Wladislaw Alexandrowitsch Tretjak

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SowjetunionSowjetunion Wladislaw Tretjak Eishockeyspieler
Wladislaw Tretjak
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 25. April 1952
Geburtsort Orudjewo, Oblast Moskau, Russische SFSR
Spitzname Mann mit den 1000 Händen
Größe 183 cm
Gewicht 91 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Torwart
Fanghand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1983, 7. Runde, 138. Position
Montréal Canadiens
Spielerkarriere
1969–1984 HK ZSKA Moskau

Wladislaw Alexandrowitsch Tretjak (russisch Владислав Александрович Третьяк; * 25. April 1952 in Orudjewo, Oblast Moskau, Russische SFSR) ist ein russischer Eishockeytorwart. Während seiner aktiven Zeit galt der Nationaltorwart der sowjetischen Eishockeynationalmannschaft als weltbester Torwart und trug den Spitznamen „Mann mit den tausend Händen“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entdeckt wurde Tretjak vom Trainer der sowjetischen Nationalmannschaft, Anatoli Tarassow, der ihn zu ZSKA Moskau holte und förderte. In seiner ersten Saison 1968/69 für ZSKA war er 17 Jahre alt, und es wurde sehr schnell offensichtlich, welches Ausnahmetalent er war. Er blieb noch weitere 15 Jahre dort und konnte insgesamt 482 Spiele für ZSKA bestreiten, wobei er jedoch nur 1158 Tore zuließ.

Sehr schnell wurde er dann für die Sowjetische Eishockeynationalmannschaft nominiert. Er spielte 287 Mal für die UdSSR. In dieser Zeit konnte er mit seiner Mannschaft 10 Gold-, 1 Silber- und 2 Bronzemedaillen bei den Eishockey-Weltmeisterschaften gewinnen. In 98 Spielen hatte er einen Schnitt von lediglich 1,78 Gegentoren. Seine größte Niederlage war bei den Olympischen Winterspielen 1980 im legendären Spiel (Miracle on Ice) gegen die USA: Das Spiel ging 4:3 verloren, und er wurde zudem am Ende des ersten Drittels von seinem damaligen Trainer Wiktor Tichonow durch Wladimir Myschkin ersetzt.

Bei Olympischen Winterspielen konnte er mit seiner Mannschaft drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille erringen. Beim Canada Cup 1981, den die UdSSR gewann, wurde er zum Most Valuable Player gewählt. 1981, 1982 und 1983 wurde Tretjak von der Tageszeitung Iswestija mit dem goldenen Schläger als bester europäischer Spieler des Jahres ausgezeichnet und ist gemeinsam mit Wjatscheslaw Fetissow, der ebenfalls drei Mal die Auszeichnung gewann, Rekordgewinner.[1]

Tretjak wollte ab dem Canada Cup bei den Montréal Canadiens in der NHL spielen. Beim NHL Entry Draft 1983 wurde er von ihnen in der 7. Runde an 138. Stelle gezogen. Dieser Traum zerplatzte jedoch aufgrund des Eisernen Vorhangs. 1984 streikte er bei ZSKA und in der Nationalmannschaft. Tichonow verbot den Wechsel und Tretjak beendete daraufhin seine Karriere.[2]

1989 wurde er als er als erster sowjetischer Eishockeyspieler überhaupt mit der Aufnahme in die Hockey Hall of Fame geehrt.

Am 25. April 2006 wurde er zum Präsidenten des Russischen Eishockeyverbandes ernannt. Nur wenige Tage später, am 28. April 2006, erhielt er die Meritorious Service Medal durch den Generalgouverneur von Kanada. Diese Auszeichnung wurde ihm für seine Bemühungen um die kanadisch-russischen Beziehungen verliehen.[3]

Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi war Tretjak gemeinsam mit Irina Konstantinowna Rodnina Schlussläufer des Olympischen Fackellaufs, der am Ende mit der Fackel das Olympische Feuer entzündete. Anlässlich der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo führte er die sowjetische Mannschaft als Fahnenträger an.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wladislaw Tretjak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephan Müller: International Ice Hockey Encyclopaedia 2005, S. 8
  2. Der kanadische Traum; Der Spiegel 15/1983 com 11. April 1983, S. 212–215; abgerufen am 25. September 2013
  3. Governor General announces 14 Meritorious Service Decorations (Memento vom 10. Mai 2006 im Internet Archive); Mitteilung des Büros des Generalgouverneurs von Kanada vom 27. März 2006; abgerufen am 25. September 2013.