Withania

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Withania
Strauch-Withanie (Withania frutescens)

Strauch-Withanie (Withania frutescens)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Withania
Wissenschaftlicher Name
Withania
Pauquy

Withania ist eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse. Je nach Autor wird die Gattung enger umschrieben, mit nur etwa zehn Arten oder weiter umschrieben mit etwa 20 Arten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration der Schlafbeere (Withania somnifera)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Withania sind Sträucher oder ausdauernde krautige Pflanzen. Sie sind mit verzweigten oder teilweise unverzweigten Trichomen besetzt. Die stark verzweigte Sprossachse wächst aufrecht.

Die einzeln oder paarweise stehenden Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Sie können unbehaart oder behaart sein. Wenn sie behaart sind, sind die Trichome oftmals verzweigt. Die Blattspreiten sind einfach.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in dicht gedrängten Gruppen in den Achseln. Die Blütenstiele sind kurz.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist glockenförmig und mit Kelchzähnen besetzt. Die fünf Kronblätter sind oft bis zur Hälfte ihrer Länge verwachsen und bilden eine eng glockenförmige Krone.

Die Staubblätter sind gleichgestaltig und setzen nahe der Basis der Kronröhre an. Die Staubfäden sind leicht gestutzt, die Staubbeutel sind oftmals zueinander geneigt. Der Blütenboden ist deutlich ausgeprägt und umschließt ringförmig die Basis des Fruchtknoten. Der Fruchtknoten ist zweikammerig und enthält eine Vielzahl von Samenanlagen. Der Griffel ist schlank.

Bei Fruchtreife vergrößert sich der Kelch, umschließt die kugelförmige, glänzende Beere und schließt sich an der Spitze. Die Samen sind eingedrückt nierenförmig, der Embryo ist geschraubt und liegt am Rand des Samens.[1]

Zweig mit Blüte der Schlafbeere (Withania somnifera)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Withania wurde 1825 durch Charles Louis Constant Pauquy in De la Belladone . . . Paris, 14 aufgestellt. Der Gattungsname Withania ehrt wahrscheinlich den englischen Paläobotaniker und Geologen Henry Thomas Maire Silvertop Witham (geb. als Silvertop) (1779–1844).[2]

Der Umfang der Gattung Withania wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich interpretiert. Während Heppner (1991) nur zehn Arten, die von den Kanarischen Inseln über Afrika bis nach Nepal vorkommen, in die Gattung einschließt, fasst Armando Hunziker (2001) die Gattungen Withania (sensu Heppner), Physaliastrum, Mellissia und Archiphysalis zusammen, so dass die Gattung in etwa 20 Arten umfasst.[3] In der Systematik nach Olmstead (2007) werden die vier Gattungen jedoch wieder getrennt geführt.[4]

Folgende Arten können genannt werden (Auswahl):

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlafbeere (Withania somnifera) ist in Afrika, Indien und Pakistan ein wichtiger Bestandteil der Volksmedizin. Sie enthält wie alle Arten der Gattung einen großen Anteil an Withanoliden und Alkaloiden. Ihr indischer Name ist „Ashwagandha“, oftmals sie auch als „Indischer Ginseng“ bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zhang Zhi-yun, Lu An-ming, William G. D'Arcy: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X. Withania. S. 312–313 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  3. Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001, ISBN 978-3904144773.
  4. Richard G. Olmstead und Lynn Bohs: A Summary of Molecular Systematic Research in Solanaceae: 1982-2006. In: D. M. Spooner et al. (Hrsg.): Solanaceae VI: Genomics Meets Biodiversity. ISHS Acta Horticulturae 745, Juni 2007, ISBN 978-9066054271.
  5. Withania im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  6. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 334.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Withania – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien