Wittstock/Dosse

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wittstock/Dosse
Wittstock/Dosse
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wittstock/Dosse hervorgehoben
Koordinaten: 53° 10′ N, 12° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 420,24 km2
Einwohner: 14.380 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16909
Vorwahlen: 03394, 033923 (Zempow), 033964 (Gadow), 033966 (Berlinchen), 033967 (Freyenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 468
Stadtgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Heiligegeiststraße 19–23
16909 Wittstock/Dosse
Webpräsenz: www.wittstock.de
Bürgermeister: Jörg Gehrmann (CDU / Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Stadt Wittstock/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild
Markt mit Rathaus, dahinter Heiliggeistkirche und Gröpertor

Wittstock/Dosse ist eine Kleinstadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten von Brandenburg. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittstock liegt in der Ostprignitz am nördlichen Rand der Wittstock-Ruppiner Heide, einer eiszeitlich geprägten Endmoränenlandschaft südlich der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kernstadt liegt in der Dosseniederung am Zusammenfluss der Flüsse Dosse und Glinze.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Eingemeindungen am 6. Dezember 1993 (Babitz und Biesen)[2] und am 26. Oktober 2003[3] gehört Wittstock zu den flächengrößten Städten Deutschlands.

Wittstock besteht aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen:[4]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Babitz, Berlinchen, Biesen, Christdorf, Dossow, Dranse, Fretzdorf, Freyenstein, Gadow, Goldbeck, Groß Haßlow, Niemerlang, Rossow, Schweinrich, Sewekow, Wulfersdorf, Zempow, Zootzen

Bewohnte Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ackerfelde, Eichenfelde, Heinrichsdorf, Klein Haßlow, Neu Cölln, Randow, Tetschendorf

Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt-Daber, Am Damm, Ausbau, Bauhof, Brausebachmühle, Charlottenhof, Dudel, Dunkelsruh, Ernstenswille, Friedrichsgüte, Friedrichsgüter Mühle, Glashütte, Griebsee, Gustavsruh, Heinrichsdorfer Siedlung, Karl-Marx-Hof, Karstedtshof, Kuhlmühle, Lütkendosse, Neu Biesen, Neuendorf, Rheinsberger Siedlung, Rote Mühle, Scharfenberg, Scharfenberger Mühle, Scharfenberger Ziegelei, Siebmannshorst, Sudrowshof, Walkmühle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterhaus und Amtsturm der alten Bischofsburg

Wittstock entstand aus einer slawischen Siedlung, wurde 946 in der Stiftungsurkunde für das Bistum Havelberg erstmals erwähnt und ist damit eine der ältesten Städte Brandenburgs. Am 13. September 1248 wurde Wittstock durch Bischof Heinrich I. von Havelberg das Stendaler Stadtrecht verliehen.[5] 1251 erhielt die Stadt einen Abdruck des Stadtsiegels, das eines der ältesten in ganz Brandenburg ist. Die auf den Fundamenten einer slawischen Befestigung errichtete Wittstocker Burg diente den Bischöfen von Havelberg von 1271 bis 1548 als Wohnsitz. Sie wird daher auch als Alte Bischofsburg bezeichnet.

Der Name (948 „Wizoka“,1271 „Wiztok“, 1284 „Witzstock“, 1441 „Witstock“) ist volksetymologisch an niederdeutsch witt (weiß) und stock (Wurzelstock) angeglichen worden. Er geht aber auf altpolabisch vysoka (die hoch gelegene) zurück, da die Wittstocker Burg ab 946 so genannt wurde. Der Name ist dann auf die Siedlung im Tal übertragen worden.

Erstmals wurde 1325 ein Tuchmacher, 1328 ein Lehrer und 1333 ein Gewandschneider in der Stadt erwähnt. Am 23. August 1410 wurde Wittstock durch ein Erdbeben erschüttert.[6] 1495 zerstörte eine Feuersbrunst große Teile der Stadt. Die erste Stadtordnung wurde 1523 erlassen. Mit Busso II. starb 1548 der letzte Bischof von Havelberg auf der Wittstocker Burg. Die Herrschaft des Bistums Havelberg endete in Wittstock 1550 mit der Reformation. Ab 1364 war in Wittstock „vor dem Kyritzer Tor“ ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das St. Georg geweiht war. Es wurde 1585 abgebrochen.[7]

