Wirtschaft Südkoreas

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Republik Korea
Korea SudSüdkorea
Weltwirtschaftsrang 11.
Währung Südkoreanischer Won (KRW)
Handels-
organisationen
G-20, OECD, WTO, APEC
Kennzahlen
Bruttoinlands-
produkt (BIP)
Nominal: $1,538 Billionen (2017),
PPP: $2,029 Billionen (2017)
BIP pro Kopf $39.434 (PPP, Schätzung für 2017)
Wachstum 3,1 % (2017)
Inflationsrate 1,9 % (Schätzung für 2017)
Erwerbstätige 27,47 Millionen (Schätzung für 2017)
Arbeitslosenquote 3,8 % (Schätzung für 2017)
Außenhandel
Exportgüter Halbleiter, Motorfahrzeuge, Computer, Stahl, Schiffe, petrochemische Erzeugnisse
Exportpartner China 24,4 %
USA 10,1 %
Japan 7,1 % (Schätzung für 2011)[1]
Importgüter Maschinen, elektronische Geräte und Ausrüstung, Erdöl, Stahl, Plastikerzeugnisse
Importpartner China 16,5 %
Japan 13,0 %
USA 8,5 %
Saudi-Arabien 7,1 %
Australien 5,0 % (Schätzung 2011)[2]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden $397,3 Milliarden (Schätzung 2011)
Staatseinnahmen $351,6 Milliarden (2017)
Staatsausgaben $338,0 Milliarden (2017)

Die südkoreanische Volkswirtschaft wird grundsätzlich als freie Marktwirtschaft eingestuft.

Noch nach dem Ende des Koreakrieges war Südkorea eines der ärmsten Agrarländer der Welt. Erst 1962 begann das Land mit der Entwicklung seiner Wirtschaft. Trotz schlechter Startbedingungen wies Südkorea ein hohes Wirtschaftswachstum vor, was unter anderem an der Wirtschaftspolitik der Regierung ab den 1960er Jahren lag. Südkorea zählt zu den Tigerstaaten, welche den Anschluss an die westlichen Industrieländer geschafft haben. Als Hauptfaktor des wirtschaftlichen Umschwungs sieht man eine nach außen orientierte Wirtschaftsstrategie, die auf den Export als Antrieb zum Wachstum setzte. Den Wirtschaftprogrammen zufolge stieg das Bruttonationaleinkommen in den Jahren von 1962 bis 2008 von 2,3 auf 928,7 Milliarden US-Dollar und das Pro-Kopf-Einkommen von 87 auf ca. 19.231 US-Dollar.[3]

Zwar zeigte die Asienkrise in den 1990er Jahren die Schwachpunkte der südkoreanischen Wirtschaft, dennoch konnte sie sich überraschend schnell von der Krise erholen. Südkorea zählt heute zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt und ist ein Mitglied der G-20 und der OECD. Die Wirtschaft Südkoreas basiert auf „Technologieprodukten“, dem Schiffbau sowie der Automobilindustrie. Zu den wichtigsten Konzernen des Landes zählen Samsung, Hyundai und LG.

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft unter der japanischen Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die südkoreanische Wirtschaftsentwicklung lässt sich seit der Zeit, als das Gebiet des heutigen Südkoreas ein Teil der japanischen Kolonie war, zurückverfolgen. Mit Beginn der Kolonialisierung 1910 und bereits zuvor investierten japanische Unternehmen in die Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie dort. Die koreanische Wirtschaft sollte unter anderem die Expansion des japanischen Militärs in Asien unterstützen. Die Verteilung der Industriezweige war dabei von der geographischen Lage geprägt: Im gebirgigen und rohstoffreichen Norden war die Schwerindustrie zu finden, im flachen und bodenfruchtbaren Süden Leichtindustrie und Landwirtschaft. Zur Erschließung und Verbindung wurde ein Schienennetz aufgebaut. Als Stromlieferanten dienten unter anderem Wasserkraftwerke im Norden der Provinz. So konnte die koreanische Halbinsel 1945 nach der Unabhängigkeit von Japan eine fortgeschrittene Infrastruktur sowie eine moderne Wirtschaft vorweisen.

