1. Januar 1900 trat das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft; es regelte für ganz Deutschland erstmals einheitlich die Beziehungen zwischen rechtlich gleichgestellten Rechtsteilnehmern (Personen und Unternehmen).

Das Reichsgericht urteilte am 4. Februar 1897,[41] dass die Bildung von Wirtschaftskartellen erlaubt ist und die Einhaltung von geschlossenen Vereinbarungen gerichtlich eingeklagt werden kann. Dies löste die Kartellbewegung aus.

Entwicklung der Gewerkschaften in Deutschland 1887–1914

Der große Bergarbeiterstreik von 1889 führte 1891 zum Erlass eines Arbeiterschutzgesetzes und bedeutete den Durchbruch der Gewerkschaft im Ruhrbergbau. Der Hamburger Hafenarbeiterstreik 1896/97 dauerte elf Wochen, endete erfolglos und war Anlass für die Zuchthausvorlage. Der landesweit beachtete Textilarbeiterstreik 1903/04 in Crimmitschau, unter anderem wegen eines Zehnstundentages, war hingegen erst 1908 erfolgreich. 1912 kam es dann zu einem Bergarbeiterstreik, bei dem die Regierung unter anderem 5000 Soldaten schickte und so den Streik nach 11 Tagen beendete. 1914 beschlossen die Gewerkschaften kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, auf Streiks zu verzichten ("Burgfriedenspolitik").

Ab 1890 war die SAP / SPD die Partei mit den meisten Wählerstimmen, doch die meisten Sitze im Reichstag hatte von 1881 bis zur Reichstagswahl 1912 fast immer die katholische Zentrumspartei. 1907 formierte sich der sogenannte Bülow-Block im Reichstag, ein Wahlbündnis von Konservativen, Nationalliberalen und Linksliberale, das allerdings über die Reichsfinanzreform 1909 zerbrach, bei der neben einer Erhöhung indirekter Steuern auch die Einführung einer Erbschaftssteuer vorgesehen war. Anschließend führte den Reichstag bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges ein Bündnis von Konservativen und Zentrum, während die unterlegenden politischen Kräfte den Hansabund gründeten. Wegen dessen linksliberaler Position, verließen die Industrieverbände den Bund bald wieder und seine politische Bedeutung verlor an Gewicht.

Weltkriege und Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktienindex des Statistischen Reichsamtes in Reichsmark (1924–1942)

In der Zeit der Weltkriege war die Wirtschaft als Kriegsökonomie organisiert. Die wirtschaftliche Koordination erfolgte während des Ersten Weltkriegs weitgehend durch die Kriegsrohstoffabteilung. Für einzelne Rohstoffe schlossen sich die Unternehmen zu Kriegsrohstoffgesellschaften zusammen, wie beispielsweise die Kriegsmetallgesellschaft und die Kriegschemikaliengesellschaft. Diese Organisationsform wurde gelegentlich als Kriegssozialismus oder Gemeinwirtschaft idealisiert. Aus den besetzten Gebieten wurden Rohstoffe der eigenen Wirtschaft zugeführt, wie beispielsweise Eisenerz aus Briey und landwirtschaftliche Produkte aus Polen, aber auch hunderttausende von Zwangsarbeiter aus Belgien und Polen arbeiteten für das Reich. Für die Zuteilung von Nahrungsmittel gab es Lebensmittelmarken; ab 1915 die Brotkarte und später z. B. Fleischkarten, Zuckerkarten und Seifenkarten. Bedeutend war auch der weit verbreitete Schwarzmarkt für Waren aller Art.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs, während der Novemberrevolution, einigten sich Gewerkschaften und deutsche Industrie im Stinnes-Legien-Abkommen darauf, dass die Gewerkschaften in Zukunft als Vertreter der Arbeiterinteressen und als Tarifpartner behandelt werden (Koalitionsfreiheit), der Achtstundentag eingeführt wurde und eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel unterbleibt (Räterepublik, Rätekommunismus). Als gemeinsames Gremium wurde die Zentralarbeitsgemeinschaft (1918 bis 1924) gegründet. Bei Tarifkonflikten gab es allerdings die staatliche Zwangsschlichtung und die Schlichter konnten bindende kollektive Lohnvereinbarungen gegen den Willen der Tarifparteien durchsetzen. Von 1920 bis 1934 galt das Betriebsrätegesetz.

Finanzminister Matthias Erzberger reformierte 1919/1920 die Reichsfinanzen mit der sogenannten Erzbergerschen Finanz- und Steuerreform, beispielsweise wurde die Reichsabgabenordnung beschlossen und der direkte Lohnsteuerabzug eingeführt. Er besteuerte die „Kriegsgewinnler“ unter anderem mit der Hauszinssteuer, einer Vermögenszuwachsabgabe, einer geänderten Erbschaftssteuer und Einkommensteuer und er erhob eine einmalige Vermögensabgabe, das Reichsnotopfer.[42]

Ursprünglich war ein Drittel des Banknotenumlaufs durch Gold und zwei Drittel durch Handelswechsel gedeckt, doch ab August 1914 (Kriegsbeginn) wurden zusätzlich Darlehnskassenscheine, Reichskassenscheine und Wechsel der Reichsbank ausgegeben. Außerdem wurde die gesetzliche Noteneinlösungspflicht der Reichsbank in Gold aufgehoben. Seit dem unterschied man zwischen der sogenannten Papiermark, der normalen Mark, und der fiktiven Goldmark (s. a: Goldzollmark), eine Recheneinheit, die sich aus dem Verhältnis vom Wert der Papiermarkt zum aktuellen US-Dollarkurs ergab (Die Vereinigten Staaten hielten am Goldstandard fest). Damit begann die Zeit der deutschen Inflation von 1914 bis 1923, bei der im November 1923 der Kurs für 1 US-Dollar bei 4,2 Billionen Mark lag. Die grundschuldgestützte Rentenmark wurde 1923 als Parallelwährung im Verhältnis von 1:1 Billion eingeführt. 1924/25 löste die Reichsmark beide Währungen ab und der Golddevisenstandard wurde eingeführt (40 Prozent des Banknotenumlaufs mussten in Gold oder in Gold gedeckten Devisen vorliegen).

Ab 1923 stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage, wobei die Arbeitslosenquote mit Ausnahme des Jahres 1925 trotzdem immer über 8 Prozent lag. Das reale Pro-Kopf-Einkommen stieg von 1924 bis 1928 um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Die Reichsregierung legte 1926 ein großes Investitionsprogramm auf und die Städte initiierten mit kurzfristigen Auslandskrediten finanzierte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. So ließ beispielsweise der damalige Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, in den Jahren 1929 bis 1932 eine vierspurige Schnellstraße zwischen Köln und Bonn errichten, die heutige Bundesautobahn 555. (s. a. Öffa-Wechsel) 1927 wurde die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gegründet. In der Wirtschaft kam es zu einer Konzentrationswelle; spektakuläre Unternehmensfusionen waren 1925/26 die der Vereinigten Stahlwerke und der I.G. Farbenindustrie und 1929 die des deutsch-niederländischen Kunstfaserherstellers Algemene Kunstzijde Unie (AKU)[43] und die der Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft (DeDi-Bank).