Kupferstich von Matthäus Merian d. J. aus dem Jahre 1652

Im Dreißigjährigen Krieg siegten 1636 in der Schlacht bei Wittstock am Scharfenberg die Schweden über kaiserliche und sächsische Truppen. 1638 brach die Pest in Wittstock aus. 1.500 Menschen, das war die Hälfte der Bevölkerung, starben. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg besuchte 1658 die Stadt. 1681 wurde Wittstock Poststation auf der Postroute BerlinGüstrow. Die Reisezeit nach Berlin betrug damals 24 Stunden. Erneut zerstörte 1716 ein großer Stadtbrand zwei Drittel der Stadt. Um die Bevölkerungsverluste der letzten Jahrzehnte auszugleichen, wurden 1750 Kolonisten aus Württemberg und der Pfalz in und um Wittstock angesiedelt.

Während des Krieges gegen Napoleon wurde die Stadt 1812 zur Festung erklärt. Die erste Wittstocker Zeitung – und somit die älteste der Prignitz überhaupt – erschien 1826. Die in der Stadt seit langem lebende jüdische Gemeinde errichtete 1857 ihre Synagoge in der St.-Marien-Straße 2, die 1928/29 nicht mehr gebraucht und daher aufgegeben wurde. Sie wurde in den 1980er Jahren abgerissen, ohne danach ein Zeichen der Erinnerung zu setzen. Im Jahr 1869 wurde das Wittstocker Gymnasium gegründet. 1885 wurde die Stadt über die Bahnstrecke Wittenberge–Strasburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Diese wurde 1899 beziehungsweise 1912 durch eine weitere Strecke nach Neuruppin und Meyenburg ergänzt. Im Ersten Weltkrieg war Wittstock Standort eines Lazaretts.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus 1933 richtete die SA-Standarte 39 im Keller einer ehemaligen Lungenheilstätte im Ortsteil Alt-Daber ein frühes Konzentrationslager ein, in dem 40 Angehörige der KPD und SPD gefangen gehalten wurden, von denen kurze Zeit später 26 in das KZ Oranienburg überführt worden sind. Der zu DDR-Zeiten dort entstandene Gedenkraum wurde nach 1990 beseitigt, wie auch der Gedenkstein vor dem Haus. Während des Zweiten Weltkrieges war Wittstock Standort mehrerer Ersatztruppenteile und Schulen der Fallschirmjäger der Wehrmacht. Bei Luftangriffen wurden die Außenbezirke der Stadt getroffen. Die Rote Armee besetzte Wittstock 1945 und richtete in der Stadt eine Garnison der GSSD ein, die bis Juni 1994 bestand.

Zu DDR-Zeiten errichtete und betrieb der VEB Werkstoffprüfungsmaschinen Leipzig im Ort ein Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

Seit 1952 war Wittstock in der DDR Kreisstadt des Kreises Wittstock im Bezirk Potsdam. Im Zuge der Gemeindereform verlor die Stadt 1993 diesen Status, der Kreis Wittstock ging im neuen Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf.

1968 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik mit vormals 400 Beschäftigten der Volkseigene Betrieb (VEB) Obertrikotagenwerk Ernst Lück gegründet. Als größter Arbeitgeber der Stadt hatte er 1989 2800 Beschäftigte. Er wurde 1990 von der Treuhand abgewickelt, die Nachfolgefirmen konnten sich nicht etablieren, die letzte ging 1997 in Insolvenz.[8] Im Jahr 1994 wurde der Flugplatz Alt Daber, der als Armeeflugplatz genutzt wurde, geschlossen.

Nach der Eingemeindung umliegender Dörfer im Zuge der Gemeindereform am 26. Oktober 2003 war Wittstock bis 2009 die flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands.

2019Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren wird Wittstock/Dosse Ausrichter der sechsten brandenburgischen Landesgartenschau unter dem Motto „Rundum schöne Aussichten“.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 7 201
1890 7 384
1910 7 577
1925 7 581
1933 8 318
1939 9 010
1946 9 460
1950 10 449
1964 10 291
1971 10 667
Jahr Einwohner
1981 12 960
1985 13 844
1989 14 408
1990 14 134
1991 13 511
1992 13 348
1993 14 007
1994 13 753
1995 13 892
1996 13 878
Jahr Einwohner
1997 13 719
1998 13 371
1999 12 933
2000 12 568
2001 12 339
2002 12 022
2003 17 628
2004 16 687
2005 16 363
2006 16 108
Jahr Einwohner
2007 15 892
2008 15 650
2009 15 407
2010 15 235
2011 14 801
2012 14 708
2013 14 631
2014 14 427
2015 14 380

