Wirtschaft Polens

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Polen
PolenPolen
Weltwirtschaftsrang 20. (nominal) (2010)[1]
Währung Złoty (PLN)
Umrechnungskurs 1 PLN = 0,25324 EUR[2]
Handelsorganisationen EU, WTO, OECD
Kennzahlen
Bruttoinlandsprodukt (BIP) $ 468,5 Mrd. (nominal) (2010)
$ 721,3 Mrd. (PPP) (2010)[1]
BIP pro Kopf $ 12.300 (nominal) (2010)
$ 18.936 (PPP) (2010)[1]
BIP nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 3,5 % (2010)[3]
Industrie: 31,7 % (2010)[4]
Dienstleistung: 64,7 % (2010)[5]
Wirtschaftswachstum 2,0 % (2012)[6]
Inflationsrate 2,58 % (2010)[1]
Erwerbstätige 13,782 Mio. (2009)[7]
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 15,4 % (2010)
Industrie: 27,4 % (2010)
Dienstleistung: 57,2 % (2010)[7]
Erwerbsquote 36,1 % (real)
Arbeitslose 2,15 Mio. (Februar 2011)[8]
Arbeitslosenquote 13,2 % (Februar 2011)[8]
Außenhandel
Export $ 136,6 Mrd. (2009)[9]
Exportgüter Maschinen, Kraftwagenteile, Chemische Erzeugnisse[9]
Exportpartner Deutschland: 26,2 % (2009)
Frankreich: 6,9 % (2009)
Italien: 6,9 % (2009)[9]
Import $ 149,6 Mrd. (2009)[9]
Importgüter Maschinen, Technik, Chemische Erzeugnisse [9]
Importpartner Deutschland: 22,4 % (2009)
China: 9,3 % (2009)
Russland: 8,5 % (2009)[9]
Außenhandelsbilanz $ -13,0 Mrd. (2010)[9]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden 50,9 % des BIP (2009)[10]
Staatseinnahmen 37,8 % des BIP (2010)[11]
Staatsausgaben 45,7 % des BIP (2010)[12]
Haushaltssaldo 7,9 % des BIP (2010)[13]
Wachstumdynamik des BIP KKP-basiert.

Die Wirtschaft Polens war 2010, gemessen am damaligen Bruttoinlandsprodukt in Höhe von $ 468,5 Mrd.[14], die zwanziggrößte Volkswirtschaft der Welt. Sie war 2010 die sechstgrößte Volkswirtschaft in der EU und erwirtschaftete ein BIP etwa so groß wie das Belgiens.

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten]

Aktuelle Konjunkturentwicklung[Bearbeiten]

Die Inflation betrug 2009 3,5 % und Arbeitslosenquote lag bei 11,9 % (Dezember 2009), was 1,893 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter ausmacht.[15]

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2009 3.324,91 Złoty, was einer Einkommenssteigerung um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.[15]

Bruttoinlandsprodukt[Bearbeiten]

Das Wirtschaftswachstum war in letzter Zeit im ersten Quartal 2007 mit 7,4 % am höchsten. Vor dem EU-Beitritt lag der Höchstwert im ersten Quartal 2004 bei 6,9 %.

Das Bruttoinlandsprodukt ist regional sehr unterschiedlich verteilt. Die reichsten Regionen sind Masowien (133 % des Landesdurchschnitts) und Niederschlesien (114 %). Die ärmsten Regionen sind Lublin (68 % des Landesdurchschnitts), Karpatenvorland (71 %) und Heiligkreuz (74 %).[16]

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1990 1993 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Veränderung in % gg. Vj. -16[17] 3,1[17] 4,8 4,1 4,3 1,2 1,4 3,9 5,3 3,6 6,2 6,8 5,0 1,7 3,8 4,3 1,9[6] 1,3[6] 2,5[6] 2,9[6]
Quelle: GUS[15]

Inflation[Bearbeiten]

Entwicklung der Inflationsrate
in % gegenüber dem Vorjahr
Entwicklung des Haushaltssaldos
in % des BIP
(„Minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Jahr 2003 2004 2005
Inflationsrate 0,8 3,5 2,1 1,0 2,5 4,2 3,5 2,6 Haushaltssaldo -4,7 -3,9 -2,5
Quelle: GUS[15]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

Arbeitslosigkeit in Polen, 2013

1990 betrug die offizielle Arbeitslosigkeit 6,1 Prozent (1,13 Millionen Menschen); 1991 betrug sie 11,4 Prozent.[18] Die höchste Arbeitslosigkeit der Dritten Polnischen Republik wurde in den Jahren 2002/2003 mit 20,0 Prozent (etwa 3,2 Millionen Menschen) erreicht.[18] Im Juni 2008 lag die Quote bei 9,6 Prozent,[19] was ungefähr 1,5 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter ausmachte. Die Arbeitslosigkeit in Polen ist regional sehr unterschiedlich verteilt. In den Städten Posen und Warschau liegt die Arbeitslosigkeit unter 3 %, in den ländlichen Regionen Masurens liegt sie bei über 20 %. 1990 erhielten 80 % der registrierten Arbeitslosen Arbeitslosengeld, im November 2006 waren es noch 13,2 %.[18]

Im 2. Quartal 2007 waren 15 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft, 30,6 % in der Industrie und 54,2 % im Dienstleistungssektor tätig.[18] 2004 waren 30 % im öffentlichen Dienst und 70 % in der privaten Wirtschaft tätig.[18]

Außenwirtschaft[Bearbeiten]

Der Export umfasste im Jahre 2009 136,6 Mrd. USD und der Import 149,6 Mrd. USD.[9] Mit 24,4 und 28 % war Deutschland der größte Handelspartner. Weitere wichtige Handelspartner waren Italien, Frankreich, Großbritannien, die Tschechische Republik sowie die USA und die Volksrepublik China.

Entwicklung des Außenhandels
(Außenhandel in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
(Jan.–Nov.)
Einfuhr 60.353,8 71.354,3 81.169,7 100.784,1 120.389,5 142.447,9 96.204,9
Ausfuhr 47.526,4 59.698,0 71.423,5 87.925,9 101.838,7 116.243,8 88.702,8
Saldo -12.827,4 -11.656,3 -9.746,2 -12.858,2 -18.550,8 -26.204,1 -7.502,1
Quelle: GUS[15]

Ausländische Direktinvestitionen[Bearbeiten]

Bei den ausländischen Direktinvestitionen waren Frankreich und Großbritannien führend. Der Anteil der Bundesrepublik war kleiner. Ausländische Investoren investierten vor allem in den Finanzsektor. Ende 2004 wurde die größte polnische Bank PKO BP privatisiert. Durch den Zusammenschluss von Bank Pekao SA und Bank BPH im Rahmen der Übernahme der HVB durch Unicredit entstand eine der größten Banken in Polen.

Geschichte[Bearbeiten]

Polen-Litauen[Bearbeiten]

Grundlage des Reichtums des Landes war die Landwirtschaft mit dem Export von Getreide, Vieh und Forsterzeugnissen. Sieben bis zehn Prozent der gesamten Getreideproduktion Polens von etwa 1,5 Millionen Tonnen wurden exportiert, wobei die Niederlande mit 80 Prozent der Hauptabnehmer war. Der Getreidehandel sorgte dafür, dass die Außenhandelsbilanz der Republik zumeist positiv war. Darüber hinaus exportierte Polen Pottasche, Wolle, Textilien, sowie Pelze und Ledererzeugnisse. Hieraus resultierte eine hohe Anfälligkeit bei Konjunkturschwankungen auf den europäischen Märkten. Zu den eingeführten Waren zählten neben Tuch, Eisen und Stahl vor allem Metallerzeugnisse wie Sensen, Sicheln und Waffen. Im 16. Jahrhundert entstanden die ersten Manufakturen, die bis zu 40 Arbeiter beschäftigten.


Deutsche Besetzung Polens[Bearbeiten]

In einer Besprechung mit höheren Offizieren der Wehrmacht hatte Hitler bereits am 23. Mai 1939 auch wirtschaftliche Beweggründe für den Entschluss zum Angriff auf Polen angegeben: „Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung.“[20] Vor diesem Hintergrund war die Wehrmacht angewiesen worden, dafür Sorge zu tragen, dass das Wirtschaftsleben bald wieder aufgenommen werden konnte. Das OKH erließ deshalb am 3. Oktober 1939 folgenden Grundsatz: „Die wirtschaftlichen Kräfte des Landes werden voll und ganz in den Dienst der deutschen Kriegswirtschaft gestellt.“[21] Dabei ging das Wirtschafts- und Rüstungsamt (WiRüAmt) von einem längeren Krieg aus, für den man die wirtschaftlichen Kräfte des besetzten Landes mobilisieren musste. Diesem Zweck diente schließlich auch die Verschleppung von 2,81 Millionen polnischen Staatsbürgern zur Zwangsarbeit.[22]

Arisierung der polnischen Wirtschaft[Bearbeiten]

Oskar Schindler Emaillewarenfabrik in Krakau, 2006
Hauptartikel: Haupttreuhandstelle Ost

Durch die Entrechtung der polnischen (slawischen und jüdischen) Bevölkerung und deren zunehmender Deportation und Liquidierung kam es zu Beginn der Besetzung zur Wegnahme von polnischem Vermögen zur individuellen oder lokalen Verwendung. Das wurde durch die Gründung der "Treuhandstelle Generalgouvernement" und die Haupttreuhandstelle Ost institutionalisiert. Als Rechtsgrundlage wurde die "Verordnung über die Behandlung von Vermögen der Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates vom 17. September 1940" erlassen.[23] Zahlreiche arische Unternehmer und Banken gründeten oder kauften günstig Vermögen. Einer der bekanntesten ist der schillernde Oskar Schindler, der zahlreichen Juden das Leben rettete.[24]

Wirtschaft in den annektierten Provinzen[Bearbeiten]

Die industriell und landwirtschaftlich entwickelten Gebiete Polens wurden am 26. Oktober 1939 annektiert. Vor dem Krieg wurden in diesen Gebieten 100 Prozent der Kohle Polens gefördert, 100 Prozent des Zinks, 97,5 Prozent des Roheisens, 90 Prozent des Stahls und 70 Prozent des Zuckers produziert. In diesen Gebieten waren 80 Prozent der polnischen Industriebetriebe konzentriert und die Getreideerträge lagen erheblich höher als im Landesdurchschnitt.[25] Der verbleibende Teil des besetzten Polens wurde zum „Generalgouvernement“ gemacht, das entindustrialisiert werden sollte, Heimat für ein Volk von Wanderarbeitern und Abladeplatz für „unerwünschte“ Bevölkerungsgruppen Deutschlands.

