Wladimir Schazkych

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Wladimir Schazkych (russisch Владимир Шацких; * 2. Juli 1981 in Molodohwardijsk, Oblast Luhansk) ist ein ukrainischer Ringer. Er war Weltmeister 2006 im griechisch-römischen Stil im Weltergewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Wladimir Schazkych begann als Jugendlicher 1992 mit dem Ringen. Er gehört dem Sportclub Dynamo Dnipropetrowsk an. Sein Trainer ist Nikolai Stawrinow. Er konzentriert sich ganz auf den griechisch-römischen Stil und wuchs vom Leichtgewicht (bis 69 kg bzw. 66 kg Körpergewicht) in das Weltergewicht (bis 76 kg bzw. 74 kg Körpergewicht) hinein.

Gleich bei seiner ersten Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft feierte er einen großen Erfolg, denn er wurde im Jahre 2000 in Nantes Junioren-Weltmeister im Leichtgewicht. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft des folgenden Jahres in Taschkent konnte er diesen Erfolg nicht wiederholen, denn er verlor dort seinen zweiten Kampf, womit er ausschied und auf dem 13. Platz landete.

Es zeichnete sich hier schon eine gewisse Unbeständigkeit ab, von der die gesamte Laufbahn von Wladimir Schazkych gekennzeichnet ist. Großen Erfolgen folgen ganz schwache Ergebnisse, die allerdings oftmals auch von dem etwas unglücklichen Ringer-Reglement zu Beginn der 2000er Jahre beeinflusst wurden.

Im Seniorenbereich erzielte er bei der Weltmeisterschaft 2002 in Moskau mit einem 4. Platz im Weltergewicht sein erstes herausragendes Ergebnis, auch wenn er damit eine Medaille knapp verpasste. Er gewann bei dieser Weltmeisterschaft u.a. über Thomas Curtis Dantzler aus den Vereinigten Staaten und Konstantin Schneider aus Deutschland, während er gegen Badri Chasaija aus Georgien u. Filiberto Ascuy Aguilera aus Kuba verlor.

Bei der Europameisterschaft 2003 in Belgrad belegte er nur den 12. Platz, weil er in seinem zweiten Kampf gegen Weltmeister Alexei Gluschkow aus Russland verlor und damit ausscheiden musste. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in Créteil gewann Wladimir Schazkych u.a. gegen Badri Chasaija und Filiberto Ascuy Aguilera, also gegen die Ringer, gegen die er bei der Weltmeisterschaft 2002 verloren hatte, aber er verlor erneut gegen Alexei Gluschkow und belegte damit den 5. Platz.

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen rutschte er dann im Weltergewicht nach Niederlagen gegen Warteres Samurgaschew aus Russland, dem späteren Olympiasieger und Konstantin Schneider, trotz eines abschließenden Sieges über Mohammed Reza Babulfath, dem schwedischen Weltklasseringer, auf den 13. Platz ab.

Im Jahre 2005 startete er nur bei der Europameisterschaft in Warna. In seinem ersten Kampf gelang ihm dabei ein Sieg über seinen Angstgegner Alexei Gluschkow. Aber schon in der zweiten Runde unterlag er gegen Manuchar Kwirkwelia aus Georgien mit 1:2 Runden, obwohl er bei Kampfende mit 6:4 techn. Punkten führte. Ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage sind aber nur die gewonnen Runden.

Bei der Europameisterschaft 2006 in Moskau verlor Wladimir Schazkych seinen ersten Kampf gegen Christophe Guénot aus Frankreich ziemlich klar mit 0:2 Runden und 1:7 techn. Punkten. Da Guénot aber nicht das Finale erreichte, kam er nicht in die Hoffnungsrunde und landete auf dem 17. Platz. Im gleichen Jahr gelang ihm dann bei der Weltmeisterschaft in Guangzhou/China, dem früheren Kanton, der größte Erfolg seiner Laufbahn, denn er wurde mit fünf Siegen Weltmeister im Weltergewicht. In den entscheidenden Kämpfen besiegte er dabei mit Mark Overgaard Madsen aus Dänemark, Konstantin Schneider und Marko Yli-Hannuksela aus Finnland drei Ringer, die nicht aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion stammten. Eine einmalige, wahrscheinlich nicht wiederkehrende Situation.

Bei den beiden nächsten internationalen Meisterschaften, an denen Wladimir Schazkych teilnahm, schied er jeweils schon noch der ersten Runde mit Niederlagen aus. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Baku verlor er gegen Thomas Curtis Dantzler nach Punkten (1:2 Runden, 2:5 techn. Punkte) und bei der Europameisterschaft 2008 in Tampere verlor er gegen Alexander Kikjinow aus Weißrussland ebenfalls nach Punkten (0:2 Runden, 2:6 techn. Punkte). Er belegte damit nur die Plätze 36 und 21.

Im Jahre 2008 gelang es ihm aber, sich beim Olympia-Qualifikationsturnier in Novi Sad, bei dem er im Weltergewicht den 1. Platz belegte, sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren. In Peking verlor er in seinem ersten Kampf nach ausgeglichenem Verlauf gegen Arsen Dschulfalakjan aus Armenien nach Punkten (1:2 Runden, 3:3 techn. Punkte), womit er ausschied, weil Dschulfalakjan das Finale nicht erreichte.

Bei der Europameisterschaft 2009 in Vilnius kämpfte sich Wladimir Schazkych mit drei Siegen bis in das Finale vor, in dem er aber wiederum gegen Arsen Dschulfalakjan verlor und sich dadurch mit dem 2. Platz begnügen musste.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2000 1. Junioren-WM (Juniors) in Nantes Leicht mit Siegen über Damian Fedorowics, Polen, Bijender Singh, Indien, Andrei Demankin, Russland, Parvis Zaidvand, Iran u. Joseph James Privitore, USA
2001 13. Junioren-WM (Juniors) in Taschkent Welter mit einer Niederlage gegen Nikolai Kurakow, Russland u. einem Sieg über Alik Tserko, Estland
2002 4. WM in Moskau Welter mit Siegen über Daniel Schnyder, Schweiz, Katsuhiro Nagata, Japan, Thomas Curtius Dantzler, USA u. Konstantin Schneider, Deutschland u. Niederlagen gegen Badri Chasaija, Georgien u. Filiberto Ascuy Aguilera, Kuba
2003 12. EM in Belgrad Welter mit einem Sieg über Joachim Iversen, Norwegen u. einer Niederlage gegen Alexei Gluschkow, Russland
2003 3. TUL-Turnier in Vantaa/Finnland Welter hinter Kim-Jussi Nurmela, Finnland, vor Wiktor Aniskowets, Weißrussland u. Ari Härkänen, Finnland
2003 5. WM in Créteil Welter mit Siegen über Mats Rolfsen, Norwegen, Filiberto Ascuy Aguilera u. Badri Chasaija u. einer Niederlage gegen Alexei Gluschkow
2004 2. TUL-Turnier in Vantaa Welter hinter Anatoli Polkin, Weißrussland, vor Ari Härkönen u. Tommy Lundell, Schweden
2004 13. OS in Athen Welter nach Niederlagen gegen Warteres Samurgaschew, Russland u. Konstantin Schneider u. einem Sieg über Mohammed Reza Babulfath, Schweden
2004 3. Großer Preis von Ungarn in Szombathely Welter hinter Alain Hassli, Frankreich u. Choi Duk-Hoon, Südkorea, gemeins. mit C. Rosu, Rumänien
2005 12. EM in Warna Welter mit einem Sieg über Alexei Gluschkow u. einer Niederlage gegen Manuchar Kwirkwelia, Georgien
2005 7. Universiade in Izmir Welter mit Siegen über Kim Jon Ryol, Nordkorea u. Otar Pheradse, Georgien u. einer Niederlage gegen Péter Bácsi, Ungarn
2006 17. EM in Moskau Welter nach einer Niederlage gegen Christophe Guénot, Frankreich
2006 2. Avozmash-Cup in Mariupol Welter hinter Michail Ganaga, Ukraine, vor Ramazan Abatscharajew, Russland u. Beka Karkaraschwili, Ukraine
2006 1. WM in Guangzhou/China Welter mit Siegen über Rajbir Singh, Indien, Ilja Shafran, Israel, Daniar Kobonow, Kirgisistan, Mark Overgaard Madsen, Dänemark, Konstantin Schneider u. Marko Yli-Hannuksela, Finnland
2007 2. Großer Preis von Ungarn in Szombathely Welter hinter Mark Overgaard Madsen, vor Andras Horvath u. Levente Füredy, bde. Ungarn
2007 1. "Pytlasinski"-Memorial in Warschau Welter vor Mark Overgaard Madsen, Roman Meljoschin, Kasachstan u. Choi Duk-Hoon
2007 36. WM in Baku Welter nach einer Niederlage gegen Thomas Curtius Dantzler
2008 1. "Iwan-Poddubny"-Memorial in Moskau Welter vor Wiktor Aniskowets, Weißrussland, Warteres Samurgaschew u. Michail Iwantschenko, bde. Russland
2008 21. EM in Tampere Welter nach einer Niederlage gegen Alexander Kirkjinow, Weißrussland
2008 7. Olympia-Qualif.-Turnier in Ostia Welter Sieger: Manuchar Kwirkwelia vor Ilgar Abdulow, Aserbaidschan u. Warteres Samurgaschew
2008 1. Olympia-Qualif.-Turnier in Novi Sad Welter vor Alexander Kikjinow, Mojtaba Babajanzadeh, Iran u. Arsen Dschulfalakjan, Armenien
2008 15. OS in Peking Welter nach einer Niederlage gegen Arsen Dschulfalakjan
2009 5. Großer Preis von Slowenien Welter hinter Waldemars Venckaitis, Litauen, Bozo Starevic, Kroatien, Jure Kuhar, Slowenien u. Alexander Kisjutschin, Russland
2009 2. EM in Vilnius Welter mit Siegen über Goran Bulatovic, MNE, Gennadi Gogischwili, Georgien u. Cebi Selcuk, Türkei u. einer Niederlage gegen Arsen Dschulfalakjan

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Webseiten des US-amerikanischen, des russischen und des iranischen Ringerverbandes

Weblinks[Bearbeiten]