Wirtschaftsförderungsinstitut


Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) ist eine österreichische Organisation der beruflichen Erwachsenenbildung. Im Jahr 2010 waren 12.000 Trainer für das WIFI tätig. Die WIFIs sind Teil der Landeskammern der WKÖ.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Institutionalisierung nach 1945
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf Betreiben des damaligen Staatssekretärs Julius Raab erfolgte bereits im Jahr 1945 die Schaffung der Kammer für Handel, Gewerbe, Industrie, Geld- und Kreditwesen. Wenige Wochen später wurden die Wirtschaftsförderungsinstitute ins Leben gerufen. Mit ihnen konnte die Gewerbeförderung in Österreich institutionalisiert werden. Am 8. Oktober 1945 kam es zur Eröffnung des ersten Kurses für Kaufmannsgehilfen. Im Laufe der folgenden Monate konnte der Schulungsbetrieb nach und nach auch auf andere Berufsfelder ausgeweitet werden.[1]
Das Handelskammergesetz wurde vom österreichischen Nationalrat am 24. Juli 1946 verabschiedet und stellte die Wirtschaftsförderungsinstitute auf eine gesetzliche Grundlage.[2] Am 8. und 9. Oktober fand die erste Institutsleiterkonferenz statt.
Kultur- und Bildungsauftrag des WIFI
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Aufgabenbereich der Wirtschaftsförderungsinstitute wurde im § 30 des Wirtschaftskammergesetzes[3] gemäß der nachstehenden Aufzählung geregelt:
- Aus- und Weiterbildung,
- allgemeine, technische und betriebswirtschaftliche Wirtschaftsförderung,
- Messen, Ausstellungen, Musterschauen und
- allfällige Bildungsmaßnahmen im Ausland.
Meilensteine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2003 starteten die ersten WIFI-Lehrgänge mit MBA-Abschlüssen in Zusammenarbeit mit der M/O/T School der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Zusätzlich gründete das WIFI acht Niederlassungen in Osteuropa und WIFI-Unternehmerakademien in Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol. Ab 2006 wurden über 300 Trainer als eCoachs ausgebildet. 2009 wurden die Osteuropa-Aktivitäten in der WIFI International GmbH gebündelt. Bis 2010 waren österreichweit rund 12.000 Trainer für das WIFI im Einsatz.[4]
Im Jahr 2011 begann das WIFI eine Zusammenarbeit mit Tomáš Zdechovský und Commservis.com in der Tschechische Republik, was zur Gründung der WIFI Tschechische Republik führte. 2014 startete die WIFI gemeinsam mit der FHWien der WKW die Berufsakademie, die durchlässige Bildungswege vom Beginn einer Lehre bis zum Masterabschluss ermöglicht.[5] 2019 feierte die Berufsakademie ihren 1000. Absolventen.[6]
Die Marke WIFI
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verwendete Werbe-Slogans:
- 2008: „WIFI. Wissen ist für immer.“[7]
- 2017: "WIFI. Lern' dich weiter."[8]
- 2023: "WIFI. Bleib neugierig."[9]
Die Bekanntheit der Marke WIFI lag im Jahr 2009 bei 94 % in Österreich, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Gallup/Karmasin bescheinigte.[10]
Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wirtschaftsförderungsinstitute der Länder sind unmittelbar der jeweiligen Kammeramtsdirektion zugeordnet, haben aber eine weitgehend innere Autonomie bei der Planung ihrer Aktivitäten. Zusätzlich ist vom Vorstand der Bundeswirtschaftskammer ein Kuratorium zu bestellen, das das Wirtschaftsförderungsinstitut bei verschiedenen Maßnahmen berät.[11]
Das WIFI Österreich ist die Dach-Organisation der 9 Landes-WIFIs. Es betreut Unternehmen, Österreichs Arbeitnehmer und alle, die Lebenslanges Lernen praktizieren. Es wird in vier Teams gearbeitet:
- WIFI Learning Management & Services: Entwicklungs- und Koordinationsabteilung für alle WIFIs. Entwicklung neuer Bildungsprodukte.
- WIFI Marketing und Kommunikation: Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen für den WIFI-Verbund.
- WIFI International: Drehscheibe für die Internationalisierung der WIFI-Services, Entwicklung von Seminaren und Management-Lehrgängen weltweit.
- WIFI Zertifizierungsstelle: Die WIFI Zertifizierungsstelle ist ein neutrales und unabhängiges Prüfungskompetenzzentrum der Wirtschaftskammer
WIFI-Zertifizierungsstelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die WIFI-Zertifizierungsstelle ist als Personenzertifizierungsstelle der Wirtschaftskammer Österreich eingerichtet und durch das damalige BMWA akkreditiert. Damit wurde ihr bescheinigt, dass sie Zertifizierungen von Personen mit hoher Zuverlässigkeit und Qualität durchführen darf. Somit ist auch die internationale Anerkennung von Zertifikaten gesichert. Das Zertifizierungssystem wurde nach den Kriterien des Österreichischen Akkreditierungsgesetzes eingerichtet und entspricht den Anforderungen der ÖNORM EN ISO/IEC 17024 an Personenzertifizierungsstellen. Im Jahr 2010 gab es 28 verschiedene Zertifizierungsprogramme am WIFI.[12]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Knowledgebase Erwachsenenbildung
- ↑ WIFI Wien ( vom 3. Mai 2010 im Internet Archive)
- ↑ Rechtsinformationssystem der Republik Österreich: [1]
- ↑ „1946-2006. 60 Jahre WIFI.“, Jubiläumsbroschüre des WIFIs der Wirtschaftskammer Österreich, Wien 2006.
- ↑ Neu in Österreich: Berufsakademie Handel erfolgreich gestartet | Wirtschaftskammer Österreich, 21.10.2014. In: ots.at. 21. Oktober 2014, abgerufen am 9. März 2024.
- ↑ Berufsakademie von WIFI und FHWien: Tausendster Weiterbildungsabsolvent ( vom 6. Dezember 2020 im Internet Archive)
- ↑ „1946-2006. 60 Jahre WIFI.“, Jubiläumsbroschüre des WIFIs der Wirtschaftskammer Österreich, Wien 2006.
- ↑ https://www.leadersnet.at/news/26469,wifi-will-mit-360-grad-kampagne-lust-auf-weiterbildung-machen.html
- ↑ WIFI Österreich: Neugierig bleiben, WIFI entdecken: Neue Kampagne von DMB. Abgerufen am 19. November 2024 (deutsch).
- ↑ Gallup/Karmasin: WIFI ist weiterhin Nummer 1 ( vom 24. November 2010 im Internet Archive)
- ↑ Rechtsinformationssystem der Republik Österreich: [2]
- ↑ WIFI-Zertifizierungsstelle ( vom 13. Februar 2010 im Internet Archive)