In der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise (zu Deutschland siehe auch: Deutsche Bankenkrise) steigerte sich die Zahl der Arbeitslosen von bis zu 3 Millionen im Winter 1928/29 auf über 6 Millionen 1932/33 oder etwa 40 Prozent aller Industriearbeiter. Auch brach der Welthandel zusammen, da weltweit die Zölle angehoben wurden (z.B. Smoot-Hawley Tariff Act, 1930), und so wurde es immer schwieriger neue Auslandskredite zu bekommen und alte zurückzuzahlen. Die Reserven der Reichsbank an Golddevisen schmolzen und um ein Unterschreiten der 40 Prozent Grenze zu vermeiden verschärfte sie die Anforderungen für neue Kredite. 1931 führte die Reichsregierung Devisenverkehrsbeschränkungen (Sperrmark, Devisenstellen, Neuer Plan (1934)) und die Reichsfluchtsteuer ein. In der Wirtschaftspolitik verfolgte Reichskanzler Heinrich Brüning eine Politik des Haushaltsausgleichs („Deflationspolitik“), indem er per Notverordnung direkte und indirekte Steuern anhob und Sozialausgaben, Löhne, Preise und Mieten senkte. Am 10. Dezember 1931 wurde mit Carl Friedrich Goerdeler ein Reichskommissar für Preisüberwachung ernannt, der die staatlich verordneten Preissenkungen durchzusetzen hatte.[44]

Die Reparationsforderungen wurden mit der Zeit gesenkt und im Verlauf der Weltwirtschaftskrise auf der Konferenz von Lausanne 1932 auf eine Restzahlung von 3 Milliarden Reichsmark festgesetzt.

Ab 1933 erholten sich die Beschäftigungszahlen. Die Gewerkschaften wurden in der Deutschen Arbeitsfront 1933 gleichgeschaltet und ein Lohnstopp wurde erlassen. 1934 ersetzte das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit das Betriebsrätegesetz, wodurch die Arbeitnehmerrechte weitgehend abgeschafft wurden. Stattdessen gab es dem Reichsarbeitsministerium unterstellte „Treuhänder der Arbeit“. 1935 wurde die Arbeitsbuchpflicht schrittweise eingeführt und ab 1939 konnte jedem Arbeitnehmer ein Arbeitsplatz vorgegeben werden.

Ab 1936 stiegen die staatlichen Rüstungsausgaben und die Ausgaben um Selbstversorger bei kriegswichtigen Roh- und Grundstoffen zu werden. Dazu wurden etwa die Hälfte aller Investitionen in die vom „Vierjahresplan“ (recht bald Vierjahresplan-Organisation) präferierten Branchen gelenkt. Flankierend wurde im Oktober 1936 ein Reichskommissar für die Preisbildung eingerichtet. Es entstanden Unternehmen, wie beispielsweise die Braunkohle-Benzin AG, das Volkswagenwerk Wolfsburg, das Junkers Flugzeug- und Motorenwerke und die Reichswerke Hermann Göring. Das Reichswerk übernahm im Verlauf des Zweiten Weltkrieges ausländische Großkonzerne, wie beispielsweise die Alpine Montangesellschaft, Steyr Daimler Puch und die Škoda-Werke.

Finanziert wurden die Kriegskosten nur zu einem kleinen Teil durch reguläre Staatseinnahmen, zum größeren Teil mit der sogenannten „Geräuschlosen Kriegsfinanzierung“ und durch die besetzten Länder (siehe auch: Hitlers Volksstaat von Götz Aly). Als auch das nicht mehr ausreichte, wurde die Deutsche Reichsbank als Kreditgeber eingesetzt.

Wegen zunehmendem Arbeitskräftemangel wurde während des Zweiten Weltkriegs zwischen sieben und elf Millionen Menschen aus dem Ausland zur Zwangsarbeit genötigt. Auch entstanden in der Nähe von Konzentrationslagern Betriebsstätten entsprechend dem Konzept „Vernichtung durch Arbeit“, wie etwa die Ostindustrie GmbH, die Deutschen Ausrüstungswerke, die Walther-Werke und die Deutschen Erd- und Steinwerke. Neben der Zwangsarbeit konnte auch freiwillige Arbeit während des Aufenthalts in einem Ghetto geleistet werden, welches nach dem im Jahr 2002 verabschiedeten Ghettorentengesetz durch eine Rente vergolten wird. Nach Berechnungen von Götz Aly sollen dafür rund 1 Mrd. Reichsmark[45] an die deutsche Sozialversicherung gezahlt worden sein.[46]

Mit der „Arisierung“ enteignete man etwa 100.000 Betriebe jüdischer Inhaber zugunsten des NS-Staates, Unternehmen und Privatleuten. Auch der persönliche Besitz der Deportierten wurde vom Staat vereinnahmt und beispielsweise durch Versteigerungen[47] zu Geld gemacht. (s. a.: Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden, Judenvermögensabgabe, Aktion 3) Des Weiteren wurde im Zuge der „Aktion Reinhardt“, der systematischen Ermordung aller Juden und Roma des besetzten Polen, laut endgültiger Abrechnung vom 5. Januar 1944 etwa 180 Millionen Reichsmark[48] erbeutet.

Am Ende der zwei Weltkriege waren nicht nur viele Millionen Menschen getötet oder kriegsversehrt, sondern auch Millionen Wohnungen und zahlreiche Fabriken zerstört oder beschädigt.

Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchschnittliche deutsche Arbeitslosenquote[49] bis 1990 nur
Westdeutschland, ab 1991 Gesamtdeutschland.

Neubausiedlung für Flüchtlinge in Köln, Dezember 1954
Bundesrepublik Deutschland

Der schnelle Wiederaufbau in Westdeutschland nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wird umgangssprachlich als „Wirtschaftswunder“ bezeichnet. Das hohe Wirtschaftswachstum führte allerdings erst in den 1960er Jahren zur Vollbeschäftigung. So stieg die Arbeitslosenquote 1948 nach der Währungsreform stark und eine Welle von Streiks (z.B. die Stuttgarter Vorfälle vom 28. Oktober 1948) gipfelte in der Bizone im Generalstreik vom 12. November 1948, dessen wichtigstes Ziel die Aufhebung des Lohnstopps war (erfolgte am 3. November 1948).[50] Die Arbeitslosenzahl erreicht 1950 mit 11 Prozent ihren Höhepunkt, fiel dann bis 1955 auf 5,6 Prozent und lag 1960 bei 1,3 Prozent.[51] Zusätzlich erschwert war die Situation am Arbeitsmarkt bis zum Ende der 50er Jahre, da viele Millionen Heimatvertriebene und Übersiedler in Westdeutschland aufgenommen wurden. Nach dem Erreichen der Vollbeschäftigung war der Bedarf nach weiteren Arbeitskräften derart dringend, dass in großer Zahl im Ausland sogenannte Gastarbeiter angeworben wurden. Seit den 1950er Jahren wurde der soziale Wohnungsbau stark gefördert, und zur Eingliederung der etwa eineinhalb Millionen Kriegsversehrten in das Erwerbsleben wurden 1953 Pflichtquoten festgelegt. Eine wesentliche Änderung der gesetzlichen Rentenversicherung geschah mit der Rentenreform von 1957, als das Kapitaldeckungsverfahren zu Gunsten des Umlageverfahrens aufgegeben und die dynamische Anpassung der Rentenhöhe an die Bruttolohnentwicklung eingeführt wurde.