Die Zielsetzung sah vor, die lokale Wirtschaft schnell in die Wirtschaft des Deutschen Reiches zu integrieren und sämtliche Ressourcen an Rohstoffen und Arbeitskräften für die Kriegsanstrengungen auszunutzen. Insbesondere sollten Polen und Juden enteignet und die Produktion gesteigert werden. Zunächst wurde das Vermögen der polnischen staatlichen Einrichtungen, politischen Organisationen und religiösen Gemeinschaften durch die neugegründete „Haupttreuhandstelle Ost“ (HTO) beschlagnahmt. Auch private Betriebe und Unternehmen im Besitz von Polen und Juden wurden konfisziert. Auf diese Weise wurde annähernd 100 % des Vermögens beschlagnahmt, das den deutschen Zivilbehörden, der NSDAP, der Wehrmacht, der SS, Siedlern oder deutschen Bombengeschädigten zuging. Des Weiteren wurden Arbeiter für die deutsche Industrie angeworben oder später auch in ein Arbeitsverhältnis gezwungen. Insgesamt wurden etwa 2,8 Millionen polnische Zwangsarbeiter aus allen Territorien deportiert, so dass zum Beispiel im Wartheland ein Bevölkerungsrückgang um 12,2 % zu verzeichnen war.[26]

Besondere Bedeutung kam dem Industriegebiet in Oberschlesien zu. In diesem Gebiet befanden sich 1764 Betriebe mit allein 65 Steinkohlegruben (Produktion: 79 Mio. t), 24 Erzgruben (Produktion: 60.000 t), 96 Eisenwerke (Produktion: 3 Mio. t Rohstahl und 1.9 Mio. t Stahl), 67 Chemiewerke, vier Kraftwerke und sieben Zementwerke und insgesamt 178.449 Facharbeitern (Stand 1940).[27] Insbesondere die Stahl- und Steinkohleproduktion hatte an der Kriegswirtschaft einen maßgeblichen Anteil. Die Industrieproduktion wurde systematisch gesteigert, während 75 % der Handwerksbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte bis 1942 ersatzlos geschlossen wurden.

Ebenfalls große Bedeutung erlangte die Landwirtschaft in den annektierten Provinzen, besonders im Wartheland, das als ein Überschussgebiet galt. Die polnischen Großbetriebe wurden aufgelöst und an prominente Nationalsozialisten oder hohe Offiziere vergeben. Lediglich in Westpreußen und Südostpreußen konnten polnische Bauern auf ihren Höfen bleiben, mussten jedoch die Ernte an die deutschen Behörden liefern. Im Übrigen wurden mittelgroße Betriebe von Volksdeutschen übernommen und die polnischen Eigentümer in das Generalgouvernement deportiert. Im Jahre 1942 erbrachte allein das Wartheland mit drei Millionen Tonnen Getreide 13 % des deutschen Gesamtbedarfes, sowie 30 % des Zuckerbedarfes.[28]

Wirtschaft im Generalgouvernement[Bearbeiten]

Im Generalgouvernement hielten sich die Enteignungen im Vergleich zu den annektierten Gebieten in Grenzen. Die deutschen Besatzer konfiszierten jedoch das Vermögen des polnischen Staates, der Juden und der ins Ausland geflüchteten polnischen Bürger. Insgesamt machte dies etwa ein Drittel des Vermögensbestandes im Generalgouvernement aus. Der Bevölkerung wurden hohe Steuern auferlegt, deren Ertrag die Besoldung der im Generalgouvernement stationierten Wehrmacht, SS, Polizei und Verwaltung deckte. Zusätzlich wurden damit 1940 und 1941 die Straßenbauprogramme zur Vorbereitung des Krieges gegen die Sowjetunion finanziert.

Dem Generalgouvernement selbst wurde von Hitler trotz der Einwände des WiRüAmtes keine größere wirtschaftliche Bedeutung beigemessen. Es sollte lediglich Arbeitskräfte stellen und sich ansonsten mit dem Nötigsten selbst versorgen können. Man begann deshalb im Oktober 1939 damit, sämtliche vorhandenen Industrieanlagen und Maschinen zu demontieren und in das Deutsche Reich zu bringen. Dies verursachte Massenarbeitslosigkeit und Güterknappheit. Die Demontage hatte jedoch auch negative Folgen für die deutsche Rüstungswirtschaft, so dass man ab Januar 1940 dazu überging, die Fabriken im Generalgouvernement wieder instand zu setzen und ihre Produktion direkt zur Unterstützung der deutschen Kriegsanstrengungen einzusetzen. Im Zeitraum von September 1940 bis Juni 1944 stieg die Zahl jener Betriebe im Generalgouvernement, welche direkt für die Rüstungsindustrie produzierten, von 186 auf 404, was zu einem wesentlichen Teil auch darauf zurückzuführen war, dass einige deutsche Betriebe wegen der alliierten Bombenangriffe auf das Reichsgebiet nach Polen auswichen. Deren Produktion stieg im selben Zeitraum von 12.550.000 RM auf 86.084.000 RM.[29]

