Wittbrietzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wittbrietzen
Stadt Beelitz
Wappen von Wittbrietzen
Koordinaten: 52° 10′ 51″ N, 12° 58′ 31″ O
Höhe: 47 m ü. NN
Fläche: 15,8 km²
Einwohner: 498 (6. Mrz. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 14547
Vorwahl: 033204
Wittbrietzen (Brandenburg)
Wittbrietzen

Lage von Wittbrietzen in Brandenburg

Wittbrietzen ist ein Ortsteil der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Bundesland Brandenburg. Das Dorf liegt rund 27 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Potsdam.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Brietzen stammt vom slawischen Wort „bryzna“ ab, was so viel wie „Birke“ bedeutet. Die Vorsilbe „Wyt“ oder „Wit“ bedeutet so viel wie „weiß“. Die weiße Birke ist auch im Wappen des Ortes zu finden.[2]

Der Ort wurde bereits im 13. Jahrhundert am Fuße einer bewaldeten Sanderfläche als Straßenangerdorf gegründet, die sich zwischen den Niederungen der Nieplitz und des Pfefferfließes erhebt. Abwechslungsreiche Landschaften aus Hügeln, Wiesen, Wäldern und kleineren Flüssen umgeben den Ort. Siedler errichteten in der Zeit von 1226 bis 1250 eine Feldsteinkirche. Wittbrietzen wurde erstmals in einer Urkunde des Herzogs Rudolf I. im Jahre 1337 als Wytbryzzen erwähnt. Das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 gab für den Ort eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 32 Hufen an.[3] In der Zeit von 1450 bis 1523 gehörte das Dorf zum Herrschaftsbereich derer von Schlieben. Sie vergrößerten den Ort um 34 Hufen eines wüst gefallenen, südlich gelegenen Dorfes Vixdorf.[4] Wittbrietzen gehörte bis 1523 zu Sachsen, danach kam es in die Herrschaft derer von Flanß. In dieser Zeit wurde auch 1525 die Reformation eingeführt. In den Jahren 1631 und 1634 wütete im Ort die Pest. 1681 verkaufte Adam Ehrenreich von Flans die Gemarkung an Preußen. Friedrich II. siedelte im Jahr 1763 insgesamt 16 Neubauern an, in deren Folge sich die Einwohnerzahl im Ort verdoppelte. Dies führte unter anderem zu einem erheblichen Umbau der Kirche im Jahr 1847. 1885 errichteten Handwerker ein neues Schulgebäude. 1926 gründete sich ein Posaunenchor.

Am 23. April 1945 endete mit dem Einzug der Roten Armee in Wittbrietzen der Zweiten Weltkrieg. 1953 gründete sich die LPG Neues Leben, die 1980 um eine betriebseigene Gaststätte „Am alten Krug“ erweitert wurde. Sie wurde 1985 zum Konsum umgebaut und ein Jahr später eröffnet. Nach der Wende übernahm eine Agrargesellschaft das Gebäude, die dort eine Landfleischerei einrichtete. 2001 kam Wittbrietzen zur Stadt Beelitz. Diese erwarb die Immobilie im Jahr 2010 und eröffnete dort einen Bürgerladen mit Bürgerbüro und Begegnungsstätte.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Wittbrietzen

Kultur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kultur & Fußballverein wurde im Dezember 1990 mit insgesamt 37 Mitgliedern ins Leben gerufen. Im Jahr 2000 kam der Pferdesport dazu. Im Jahr 2011 zählt der KFV mehr als 120 Mitglieder und organisiert kulturelle sowie sportliche Veranstaltungen in Wittbrietzen.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wittbrietzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beelitzer Nachrichten 26. Jahrgang Nr. 3, Seite 9 auf yumpu.com, abgerufen am 28. Januar 2018
  2. Wittbrietzen – Wo Gemeinschaft gelebt wird, Webseite der Stadt Beelitz, abgerufen am 24. März 2018.
  3. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Czucha. Wytbritzen, S. 211–212 (Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  4. Ortsname und Chronik, Webseite Crossing Media Stefan Müller, Wittbrietzen, abgerufen am 20. März 2018.
  5. Präsentation von Simone Spahn (Ortsvorsteherin von Wittbrietzen): Bürgerladen Wittbrietzen–der Bedarf ist das Ziel, veröffentlicht auf dem Forum Netzwerk Brandenburg, abgerufen am 26. März 2018.
  6. Kultur- und Fußballverein Wittbrietzen Abgerufen am 12. Juli 2011.