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[10][11] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Die starke Bevölkerungszunahme 2003 resultiert aus der Eingemeindung von 16 ehemals selbstständigen Gemeinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 22 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:[12]

Stadtverwaltung in der Heiligegeiststraße
Partei / Gruppierung Sitze
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 37,6 %
 %
30
20
10
0
29,4 %
22,8 %
19,5 %
16,3 %
7,4 %
2,7 %
FWPR
WG KBV
CDU 6
SPD 5
LINKE 4
Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin e. V. 4
Wählergruppe des Kreisbauern-
verbandes Ostprignitz-Ruppin
2
FDP 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 1850: Heinrich Kunth
  • 1990–2007: Lutz Scheidemann (FDP)
  • seit 2008: Jörg Gehrmann (CDU/Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin)
    Gehrmann wurde am 27. September 2015 mit 92,5 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 36,0 Prozent für eine weitere Amtsperiode von acht Jahren zum Bürgermeister gewählt.[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. August 1995 genehmigt.

Wappen von Wittstock/Dosse
Wappenbeschreibung:

„„In Silber eine rote gequaderte und gezinnte Burg mit zwei goldenen spitzbedachten, mit je einem schwarzen Fenster versehenen, Spitztürmen und einem niedrigen Torturm mit geöffnetem schwarzen Tor, mit goldenem aufgezogenen Fallgatter und goldenen Torflügeln. Über den Zinnen des Torturmes thront ein rotgekleideter Bischof, der in seinen ausgebreiteten Armen rechts einen goldenen Bischofsstab und links ein aufgeschlagenes Buch hält“.[14]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft mit Höganäs in Schweden besteht seit 2004, ein Jugendaustausch fand im Frühjahr 2006 zwischen schwedischen Jugendlichen und Wittstocker Gymnasiasten statt. Eine weitere Partnerschaft besteht seit dem 3. Oktober 1990 mit der Rosenstadt Uetersen in Schleswig-Holstein.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus, 1905 umgebaut unter Einbeziehung der mittelalterlichen Gerichtslaube und des Kellers des Vorgängerbaus, im Innern zahlreiche Jugendstilelemente, Gemälde zur Übergabe der Stadtrechte
  • St.-Marien-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, stattliche dreischiffige Backsteinhallenkirche mit Breitturm und barocker Turmhaube; Ausstattung aus dem 15. Jahrhundert, Hochaltar aus zwei spätgotischen Schnitzaltären des Lübecker Bildschnitzers Claus Berg zusammengesetzt, Besteigung des 68 Meter hohen Turms nach Absprache mit dem Kirchenbüro möglich
  • Superintendentur, stadtbildprägendes Fachwerkhaus, sehenswerter Innenhof
  • Telschowsches Haus, 1566 erstmals erwähnt, gehörte zur alten Amtsfreiheit, die erst 1848 an die Stadt fiel. Als 1681 die Kariolpost von Güstrow über Wittstock nach Berlin fuhr, war das Haus erste Poststation. An der Restaurierung war 2003 und 2005 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt.
  • Alte Bischofsburg, von 1271 bis 1548 Sitz der Bischöfe von Havelberg, bestand aus Unter- und Oberburg (Amtshof) mit dem 32 Meter hohen Bergfried (Amtsturm), Burgmauer mit drei Wiekhäusern, jetzt Sitz von Museen
  • Stadtmauer mit Wall- und Grabenzone, 2.500 Meter lang, ursprünglich bis zu elf Meter hoch, heutzutage noch vier bis sieben Meter hoch, rund 30 Wiekhäuser, Wälle und weiträumige öffentliche Grünflächen
  • Daberburg, 3 km nördlich der Stadt gelegen, letztes erhaltenes Außenwerk der mittelalterlichen Befestigung
  • Fachwerkhaus Königstraße 33, mehr als 300 Jahre alt, überstand den großen Brand von 1716, letztes Zeugnis giebelständiger Bauweise in Wittstock
  • Gröpertor, im 14. Jh. erbaut und 1503 erhöht, als einziges von drei Stadttoren erhalten, bis 1867 waren die Tore nachts geschlossen
  • Heiliggeistkirche, erbaut um 1300, diente Kaufleuten und Reisenden als Andachtskirche, 1730 durch Stadtbrand zerstört, danach in der heutigen Form wiedererrichtet
  • Adlerapotheke, Apotheke seit mehr als 400 Jahren, Jugendstilfassade und sehenswerter Innenhof
  • Friesen-Jahn-Körner-Denkmal, erinnert an die Befreiungskriege, 116 Wittstocker meldeten sich damals freiwillig zum Landsturm.
  • Schwedenstein (80 t), erinnert (seit 1997) an den Dankesgottesdienst, den Johan Banér im Anschluss an die gewonnene Schlacht bei Wittstock unter der dortigen historischen Pappel abhielt
  • Schloss und Burg Freyenstein
  • Dorfkirche Christdorf, eines der ersten Bauwerke von Friedrich August Stüler
  • Fachwerkkirche Fretzdorf (1704)