Bedeutend für den erfolgreichen Wiederaufbau waren die Währungsreform von 1948, die gestaffelte Freigabe vieler Preise 1948, die Einführung der sozialen Marktwirtschaft durch Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (1949 bis 1963), das Ende der Demontage 1950, das europäische Wiederaufbauprogramm der USA – der Marshallplan – und die Eingliederung Westdeutschlands in die von den USA geführte Weltwirtschaft.[52] Dazu gehörte die Teilnahme in der Europäischen Zahlungsunion im September 1950, Beitritt zum GATT 1950/51, die Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1951 und in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957. 1948 wurde der Wechselkurs zwischen US-Dollar und DM mit 0,3 $ = 1 DM festgesetzt und 1949 die Dollarklausel abgeschafft. Mit dem Luxemburger Abkommen vom September 1952 und dem Londoner Schuldenabkommen vom Februar 1953 wurden die finanziellen Verpflichtungen Deutschlands aus der Vorkriegszeit, die durch die Kriegszeit entstandenen Reparationen und die Entschädigung der jüdischen Verfolgten und weiterer NS-Verfolgter (s. a.: Jewish Claims Conference, Deutsche Wiedergutmachungspolitik) derart geregelt, dass die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches nicht mit zu großen finanziellen Lasten beladen wurde.

In der Regierungszeit von Konrad Adenauer (Kabinette Adenauer I, II, III, IV und V, von 1949 bis 1963) und Ludwig Erhard (Kabinette Erhard I und II, von 1963 bis 1966) wurden in den Jahren 1959 bis 1965 bedeutende Beteiligungen des Bundes an Unternehmen zum Teil privatisiert. Dazu gehörte die Preussag, die Volkswagen AG (siehe auch VolkswagenStiftung) und die VEBA.[53] 1963 wurde der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eingesetzt, um der Bundesregierung und der Öffentlichkeit jährlich eine unabhängige wissenschaftliche Analyse und Prognosen für die Zukunft zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen und der Gründung des Bundeskartellamts 1958 war das Prinzip der Wettbewerbsfreiheit (s.a.: Dekartellierung) auf Dauer verankert.

Im März 1961 wertete erstmals die Deutsche Mark um fünf Prozent auf. Die festen Wechselkurse gerieten 1968/69 erneut unter Druck. Am 20. November 1968 wurden für drei Tage sogar die meisten europäischen Devisenbörsen geschlossen und die G10 trafen sich in Bonn zu Verhandlungen. Die Deutsche Bundesbank stellte den Ankauf von US-Dollar, zur Stützung der festen Wechselkurse, am 30. September ein. Am 27. Oktober 1969 wurde die Deutsche Mark nach einer Aufwertung von 9,3 Prozent wieder zum Kurs von 3,66 DM pro US-Dollar fest an den US-Dollar gebunden. In dieser Zeit stiegen die Lohnerhöhungen von den zuvor üblichen 8 Prozent pro Jahr auf 14 Prozent im ersten Quartal 1970, eine Lohn-Preis-Spirale war entstanden. Die Bundesbank erhöhte im Gegenzug die Zinsen, was aber nur zu Kreditaufnahmen im Ausland führte. Am 9. Mai hob die Bundesbank den festen Kurs zum US-Dollar auf. Am 15. August 1971 wurde die Konvertibilität des US-Dollars in Gold aufgehoben und damit endete der Goldstandard (s. a. Deutsche Goldreserven). Die G10 beschlossen am 18. Dezember 1971 in Washington (Smithsonian Agreement) eine Neufestsetzung der Wechselkurse zum US-Dollar und zum Gold und eine neue Schwankungsbreite der Währungen zum US-Dollar von ± 2,25 Prozent. Eine Reihe von Devisenverkehrsbeschränkungen, wie das 1972 in Kraft getretene Bardepotgesetz, wurden in Deutschland eingeführt. Am 24. April 1972 beschlossen einige europäische Staaten, einschließlich Deutschland, den Europäischen Wechselkursverbund, um die Schwankungsbreite ihrer Währungen gegeneinander auf ± 2,25 Prozent festzulegen. Das Abkommen wandelte sich zu einem reinen europäischen Wechselkursverbund, nachdem der Wechselkurs zum US-Dollar ab März 1973 sich völlig frei bilden durfte (Zusammenbruch von Bretton-Woods). 1979 entstand daraus das Europäische Währungssystem.

Die Bundesbank ging intern ab 1973 über auf die Geldmengensteuerung und ab 1975 gab sie ein Geldmengenziel vor.[54]

Deutsche Demokratische Republik

Von 1945 bis 1949 gab es in der sowjetischen Besatzungszone eine Bodenreform, wobei die Eigentümer meistens entschädigungslos enteignet wurden, gleiches geschah mit Großunternehmer, Großhandel und Banken. Es entstanden etwa 200 Sowjetische Aktiengesellschaften. Die verbleibenden privaten Unternehmen wurden ab 1950 umgewandelt in volkseigene Betriebe (VEB) und Betriebe mit staatlicher Beteiligung (BSB), die 1972 dann auch sozialisiert wurden. Von 1952 bis 1960 ging fast das gesamte Agrarland in volkseigene Güter (VEG) oder landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) über. Sozialistische Genossenschaften gab es auch beispielsweise im Handwerk (PGH), bei den Binnenfischern (PGB), bei Gärtnereien (GPG), im Bau (AWG) und bei See- und Küstenfischern (FPG).

Deutsche Mark der DDR von 1948

Seit dem 23. Juni 1948 gab es mit der Deutschen Mark eine eigene Währung. Bis dahin galt neben Rentenmark und Reichsmark auch eine von der Sowjetischen Militäradministration als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführte Mark der Alliierten Militärbehörde, auch „Besatzungsmark“ genannt. Eine gleich lautende Währung wurde ebenfalls von allen Alliierten seit dem 9. August 1945 in Berlin als gesetzliches Zahlungsmittel herausgegeben.[55] Mit der neuen Währung war eine Währungsreform verbunden, der am 13. Oktober 1957 eine weitere folgte.

Die DDR wurde im September 1950 in den 1949 gegründeten und von der Sowjetunion geführten Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) aufgenommen. Die Organisation entstand um eine wirtschaftliche Unabhängigkeit der osteuropäischen Mitgliedsstaaten vom Westen zu ermöglichen. Gegen Ende der 50er Jahre begann man den RGW organisatorisch weiter zu entwickeln und erste internationale Wirtschaftspläne entstanden. Die wichtigste Unternehmung des RGW war zu dieser Zeit die von 1959 bis 1964 errichtete über 5000 Kilometer lange Erdölleitung Freundschaft.

Mit einer Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent sollten wirtschaftliche Schwierigkeiten begegnet werden, doch kam es deshalb unter anderem zum Volksaufstand vom siebzehnten Juni 1953. Seit den 1950er Jahren gab es den sogenannten Interzonenhandel, später „innerdeutscher Handel“ genannt, der zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in Form eines Tauschhandels abgewickelt wurde.[56] Bis zum 13. August 1961, dem Beginn des Baus der Berliner Mauer und der Verstärkung der Grenzbefestigung an der Innerdeutsche Grenze flüchteten viele Millionen Ostdeutsche nach Westdeutschland.

Bipolare Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesrepublik Deutschland
Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1980 bis 2018

Mit dem Ende des Bretton-Woods-System 1973 und der Ölkrise im gleichen Jahr endete die Zeit des durchgehend hohen wirtschaftlichen Wachstums in Westdeutschland und die Arbeitslosenquote überstieg auf Dauer zwei Prozent.

Die Automobilindustrie und die Informationstechnik entwickelten sich zu neuen industriellen Schlüsselindustrien, weshalb die öffentliche Hand große Investitionen in die Infrastruktur tätigte. So wurden beispielsweise aus dem 1973 erstmals aufgestellten Bundesverkehrswegeplan große Summen in den Fernstraßenbau investiert. In den 90er Jahren wurde das leitungsgebundene Telefonnetz von der Deutschen Telekom digitalisiert und mehrere Mobilfunkbetreiber, darunter ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, errichteten Mobilfunk-Netze für große Teilnehmerzahlen (siehe auch: Geschichte des Telefonnetzes, Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland). Allerdings verkaufte die Bundesrepublik Deutschland ab 1996 fast komplett ihren Anteil an „T-Aktien“ der Deutschen Telekom.

Früher wichtige Branchen wie die Eisenbahn, die Schwerindustrie und der Bergbau verloren an Bedeutung. Seit den 1960er Jahren änderte sich die deutsche Energiewirtschaft, es gab vermehrt Importkohle und Haushalte und Gewerbe gingen für die Kohleindustrie verloren. In der Folge musste beispielsweise der Ruhrbergbau die Förderung reduzieren. Der 1963 gegründete Rationalisierungsverband Ruhrbergbau begleitete die Schließung vieler Großzechen. Weitere Schritte waren der Hüttenvertrag von 1968, der Jahrhundertvertrag von 1975 und die Bildung der Ruhrkohle AG.

Obwohl die Textil- und Bekleidungsindustrie bis in die 90er Jahre eine durch Importquoten geschützte Wirtschaftsbranche war, wurden arbeitsintensive Produktionsschritte zunehmend in Niedriglohnländer verlagert. Sogar im innerdeutschen Handel waren Textilien und Bekleidung 1987 mit 16,04 %[57] wichtige DDR-Produkte. Der Strukturwandel in der Bundesrepublik verstärkte sich weiter als mit dem 1994 beschlossenen Welttextilabkommen die Handelsschranken schrittweise aufgehoben wurden. Für die westdeutsche Branche bedeutete dies, dass sie in neue Produkte investierte, wie beispielsweise Technische Textilien, und traditionelle Standorte, wie das Augsburger Textilviertel oder die Schuhindustrie in Pirmasens, an Beschäftigung verloren. Während zu Beginn der sechziger Jahre in Westdeutschland noch 1,27 Millionen Menschen - überwiegend Frauen - in der Textil- und Bekleidungsindustrie beschäftigt waren, schrumpfte die Zahl in Deutschland auf 230.000 Personen im Jahr 2000.[58] In der Schuhindustrie gingen zwischen 1975 und 1981 über die Hälfte aller Arbeitsplätze verloren.[59] Die Gewerkschaft Leder und die Gewerkschaft Textil-Bekleidung fusionieren mit anderen Gewerkschaften. Bekannte deutsche Unternehmen der Branche sind Hugo Boss, Adidas, Puma, Brennet AG, Gütermann und weitere Unternehmen.

Der Dienstleistungssektor expandierte, so dass Deutschland als Dienstleistungsgesellschaft bezeichnet werden kann. Besonders erfolgreiche Branchen sind Versicherer, Banken und unternehmensnahe Dienstleister, aber auch die Freizeit- und Unterhaltungsindustrie. Die Industrialisierung von Dienstleistungen gewinnt an Bedeutung. Analog zur Taylorisierung in der Industrie, werden nun auch Dienstleistungen in einzelne Arbeitsschritte unterteilt und diese können entweder intern oder extern, hoch produktiv abgearbeitet werden. So beispielsweise das Telefonieren in Callcentern, das Sortieren von Briefen z. B. in Briefzentren der Deutschen Post AG oder einige Arbeitsschritte aus dem Bereich der Finanzdienstleistung in der sogenannten „Bankfabrik“. Im konsumnahen Dienstleistungssektor bedeutend ist die Selbstbedienung. So setzte sich im Einzelhandel der Supermarkt durch, Bargeld wird mit Geldautomaten bei der Bank abgehoben und in Schnellrestaurants bringt der Kunde seine Speisen, meist Fastfood, selbst zu Tisch. Diese Änderungen der Wirtschaftsstruktur können sogar aus früheren Kunden wirtschaftliche Konkurrent machen. Beispiele dafür sind im Handwerk das Heimwerken (der erste Baumarkt entstand um 1960) oder seit den 1990er Jahren in der Informationsbranche das Erstellen von User-Generated-Content.

Die Konsumausgaben privater Haushalte stiegen von 1970 bis 1990 von 191,29 Mrd. EUR auf 703,20 Mrd. EUR.[60] Neben den Einnahmen der Privathaushalte stieg auch die Menge an Freizeit: Die 5-Tage-Woche wurde 1955/56 schrittweise eingeführt, die 40-Stunden-Woche 1965 und die 38,5 Stunden-Woche 1984. Seit Mitte der 1990er Jahre stieg die Wochenarbeitszeit in vielen Branchen allerdings wieder.

In den Regierungszeiten mit SPD-Beteiligung (Kabinett Kiesinger, Kabinette Brandt I und II, Kabinette Schmidt I, II und III, von 1966 bis 1982) waren Beteiligungen des Staates an Unternehmen gerne gesehen, da man wirtschaftliche Probleme zusammen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften[61] aktiv angehen wollte. In der Großen Koalition von 1966 bis 1969 wurde die „konzertierte Aktion“ von Minister Karl Schiller zur Überwindung der Wirtschaftskrise jener Jahre organisiert und mit dem Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 wurde das Staatsziel des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts konkretisiert. In der folgenden Regierungszeit von Helmut Kohl (Kabinette Kohl I, II, III, IV und V, von 1982 bis 1998) wurde der vom Bund gehaltene Besitz an vielen deutschen Großunternehmen verkauft, wie beispielsweise VEBA, VIAG, Volkswagen AG, Schenker AG, Salzgitter AG, Saarbergwerke, IVG Immobilien, Deutsche Telekom, Deutsche Bundespost.[53] Auch das von der Treuhandanstalt nach der Wiedervereinigung übernommene Volkseigentum wurde bis 1994 privatisiert. Dagegen blieb der von den Bundesländern gehaltene Besitz an Unternehmen weitgehend im Staatsbesitz. So änderte sich beispielsweise im deutschen Bankwesen an dem „Drei-Säulen-Modell“ - Private Geschäftsbanken, öffentlich-rechtliche Kreditinstitute und Genossenschaftsbanken - nichts.

Die unter dem Schlagwort „Europäischer Binnenmarkt“ propagierten „vier Grundfreiheiten“ wurden in der Europäischen Gemeinschaft über Jahrzehnte hinweg durch Rechtsangleichung zunehmend realisiert.

Deutsche Demokratische Republik

Ab 1962 gab es in der DDR die Einzelhandelskette Intershop mit dem Ziel „Westgeld“ zu erwirtschaften. Das „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung“ wurde 1963 unter Walter Ulbricht eingeführt und galt bis 1967. Es sah Leistungsboni für Arbeiter sowie eine stärkere Flexibilität von Betrieben vor. 1965 begann man das Konzept etwas zu verändern, die staatliche Planung bekam wieder mehr Bedeutung und der Volkswirtschaftsrat (1961–1965) wurde zu Gunsten mehrere Industrieministerien aufgelöst. Das Ökonomische System des Sozialismus und das Konzept der strukturbestimmenden Aufgaben galt von 1967 bis 1971. Zum einen wurden die Reformen weiter verfolgt, zum anderen begann man aber die Elektroindustrie und den Werkzeugmaschinenbau besonders zu fördern. Im Juni 1971 verkündete Erich Honecker, nachdem er Ulbricht abgelöst hatte, auf dem VIII. Parteitag Verbesserungen für die Bevölkerung, wie der Erhöhung der Konsumgüterproduktion oder einem Wohnungsbauprogramm (genannt Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik). Diese Maßnahmen waren nur zum Teil durch die Fortschritte der DDR-Wirtschaft finanzierbar, so dass die DDR sich zunehmend bei der Bundesrepublik verschuldete. Notwendig wurde dies auch, da westliche Produktionsanlagen für Export- und Konsumgüter gekauft wurden und nicht immer mittels Kompensationsgeschäften bezahlt werden konnten. Versucht wurde dieser zunehmenden Abhängigkeit entgegenzuwirken. Seit Mitte der siebziger Jahre wurde beispielsweise der Export gegen Devisen verstärkt, der 1966 eingerichtete Bereich Kommerzielle Koordinierung im Ministerium für Außenhandel ausgebaut, 1973 der Mindestumtausch für westdeutsche Besucher erhöht, eine Transitpauschale für den Verkehr zwischen Westdeutschland und West-Berlin vereinbart und den Häftlingsfreikauf forciert. Die Konzentration auf bestimmte Industrien wurde auch in den 70er Jahren fortgesetzt, so dass in diesen Industrien moderne Maschinen vorhanden waren, während solche anderswo eher fehlten. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre erhöhte die Sowjetunion infolge der Ölkrise den Ölpreis für ihre osteuropäischen Abnehmer und 1979/1980 senkte sie sogar die an die DDR gelieferte Rohölmenge von 19,3 Mio. Tonnen auf 17,3 Mio. Tonnen. Die DDR reagierte darauf indem sie petrolchemische Produkte, vor allem Benzin und Diesel, bevorzugt in den Westen exportierte und selber verstärkt auf Braunkohle und Atomstrom zurückgriff. Diese sogenannte „Heizölablöse“ führte zur Steigerung der Deviseneinnahmen und der Reduzierung der Verschuldung im Westen, aber ab Mitte der 80er Jahre sank der Ölpreis wieder.

Der RGW wurde institutionell ausgebaut und die nationalen Wirtschaftspläne der Mitgliedsländer in Teilen aufeinander abgestimmt (Sozialistische ökonomische Integration). Die Mitgliedsländer strebten in einigen wirtschaftlichen Bereichen eine Spezialisierung an, so erhielten die Kernkraftwerke der DDR in Rheinsberg, Greifswald und Stendal sowjetische Reaktoren. Aus der Sowjetunion erhielt die DDR ebenfalls große Mengen an Erdöl und Erdgas. 1974 wurde die Lieferung von Gas und Erdöl gegen Bauleistung an einer Erdgasleitung vereinbart, der DDR fiel der Bau eines 550 Kilometer langen Bauabschnitts in der Ukraine zu, der Druschba-Trasse. Gas- und Erdöllieferungen wurden auch in späteren Jahren stets von den Abnehmerländern der Rohstoffe zum Teil durch den Bau von Pipelines bezahlt. Die DDR selber exportierte vorwiegend Industrie- Konsum- und Elektronikgütern, beispielsweise Schiffe aus dem VEB Kombinat Schiffbau oder Datenverarbeitungs- und Büromaschinen aus dem VEB Kombinat Robotron.[62] (s.a. weitere Kombinate)

Ab den 1960er Jahren warb die DDR zeitlich befristet und ohne Integrationsabsicht Vertragsarbeiter für Arbeitsbereiche wie der Leichtindustrie oder der Konsumgüterindustrie an. 1981 gab es etwa 24.000 Vertragsarbeiter und Ende 1989 etwa 94.000 Vertragsarbeiter, wobei zwei Drittel vietnamesischer Herkunft waren.

Der Außenhandel der DDR verlief zu etwa 70 Prozent mit sozialistischen Ländern, zu etwa 25 Prozent mit westlichen Industrieländern und zu etwa 5 Prozent mit Entwicklungsländern. Beim Handel mit den sozialistischen Ländern fielen etwa 40 Prozent auf den Handel mit der Sowjetunion und etwa 25 Prozent auf die übrigen RGW-Staaten.[63][64]

Wiedervereinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung trat die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 in Kraft. Die Volkseigenen Betriebe wurden der Treuhandanstalt übergeben mit dem Ziel diese zu privatisieren oder zu schließen. Am 31. Dezember 1994 wurde die Treuhandanstalt aufgelöst, die verbliebenen Aufgaben auf mehrere Nachfolgegesellschaften verteilt und die angefallenen Schulden in den Erblastentilgungsfonds eingebracht.

Zur Finanzierung des sogenannten „Aufbau Ost“ wurden für die ostdeutschen Bundesländern der Fonds Deutsche Einheit und die Solidarpakte I und II vereinbart. Der Bund finanzierte sich wiederum zum Teil über den Solidaritätszuschlag. Darüber hinaus wurde die Neuverschuldung des Bundeshaushaltes stark erhöht und das soziale Sicherungssystem durch stark steigende Kosten wegen der etwa doppelt so hohen Arbeitslosigkeit im Osten belastet.

Die Infrastruktur in den „Neuen Bundesländern“ wurde nach der Wiedervereinigung verbessert, wovon die ostdeutsche Bauindustrie bis Mitte der 90er Jahre profitierte. Die Produktivität je Arbeitnehmer stieg, doch die Lohnstückkosten waren lange Zeit erheblich höher als in Westdeutschland. Gleichzeitig dauerte der Angleichungsprozess zwischen Ost und West länger als ursprünglich angenommen an (siehe auch Blühende Landschaften), weshalb auch die hohen Arbeitslosenzahlen und die Abwanderung der Bevölkerung noch weitere Jahre anhielt.

Die Bundesregierung veröffentlicht seit 1997 einen jährlichen Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit.

Globalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Brutto- und Reallöhne in Deutschland

Seitdem zunehmend Verlagerungen von internationalen Unternehmen aus Deutschland weg beobachtet werden, wird die Globalisierung kontrovers diskutiert. Es wird thematisiert, inwiefern Deutschland mit seiner exportorientierten Wirtschaft profitiert oder ob durch Outsourcing Arbeitsplätze abgebaut werden und welche Gruppen profitieren oder nicht profitieren können. Die lange Zeit ungenügende politische Antwort auf die Globalisierung zeigte sich in der steigenden Arbeitslosenquote, die in der Spitze im Jahr 2005 13 Prozent erreichte.

Eine wirtschaftspolitische Maßnahme war die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion 1999. Mit der Eurozone, also der Währungsunion der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, entfiel beispielsweise die Wechselkursunsicherheit in großen Teilen Europas.

Eine Reaktion auf die schwierige Situation am Arbeitsmarkt war, dass die Anzahl der Selbstständigen stieg, beispielsweise im Zeitraum von 1991 bis 1998 um 18,3 Prozent.[65] In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff der neuen Selbständigkeit entstanden.

