Wisłostrada-Tunnel Warschau

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Wisłostrada-Tunnel
Tunel Wisłostrady
Wisłostrada-Tunnel
Südportal
Offizieller Name Tunel Wisłostrady
Nutzung Straßentunnel
Ort Warschau
Länge 930 m (Nord-Süd röhre),
889 m (Süd-Nord röhre)dep1
Anzahl der Röhren 2
Bau
Baukosten etwa 210 Mio. Złoty
Baubeginn April 2001
Fertigstellung August 2003
Betrieb
Freigabe August 2003
Lage
Wisłostrada-Tunnel Warschau (Polen)
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
52° 14′ 36,7″ N, 21° 1′ 34,7″ O
52° 14′ 19,2″ N, 21° 2′ 0″ O

Der Wisłostrada-Tunnel ist eine Straßentunnelanlage in Warschau auf dem linksseitigen Weichselufer im Zuge des Weichselboulevards.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung der Tunnels ist mit der Errichtung der Świętokrzyski-Brücke verbunden. Da die Brückenfahrbahn nahe dem Niveau der Fahrbahn der Weichselboulevards liegt, wurde der Verkehr in Tunnels verlegt. Die beiden Tunnels wurden in der Südrichtung verlängert, um einen freien Zutritt von dem unter der Weichselböschung gelegenen Stadtteil Powiśle zum Weichselufer zu schaffen. Die befahrene Verkehrsarterie in West-Ost-Richtung (Teil der Autostraße Nr. 7 Danzig-Krakau) hatte das städtische Leben von der Flussumgebung abgeschnitten. Aufgrund der Untertunnelung gelang es, diesen als negativ empfundenen Zustand zu beenden und damit auch den städtebaulich nutzbaren Bereich zu erweitern.[1] So wurde später auf einem Teil des oben liegenden Terrains das Kopernikus-Wissenschaftszentrum errichtet.

Die Baukosten betrugen etwa 210 Mio. Złoty und damit rund 30 Mio. mehr als geplant. Das Bauvorhaben wurde teilweise in der Öffentlichkeit als überflüssig und unzweckmäßig kritisiert. Die Bauarbeiten dauerten von April 2001 bis August 2003. Die Eröffnung musste wegen nicht erfüllter Sicherheitsmaßnahmen mehrfach verlegt werden.

Beide Tunnels sind mit je drei Fahrstreifen ausgestattet. Der Nord-Süd-Tunnel ist 930 Meter lang, der Süd-Nord-Tunnel 889 Meter. Sie sind mit einer Lüftungs- und Rauchabzugsanlage und einer Beleuchtungsanlage ausgestattet. In der Mitte der Tunnels befinden sich Bushaltestellen mit Treppen. Das Gelände über den Tunnels wurde begrünt und mit Spazierwegen versehen.

Im August 2012 wurde die Durchfahrt geschlossen, da es während der Bauarbeiten an der nahegelegenen Metro-Bahnstation „Powiśle“ zum Einbruch von Erdmassen kam, wobei die Tunnelkonstruktion 11 Meter tief[2] unterhöhlt wurde.[3] Es bestand Einsturzgefahr. Der Straßenverkehr wurde provisorisch umgeleitet und die Aushöhlung mit 5000 Kubikmeter Beton verfüllt[2]; der Tunnel war im März 2013 aber immer noch gesperrt. Die Wiedereröffnung erfolgte am 23. Juni 2013, jedoch nur auf zwei Fahrstreifen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gem. Michał Wiśniewski, Architektur auf Polnisch: 1989-2011 auf der Webseite des polnischen Goethe-Institutes im September 2011 (abgerufen am 25. März 2013)
  2. a b gem. Artikel Warschau – Die U-Bahn wird zum Kreuz bei Polen.pl vom 4. Oktober 2012 (abgerufen am 25. März 2013)
  3. gem. Artikel Metro line leak causes chaos in Warsaw auf der Webseite von Polish Radio - English Section (Polskie Radio) vom 23. August 2012 (in Englisch, abgerufen am 24. März 2013)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wisłostrada Tunnel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien