Wladimir Rudolfowitsch Solowjow

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Wladimir Rudolfowitsch Solowjow (Oktober 2011)
Russlands Präsident Wladimir Putin verleiht Wladimir Solowjow den Orden der Ehre (25. Dezember 2013)

Wladimir Rudolfowitsch Solowjow (russisch Влади́мир Рудо́льфович Соловьёв; *  20. Oktober 1963 in Moskau) ist ein russischer Journalist, Fernseh- und Radiomoderator, Publizist, Sänger und Gesellschaftsaktivist. Er ist Präsidiumsmitglied im Russischen Jüdischen Kongress.

Lebensweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in eine gläubige jüdische Familie hineingeborene Wladimir Solowjow wuchs in Moskau auf. Dort besuchte er eine angesehene Schule, auf die zahlreiche Söhne und Enkel von hohen KPdSU-Funktionären gingen. Während seiner Schulzeit beschäftigte er sich mit Fußball und Karate.

1980 schloss Solowjow die Schule ab und begann am Moskauer Institut für Stahl und Legierung ein Studium, das er 1986 mit Bestnote (dem so genannten „roten Diplom“) abschloss. Anschließend absolvierte er am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen seine Aspirantur.

1990 zog Solowjow in die USA, wo er an der Alabama State University als Dozent tätig war. Nach zweijähriger Tätigkeit kehrte er 1992 nach Russland zurück.

Von 1992 bis 1998 war Wladimir Solowjow gewerblich tätig. Er betrieb eine Firma, die Ausrüstung für Diskotheken herstellte.

Durch seinen Einstieg in das Showgeschäft im Jahre 1998 wurde Solowjow dem russischen Publikum und dem der GUS-Staaten bekannt. Von 1998 bis 2010 moderierte er mehrere Sendungen auf dem staatlichen russischen Radiosender Westi FM.

Breite Bekanntheit erreichte Solowjow ab 2002, als er anfing, die Fernsehsendung „Zweikampf“ zu moderieren. In der Sendung geht es um kontroverse Diskussionen zwischen zwei Personen des öffentlichen Lebens (zumeist Politiker). Die Sendung hat bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad in der russischen Bevölkerung. Infolge einer hitzigen Debatte in dieser Sendung passierte es sogar, dass Solowjow einen Politiker beleidigte. Es handelte sich dabei um Wiktor Tarchow, den damaligen Bürgermeister von Samara. Solowjow musste an Tarchow 70.000 Rubel Schmerzensgeld zahlen, was etwa 1700 EUR entspricht.

Seit 2012 moderiert Wladimir Solowjow auf dem Sender Rossija 1 die wöchentliche, politische Late-Night-Talkshow Der Sonntagabend mit Wladimir Solowjow (russ. Воскресный вечер с Владимиром Соловьёвым), die vom Format her ungefähr der deutschen Talkshow hart aber fair entspricht.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wladimir Solowjow war drei Mal verheiratet. Aus den drei Ehen sind sieben Kinder hervorgegangen.

Seine jetzige Frau ist Helga Sepp, mit der er vier Kinder hat (Daniil, Sofia-Betina, Emma-Ester und Wladimir). Sepp hat mütterlicherseits russlanddeutsche und estnische Wurzeln und hat den Familiennamen ihrer Mutter angenommen; der Vater Wiktor Kokljuschkin war russischer Satiriker.

Wladimir Solowjow versteht sich als gläubiger Jude, wobei er sich stets dem interreligiösen Dialog verpflichtet fühlt.[1]

Solowjow ist Anhänger der Politik des amtierenden russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er trat 2014 als scharfer Kritiker des Euromaidan in der Ukraine auf. 2015 führte er mit Putin ein „großes Interview“ für den Dokumentarfilm Der Präsident, welcher in Russland und in Serbien zur sonntäglichen Hauptsendezeit ausgestrahlt wurde.[2] Auch in Montenegro, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Tschechien war dieses Interview mit Untertiteln in der Landessprache zu sehen.

Korruptions- und Immobilienskandale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2017 rückte Solowjow ins Zentrum eines Korruptionsskandals, wonach er als Inhaber des Unternehmens "SB Consulting" von der größten staatlichen Finanzinstitution Russlands "Sberbank" mit Hilfe seines Schwiegersohns zwischen 2014 und 2016 eine Summe in Höhe von 316,5 Millionen Rubel (5,4 Millionen Dollar) angenommen haben soll. Dabei bezeichnet Solowjow die Bankschuldner in seinen TV-Auftritten und Radioprogrammen stets als "Diebe". [3]

Den Untersuchungen des Oppositionspolitikers Alexei Nawalny zufolge besitzt Solowjow allein in Moskau drei Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 450qm, eine Datscha nahe der Hauptstadt und eine Villa am Comer See in Lombardei. Nawalny schätzt Solowjows Minimalvermögen auf eine Milliarde Rubel (mehr als 17 Millionen Dollar). Der Moderator titulierte den oppositionellen Aktivisten darauf folgend als "Gauner" und "Betrüger", machte zugleich aus seinem Reichtum kein Hehl: "Ja, die Immobilien sind auf meinen Namen registriert. Dafür zahle ich aber Steuern. Ich habe nie verheimlicht, dass ich reich bin."[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://radiovesti.ru/articles/2012-04-02/fm/39919
  2. https://www.youtube.com/watch?v=HyNcbVuDJyA
  3. Телеведущий Владимир Соловьев заключает многомиллионные контракты со Сбербанком благодаря своему зятю  | КОМПРОМАТ. Abgerufen am 3. November 2017 (ru-RU).
  4. Соловьев назвал себя «богатым человеком» в ответ на обвинения Навального. In: РБК. (rbc.ru [abgerufen am 3. November 2017]).