Damit gering qualifizierte Arbeitnehmer in Deutschland mit vergleichbaren Arbeitnehmern in Schwellenländern erfolgreich um einen Arbeitsplatz konkurrieren konnten, sollte der Niedriglohnsektor gefördert und ausgebaut werden. Es wurden verschiedene Kombilohn-Modelle und Mindestlohn-Modelle diskutiert, in Modellprojekten getestet und auch umgesetzt. Gewerkschaften und Arbeitgeber fügten seit 2004 Öffnungsklauseln in Tarifverträgen ein und mit der Agenda 2010 und dem Hartz-Konzept wurden das Sozialsystem und der Arbeitsmarkt, zwischen 2003 und 2005, vom Kabinett Schröder II wesentlich geändert. Es entstanden auch neue Begriffe wie „Ich-AG“ und „Aufstocker“. Ersteres sind von Arbeitslosen gegründete Unternehmen, die der Staat fördert, und Letzteres sind Personen mit einem Einkommen unter der Grundsicherung, die vom Staat Arbeitslosengeld II bekommen. Des Weiteren wurden mit der Greencard von 2000 bis 2004 etwa 20.000 IT-Experten von außerhalb der EU nach Deutschland gelockt, da sich im Zuge der Euphorie um die New Economy und des explosionsartigen Wachstums des Börsensegments Nemax in den Jahren 1997 bis 2000 (Dotcom-Blase) ein Bedarf an diesen Fachleuten gezeigt hatte. Die EU beschloss 2009 eine Richtlinie, wonach hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen ein Aufenthalt in der EU ermöglicht werden soll. Deutschland setzte die Regelung für die Blaue Karte EU im August 2012 um. In den ersten sechs Monaten erhielten 4126[66] Menschen daraufhin einen Aufenthaltstitel für Deutschland. 2015 wurde der allgemeine Mindestlohn in Höhe von 8,50 € brutto je Zeitstunde eingeführt. Eine ständige Mindestlohnkommission, bestehend aus wissenschaftlichen Mitgliedern und Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, wird Anpassungen festlegen.

Auf der anderen Seite stand der Wunsch deutscher Unternehmen, viele gut ausgebildete Arbeitnehmer zu niedrigen Kosten zu beschäftigen, um Exportchancen in den „Emerging Markets“ und besonders in der Volksrepublik China zu haben, weshalb innerhalb Europas sich deshalb enge Lieferbeziehungen zu Tschechien, Ungarn, Polen und Slowenien entwickelten.[67] So entstand beispielsweise ab 1994 in Győr (Ungarn) ein wichtiger Standort zur Fertigung von Automotoren für Audi. Diese Tochtergesellschaft war 2008 der zweitgrößte Exporteur Ungarns. Die Situation ist ähnlich in Tschechien, wo Škoda Auto, eine Tochtergesellschaft von VW, 2006 der größte Exporteur des Landes war. In Greer (South Carolina) in den USA produziert die BMW US Manufacturing Company Fahrzeuge, die zu 70–80 % exportiert werden, und ist damit der größte Exporteur von Autos in den USA.[68] Die Direktinvestitionen von deutschen Unternehmen in China erreichten 2010 einen kumulierten Bestand von fast 18 Milliarden[69] US-Dollar.

(Quelle: Eurostat)

Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember 2007 auf 8,1 Prozent und im November 2008 auf 7,1 Prozent. Seit 2008 wird zunehmend nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz durch Verhandlungen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden für einzelne Wirtschaftszweige ein unterschiedlich hoher Mindestlohn vereinbart.

2007 entstand aus der vorwiegend westdeutschen WASG und der vorwiegend ostdeutschen PDS eine erfolgreiche gesamtdeutsche Partei der politischen Linken: Die Linke. Mit dieser Verschiebung des deutschen Parteiensystems zerbrach der Konsens in der Politik, eine marktliberale Wirtschaftspolitik zu betreiben.

Deutschland war über mehrere Jahre „Exportweltmeister“, zuletzt 2008 (DE: 1,47 Billionen US-Dollar; ZH: 1,43 Billionen Dollar).[70]

Die externe Finanzierung von Unternehmen erfolgt in Deutschland traditionell über eine Hausbank, doch zunehmend steigt die Bedeutung des internationalen Kapitalmarktes etwa durch die Ausgabe von Aktien oder Unternehmensanleihen an institutionelle Anleger.[71] Dieser Vorgang löste in der Politik beispielsweise die Heuschreckendebatte im April und Mai 2005 aus. Allerdings gingen dem Maßnahmen seitens der Regierung von Gerhard Schröder (1998 bis 2005) zum Abbau von Kapitalverflechtungen zwischen deutschen Unternehmen voraus, wie der in der Steuerreform 2000 vom Kabinett Schröder I beschlossene steuerfreie Verkauf von Unternehmensbeteiligungen. Ein Schlüsselereignis war der Kauf der Mannesmann AG durch eine spektakuläre feindliche Übernahme Anfang 2000, es folgten der Verkauf von Teilen des Unternehmens und der Mannesmann-Prozess in den Jahren 2004 bis 2006.

Die internationale Finanzkrise (s. a.: chronologischer Verlauf) führte zur Offenlegung der schlechten finanziellen Situation[72] einiger deutscher Banken, im Besonderen einiger Landesbanken, der IKB Deutsche Industriebank und der Hypo Real Estate, und veranlasste die Bundesregierung, in Person von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück (beide waren seit 2005 im Amt), im Oktober 2008 zu der politischen Absichtserklärung, die Sparguthaben auf allen deutschen Banken zu garantieren[73]. Wenige Tage später beschloss das Kabinett Merkel I die Gründung des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin). Das Bundeskabinett verabschiedete am 5. November 2008 ein „Maßnahmenpaket“ und am 14. Januar 2009 das „Konjunkturpaket II“. In den Wahlperioden 2005/09 und 2009/13 wurden von der Bundesregierung weitere die Wirtschaft fördernde Gesetzesänderungen beschlossen, trotzdem entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt 2009 mit −5,1 Prozent negativ. Parallel zu den Wachstumspaketen führte Finanzminister Peer Steinbrück Anfang 2009 die sogenannte „Schuldenbremse“ ein. Im Verlauf der Finanzkrise übernahm der SoFFin eine Beteiligung an der Commerzbank, und die Hypo Real Estate wurde verstaatlicht, weshalb ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss[74] eingesetzt wurde. Am Arbeitsmarkt wirkte sich die Krise so aus, dass im Mai 2009 die Inanspruchnahme der Kurzarbeit für über 1,5 Millionen Arbeitnehmer ihren Höhepunkt erreichte.[75] Als ebenfalls bedeutend zeigte sich die in den Jahren zuvor vergrößerte Flexibilität der Arbeitszeit, beispielsweise durch Konzepte wie Arbeitszeitkonten.[76][77] Die Arbeitslosenzahl erhöhte sich im Verlauf der Finanzkrise deshalb nur gering, wohingegen die Arbeitszeit je Beschäftigten von Anfang 2008 bis Ende 2009 um etwa 5 Prozent[76][77] sank. 2010 setzte der Aufschwung am Arbeitsmarkt wieder ein, so dass im Oktober 2010 die Zahl der registrierten Arbeitslosen auf unter 3 Mio. oder 7,0 Prozent zurückging. Einige Gründe dafür sind, dass seit Einführung des Arbeitslosengeldes II im Jahre 2005 viele bereit sind, auch einen schlechter bezahlten Arbeitsplatz anzunehmen oder bei einem Zeitarbeitsunternehmen zu arbeiten. So waren im August 2010 754.700[78] Menschen bei Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt, gegenüber 453.400[79] Menschen im Juni 2005.

