Wirtschaft Namibias

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Wirtschaft Namibias[1]
Bruttoinlandsprodukt (BIP) (KKP) U$ 27,04 Milliarden (2016)
BIP (real) US$ 10,18 Milliarden (2015)
Wirtschaftswachstum 1,1 %[2] (2016)
BIP/pro Kopf (KKP) US$ 11.800 (2016)
BIP nach Sektor
  • Landwirtschaft: 5,5 %
  • Industrie: 29 %
  • Dienstleistungen: 65,6 % (2016)
Erwerbstätige 750.000 (2016)
Arbeitslosenquote 34,0 % (2016)
(zum Vergleich: 28,1 % (2014); 51,2 % (2010))
Bevölkerung unterh.
d. Armutsgrenze
28,7 % (2010)
Staatshaushalt Einnahmen: US$ 3,818 Milliarden
Ausgaben: US$ 4,408 Milliarden (2016)
Staatsverschuldung 35,6 % vom BIP (2016)
Export US$ 4,185 Milliarden f.o.b. (2016)
Import US$ 6,888 Milliarden f.o.b. (2016)
Devisenreserven US$ 1,762 Milliarden (2016)
Währung Namibia Dollar
(Inflationsrate: 7,1 % 2016; 3,4 % 2015)

Namibia besitzt eine größtenteils marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung. Die Hauptwirtschaftszweige sind Bergbau, Fischfang und -verarbeitung sowie Landwirtschaft und Tourismus.

Seit der Unabhängigkeit des Landes von Südafrika im Jahre 1990 tragen außerdem Handel und moderne Dienstleistungen stark zur Wirtschaftskraft des Landes bei. Zusätzlich stellt die Entwicklungshilfe eine unterstützende Einnahmequelle dar, wobei Deutschland dem Land – auch historisch bedingt – die größten Zuwendungen pro Kopf weltweit zukommen lässt.

Etwa 1,43 Millionen der 2,25 Millionen Einwohner Namibias (Stand 2016) sind im theoretisch erwerbstätigen Alter (15+ Jahre). Hiervon waren 2016 in Namibia 350.000 arbeitslos. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 34 Prozent.

Namibia verfügt zudem über eines der dichtesten und am besten ausgebauten Straßennetze Afrikas und mit dem Hafen Walvis Bay und dem Hafen Lüderitz über zwei moderne Häfen. Ein gutes Bahnstreckennetz komplettiert die infrastrukturellen Grundlagen.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bergbau in Namibia

Etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP; Stand 2012[3]) von Namibia wird vom Bergbau erwirtschaftet. Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten, daneben werden auch große Mengen Kupfer, Gold, Blei und Zinn gefördert. Berühmt ist das Diamantensperrgebiet um Lüderitz. Die größte Uranmine der Welt ist die Rössing-Mine nordöstlich von Swakopmund. Ein bedeutendes Kupfervorkommen befindet sich bei Tsumeb, und die ehemals weltgrößte Zinnmine befand sich in Uis.

Landwirtschaft und Fischerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild der Farm Burgsdorf nahe Maltahöhe, einer für Namibia typischen Form der Savannenbewirtschaftung

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft, in der etwa die Hälfte aller Erwerbstätigen in Namibia beschäftigt sind, wobei die Viehzucht von Rindern und Schafen den größten Anteil hat. Der Anbau von Hoodia wird in Südnamibia auf Farmen betrieben.[4] Zudem wird vor allem Mais und unter anderem Oliven, Wein, Datteln[5] und Rosen angebaut. In verschiedenen Testprojekten wird unter anderem auch Gerste (für namibisches Bier) und Reis angebaut.

2012 gab es laut dem Meat Board of Namibia folgende Nutztierbestände.[6] (Tendenz im Vergleich zu 2006[7])

Die Fischerei, vor allem um Walvis Bay und Lüderitz, spielt eine wichtige Rolle.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Tourismus in Namibia

Internationaler Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig mit stark steigender Bedeutung in Namibia. Namibia verfügt über zahlreiche und weltweit einzigartige Landschafts- und Naturparks: Safaris, Lodges (Gästefarmen) sowie ökologisch verträgliche Incentivereisen. Verstärkt werden auch urbane Gebiete in die Tourismusentwicklung eingeschlossen, so dass auch vormals benachteiligte Bevölkerungsgruppen an der positiven Entwicklung teilhaben können. 2013 besuchten mehr als 1,3 Millionen Reisende Namibia.

Außenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Handelspartner ist Südafrika. 2016 wurden aus dem Nachbarland Waren im Wert von 59,1 Milliarden Namibia Dollar importiert. Südafrika folgen als wichtigste Herkunftsländer namibischer Importe Botswana (6,7 Milliarden), Sambia (4 Milliarden), Volksrepublik China (2,8 Milliarden) und Norwegen (2,5 Milliarden). Wichtigste Exportnation Namibia war erstmals die Schweiz mit einem Exportwarenwert von 13,3 Milliarden Namibia Dollar. Dieser folgen Südafrika (11,4 Milliarden), Botswana (10 Milliarden) und Sambia (4 Milliarden).[9]

Namibia ist Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) und der Südafrikanischen Zollunion (SACU) (weitere Mitglieder der SACU: Swasiland, Lesotho, Republik Südafrika und Botswana). Die Verrechnungseinheiten der SACU bedingen faktisch eine Währungsunion. Relevant ist vor allem, dass durch dieses Abkommen Handelsgüter Namibias in südafrikanischen Häfen vom Zoll der Republik Südafrika abgefertigt werden können.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Namibia – economy overview. World Fact Book, 2016. Abgerufen am 10. Mai 2017.
  2. Annual National Accounts 2016. Namibia Statistics Agency, 17. August 2017.
  3. Chamber of Mines Annual Review 2011–2012, Chamber of Mines of Namibia, S. 2 (PDF; 5,3 MB) abgerufen am 24. Oktober 2013
  4. Helmut Rehmsen: Die wundersame Wirkung des namibischen Hoodia-Gewächses. (Audio vom 3. September 2008)
  5. Offizielle Webseite von Al Dahra Agriculture abgerufen am 30. Oktober 2014
  6. Namibia Stock Census 2012. Meat Board of Namibia, 2012 abgerufen am 24. Mai 2013
  7. National Stock Census 2006. Meat Board of Namibia, 2006 abgerufen am 24. Mai 2013
  8. a b c 13. Dezember 2016 – Nachrichten am Morgen. Hitradio Namibia, 13. Dezember 2016.
  9. Annual Trade Statistics Bulletin 2016. Namibia Statistics Agency, 15. März 2017.