Wischer (Hassel)

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Wischer
Gemeinde Hassel
Koordinaten: 52° 38′ 29″ N, 11° 57′ 38″ O
Höhe: 42 m
Eingemeindung: 30. September 1928
Eingemeindet nach: Hassel
Postleitzahl: 39596
Vorwahl: 039321
Wischer (Sachsen-Anhalt)
Wischer

Lage von Wischer in Sachsen-Anhalt

Wischer ist ein Ortsteil der Gemeinde Hassel im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Wischer liegt acht Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Stendal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1345. Im Jahre 1430 wird das Dorf Vischerde genannt.[1] Zwischenzeitlich wurden hier fünf Höfe betrieben. Anfang des 16. Jahrhunderts lag es wüst. Im Jahre 1905 hatte das Dorf 17 Einwohner. Von 1913 bis 1934 betrieb hier ein jüdischer Karl Riedel auf 275 Hektar eine Landwirtschaft mit einem Gutshof bis das Gut deutlich unter Wert an eine Reichssiedelungsgesellschaft verkauft wurde. Das Kulturamt Stendal kündigte am 4. September 1935 im Amtsblatt die Bildung von Rentengütern auch aus dem Gut Wischer an.[2]

Bereits am 30. September 1928 war mit der Auflösung des Gutsbezirks Domäne Bürs das Nebengut (Vorwerk) Wischer mit einer Fläche von 267,9762 ha mit der Landgemeinde Hassel vereinigt worden.[3] Damit wurde Wischer ein Ortsteil der Gemeinde.[4]

Insbesondere nach der Wiedervereinigung hat das ursprüngliche kleine Dorf einen starken Zuzug erfahren.

Naherholung und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldseebad Wischer wird als Naherholungsgebiet insbesondere für die Stadt Stendal genutzt. Daneben liegt ein Campingplatz. Entstanden ist der See durch den intensiven Abbau von Kies für die Bauindustrie der Umgebung.

Die Einwohner engagieren sich unter anderem im Verein Naturfreunde Wischer e.V. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht die Natur zu bewahren und trotzdem für den Menschen nutzbar zu machen. Durch die Nähe zur Elbe, die landschaftliche Unversehrtheit der Altmark und nicht zuletzt den Waldsee ist Wischer eine Reise wert, insbesondere für diejenigen, die Ruhe suchen oder auch sportlich aktiv unterwegs sind (Radfahren, Schwimmen, Reiten, Wandern).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kieswerk Wischer ist das einzige größere Gewerbe im Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 110.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riedel, Adolph Friedrich: Markgraf Johann beleiht Hans und Beteke Woldekem u. a. mit Besitzungen zu Buers, Vischerde, Bellingen etc. am 4. November 1430. In: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. Haupttheil 1, Band 6. Morin, Berlin 1846, S. 483 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00493~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D [abgerufen am 25. Mai 2017]).
  2. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1935, ZDB-ID 3766-7, S. 147.
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 208.
  4. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016