2009/2010 begann die griechische Staatsschuldenkrise, die sich im Frühjahr 2010 zur Eurokrise ausweitete. Das äußerte sich unter anderem darin, dass auf Druck der Bundesregierung (Kabinett Merkel II) unter anderem ein „Euro-Rettungsschirm“ eingerichtet wurde und dass sich an den Märkten das in früheren Jahren relativ einheitliche Zinsniveau für EU-Staatsanleihen bis 2013 stark auseinander bewegte. Da deutsche Staatsanleihen als sehr sicher gelten, konnten die zu zahlenden Zinsen stark reduziert werden, zeitweilig waren Anleger bereit, für einige Kurzläufer sogar negative Nominalzinsen zu akzeptieren. Negative Realzinsen (Marktzins liegt unterhalb der Inflationsrate) sind für deutsche Staatsanleihen bei fast allen Laufzeiten zur neuen Normalität geworden, wobei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen im August 2014 erstmals unter 1 Prozent lag (bei einer Inflationsrate von 0,8 Prozent im Juli 2014). Die Marktlage ist bei soliden deutschen Unternehmensanleihen ähnlich. Als die EZB am 9. März 2015 ein Programm zur Quantitativen Lockerung begann, war die Inflationsrate (wegen des Ölpreisverfalls) und die Rendite der deutschen Staatsanleihen bei fast allen Laufzeiten negativ geworden. Große Kapitalanleger zahlen Zinsen an die Bank, weshalb einige Großanleger ihr Kapital ins Ausland verschieben. Weitere Folgen der EZB-Politik sind der starke Kursverfall des Euro, z.B. gegenüber dem US-Dollar, und ein Zinssatz von fast Null Prozent für zehnjährige Bundesanleihen im Frühjahr 2015.

Zur Koordinierung der Wirtschaftspolitik der EU-Länder wurde 2011 das sogenannte Europäische Semester eingeführt, das der Europäischen Kommission ermöglicht, die nationalen Haushalts- und Reformentwürfe zu überprüfen, bevor diese von den nationalen Parlamenten beschlossen werden. Eine weitere Folge der Krise war ein starker Zuzug meist gut ausgebildeter Süd- und Südosteuropäer in die Boomregionen Deutschlands und ein Immobilienboom in einigen Großstädten und mittelgroßen Städten. Der 2013 gegründete Ausschuss für Finanzstabilität berichtete unter anderem, dass 2013 in sieben Großstädten die Preise für Wohnimmobilien um 9,0 % stiegen und in 125 deutschen Städten um 6,3 %.[80]

Das Kabinett Merkel III beschloss das von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erarbeitete, ab dem 1. Januar 2015 gültige, Mindestlohngesetz. Um den Preisanstieg am Wohnungsmarkt zu dämpfen wurde unter anderem das Bestellerprinzip für Immobilienmakler eingeführt. 2014 gelang es Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen ausgeglichenen Bundeshaushalt („Schwarze Null“) zu erreichen, die folgenden Bundeshaushaltspläne (bis 2018) sollen ebenfalls ohne Neuverschuldung auskommen, wodurch die Schuldenstandsquote von über 80 % (2012) bis Ende 2017 auf weniger als 70 % des BIP sinken soll.[81].