Zweiter Weltkrieg und Koreakrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Unabhängigkeit Koreas von Japan wurde die koreanische Halbinsel entlang des 38. Breitengrads in eine sowjetische und eine US-amerikanische Besatzungszone aufgeteilt. Nach dem Scheitern einer gesamtkoreanischen Regierung entstanden auf der koreanischen Halbinsel zwei getrennte Staaten, die Republik Korea und die Demokratische Volksrepublik Korea. Dies hatte neben politischen Konsequenzen auch wirtschaftliche Folgen. Einerseits war Südkorea die Reiskammer Asiens, andererseits war der Norden Energielieferant für den Süden. Der Abbruch der Handelskontakte nach Japan erschwerte die Lage Südkoreas zusätzlich. Zeitgleich gab es im Süden eine Versorgungskrise wegen der anhaltenden Benzin- und Stromknappheit. Während Nordkorea durch sowjetische Hilfslieferungen aufgebaut werden konnte, herrschte im Süden weiterhin eine wirtschaftliche Stagnation.

Durch den Koreakrieg (1950–1953) wurde die Wirtschaft empfindlich getroffen und konnte nur noch durch die UN-Hilfslieferungen aufrechterhalten werden. Die wichtigsten Städte und ein Großteil der Infrastruktur wurden durch Kampfhandlungen zerstört und zahlreiche Fabriken beschädigt oder demontiert.

Aufbauphase unter der Militärdiktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende begann die Aufbauphase der südkoreanischen Wirtschaft. Nach und nach wurden unter dem Regime von Park Chung-hee in den 1960er Jahren wirtschaftliche Reformen eingeleitet, welche Wachstum fördern sollten. Nachdem die politische Instabilität überwunden worden war, gründeten sich zahlreiche südkoreanische Firmen. Zusätzlich begannen die USA und vor allem Japan in Südkorea zu investieren. Die Reformen setzen vor allem im Bildungssystem an und betrafen auch die Landbevölkerung (Saemaul-Programm). Auch hohe Spar- und Investitionsraten räumten einen hohen Stellenwert in der Entwicklung ein. In der Folge kristallisierten sich große Konzerne (Jaebeols) heraus. Dazu zählen Samsung, Hyundai, LG, Daewoo, Kia, SK, Ssangyong usw. Diese Konzerne beschränkten sich nicht nur auf einen Kernbereich, sondern auch auf mehrere andere Sparten, sodass sie den Markt in vielen Bereichen durchdringen konnten. So hat es das Land, das als eines der ärmsten Agrarländer der Welt bekannt war, in weniger als vier Jahrzehnten geschafft, eine wohlhabende Industrienation zu werden. In Anspielung auf den Fluss, der durch Seoul fließt, wird der Aufstieg als das „Wunder vom Hangang“ bezeichnet.[3]

Aufstieg zur Weltwirtschaft und Asienkrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er und 1990er Jahren verzeichnete die Wirtschaft ein jährliches Durchschnittswachstum von 8,6 % und stieg zur elftgrößten Handelsnation der Welt. Innerhalb von weniger als zwei Generationen etablierte sich das Land als einer der weltweit führenden Schiffbauer, Elektronik-, Halbleiter- und Autoproduzenten. 1996 wurde Korea als 29. Mitglied in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufgenommen.

Die internationalen Finanzmärkte haben Koreas wirtschaftliche Entwicklung positiv begrüßt, vor allem das anhaltend hohe Wachstum, die moderate Inflation, die hohen Sparrücklagen, die geringe Auslandsverschuldung und die erheblichen Überschüsse des Staatshaushalts. Dieser positive Ausblick auf die Wirtschaft wurde aber überschattet durch die schwierige Lage verschiedener Konzerne und Finanzinstitutionen. Diese ließ bei einigen ausländischen Investoren Zweifel an der koreanischen Wirtschaft aufkommen, was 1997 zu einer ernsthaften Liquiditätskrise führte. Diese wiederum hatte eine besorgniserregende Arbeitslosigkeit zur Folge.[3]

Durch die Asienkrise 1997/1998 erhielt die Wirtschaft einen harten Schlag. Aufgrund hoher Schulden/Eigenkapital-Verhältnisse, eine massive Überschuldung und Vernachlässigungen im Finanzsektor wurde die Wirtschaft erschüttert. Zur Überwindung der Asienkrise erhielt Südkorea Hilfe vom IWF, allerdings unter der Auflage, sein Finanzsystem zu reformieren und zu stärken. Die großen Konzerne stießen ineffiziente Teilbereiche ab und begannen sich auf die jeweiligen Kernbereiche zu konzentrieren. Samsung entdeckte die Technologiesparte und Chipproduktion für sich und konnte seinen operativen Gewinn sowie auch den Marktanteil schrittweise steigern. Hyundai konzentrierte sich wieder auf die Automobilproduktion und weitete seinen Marktanteil auch außerhalb des koreanischen Marktes aus. Im Jahre 2001 hat Südkorea seine Schulden beim IWF vollständig zurückgezahlt.

Ab 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaftskrise 2008/2009 konnte Südkorea gut überstehen. Trotz schwacher Konjunkturdaten aus Europa und Übersee hielt das Wirtschaftswachstum aufgrund gestiegener Nachfrage in der Volksrepublik China und anderer Schwellenländer weiterhin an.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reisblüte in Sunchang

Der Anteil der südkoreanischen Landwirtschaft am BIP liegt bei ca. 3,2 %. Dennoch weist die Landwirtschaft nach wie vor einen hohen Beschäftigungsgrad auf, der bei ungefähr 10 % liegt. Das Hauptagrarprodukt ist der Reis, welcher in 80 % aller Felder angebaut wird. Daneben werden sowohl Soja, Weizen, Kartoffeln als auch auf Jejudo Obst produziert. Obwohl die meisten Felder bewässert werden müssen, hat der Reisanbau ähnlich wie in Japan einen hohen kulturellen Stellenwert. Doch die sinkenden Preise für Nahrungsmittel führen zu Spannungen zwischen der Bevölkerung und der Regierung. Wie auch in anderen Länder ist der Trend zu beobachten, dass die Zahl der Großbetriebe in der Landwirtschaft wächst, während die alten Familienbauernhöfe immer seltener werden. Dieser Strukturwandel dürfte für die südkoreanische Gesellschaft weitreichende Konsequenzen haben.

Neben der Landwirtschaft spielt auch die Fischerei eine wichtige Rolle. Sie beschäftigt etwa 180.000 Personen. Da die küstennahen Gewässer weitgehend leergefischt sind, hat die Regierung Regulierungen eingeführt, um das Fischsterben einzudämmen. Wegen der reichen Fischgründe an der innerkoreanischen Seegrenze kommt es regelmäßig zu Streitigkeiten zwischen Fischern aus Nord- und Südkorea.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automobilwerk von Hyundai in Ulsan

Die Industrie spielt in Südkorea eine bedeutende Rolle und beschäftigt etwa 20 % aller Arbeitnehmer. Sie trägt zu 35 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Südkorea hat sich in letzter Zeit auf die Fertigung von Technologieprodukten spezialisiert und konkurriert auf Augenhöhe mit anderen internationalen Herstellern. In der Produktion von Flachbildschirmen, der Chipproduktion, Computern und Schiffen haben südkoreanische Produkte beispielsweise eine marktbeherrschende Stellung erreicht.

Südkorea ist die größte Schiffsbaunation der Welt und rangiert bezüglich der Halbleiter- und Display-Produktion auf Platz eins. Bei der Herstellung von Mobiltelefonen liegt das Land auf dem zweiten Platz. Die Stahl- und Automobil-Industrien betreffend, lag die Volkswirtschaft auf Platz fünf.[3]

Die südkoreanische Schiffsbauindustrie hat seit Anfang des 21. Jahrhunderts ihre Stellung als weltweit größter Produzent von Schiffen behauptet. Im Jahr 2005 deckte sie 40 % der weltweiten Nachfrage ab.