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges mit einer Ergänzungstafel von 1994 für die Soldaten des Zweiten Weltkriegs sowie die Opfer von Vertreibung und Gewaltherrschaft
  • Ehrenmal im Friedrich-Ebert-Park nahe der Pritzwalker Straße aus dem Jahr 1950 vom Bildhauer Carl Lühnsdorf für die Opfer des Faschismus
  • Gedenkstein von 1952 vor dem Kyritzer Tor für den von den Nationalsozialisten geschändeten jüdischen Friedhof
  • Gedenktafel von 1983 am Amtsgericht Kyritzer Tor 4 an den von SA-Männern 1933 im damaligen NS-Polizeigefängis ermordeten Antifaschisten Walter Schulz
  • Denkmal für die ermordeten Antifaschisten Ernst Lück, Walter Schulz und Alfred Seefluth vom Bildhauer Klaus Simon aus dem Jahre 1982 vor dem Gebäude des ehemaligen VEB Obertrikotagenbetrieb Ernst Lück, das nach 1989 entfernt wurde und jetzt im Depot des Ostprignitzmuseums eingelagert ist
  • Gedenkstein auf dem Städtischen Friedhof am Rote-Mühle-Weg für die antifaschistischen Opfer Ernst Lück, Walter Schulz und Alfred Seefluth
  • Gedenktafel vor der Kirche des Ortsteils Dossow zur Erinnerung an den Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen vom April 1945
  • Gedenkstein neben vier Gräbern auf dem Friedhof des Ortsteils Dossow zur Erinnerung an vier Opfer des Todesmarsches
  • Gedenkstein auf dem Ehrengrab von zwei Opfern des Todesmarsches auf dem Friedhof des Ortsteils Fretzdorf
  • Gedenksteine auf dem Friedhof des Ortsteils Gadow für zwei französische Häftlinge, die Opfer des Todesmarsches wurden
  • Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteils Rossow für Opfer des Todesmarsches
  • Stolpersteine für in der Zeit des Nationalsozialismus ermordete jüdische Mitbürger[15]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burghof der Alten Bischofsburg

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wittstock gibt es mehrere Chöre, darunter die Chöre der Kantorei Wittstock, den Wittstocker Männerchor 1836 e. V. und den Schulchor des Gymnasiums. Zum Musikleben der Stadt gehören daneben auch Konzerte von lokalen Instrumentalensembles und Orgelkonzerte auf der Orgel der St.-Marien-Kirche sowie der vier bis fünf Mal jährlich stattfindende Jugendevent „X-Time“ in der Heiliggeistkirche mit regionalen Musikgruppen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Motorradsport ist Wittstock durch seine Speedway-Rennen überregional bekannt. Der Verein MSC „Wölfe“ Wittstock stellt ein Team für die 2. Speedway-Bundesliga, den sogenannten Team-Cup und richtet international hochkarätige Rennen aus.[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Wittstock ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

Solarpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Solarpark Alt Daber

Im Dezember 2011 wurde auf dem Gelände eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 67,8 MWp errichtet[17], die 2014 um ein Batterie-Speicherkraftwerk erweitert wurde.[18][19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr

Wittstock liegt an der Bundesstraße B 189 nach Wittenberge sowie an den Landesstraßen L 14 zwischen Meyenburg und Kyritz und L 15 nach Rheinsberg. Südlich der Stadt befindet sich das Autobahndreieck Wittstock/Dosse. Wittstock hat dadurch eine direkte Anbindung an die A 19 mit der Anschlussstelle Wittstock sowie an die A 24 mit den Anschlussstellen Pritzwalk und Herzsprung.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[20] 7 946 7 862 7 805 7 766 7 736 7 624 7 556 7 566
Nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 500 502 507 510 523 518 516 524
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512
Bahnhof Wittstock (Dosse)
Bahnverkehr