Die Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa bestimmte ab Sommer 2015 die gesamte deutsche Öffentlichkeit. Herkunftsländer der Flüchtlinge sind der Westbalkan und die Bürgerkriegsländer Syrien (s.a.: Bürgerkrieg in Syrien), Irak und Afghanistan, sowie weitere Länder. Weitere große Themen sind der weltweite VW-Abgasskandal und der Strukturwandel in der chinesischen Wirtschaft, einem immer wichtiger werdenden Handelspartner Deutschlands.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c IWF - World Economic Outlook Database, April 2011 Abgerufen am 15. April 2011
  2. Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt abgerufen am 15. Februar 2015
  3. DESTATIS - Bruttoinlandsprodukt 2013 für Deutschland, Schaubild 6, Seite 11 Abgerufen am 14. Februar 2014
  4. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 167 vom 15. Mai 2014
  5. Statistisches Bundesamt - Inflationsrate - gemessen am Verbraucherpreisindex für Deutschland
  6. a b c Arbeitsagentur: Presse Info 018 vom 28.05.2014 (Abgerufen am 28. Mai 2014)
  7. a b Statistisches Bundesamt - Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen Abgerufen am 20. Februar 2015
  8. Statistisches Bundesamt - Erwerbsquote im Ländervergleich Abgerufen am 20. Februar 2015
  9. a b http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/arbeitslosenzahlen-in-deutschland-sinken-auf-2-71-millionen-13676510.html
  10. a b c d e Statistisches Bundesamt - Deutsche Ausfuhren im Jahr 2013 Abgerufen am 14. Februar 2014
  11. a b c Statistisches Bundesamt - Export, Import, Globalisierung - Deutscher Außenhandel 2011 Abgerufen am 14. Februar 2014
  12. bundesbank.de: Deutscher Maastricht-Schuldenstand fällt 2013 auf 2,15 Billionen € bzw. 78,4 % des BIP, 1. April 2014
  13. destatis.de: Finanzierungssaldo des Staates Deutschland, Bruttoinlandsprodukt 2013 für Deutschland - Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 15. Januar 2014, Tabelle 3, Seite 21
  14. Übersicht auf Seite 29 des Hintergrundpapiers: Agentur für erneuerbare Energien: Wirtschaftsstandort Deutschland. Berlin 2014
  15. tagesschau: Energiemix und Stromerzeugung in Deutschland, 2005 (Memento vom 31. August 2008 im Internet Archive)
  16. Mitteilung zum Holzzuwachs 2004 vom Statistischen Bundesamt Deutschland
  17. a b Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2014. Internetseite der AG Energiebilanzen. Abgerufen am 15. April 2015.
  18. Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2006, Abgerufen am 23. September 2010.
  19. Statistisches Bundesamt: Datenreport 2004, Kapitel „Produzierendes Gewerbe“
  20. Langenscheidt, Florian (Hrsg.); Venohr, Bernd (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer: Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Offenbach (Main): GABAL, 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  21. OECD (2008), Growing Unequal? – Income Distribution and Poverty in OECD Countries: Country Note Germany (in German): Deutschland (PDF; 257 kB); DIW: Die Einkommensdifferenzen haben seit der Jahrtausendwende stark zugenommen – und zwar in absoluten Zahlen ebenso wie im relativen Verhältnis. (PDF; 469 kB) S. 5.
  22. a b Joachim Merz: Hohe und niedrige Einkommen, Neue Ergebnisse zu Freien und anderen Berufen mit den Mikrodaten der Einkommenssteuerstatistik, 2006, S. 9
  23. Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 24/2010: Polarisierung der Einkommen: Die Mittelschicht verliert (PDF; 469 kB), S. 5 (Durchschnitt aller verfügbaren Einkommen pro Person, die nicht mehr als 30 % nach unten und weniger als 50 % nach oben vom durchschnittlichen verfügbaren Einkommen aller in Deutschland in Privathaushalten lebenden Personen abweichen, S. 3 und Kasten 1, S. 4).
  24. Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 7/2010: Weiterhin hohes Armutsrisiko in Deutschland: Kinder und junge Erwachsene sind besonders betroffen (PDF; 431 kB), S. 4.
  25. Richard Hauser: Die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland, ein Überblick Informationen zur Raumentwicklung Heft 2/4.2003, S. 120
  26. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Joachim R. Frick, Markus M. Grabka: Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 4/2009: Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland (PDF; 276 kB), S. 59.
  27. Prognos: Prognos Zukunftsatlas 2013: Ergebnisübersicht Gesamtranking. 28. März 2014, abgerufen am 4. Mai 2015 (PDF).
  28. Stat. Landesamt Baden-Württemberg
  29. Deutsche Ausfuhren im Jahr 2012: + 3,4 % zum Jahr 2011 Abgerufen am 11. Februar 2013
  30. Statistisches Bundesamt - Gesamtentwicklung Außenhandel seit 1950 Abgerufen am 15. April 2011
  31. Statistisches Bundesamt - Außenhandel Abgerufen am 15. April 2011
  32. tagesschau: Rekorde bei Ausfuhren und Bilanzüberschuss 8. Februar 2008 (tagesschau.de-Archiv)
  33. vgl. zur Finanzkrise tagesschau: Der Exportweltmeister spürt die Krise, 9. Oktober 2008 (Memento vom 12. Oktober 2008 im Internet Archive)
  34. Financial Times Deutschland, David Milleker: Die Defizite der einen sind die Überschüsse der anderen 21. Januar 2009 (Memento vom 22. Januar 2009 im Internet Archive)
  35. a b http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Aussenhandel/Handelswaren/Tabellen/Content75/EinfuhrAusfuhrGueterabteilungen,templateId=renderPrint.psml
  36. Statistisches Bundesamt Handelswaren
  37. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Deutscher Agrarexport 2012 erneut im Plus, Pressemitteilung Nr. 75 vom 5. März 2013
  38. Tagesschau: Deutschland verdoppelt seine Rüstungsexporte. 15. März 2010, abgerufen am 4. Mai 2015.
  39. a b Außenhandel. Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland
  40. Entwicklung des BIP Die aktuelle Konjunkturprognose vom 9. Dezember 2015
  41. Fritz Blaich: Die Anfänge der deutschen Antikartellpolitik zwischen 1897 und 1914
  42. Bundesarchiv: Entwurf eines Gesetzes zur beschleunigten Erhebung des Reichsnotopfers
  43. Die Deutsche Bank 1870-1995, C. H. Beck Verlag, Seite 361
  44. bundesarchiv.de: Ministerbesprechung vom 30. November 1931, 16.30 Uhr
  45. Jürgen Zarusky, Ghettorenten: Entschädigungspolitik, Rechtsprechung und historische Forschung, S. 18, ISBN 978-3-486-58941-2
  46. merkur-online.de: Muss Deutschland jetzt Milliarden zahlen? Nazi-Opfer kämpfen um ihre Ghetto-Renten, 5. März 2010
  47. taz.de: Plünderung jüdischen Eigentums: Wie Deutsche ihre jüdischen Mitbürger verwerteten
  48. zeno.org: Der Nürnberger Prozeß, Montag, 5. August 1946, Vormittagssitzung
  49. Statistisches Bundesamt Deutschland: Arbeitslose, Arbeitslosenquote aller abhängigen zivilen Erwerbspersonen nach Gebietsstand (ab 1950)
  50. Jörg Roesler, Dialog, Monolog und Wohlfahrtsstaat. Zur Realisierung von Eigeninteresse der herrschenden Eliten und Interesse des Volkes in Deutschland in den vergangenen 60 Jahren, Seiten 52-55, 20. April 2006 (PDF; 93 kB)
  51. destatis.de: Registrierte Arbeitslose, Arbeitslosenquote im früheren Bundesgebiet ohne Berlin und Saarland
  52. Stichwort Wirtschaftswunder im Duden – Wirtschaft von A bis Z. Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 2. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus 2004. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2004.
  53. a b Peter Erdmeier: Die Privatisierung von Unternehmensbeteiligungen des Landes Berlin seit der Wiedervereinigung, Kapitel 3: Privatisierung in Deutschland
  54. Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Jährliche Reporte von 1931 bis 1996 Reporte von 1967 bis 1973 bilden den Hintergrund zu diesem Absatz
  55. Helmut Kahnt, Martin Pontzen: Die Geschichte der deutschen Mark
  56. Peter Gey: Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik 1949–1989
  57. Jürgen Stehn, Holger Schmieding: Spezialisierungsmuster und Wettbewerbsfähigkeit – Eine Bestandsaufnahme des DDR-Außenhandels (PDF; 788 kB)
  58. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Textil- und Bekleidungsindustrie – Kein Globalisierungsopfer
  59. IGBC: Geschichte der Gewerkschaft Leder
  60. destatis.de: Konsumausgaben privater Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken Deutschland
  61. fr-online.de: Timo Kotowski: Ein Konzern namens Staat
  62. Peter Kny: Mehrseitige wissenschaftlich-technische Internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Rechentechnik im Kombinat Robotron (PDF; 4,6 MB)
  63. Deutschen Historischen Instituts: Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern, Regionalstruktur des DDR-Außenhandels
  64. Deutsche Bundesbank: Zahlungsbilanz der ehemaligen DDR 1975 bis 1989
  65. Leuphana Universität Lüneburg: Joachim Merz und Peter Paic: Existenzgründungen von Freiberuflern und Unternehmern – Eine Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel
  66. Wirtschaftswoche.de: 4126 Blue Cards für hoch qualifizierte Zuwanderer, 16. Februar 2012
  67. Internationaler Währungsfonds, Selim Elekdag und Dirk Muir: Trade Linkages, Balance Sheets, and Spillovers - The Germany-Central European Supply Chain, Oktober 2013
  68. WSWS.org: German carmaker finds cheap labor platform in America, 19. September 2011
  69. Deutsche Botschaft Peking: Wirtschaftsdaten kompakt, Stand: 15. Juli 2011
  70. spiegel.de: WTO rechnet mit Rekordeinbruch im Welthandel
  71. Sachverstaendigenrat: Jahresgutachten: 2005/06, Siebtes Kapitel: Kapitalmarkt und Finanzintermediäre: Unternehmensfinanzierung im Wandel
  72. Leo Müller: Die deutsche Lehman-Lüge
  73. Spiegel.de: Merkel und Steinbrück im Wortlaut: "Die Spareinlagen sind sicher", 5. Oktober 2008
  74. Harald Schumann: Der Banken-Krimi
  75. arbeitsagentur.de:Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2010
  76. a b commerzbank.de: Deutscher Arbeitsmarkt - flexibler als gedacht (April 2010) (PDF; 185 kB)
  77. a b commerzbank.de: Pressemitteilung vom April 2010: Arbeitsmarkt: Das deutsche Arbeitsmarktwunder
  78. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Monatsbericht Oktober 2010 Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland, Seite 55
  79. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt 2005, Seite 101
  80. Ausschuss für Finanzstabilität: Erster Bericht zur Finanzstabilität in Deutschland an den Deutschen Bundestag, Seiten 11-12 und 19-21, Juni 2014
  81. Finanzplan des Bundes 2014 bis 2018, Seiten 9-10

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]