Während die Überschussgebiete in den angegliederten Provinzen bereits für das Deutsche Reich produzierten, war das Territorium des Generalgouvernements ein landwirtschaftliches Zuschussgebiet. Deshalb war die Sicherstellung der Selbstversorgung dort das vorrangige Ziel. Die Versuche, dies durch rationelle Bewirtschaftung zu erreichen, blieben bis 1942 erfolglos und die Erträge blieben wegen ungünstiger Witterungsbedingungen sogar noch hinter den Erträgen der Vorkriegszeit zurück. Um die Produktion zu steigern, wurden ab 1942 zur Eintreibung der Erträge Zwangs- und Terrormaßnahmen angewandt. Auf diese Weise, und auch durch die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, erreichte man einen sprunghaften Anstieg der landwirtschaftlichen Exporte. Waren noch 1940/41 lediglich 55.000 Tonnen Getreide und 122.000 Tonnen Kartoffeln in das Deutsche Reich exportiert worden, steigerte sich dies im Jahr 1943/44 auf 571.700 Tonnen Getreide und 387.000 Tonnen Kartoffeln. Zusätzlich versorgte das Generalgouvernement noch etwa 500.000 Soldaten der Wehrmacht, 50.000 Angehörige von Polizei und SS, sowie etwa 400.000 sowjetische Kriegsgefangene.[30]


Volksrepublik Polen[Bearbeiten]

Im März 1963 richteten Polen und die Bundesrepublik Deutschland Handelsmissionen im jeweils anderen Land ein.[31] Nachdem im Dezember 1970 mit der Bundesrepublik durch den Warschauer Vertrag die Westgrenze Polens gesichert wurde, glaubte die Regierung, sie könne die Erleichterung der Bevölkerung für eine Preiserhöhung nutzen und erhöhte die Preise für Konsumgüter um 13 bis 38 Prozent. Es kam zu einem Aufstand der Bevölkerung.[31] Die Auslandsschulden betrugen 1970 1,2 Mrd. US-Dollar.[32] Nach dem Aufstand zögerte die Regierung zunächst weitere Preiserhöhungen zu erlassen; am 24. Juni 1976 musste sie die Preise drastisch erhöhen. So wollte sie die Preise für Butter und Käse um 50 %, für Fleisch um 68 % und für Zucker um 100 % erhöhen. Nachdem es wiederum zu Streiks und Demonstrationen kam, erklärte die Regierung, es wären nur Pläne gewesen.[33] 1980 betrug die Auslandsverschuldung 24,1 Mrd. US-Dollar; ein großer Teil der aufgenommenen Kredite war in Konsumausgaben geflossen.[32] Zum 1. Juli 1980 wurden die Fleischpreise erneut erhöht. Bei den nachfolgenden Ausschreitungen kam es zur Bildung der Gewerkschaft Solidarność.

Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft[Bearbeiten]

1988 begannen die ersten Reformen mit dem Ziel, die polnische Zentralplanwirtschaft in eine Marktwirtschaft umzuwandeln. Im Unterschied zu den anderen sozialistischen Ländern waren aber bereits 1988 etwa 20 Prozent der Unternehmen in privater Hand.[34] Zum 1. Januar 1989 wurde per Gesetz die Gründung von Privatunternehmen und die Anmeldung von Gewerbetätigkeit erleichtert. Im März 1989 wurde die Möglichkeit geschaffen, private Wechselstuben zu errichten. Am 1. August 1989 wurde die zentrale Preisgestaltung für Lebensmittelprodukte aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt wurden diese Produkte kaum noch in Geschäften angeboten, sondern vorwiegend auf Wochenmärkten und Basaren verkauft.[35]

Im Oktober 1989 wurde der sogenannte Balcerowicz-Plan von Leszek Balcerowicz vorgestellt. Der Plan sah eine rasche Transformation des sozialistischen Wirtschaftssystems in eine Marktwirtschaft vor. Ein Schuldenmoratorium, das von Balcerowicz erreicht werden konnte, gab Polen die benötigte Handlungsfreiheit für die Reformen. Am 27. Dezember 1989 verabschiedete der Sejm zehn Wirtschaftsgesetze, welche die Regierung zehn Tage zuvor vorgelegt hatte. Diese unter Leitung von Balcerowicz ausgearbeiteten Gesetze gelten als einer der wichtigsten Grundsteine für die Wirtschaftsreformen. Die Staatseinnahmen brachen 1990 und 1991 wegen der allgemeinen Rezession stark ein. Die Inflation betrug 1990 585 Prozent, sank aber 1991 schon auf 160,4 Prozent.[36] Die Industrieproduktion sank um 27 Prozent, die Reallöhne um 30 Prozent.[17] Am 16. April 1991 wurde die Warschauer Wertpapierbörse (GPW) eröffnet. Am 1. Januar 1995 wurde im Rahmen einer Währungsreform der Złoty mit 10.000 alten zu einem neuen Złoty (PLN) neu bewertet.[37]

Mit dem Übergang zur Marktwirtschaft sank auch die Bedeutung des Bergbaus. Die bisherige Bedeutung als Devisenbringer schwand und die Branche musste sich dem Wettbewerb stellen. 1989 waren 404.000 Menschen im Bergbau tätig, drei Jahre später waren es nur noch 350.000.[38]

1989 waren 5,1 Millionen Beschäftigte in der Landwirtschaft tätig, die 1990 fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes produzierten. Die Zahl der in dieser Branche tätigen sank bis 2002 auf 2,9 Millionen Beschäftigte, die 2004 nur mehr rund drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachten. Dabei sind aber ein großer Teil der als Landwirte Tätigen nur als solche registriert, um in den Genuss von Förderungen zu kommen; etwa ein Viertel gehe zusätzlich anderen Tätigkeiten nach.[39] Durch die Wirtschaftsreformen nahm der Anteil der Bauern, die nur zur Selbstversorgung produzierten, stark ab.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaft und Bergbau[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Der primäre Sektor war bis ins 19. Jh. der Hauptwirtschaftszweig in der Adelsrepublik, die bis zu den Teilungen Polens als Kornkammer Europas galt. Die Agrarerzeugnisse aus den riesigen Magnatengütern Kleinpolens und der Ukraine mit ihren Schwarzerde- und Lößböden wurden über die Weichsel und Danzig nach Westeuropa verschifft.

