Wirtschaftsförderungsinstitut

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Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) ist eine österreichische Organisation der beruflichen Erwachsenenbildung. Pro Jahr werden rund 31.400 Kurse von 360.000 Teilnehmern besucht. 12.000 Trainer kommen direkt aus der beruflichen Praxis.

Die WIFIs sind Teil der Landeskammern der WKÖ und in allen Bundesländern mit 9 Landesorganisationen und 80 Geschäftsstellen präsent. Außerdem gibt es WIFI-Niederlassungen in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Tschechien, der Türkei und Ungarn.

Seit 2001 ist Michael Landertshammer Institutsleiter. Seit November 2010 ist Karl Pisec Kurator des WIFI Österreich.

Werbesujet des WIFI von 1950
Werbesujet des WIFI von 1961

Geschichte[Bearbeiten]

Institutionalisierung nach 1945[Bearbeiten]

Noch im Jahr 1945 wurde auf Betreiben des damaligen Staatssekretärs Julius Raab die Kammer für Handel, Gewerbe, Industrie, Geld- und Kreditwesen geschaffen. Wenige Wochen später wurden die Wirtschaftsförderungsinstitute ins Leben gerufen. Mit ihnen wurde die Gewerbeförderung in Österreich institutionalisiert. Am 8. Oktober 1945 wurde der erste Kurs für Kaufmannsgehilfen eröffnet. Im Laufe der folgenden Monate konnte der Schulungsbetrieb nach und nach auch auf andere Berufsfelder ausgeweitet werden.[1]

Das Handelskammergesetz wurde vom österreichischen Nationalrat am 24. Juli 1946 verabschiedet und stellte die Wirtschaftsförderungsinstitute auf eine gesetzliche Grundlage.[2] Am 8. und 9. Oktober fand die erste Institutsleiterkonferenz statt.

Werbesujet des WIFI von 1971
Werbesujet des WIFI von 1961

Kultur- und Bildungsauftrag des WIFI[Bearbeiten]

Der Aufgabenbereich der Wirtschaftsförderungsinstitute wurde im § 30 des Wirtschaftskammergesetzes [3] gemäß der nachstehenden Aufzählung geregelt:

  1. Aus- und Weiterbildung,
  2. allgemeine, technische und betriebswirtschaftliche Wirtschaftsförderung,
  3. Messen, Ausstellungen, Musterschauen und
  4. allfällige Bildungsmaßnahmen im Ausland.

Die Wirtschaftsförderungsinstitute sind also nicht nur auf die berufliche Aus- und Weiterbildung beschränkt sondern haben einen breiten Kultur- und Bildungsauftrag zu erfüllen. Der beruflichen Bildung kommt aber die größte Bedeutung zu.

Über viele Jahre war das Messe- und Ausstellungswesen ein wichtiges Service-Angebot des WIFI. Seit 2000 ist der Messebereich in der Außenwirtschaftsorganisation AWO der Wirtschaftskammer angesiedelt.

Meilensteine[Bearbeiten]

  • 1946 startet der Auf- und Ausbau von Angeboten für das Gewerbe.
  • 1948 bis 2000 unterstützt das Messereferat des WIFI heimische Betriebe im Ausland.
  • 1970 beginnt das WIFI mit „Train the Trainer“-Ausbildungen.
  • 1975 kommt das WIFI in die Betriebe und startet erstmals Trainings in Firmen.
  • 1990 wird der WIFI Internationale Know-how-Transfer (IKT) gegründet.
  • 1991 wird die erste Fachakademie gegründet.
  • 1995 werden WIFI-Kurse erstmals in sieben Geschäftsfelder gebündelt: Management/Unternehmensführung, Persönlichkeit, Sprachen, Betriebswirtschaft, EDV/Informatik, Technik und Branchen.
  • 1996 wird das WIFI Management Forum gegründet.
  • 1998 entwickelt das WIFI sein erstes E-Learning-Angebot.
  • 2000 startet der erste universitäre Lehrgang am WIFI.
  • Seit 2002 berät das WIFI Unternehmerservice jährlich 15.000 heimische Betriebe. Bis zur Kammerreform 2000 führten WIFI-Experten/-innen auch selbst Beratungen durch.
  • 2003 beginnen die ersten WIFI-Lehrgänge mit MBA-Abschlüssen in Zusammenarbeit mit der M/O/T School der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Außerdem gründet des WIFI 8 Niederlassungen in Osteuropa und WIFI-Unternehmerakademien in Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol.

