Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

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Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

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Rechtsform Rechtlich unselbständige Anstalt in der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale – Anstalt des öffentlichen Rechts
Gründung 16. Juli 2009
Sitz Offenbach am Main
Leitung Vorsitzender WIBank-Ausschuss:

Tarek Al-Wazir Geschäftsleitung: Gottfried Milde, Claudia Hillenherms, Dr. Michael Reckhard

Mitarbeiterzahl 454 (Stand Ende 2020)
Umsatz 25.879 Mio. Euro
Website https://www.wibank.de

Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ist die Förderbank des Landes Hessen und zuständig für das monetäre öffentliche Fördergeschäft. Sie ist als rechtlich unselbständige, wirtschaftlich und organisatorisch selbständige Anstalt (AidA) in der Landesbank Hessen-Thüringen einer der drei Geschäftsbereiche, auf denen das Geschäftsmodell der Landesbank basiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Bank fußt auf dem „Gesetz zur Neuordnung der monetären Förderung in Hessen“ vom 16. Juli 2009[1], durch das die Investitionsbank Hessen (IBH) auf die LTH – Bank für Infrastruktur verschmolzen wurden. Die WIBank führt das Fördergeschäft der bisherigen Institute IBH und LTH – Bank für Infrastruktur fort.

Das Gesetz zur Neuordnung der monetären Förderung in Hessen legte fest, dass die WIBank mit der Gewährträgerhaftung des Landes Hessen ausgestattet ist. Das Förderinstitut ist gemäß der Grundsätze der Verständigung mit der EU-Kommission über staatliche Garantien deutscher Förderbanken (Verständigung II) aufgestellt und unterliegt dem Grundsatz der Wettbewerbsneutralität.[2]

Förderschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WIBank ist die Förderbank des Landes Hessen in Förderangelegenheiten für Privatpersonen, für die gewerbliche Wirtschaft und Freiberufler sowie für Kommunen und Landkreise. Dabei arbeitet die WIBank wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen zusammen.

Der Schwerpunkt liegt auf der Struktur-, Wirtschafts-, Sozial- und Wohnraumförderung und reicht von der Konzeption, Strukturierung und Bearbeitung von Förderprogrammen oder Einzelprojekten bis hin zur Beratung im Rahmen der monetären Förderung. Zudem führt sie die Konjunktur- und Infrastrukturprogramme von Land und Bund in Hessen durch. Sie erleichtert Unternehmen und Existenzgründern den Zugang zur breiten Palette an Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes oder der EU.[3]

Die WIBank berät und betreut Investoren, Unternehmer und Existenzgründer.[4] Zum Netzwerk der WIBank zählen die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, regionalen Wirtschaftsförderungen sowie Verbände in Hessen. Darüber hinaus ist die Bank Partner der Förderinstitute auf nationaler und europäischer Ebene.

Die Förderprogramme der WIBank werden den vier Geschäftsbereiche gründen & wachsen, versorgen & modernisieren, bauen & wohnen sowie bilden & beschäftigen zu geordnet und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.

Wesentliche Beteiligungen und Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Beteiligungsgeschäft bedient sich die WIBank zur Erfüllung ihrer Aufgaben der Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH[5](BM H), einer Tochtergesellschaft der Landesbank Hessen-Thüringen, die der WIBank wirtschaftlich zugeordnet sowie in die Wirtschaftsförderung des Landes Hessen integriert ist.

Die BM H nimmt die Geschäftsbesorgungs- und -betreuungsaufgaben für folgende aktive Beteiligungsgesellschaften wahr, die den hessischen Mittelstand mit Eigenkapital bzw. eigenkapitalähnlichen Mitteln unterstützen:

  • Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH (MBG H),
  • Hessen Kapital I GmbH,
  • Hessen Kapital II GmbH,
  • Hessen Kapital III (EFRE) GmbH,
  • TF H III Technologiefonds Hessen GmbH.

Den rechtlich selbstständigen Gesellschaften liegen unterschiedliche Gesellschafter- und Refinanzierungsstrukturen zugrunde. Als Finanzierungsinstrumente finden stille, aber zum Teil auch offene Beteiligungen Anwendung.

Die WIBank zählt neben der Goethe-Universität Frankfurt und der Stadt Frankfurt zu den Gründungsgesellschaftern des TechQuartier[6], das die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für die FinTech Community in Frankfurt darstellt.

Organe der WIBank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im "Gesetz zur Neuordnung der monetären Förderung in Hessen" wurde vorgesehen, einen Ausschuss des Verwaltungsrates der Helaba einzurichten, der für die WIBank und für ihre Fördertätigkeit zuständig ist.[7]

Der WIBank-Ausschuss beschließt die Richtlinien für die Geschäftspolitik und überwacht das Fördergeschäft. Im Zuge dessen entscheidet er über die Art der Zweckbindung der von der WIBank thesaurierten Erträge.

Der Ausschuss besteht aus sechs Mitgliedern:

  • zwei vom Land berufenen Mitgliedern im Verwaltungsrat der Helaba,
  • zwei Mitgliedern der Arbeitnehmervertretung aus dem Verwaltungsrat der Helaba sowie
  • der für Wirtschaft zuständigen Ministerin oder dem hierfür zuständigen Minister und
  • einem weiteren von der Landesregierung zu benennenden Mitglied.

Der Verwaltungsrat der Helaba wird vom Vorsitzenden[8] des Ausschusses regelmäßig über die Tätigkeiten der WIBank und über die Beschlüsse des Ausschusses unterrichtet.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Standorte der Bank sind Offenbach am Main, Kassel, Wetzlar und Wiesbaden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 6′ 27,2″ N, 8° 44′ 28,3″ O