In der Volksrepublik Polen war weniger als zehn Prozent der anbaufähigen Fläche in den landwirtschaftlichen Genossenschaften kollektiviert.[40] Dies war im Vergleich zu den anderen sozialistischen Staaten ein sehr geringer Anteil. Dem Wettbewerb nach der politischen Wende 1989 und der Einführung der Marktwirtschaft waren diese Betriebe nicht gewachsen und wurden schnell geschlossen. Auch die privat betriebenen Landwirtsbetriebe mussten um ihr Überleben kämpfen und die Landwirte gelten als Verlierer des Transformationsprozesses.[41]

Der Agrarsektor bestand 2004 aus 2,2 Millionen Landwirtschaftsbetrieben[41] welche 4 % des Bruttoinlandsproduktes ausmachten. Gleichwohl waren 2007 noch 14,7 % der Erwerbstätigen in diesem Sektor beschäftigt.[41] Die EU-Subventionen betrugen 2004 pro Hektar nur 25 % dessen, was ihre Kollegen in der alten „EU der 15“ bekommen. Dieser Anteil soll bis 2013 schrittweise auf 100 Prozent steigen.[41] Der Export der Agrarprodukte in die Europäische Union stieg von 2,6 Mrd. Euro im Jahr 2003 auf über 8,5 Mrd. im Jahr 2008. Auch die Exporte in andere Länder stiegen.[41]

Polen war 2008 der größte Apfelproduzent der Europäischen Union und zweitgrößter Roggenproduzent.[41] Die Getreideproduktion stieg 2004 um 26,7 % auf 29,6 Mio. Tonnen (2000 betrug sie 22,3 Mio. t) was vor allem an guten Witterungsbedingungen lag. Die gesamte pflanzliche Produktion stieg um 17 % und die landwirtschaftlichen und Lebensmittelexporte stiegen 2004 im Vergleich zu 2003 um 30 % auf 4,9 Mrd. Euro. 3,5 Mrd. gingen davon in die EU. Der Konkurrenz der großen industrialisierten Agrarbetriebe aus Westeuropa (vor allem Frankreich) begegnen viele polnische Kleinlandwirte weiterhin mit der Spezialisierung auf Bioprodukte, bei deren Erzeugung Polen in der EU führend ist. Laut einer Studie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde die "Öko-Anbaufläche" innerhalb von sechs Jahren von 82.730 ha (2004) auf 521.970 ha (2010) ausgeweitet. Das entspricht einer Steigerung um +531 %. [42] Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion ist für den Eigenbedarf und wird nicht verkauft, 80 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe sind Klein- und Kleinstbetriebe.[41] Führende auf der Börse notierte polnische Agrarverarbeitungsunternehmen sind Wawel, Jutrzenka, Żywiec und Indykpol.

Bergbau[Bearbeiten]

Orlen-Tankstelle in Deutschland

Polen ist durch die Gebiete Schlesiens schon seit alters her ein Bergbauland mit Tradition. So ist nicht verwunderlich, dass die größten börsennotierten Aktiengesellschaften Bergbaufirmen sind.

Die führenden börsennotierten Bergbauunternehmen/Weiterveredelung sind PKN Orlen (mit über 500 Tankstellen (Orlen- und Star-Tankstellen) in Deutschland) und LOTOS (beide Erdölverarbeitung und Tankstellenbetreiber) sowie KGHM (Kupfer-/Silberabbau und -verarbeitung), Kęty (Aluminiumabbau und -verarbeitung).

Von den Staaten Europas (ausgenommen Russische Föderation) nimmt Polen den ersten Rang bei den jährlichen Fördermengen von Kupfer und Silber ein.

Industrie[Bearbeiten]

Der industrielle Sektor spielte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die führende Rolle. Nach 1989 musste er jedoch diese an den Dienstleistungssektor abgeben. Die Industrieproduktion ist aufgrund der Schließung von vielen großen Industriebetrieben in den 1990er Jahren beachtlich geschrumpft. Die bestehenden Betriebe wurden modernisiert und konkurrieren mittlerweile erfolgreich mit den Produzenten aus aller Welt. Die Investitionen im sekundären Sektor waren besonders in den 1990er Jahren sehr hoch, vor allem in der Automobil- und Elektroindustrie. Der Landmaschinenbau hat sich auf preiswerte kleinere Maschinen spezialisiert. Viele ausländische Unternehmen haben in Polen, wegen der relativ niedrigen Kosten (Löhne, Lohnnebenkosten und Steuern) sowie des hohen Angebots an hochqualifizierten Arbeitskräften (in Polen studieren ca. 2 Mio. Menschen) und nicht zuletzt wegen des großen Absatzmarktes mit fast 40 Mio. Einwohnern immer mehr konsumfähigen Verbrauchern, Produktionsstätten eröffnet.

Als führende börsennotierte Industrieunternehmen sind der Keramikhersteller Cersanit S.A. und das Pharmaunternehmen Bioton zu nennen. Daneben gibt es eine Reihe von großen ehemaligen Staatsunternehmen, die durch den Börsengang privatisiert wurden, wie z. B. das Mineralöl- und Erdgasunternehmen PGNiG. Zweitgrößter polnischer Exporteur ist das Werk der Volkswagen AG in Posen, in dem Komponenten und Nutzfahrzeuge hergestellt werden.