Der Bahnhof Wittstock (Dosse) war lange Kreuzungspunkt der Bahnstrecken Wittenberge–Neustrelitz und Meyenburg–Kremmen. Die Strecke Meyenburg–Wittstock wurde 1967 stillgelegt, ebenso im Jahr 2000 die Strecke Wittstock–Neustrelitz. Auf den verbliebenen Streckenästen verkehrt die Regional-Expresslinie RE 6, der Prignitz-Express, zwischen Wittenberge und Berlin Gesundbrunnen. Er bedient auch die Haltepunkte der Ortsteile Dossow und Fretzdorf.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliche Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wittstock finden sich folgende Schulen in kommunaler Trägerschaft:[21]

  • Diesterweg-Grundschule Wittstock
  • Dr.-Wilhelm-Polthier-Oberschule Wittstock
  • Mosaik-Schule, Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ Wittstock
  • Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ Wittstock
  • Städtisches Gymnasium Wittstock/Dosse
  • Waldring-Grundschule Wittstock

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittstock ist Sitz der Superintendentur des Evangelischen Kirchenkreises Wittstock-Ruppin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Superintendent ist Matthias Puppe.

In der Nähe von Wittstock liegt ein „Bombodrom“ genannter ehemaliger Truppenübungsplatz der Sowjetarmee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wittstock verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmedaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehrenmedaille der Stadt Wittstock wurde verliehen an:

  • 2009 Hubert Boger als Ortschronist und Werner Risse als Läufer[24]
  • 2010 Regina Melzer für Verdienste innerhalb der Volkssolidarität und Wolfgang Wilcke für sein Engagement in der Wendezeit[25]
  • 2011 Karin Kranz und Horst Thonack
  • 2012 Klaus Rother (1926–2016) und Waldemar Klawohn

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Dost: Wittstock und seine 18 Ortsteile. Deutschlands [Deutschlands] drittgrößte Stadt. Geiger, Horb am Neckar 2011, ISBN 978-3-86595-444-2.
  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 977 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wittstock/Dosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Ministerium des Innern des Landes Brandenburg (Dienstleistungsportal der Landesverwaltung): Kommunen > Landkreis Ostprignitz-Ruppin > Stadt Wittstock/Dosse, Gebietsstand: 1. Januar 2009, gesehen 30. Dezember 2009.
  5. Friedrich Keutgen: Aemter und Zünfte. Zur Entstehung des Zunftwesens. Fischer, Jena 1903, S. 211.
  6. August Sieberg: Beiträge zum Erdbebenkatalog Deutschlands und angrenzender Gebiete für die Jahre 58 bis 1799 (= Mitteilungen des Deutschen Reichs-Erdbebendienstes, Heft 2). Reichsverlagsamt, Berlin 1940.
  7. Jürgen Belker: Leprosorien in Berlin und Brandenburg. In: Die Klapper. Mitteilungen der Gesellschaft für Leprakunde e.V., Jg. 1998 (online, abgerufen 26. Januar 2017).
  8. Horst Jäkel (Hrsg.): DDR unvergessen. Darin Helga Klug: Das Obertrikotagenwerk "Ernst Lück", S. 25ff., ISBN 978-3-89819-430-3, Schkeuditz 2016
  9. LAGA in Wittstock/Dosse - Rundum schöne Aussichten
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 26–29
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  12. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015, abgerufen am 6. Oktober 2015
  14. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  15. Erste Stolpersteine gegen das Vergessen in Wittstock. 20. März 2014. Abgerufen am 29. März 2014.
  16. Homepage MSC „Wölfe“ Wittstock abgerufen am 30. September 2015
  17. BELECTRIC Referenz Solarkraftwerk Alt Daber (PDF; 291 kB)
  18. Solarpark mit Speicher liefert regelbare Leistung. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 27. November 2014. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  19. Alt Daber testet neueste Stromspeicher. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg, 26. November 2014. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  20. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  21. Liste aller Schulen im Schulporträt Brandenburg
  22. Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wittstock/Dosse an Superintendent i.R. Kurt Zellmer. Stadt Wittstock/Dosse, 16. Dezember 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.
  23. Ehrenbürgerschaft für Dr. Wolfgang Dost. Stadt Wittstock/Dosse, 28. September 2011, abgerufen am 18. Juni 2013.
  24. Dirk Klauke: Wittstocker Rathausturm am Donnerstag bekrönt. In: MAZarchiv.de. Märkische Allgemeine, 28. August 2009, abgerufen am 20. Mai 2013.
  25. Homepage der Stadt Wittstock