  • Seit 2006 wurden über 300 Trainerinnen und Trainer als eCoachs ausgebildet.
  • Seit 2009 sind die Osteuropa-Aktivitäten in der WIFI International GmbH gebündelt.
  • 2010 befinden sich österreichweit 12.000 Trainerinnen und Trainer für WIFI im Einsatz.

alle Daten: [4]

Werbesujet des WIFI von 1984

Die Marke WIFI[Bearbeiten]

Die Marke WIFI wurde durch einen einheitlichen, länderübergreifenden Werbeauftritt ab den 1970er Jahren aufgebaut. Die Werbung in TV-Spots, Anzeigen und Direct Mailings bediente sich stets der Farbe Grün.

Im WIFI-Kursbuch veröffentlicht jedes Landes-WIFI sein gesamtes Angebot. Die WIFI-Kursbücher erscheinen in einer Auflage von 500.000 Exemplaren.

Verwendete Werbe-Slogans:

  • 1966: „Berufs Erfolg = WIFI Kurse“
  • 1971: „WIFI - Das neue Lernen“
  • 1983: „WIFI bedeutet Vorsprung“
  • 1995: „WIFI - Ihr Kurs steigt“
  • 2004: „WIFI - Jetzt will ich's wissen“
  • 2008: „WIFI. Wissen ist für immer.“ [5]

Die Bekanntheit der Marke WIFI liegt bei 94 %, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Gallup/Karmasin 2009 bescheinigt.[6]

Organisation[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsförderungsinstitute der Länder sind unmittelbar der jeweiligen Kammeramtsdirektion zugeordnet, haben aber eine weitgehend innere Autonomie bei der Planung ihrer Aktivitäten. Zusätzlich ist vom Vorstand der Bundeswirtschaftskammer ein Kuratorium zu bestellen, das das Wirtschaftsförderungsinstitut bei verschiedenen Maßnahmen berät.[7]

Das WIFI Österreich ist die Dach-Organisation der 9 Landes-WIFIs. Es betreut Unternehmen, Österreichs Arbeitnehmer und alle, die Lebenslanges Lernen praktizieren. Es wird in vier Teams gearbeitet:

  • WIFI-Bildungsmanagement: Entwicklungs- und Koordinationsabteilung für alle WIFIs. Entwicklung neuer Bildungsprodukte.
  • WIFI-Unternehmerservice (UNS): Koordinationsstelle des bundesweiten Unternehmenservice-Netzwerkes der Wirtschaftskammern Österreichs.
  • WIFI International Network (WIN): Drehscheibe für die Internationalisierung der WIFI-Services, Entwicklung von Seminaren und Management-Lehrgängen weltweit.

WIFI-Zertifizierungsstelle[Bearbeiten]

Die WIFI-Zertifizierungsstelle ist als Personenzertifizierungsstelle der Wirtschaftskammer Österreich eingerichtet und ist durch das damalige BMWA akkreditiert. Damit wurde ihr bescheinigt, dass sie Zertifizierungen von Personen mit hoher Zuverlässigkeit und Qualität durchführen darf. Somit ist auch die internationale Anerkennung von Zertifikaten gesichert. Das Zertifizierungssystem wurde nach den Kriterien des Österreichischen Akkreditierungsgesetzes eingerichtet und entspricht den Anforderungen der ÖNORM EN ISO/IEC 17024 an Personenzertifizierungsstellen. Derzeit gibt es 28 verschiedene Zertifizierungsprogramme am WIFI.[8]

WIFI-International[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1990 ist WIFI auch in den mittel-, ost und südosteuropäischen Ländern aktiv und bietet Seminarreihen an. So bestehen aktuell (2013) WIFI-Niederlassungen in folgenden Staaten bzw. Städten:[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Knowledgebase Erwachsenenbildung
  2. WIFI Wien
  3. Rechtsinformationssystem der Republik Österreich: [1]
  4. „1946-2006. 60 Jahre WIFI.“, Jubiläumsbroschüre des WIFIs der Wirtschaftskammer Österreich, Wien 2006.
  5. „1946-2006. 60 Jahre WIFI.“, Jubiläumsbroschüre des WIFIs der Wirtschaftskammer Österreich, Wien 2006.
  6. WIFI-Presseaussendung [2]
  7. Rechtsinformationssystem der Republik Österreich: [3]
  8. WIFI-Zertifizierungsstelle
  9. WIFI International Standorte abgerufen am 11. September 2013