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Messegelände in Posen

Der Dienstleistungssektor dominiert seit 1989 die Wirtschaft in Polen und macht weit über die Hälfte des BIP aus. Er ist der sich am schnellsten entwickelnde Bereich der polnischen Wirtschaft. Das größte Dienstleistungszentrum ist die Finanzmetropole und Hauptstadt Warschau, wo die meisten Unternehmen aus dem tertiären Sektor ihren Sitz haben. Aber auch die Messestadt Posen und die südpolnischen Metropolen Krakau und Breslau sind wichtige Dienstleistungsstandorte. Im letzten Jahr konnte die ehemalige Textilindustriestadt Łódź aufgrund zahlreicher Investitionen in Dienstleistungen an diese Städte aufschließen. Dies hat sie vor allem der zentralen Lage und dem Anschluss an das neue Autobahnnetz (A1 von Danzig nach Cieszyn und A2 von Świecko nach Terespol) zu verdanken.

Banken und Finanzdienstleistungen[Bearbeiten]

Zu den Top-20-Börsenunternehmen gehören folgende Banken: PKO BP, Bank Pekao SA, Bank BPH, BRE Bank und BZ WBK sowie das Versicherungsunternehmen PZU und die noch zu privatisierende Trägergesellschaft der Warschauer Börse GPW SA.

Infrastruktur und Telekommunikation[Bearbeiten]

1989 hatten etwa 25 Prozent der Polen einen Telefonanschluss, 2005 waren es 78 Prozent. 45 Prozent der Einwohner Polens hatten 2004 ein Mobiltelefon, in der Europäischen Union lag die Verbreitung bei 80 Prozent.[43] Die einzige U-Bahn Polens ist die Warschauer Metro, die 1995 in Betrieb genommen wurde. Zu den Top-20 Börsenwerten gehören auch die Telekommunikationsunternehmen Telekomunikacja Polska und Netia, die IT-Gesellschaft Asseco sowie die Medienkonzerne Agora und TVN. Zu den großen noch zu privatisierenden Dienstleistungsunternehmen gehören die Eisenbahngesellschaft PKP, die Fluglinie LOT sowie die staatliche Post Poczta Polska.

Siehe auch: Verkehr in Polen

Größte Unternehmen[Bearbeiten]

Aufgeführt sind der Hauptsitz, der Umsatz und die Branche der 20 größten polnischen Unternehmen (ohne Banken und Versicherungen). Die Zahlen sind in Millionen Euro angegeben und beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2006.[44]

Rang
Name
Hauptsitz
Umsatz
(Mio. €)
Branche
1. PKN Orlen Płock 13.574,0 Öl und Gas
2. Telekomunikacja Polska Warschau 4.782,1 Telekommunikation
3. Polskie Sieci Elektroenergetyczne Warschau 4.038,8 Versorger
4. Polskie Górnictwo Naftowe i Gazownictwo Warschau 3.902,1 Öl und Gas
5. Grupa Metro w Polsce Warschau 3.491,9 Einzelhandel
6. KGHM Polska Miedź Lubin 3.302,6 Bergbau
7. Grupa LOTOS Danzig 3.289,3 Öl und Gas
8. Mittal Steel Poland Kattowitz 2.614,9 Stahl
9. Fiat Auto Poland Bielsko-Biała 2.374,4 Automobile
10. Polskie Koleje Państwowe Warschau 2.270,7 Bahngesellschaften
11. Volkswagen Poznań Posen 2.227,5 Automobile
12. Kompania Węglowa Kattowitz 2.120,2 Bergbau
13. BOT Górnictwo i Energetyka Łódź 2.054,0 Versorger
14. PSE Operator Warschau 1.982,0 Versorger
15. PTK Centertel Warschau 1.933,8 Telekommunikation
16. BP Polska Krakau 1.931,8 Öl und Gas
17. Polkomtel Warschau 1.889,5 Telekommunikation
18. Polska Telefonia Cyfrowa Warschau 1.831,1 Telekommunikation
19. Makro Cash & Carry Polska Warschau 1.823,0 Einzelhandel
20. Jeronimo Martins Dystrybucja Posen 1.772,8 Einzelhandel

Kapitalmarkt[Bearbeiten]

Im Danziger Artushof befand sich eine der ersten polnischen Börsen

Die Entwicklung des polnischen Kapitalmarktes begann im Mittelalter aufgrund der Einwanderung von Kaufleuten aus Norditalien und den Niederlanden in den Gilden der großen Handelsstädte. So stammt das polnische Wort für Börse Giełda von Gilda, was im Mittelhochpolnisch dem Mittelhochdeutschen Gilde entsprach. Der börsenmäßige Handel mit Wechseln und anderen Schuldscheinen entstand um 1300. In der polnisch-litauischen Adelsrepublik erhielten die Kaufleute bestimmte Handelsprivilegien für den Börsenhandel, die man als erste Börsenordnungen ansehen kann. Börsenplätze bestanden in Danzig (Artushof), Krakau, Posen, Zamość und Warschau. Seit dem 18. Jh. haben z. B. die Warschauer Kaufleute ihre zwei mal pro Woche stattfindenden Börsentreffen protokolliert. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten polnischen Aktiengesellschaften, wobei die älteste erhaltene polnische Aktie die der Kompania Manufaktur Wełnianych w Warszawie aus dem Jahr 1768 ist. Die ersten modernen polnischen Wertpapierbörsen wurden 1817 und 1818 in Warschau und Krakau gegründet. Handelsgegenstand waren Schuldverschreibungen und Aktien. In der Zweiten Republik bestanden bereits sieben Wertpapierbörsen in Warschau, Krakau, Posen, Łódź, Kattowitz, Lemberg und Wilna. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden alle von den Deutschen und den Sowjets geschlossen. Erst nach 50 Jahren entstand der polnische Kapitalmarkt 1989 erneut. 1991 wurde die Warschauer Wertpapierbörse neu errichtet. 1996 kam die Handelsplattform CeTO (Centralna Tabela Ofert) als regulierter nichtbörslicher Markt hinzu, die ihren Sitz ebenfalls in Warschau hat.

