Wirtschaft des Senegal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dakar: Senegals place de l'indépendance (Unabhängigkeitsplatz); Zentrum der Regierung, Banken und Handel
Flagge von Senegal

Die Wirtschaft Senegals ist durch schwerwiegende Probleme gekennzeichnet, wobei die klimatischen Verhältnisse im Senegal und das starke Bevölkerungswachstum zu den Hauptproblemen zählen. Das Bevölkerungswachstum lag im Jahr 2006 bei 2,34 %. Die Folgen des hohen Bevölkerungswachstums sind Abwanderung (Landflucht) der ländlichen Bevölkerung, bedingt durch Nahrungsmittelknappheit. Die daraus resultierenden Folgen sind Probleme bei der Wasserversorgung sowie der Abwasser- und Müllentsorgung. Außerdem führt der zunehmende Verkehr in der Hauptstadt zu verstärkter Lärm- und Luftbelastung.

Investitionen werden vor allem durch mangelnde Infrastruktur abgeschreckt, jedoch versucht der Staat durch Investitionen den Straßenbau zu fördern. Der Senegal nimmt die 156. Stelle von insgesamt 177 erfassten Staaten im Last Development Index ein. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2006 7,36 Milliarden Euro, was ein Bruttoinlandsprodukt von 675 Euro pro Kopf bedeutet. Somit stieg das BIP 2006 um 2,1 %. Im Jahr 2007 stieg das BIP zwischen 4,6 % und 5,4 %. Während das Wirtschaftswachstum 2005 bei 6,5 % lag, so stieg dieses 2006 um nur noch 3,3 %. Die Inflationsrate stieg von 1,7 % im Jahr 2005 auf 1,9 % 2006. Der Staat selbst hat zahlreiche Zahlungsrückstände gegenüber einigen Unternehmen. Zu ihnen gehören der Stromversorger SENELEC und die Raffinerie SAR.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

In der Landwirtschaft sind 60 % der Bevölkerung tätig, obwohl dieser Wirtschaftssektor nur 17,6 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Durch fortschreitende Wüstenbildung, Bodenerosion, Abholzung und Überweidung werden immer häufiger Missernten erzielt, sodass die Landwirtschaft gefährdet ist. Die Erdnussproduktion ist der wichtigste Devisenbringer des Landes, in dem 3 Millionen Senegalesen beschäftigt sind. Die Erdnussernte sank im Jahr 2006 um 21,8 % auf 550.000 Tonnen. Auch die Getreide- und Baumwolleernte musste im gleichen Jahr Rückschläge hinnehmen. Die Getreideernte fiel 2006 um 24 %, die Baumwolleernte um 3 % auf 45.000 Tonnen. Dennoch stieg die Produktion von Lebensmitteln für den einheimischen Markt um 12,7 % an (2.046.300 Tonnen).

Bergbau und Industrie[Bearbeiten]

Der Industriesektor stellt mit 21,4 % am Bruttoinlandsprodukt den wichtigsten Wirtschaftszweig nach dem Dienstleistungssektor dar, obwohl die Industrieproduktion 2006 um 19,2 % zurückging. Stark betroffen von den Rückschlag war vor allem die Chemieindustrie mit 69,8 %, was auf die Krise des senegalesischen Großunternehmens ICS zurückgeführt wird. Nach wie vor profitiert fast ausschließlich die Bauindustrie von Zuwachs. Andere Bereiche, die von Zuwachs profitieren sind Elektrizität, Wasser und Gas mit 1,7 %, was jedoch Probleme, wie mangelhafte Energieversorgung kaum behebt. Auch die senegalesischen Industrieunternehmen Insgesamt nehmen im Gegensatz zu anderen afrikanischen Unternehmen einen relativ niedrigen Stellenwert ein. Lediglich die Firmen SAR (105. Stelle), Total Senegal (184. Stelle) und Shell Senegal (220. Stelle) nehmen die für senegalesische Verhältnisse höchsten Stellenwerte unter insgesamt 500 analysierten Unternehmen Afrikas ein. Auch der Bergbau verzeichnete einen Rückgang von 28,7 %. So ging der Phosphatabbau 2006 um 60 % zurück, was eine Fördermenge von nur noch 584 Tonnen bedeutet (davor 1451 Tonnen). Neben Phosphat verfügt das Land über große Eisenerzvorkommen im Osten des Landes. Zudiesen Zweck wurde im Februar 2007 ein Abkommen zu deren Erschließung zwischen Arcelor Mittal und der Regierung unterzeichnet.

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Der Dienstleistungssektor ist der wichtigste Wirtschaftssektor und trägt 61 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Dieser steigt seit einigen Jahren stetig an (2004: 6,3 % 2005: 5,5 %), 2006 stieg er erneut um 4,6 %. Hauptsächliche Träger des Dienstleistungsbereiches sind der Transport- und Telekommunikationsbereich. Der Ausbau des Tourismus wird vor allem durch mangelnde Infrastruktur und administrative Hürden blockiert, obwohl der Tourismus nach dem Erdnussanbau der wichtigste Devisenbringer des Landes ist. Die Zahl der Touristen lag im Jahr 2005 bei 770.000. Der Bankensektor ist kaum diversifiziert und entwickelt, jedoch trotzdem rentabel. Die größte Bank Senegals ist SGBS, deren Aktienkapital zurzeit zu 58 % bei der französischen Societe Generale liegt.