Mit fast 11 % des globalen Marktanteils ist die Halbleiterindustrie führend, besonders im Bereich von Flash-Speicher und DRAM (Dynamic Random Access Memory). Die beiden größten Halbleiter-Produzenten, Samsung Electronics und Hynix, rangierten 2008 weltweit auf den ersten beiden Plätzen. Zusammen machten die beiden Unternehmen 50 % des Weltmarkts aus.

Als einer der größeren Automobilhersteller produziert das Land jährlich über 3,8 Millionen Fahrzeuge. Seit Südkorea 1976 erstmals mit dem Export von Autos begann, hat sich die Automobilindustrie in einem rasanten Tempo entwickelt. Da die Anfrage koreanischer Autos weltweit zunimmt, begannen führende Hersteller in den letzten Jahren damit, Fertigungsanlagen im Ausland zu errichten.

Rückblickend hat Koreas Industriepolitik ihren Kurs in jedem Jahrzehnt erheblich geändert. Dadurch war es möglich, die Wirtschaft in eine zunehmend positive und erfolgreiche Zukunft zu führen. In den 1960er Jahren hat Korea damit begonnen, den Export zu fördern, indem es entsprechende Gesetze und Vorschriften erließ und exportorientierte Entwicklungspläne aufstellte. In den 1970er Jahren stand die chemische Industrie im Zentrum der koreanischen Industriepolitik. In den 1980er Jahren kam es zu einer industriellen Umstrukturierung mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen zu fördern.[3] Während in den 80er Jahren der Industriesektor meist aus Großkonzernen bestand, konnte sich der Anbietermarkt in den letzten Jahren diversifizieren.

Dienstleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzzentrum in Seoul

Wie viele andere hochentwickelte Industriestaaten ist Südkorea der Anschluss an die Dienstleistungsgesellschaft gelungen. Heute stellt die Dienstleistung etwa 62 % des gesamten südkoreanischen Bruttoinlandsproduktes und beschäftigt 63 % der Arbeitskräfte. Gerade die Tourismusbranche ist in einem stetigen Aufschwung seit Beginn der 1970er Jahre. Die Sommerolympiade in Seoul 1988 sowie die Fußballweltmeisterschaft 2002 brachten der Wirtschaft hohe Gewinne ein.

Energiewirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Energiewirtschaft und Energiepolitik hat für Südkorea eine herausragende Bedeutung, da es ein rohstoffarmes Land ist. Südkorea bezieht daher seinen gesamten Erdölbedarf aus dem Ausland.

Wirtschaftspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die südkoreanische Wirtschaftspolitik setzte mit der Landreform von 1945 bis 1949 ein, wodurch die japanischen Großgrundbesitzer enteignet und das Land unter den einheimischen Bauern aufgeteilt wurde. Das führte zu einer gleichmäßigeren Einkommensverteilung auf dem Land. Nach dem Koreakrieg begann die Regierung die komparativen Handelsvorteile Südkoreas auszunutzen. Die Exportpolitik war durch aktive Handelspolitik geprägt. Die Industrie wurde in mehreren Fünfjahresplänen durch Steuererleichterungen und Kreditvergabe gestärkt, wobei die wettbewerbsfähigen Unternehmen besonders gefördert wurden. Nach dem Rückgang der amerikanischen Unterstützung nahm Südkorea dazu ausländische Kredite auf und konnte so weiter in die Industrie investieren.

In Südkorea sind die starken Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft augenscheinlich. Die starke Rolle der Jaebeol war in den 1980er und 1990er Jahren besonders ausgeprägt und übte maßgeblich Einfluss auf politische Entscheidungen aus. Im Zuge der Asienkrise erkannte die Regierung den Nachteil der Konglomerate, die durch zu viele Sparten deutlich von dem Abschwung geschwächt wurden. Es erfolgten zahlreiche Reformen, mittelständische Unternehmen zu fördern und das Angebot auf dem Markt zu diversifizieren. Allerdings behalten die großen Konglomerate weiterhin wichtige Schlüsselpositionen innerhalb der südkoreanischen Wirtschaft.

Das neue Ziel der Wirtschaft liegt auf der Förderung der Wachstumsmotoren des Landes und der Verbesserung seiner industriellen Struktur. Um diese Ziele zu verwirklichen, strebt die Wirtschaft die weitere Entwicklung seines Bauteil- und Baustoffsektors sowie des wissensbasierten Dienstleistungssektors an.[3]

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des südkoreanischen BIP (PPP) von 1911 bis 2008

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt Koreas liegt bei 1.222 Milliarden US-Dollar (Stand 2014).[4] Damit stellt Südkorea die fünfzehntgrößte Volkswirtschaft der Welt dar. In einigen Bereichen der Technologie ist Südkorea Marktführer. Im Weltaußenhandel gehört Südkorea mit einem Gesamtexport von etwa 194 Milliarden US-Dollar mittlerweile zu den zehn exportstärksten Wirtschaften. Im Asienraum ist Südkorea drittstärkste Exportnation. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (33.189 US-Dollar, kaufkraftbereinigt) entspricht dem EU-Durchschnitt (30.494 US-Dollar, KKP).

Die Außenwirtschaftsdaten (2003) weisen folgende Werte aus:

  • Exportvolumen: 194 Milliarden US-Dollar
  • Importvolumen: 179 Milliarden US-Dollar

Größte Handelspartner sind:

  • Export: VR China (20 %), USA (20 %), EU, Japan, Taiwan
  • Import: Japan (20 %), USA (14 %), China, EU, Saudi-Arabien

Wirtschaftskennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in % gegenüber dem Vorjahr (real)[5]
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Veränderung in % ggü. Vj. 3,9 5,2 5,5 2,8 0,7 6,5 3,7 2,3 2,9 3,3 2,8 2,8
BIP von Korea lt. Weltbank[6][7]
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$)
Entwicklung des BIP (nominal)
je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2014 2015 2016
1.411 1.383 1.411 27,8 27,1 27,5
Inflationsrate laut Weltbank[6]
Jahr 2014 2015 2016
Entwicklung der Inflationsrate
in % ggü. dem Vj.
1,3 0,7 1,0
Haushaltssaldos laut gtai[6]
Jahr 2009 2010 2011
Entwicklung des Haushaltssaldos
in % des BIP
−1,1 0,0 0,8
Entwicklung des Außenhandels
(in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)[6]
2014 2015 2016
Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg.Vj.
Einfuhr 525,6 1,9 436,5 −16,9 406,2 −6,9
Ausfuhr 2,4 526,8 −8,1 495,4 −5,9
Saldo 47,5 90,3 89,2
Haupthandelspartner Südkoreas 2016 laut GTAI[8]
Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 25,1 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 21,4
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 13,5 JapanJapan Japan 11,7
HongkongHongkong Hongkong 6,6 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10,7
VietnamVietnam Vietnam 6,6 DeutschlandDeutschland Deutschland 4,7
JapanJapan Japan 4,9 TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 4,0
SingapurSingapur Singapur 2,5 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 3,9
TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 2,5 AustralienAustralien Australien 3,7
sonstige Länder 38,3 sonstige Länder 39,9

Die OECD prognostizierte für Südkorea 2010 ein Wirtschaftswachstum von 4,4 %. Im Schlussquartal 2008 lag es bedingt durch die Weltwirtschaftskrise bei −5,6 %. 2009 erholte sich der Wert auf 0,2 %.[9]

Kreditwürdigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit der Republik im Allgemeinen positiv.

Hier eine kleine Übersicht von Bewertungen:

Internationale Wirtschaftsbeziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere der Export, sind einer der zentralen Punkte der Außenpolitik Südkoreas. Seit 1995 ist das Land Mitglied der WTO. Die Exporte haben sich seit den 1970er Jahren rasant entwickelt. Während sie in den frühen 1970er Jahren etwa 10 % des BIP ausmachten, lag dieser Prozentsatz im Jahr 2001 bei 37,7. Die wichtigsten Exportgüter sind Elektronik, Fahrzeuge, Unterhaltungselektronik, Stahl, Schiffe, Produkte der chemischen Industrie, Textilien und Schuhe sowie Fisch. Die wichtigsten Absatzmärkte für südkoreanische Güter sind China und die USA mit je mehr als 20 %. Danach folgen die EU, Japan und Taiwan. Die wichtigsten Importgüter sind Rohöl, Lebensmittel, Maschinen und Fahrzeuge, Chemikalien und Metalle. Mehr als 20 % der Importe stammen aus Japan, etwa 14 % aus den USA, danach folgen China, die EU und Saudi-Arabien, wovon etwa ein Drittel aller Ölimporte stammt.

Die gesamten Exporte des Jahres 2003 beliefen sich auf etwa 194 Milliarden US-Dollar, die Importe lagen bei 179 Milliarden. Dies führte zu einem Außenhandelsüberschuss von 15 Milliarden US-Dollar, gleichzeitig gab es einen Zahlungsbilanzüberschuss von mehr als 12 Milliarden Dollar, bzw. fast 5 % des BIP. Südkorea ist im Ausland mit etwa 130 Mrd. Dollar verschuldet.

Ausländische Firmen investierten in Südkorea im Jahr 2002 nahezu 85 Milliarden US-Dollar. Der größte Investor mit etwa 50 % sind die USA, danach folgen Japan, die Niederlande, Deutschland und Hongkong. Während sich die amerikanischen Investitionen auf den Servicesektor konzentrieren, investieren die japanischen Firmen größtenteils in Industrieunternehmen. Die ausländischen Investitionen werden durch Bedenken über Korruption, politische Instabilität und unfaire Handelspraktiken gebremst.

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 227,2 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 191,5 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,4 % des BIP.[2]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 226,7 Mrd. US-Dollar oder 28,0 % des BIP.[2]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Vermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südkorea stand, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang 10 weltweit beim nationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 6.586 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person beträgt 160.609 Dollar im Durchschnitt und 67.934 Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim Vermögen je Einwohner gehört Südkorea damit zu den Top 20 Ländern weltweit. Insgesamt war 38,1 % des gesamten Vermögens der Südkoreaner finanzielles Vermögen und 61,9 % nicht-finanzielles Vermögen. Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2017 bei 70 was auf eine relativ moderate Vermögensungleichheit hindeutet. Die obersten 10 % der koreanischen Bevölkerung besaßen 47,6 % des Vermögens und die obersten 1 % besaßen 17,5 % des Vermögens. Der Anteil der Koreaner mit einem Vermögen von über einer Million Dollar wird auf 1,7 % der Bevölkerung geschätzt.[13]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitsmärkte in der Republik Korea sind weitgehend flexibilisiert. Die Gewerkschaften sind dabei im Verhältnis zu anderen Ländern relativ schwach ausgeprägt. So wurden die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst bisher noch nicht von staatlicher Seite anerkannt. Die großen Gewerkschaften des Landes sind die Federation of Korean Trade Unions und die Confederation of Trade Unions. Die Lage der Gewerkschaften und die Situation der Arbeitnehmer wurde immer wieder von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisiert. Ein bedenkliches Problem stellen dabei die Wanderarbeiter aus verschiedenen südostasiatischen Ländern stammen. Die Zahl der illegalen "Migrant Workers" wird von Amnesty International auf 220.000 beziffert.[14]

Die Arbeitsbedingungen in Korea sind allgemein im Verhältnis zu anderen OECD Staaten sehr hart. Die Zahl der durchschnittlichen geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr in Korea liegt am höchsten in der OECD.[15]

Der Bildungsstand in Korea im Vergleich zu anderen OECD-Staaten ist sehr hoch. Die Pisa-Studie hat erwiesen, dass die Republik Korea in zahlreichen Gebieten hohe Werte aufweisen kann (Mathematik). Einige der weltbesten Universitäten sind in der Republik Korea angesiedelt. Zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen gehören die sogenannten SKY-Universitäten (Seoul National University, Korea University und Yonsei University), sowie das KAIST in Daejeon.

Arbeitslosigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Arbeitsmarkt Südkoreas umfasste im Jahr 2004 etwa 22,8 Millionen Personen. Die Arbeitslosenrate lag gleichzeitig bei etwa 3,5 %. Die Arbeitslosigkeit in Südkorea ist auf einem vergleichsweise niedrigen Stand und beträgt ungefähr 3,7 % (2010). Problematisch ist allerdings die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Im Januar 2011 betrug die Arbeitslosenquote 3,8 %.[16]

Mindestlohn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Südkorea gilt ein Mindestlohn, der jährlich angepasst wird. Im Jahr 2016 beträgt dieser 6.030 Won pro Stunde. Das Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt schätzt, dass sich etwa 1,4 Millionen Personen unterhalb der Armutsgrenze befinden und weitere 3,2 Millionen in potenzieller extremer Armut leben.

Gewerkschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 gab es in Südkorea mehr als 6.500 Gewerkschaften, die etwa 11 % aller Arbeitskräfte vertraten. Die meisten dieser Gewerkschaften existieren auf Firmenebene, einige davon sind auf nationaler Ebene in zwei nationalen Föderationen vereinigt. Im gleichen Jahr gab es 319 Streiks, bei denen insgesamt 1,3 Millionen Arbeitstage verloren gingen. Die Regierung wurde wiederholt dafür kritisiert, Gewerkschaften im öffentlichen Sektor nicht anzuerkennen und Gewerkschafter, die sich bei Streiks engagieren, verhaften zu lassen. Gemäß OECD-Daten aus dem Jahre 2004 beträgt die Arbeitsleistung koreanischer Arbeiter 2390 Stunden pro Jahr. Das seien 400 Stunden mehr als die zweitgrößte Stundenzahl (nämlich in Polen) und 34 % mehr als in den Vereinigten Staaten. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung sank die Zahl der Arbeitsstunden geringfügig auf 2316 im Jahre 2007.[17]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa die Hälfte der südkoreanischen Frauen im arbeitsfähigen Alter sind beruflich aktiv. Im Januar 2010 wurde die Zahl der berufstätigen Frauen mit 9,4 Millionen angegeben. Die Anzahl der arbeitslosen Frauen betrage etwa 495.000.[18]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Exports Partners of South Korea. CIA World Factbook. 2011. Abgerufen am 22. Juni 2013.
  2. a b c d e The World Factbook.
  3. a b c d e f Wirtschaftswachstum. In: Korea Net. KOCIS, archiviert vom Original am 2. September 2014; abgerufen am 24. Mai 2019 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  4. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ks.html
  5. GDP per capita growth (annual %) | Data. Abgerufen am 10. Juli 2017 (amerikanisches Englisch).
  6. a b c d Wirtschaftsdaten kompakt: Korea (Rep.). (PDF; 213 kB) Germany Trade & Invest, November 2015, archiviert vom Original am 7. Februar 2016; abgerufen am 27. März 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  7. GDP per capita (current US$) | Data. Abgerufen am 10. Juli 2017 (amerikanisches Englisch).
  8. Germany Trade and Invest GmbH: GTAI - Wirtschaftsdaten kompakt. Abgerufen am 26. Juli 2017.
  9. Colin Dürkop, Sebastian Ratzer: „Südkorea und die G-20. Vom Armenhaus Asiens zur wirtschaftlichen Wundernation“. KAS-Auslandsinformationen 5/2010, S. 72–73.
  10. Sovereigns rating list. Standard & Poor's. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  11. a b c How Fitch, Moody's and S&P rate each country's credit rating. In: The Guardian, 15. April 2011. Abgerufen am 28. Mai 2011. 
  12. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  13. Global Wealth Report 2017. In: Credit Suisse. (credit-suisse.com [abgerufen am 1. Januar 2018]).
  14. Pisa-Spitzenreiter: Das Geheimnis von Asiens Mathe-Genies. In: Spiegel Online vom 3. Dezember 2013.
  15. Ewald Walterskirchen (2006): Arbeitszeiten im internationalen Vergleich (PDF-Datei). Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  16. Südkorea: Handelsüberschuss schrumpft, Arbeitslosigkeit fällt. EMFis - Trading Group GmbH & Co. KG, 16. Februar 2011, archiviert vom Original am 3. April 2015; abgerufen am 24. November 2015 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  17. The Korea Herald: Korea moves to shorten work hours, abgerufen am 16. Februar 2010.
  18. The Korea Times: No. of Jobless Women Hits Decade High, abgerufen am 16. Februar 2010.