Die Warschauer Wertpapierbörse ist die größte Börse in Mittelosteuropa und eine der schnellst wachsenden auf der Welt. Im Jahre 2005 hat sie die Wiener Börse in Bezug auf die Börsenkapitalisierung überholt. Die Kapitalisierung der Warschauer Börse beträgt fast 300 Mrd. USD. 2004 fanden an der Börse fast 40 Börsengänge (IPOs) statt, was ihr nach der London Stock Exchange den zweiten Platz in Europa brachte, wobei die IPO der PKO BP mit fast 2 Mrd. USD zu den fünf größten in Europa im Jahr 2004 zählte. Auch ausländische Emittenten und mehrere ausländische Maklerhäuser sind seit 2004 Mitglieder der Börse, wie z. B. die MOL, Credit Austria, Skyeurope, Raiffeisenbank, etc. Die Gesamtzahl der notierten Gesellschaften beträgt fast 300.

Das Anlegerpublikum teilt sich in drei ungefähr gleich große Teile: polnische Privatanleger, polnische institutionelle Anleger und ausländische institutionelle Anleger (von diesen kommen 76 % aus Großbritannien, 5 % aus den USA, 3 % aus Italien, 2 % aus Deutschland und 1 % aus Frankreich). Am schnellsten im Wachstum begriffen ist der Anteil der polnischen institutionellen Anleger, da ein Drittel der Rentenbeiträge der polnischen Arbeitnehmer über Rentenfonds auf den Kapitalmarkt treffen. Nach der weltweiten Baisse in den Jahren 2000–02 befand sich die GPW seit 2003 in einer Haussephase. In den letzten Monaten wurden stets neue Allzeithochs des WIG (Warszawski Indeks Giełdowy – Hauptindex) und des WIG20 (Index der 20 großen Golden Shares) erreicht. Weitere Indizes der Börse sind der MIDWIG (mittelgroße AGs), WIRR (kleine AGs), TechWIG (technische AGs), WIG-PL (große und mittlere AGs mit Sitz in Polen), NIF (Investmentfonds) sowie die Branchenindizes WIG-Banken, WIG-Bau, WIG-IT, WIG-Medien, WIG-Lebensmittel und WIG-Telekommunikation.

Tourismus[Bearbeiten]

Schwarzer See in der Hohen Tatra bei Zakopane
Hauptartikel: Tourismus in Polen

Der Tourismus in Polen befindet sich im Aufschwung, was zum einen Teil an der Öffnung des polnischen Luftraums für Low-Cost-Airlines und dem allmählichen Ausbau des Autobahnnetzes sowie zum anderen an einer Wiederentdeckung Polens durch Touristen aus aller Welt liegt. Auch die im europäischen Vergleich niedrigen Preise in Polen dürften eine wichtige Rolle spielen. Für Touristen sind einerseits die Städte, andererseits die unberührte Natur sehr attraktiv. Die ehemalige Königsstadt Krakau wird oft als schönste Stadt Polens angesehen, sie wurde 2005 von etwa 12 Mio. Touristen besucht. Das Kulturangebot in den polnischen Metropolen ist abwechslungsreich und auch für den weniger betuchten Besucher erschwinglich. Die Kneipenkultur und das Nachtleben sind insbesondere in den großen Studentenstädten Krakau, Warschau, Breslau und Posen sehr attraktiv für junge Gäste. Insgesamt gibt es 13 Weltkulturstätten der UNESCO in Polen. Auch der Medizintourismus (Zahntechnik, Kosmetische Chirurgie) hat stark zugenommen.

Viele Städte, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wurden von den polnischen Restauratoren mustergültig wieder aufgebaut. Hierzu zählen vor allem Warschau, Posen, Breslau und Danzig.

Erholungsgebiete und Kurorte finden sich im Süden und Norden Polens, in den Woiwodschaften Ermland-Masuren, Westpommern, Pommern, Kujawien-Pommern, Kleinpolen, Karpatenvorland und Niederschlesien. Wassersport kann man an der Ostsee, den Seenplatten und einigen Gebirgsflüssen, v.a. Dunajec, San, Poprad, Bobr und ihren Stauseen betreiben. Die Bergregionen Tatry, Beskiden, Krakau-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzgebirge, Sudeten mit dem Riesengebirge an erster Stelle laden zum Ski- und Wanderurlaub ein. Als Wintersporthauptstadt Polens gilt Zakopane. Viele attraktive Naturschätze werden in 23 Nationalparks geschützt.

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Polen: die Marienburg, mittelalterliche Festungsanlage des Deutschen Ordens

Siehe auch[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wirtschaft Polens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Wirtschaft in Polen – in den Nachrichten

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d IWF - World Economic Outlook Database, April 2011 Abgerufen am 16. April 2011
  2. Wechselkurse des Polnischen Złoty Abgerufen am 16. April 2011
  3. Eurostat - Bruttowertschöpfung Landwirtschaft Abgerufen am 16. April 2011
  4. Eurostat - Bruttowertschöpfung Industrie Abgerufen am 16. April 2011
  5. Eurostat - Bruttowertschöpfung Dienstleistung Abgerufen am 16. April 2011
  6. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWachstumsrate des realen BIP - Volumen: Veränderung gegenüber dem Vorjahr (%). Eurostat, abgerufen am 20. März 2013.
  7. a b Central Statistical Office - Employment in national econonmy in 2009 Abgerufen am 16. April 2011
  8. a b Central Statistical Office - Unemployment Abgerufen am 16. April 2011
  9. a b c d e f g h Central Statistical Office - Yearbook of foreign trade statistics 2010 Abgerufen am 16. April 2011
  10. Eurostat - Öffentlicher Schuldenstand Abgerufen am 16. April 2011
  11. Eurostat - Staatseinnahmen Abgerufen am 16. April 2011
  12. Eurostat - Gesamtausgaben Abgerufen am 16. April 2011
  13. Eurostat - Staatsdefizit Abgerufen am 16. April 2011
  14. IWF - World Economic Outlook Database, April 2011 Abgerufen am 16. April 2011
  15. a b c d e Informacja o sytuacji społeczno-gospodarczej kraju 2009 Główny Urząd Statystyczny, Warszawa, 28 stycznia 2010 (polnisch)
  16. Regiony Polski – Regions of Poland. (PDF; 2,7 MB) Główny Urząd Statystyczny, Warszawa 2009
  17. a b c Brigitte Jäger-Dabek, Polen - Eine Nachbarschaftskunde. Bonn 2006, ISBN 3-89331-747-3, S. 147
  18. a b c d e Małgorzata Szylko-Skoczny, Ulrich Heiße (Übersetzer): Arbeitsmarktlage und Arbeitsmarktpolitik. In: Dieter Bingen, Krzysztof Ruchniewicz (Hrsg.): Länderbericht Polen. Bonn 2009, ISBN 3-8933-906-0, S. 294–308.
  19. Aktualności – Sytuacja na rynku pracy w czerwcu 2008 r. Ministerstwo Pracy i Polityki Społecznej, vom 4. Juli 2008
  20. Zitat nach Hans-Erich Volkmann: Ökonomie und Expansion – Grundzüge der NS-Wirtschaftspolitik, München 2003, S. 222.
  21. Zitat nach Robert Seidel: Deutsche Besatzungspolitik in Polen – Der Distrikt Radom 1939–1945. Paderborn/München/Wien/Zürich 2006, S. 89.
  22. Bogdan Musial: Das Schlachtfeld zweier totalitärer Regime, in: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musial (Hrsg.): Genesis des Genozids – Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, S. 18.
  23. Verordnung über die Behandlung von Vermögen der Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates abgerufen am 16. September 2014
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Held im Zwielicht“. In: Spiegel. 4. Oktober 2005, abgerufen am 16. September 2014.
  25. Wolfgang Bleyer, Elisabeth Brachmann-Teubner, Gerhart Hass, Helma Kaden, Manfred Kuhnt, Norbert Müller, Ludwig Nestler, Fritz Petrick, Werner Röhr, Wolfgang Schumann, Martin Seckendorf (Hrsg.-Kollegium unter Leitung von [[Wolfgang Schumann (Historiker)|]]): Nacht über Europa: die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938–1945). Achtbändige Dokumentenedition, Bd. 2, Die faschistische Okkupationspolitik in Polen (1939–1945). Köln 1989, ISBN 3-7609-1260-5, S. 23.
  26. Hans-Jürgen Bömelburg: Die deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939–1945, in: Bernhard Chiari (Hrsg.): Die polnische Heimatarmee – Geschichte und Mythos der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg, München 2003, S. 70.
  27. Bogdan Musial: Das Schlachtfeld zweier totalitärer Regime, in: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musial (Hrsg.): Genesis des Genozids – Polen 1939–1941, Darmstadt 2004, S. 18 f.
  28. Hans-Jürgen Bömelburg: Die deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939–1945, in: Bernhard Chiari (Hrsg.): Die polnische Heimatarmee – Geschichte und Mythos der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg. München 2003, S. 69.
  29. Bogdan Musial: Das Schlachtfeld zweier totalitärer Regime, in: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musial (Hrsg.): Genesis des Genozids – Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, S. 20.
  30. Bogdan Musial: Das Schlachtfeld zweier totalitärer Regime, in: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musial (Hrsg.): Genesis des Genozids – Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, S. 21.
  31. a b Manfred Alexander, Kleine Geschichte Polens, Stuttgart 2008, S. 343–344. ISBN 978-3-15-017060-1
  32. a b Manfred Alexander, Kleine Geschichte Polens, Stuttgart 2008, S. 350. ISBN 978-3-15-017060-1
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  35. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Polnischen Republik. Wiesbaden 2010, S. 72
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  39. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Polnischen Republik Wiesbaden 2010, S. 99
  40. Kolektywizacja rolnictwa. Encyklopedia PWN. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  41. a b c d e f g Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, Polen-Analysen 51/09, 5. Mai 2009 (WebCite)
  42. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bio-importe100.html
  43. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Polnischen Republik. Wiesbaden 2010, S. 104
  44. Deloitte Touche Tohmatsu: Top 500 companies in Central and Eastern Europe