Wittekindsburg (Niedersachsen)

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Wittekindsburg
Fundamente des Rundturmes

Fundamente des Rundturmes

Entstehungszeit: um 7. bis 9. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Mauerreste, Wälle
Ständische Stellung: Niederer Adel, Grundherren
Ort: Rulle
Geographische Lage 52° 19′ 34,2″ N, 8° 4′ 59,9″ OKoordinaten: 52° 19′ 34,2″ N, 8° 4′ 59,9″ O
Höhe: 109 m
Wittekindsburg (Niedersachsen) (Niedersachsen)
Wittekindsburg (Niedersachsen)

Die Wittekindsburg im Nettetal bei Rulle im Osnabrücker Bergland besaß eine Fläche von ca. 16 Hektar und gilt als größte frühmittelalterliche Befestigungsanlage (Höhenburg) Niedersachsens. Heute besteht sie nur noch aus einer Reihe von Grundmauern[1].

Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den äußeren Umwallungen der Kernburg handelt es sich wohl um den ältesten Teil der Anlage, der höchstwahrscheinlich aus der Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen stammt (772 bis 804 n. Chr.). Mittels Radiokarbonmethode wurden Teile von gefundenen Fundamenten der Hauptburg ebenfalls auf das 7. bis 9. Jahrhundert datiert. Bereits gegen Ende des 10. Jahrhunderts endete die Nutzung der Burg.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg ist von allen Seiten durch natürliche Hindernisse wie Steilhänge und Bachniederungen gesichert. Die Haupt- und Vorburg waren zusätzlich durch Mauern, Wälle und Gräben geschützt. Im Inneren der Hauptburg fand man bei Ausgrabungen die Grundrisse mehrerer Häuser, darunter auch ein Fundament eines Pfostenhauses. Im Gegensatz hierzu wiesen die älteren äußeren Umwallungen keinerlei inneren Bauten auf.

Erste archäologische Untersuchungen nahm der Prähistoriker Carl Schuchhardt um 1890 vor. Umfangreichere Ausgrabungen fanden von 1966 bis 1972 statt und wurden 2001 fortgeführt.

Historische Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage wurde erstmals 1253 schriftlich erwähnt, wobei der Name "Wittekindsburg" im Osnabrücker Land nicht eindeutig zuzuordnen ist, daher ist es unklar ob die Burg tatsächlich einen Bezug um Sachsenfürsten Widukind (im Volksmund auch Wittekind genannt) besitzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern - Das Osnabrücker Land III, Bd. 44, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, S. 64-86

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]