Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg

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Die WGLi-Geschäftsstelle

Die WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg eG in Berlin ist eine Wohnungsgenossenschaft, die am 4. Juni 1954 als Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft Elektrokohle Lichtenberg (AWG EKL) gegründet wurde. In späteren Jahren kamen weitere AWGn hinzu. Sie hat 10.079 Mitglieder (Stand 31. Dezember 2010) und einen Bestand von 110 Wohnbauten (zehn verschiedene Bautypen sowie ein Neubau) in den Wohngebieten Berlin-Fennpfuhl und Friedrichsfelde-Süd, womit sie die größte Wohnungsgenossenschaft in Berlin und der zweitgrößte Vermieter im Bezirk Lichtenberg ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung erfolgte unter dem Patronat eines großen Betriebes, des VEB Elektrokohle Lichtenberg, mit dem Ziel der Wohnungsbereitstellung für Betriebsangehörige, wie es in der DDR üblich war. Diese Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG) waren eine Variante des bereits vor dem Zweiten Weltkrieg betriebenen Werkswohnungsbaus.

Bald wurde die AWG auch für kleinere Betriebe genutzt, deren Angestellte mit einem Genossenschaftsanteil Mitglieder werden konnten. Die AWG Elektrokohle wurde durch Aufnahme der Mitglieder anderer Genossenschaften wie der AWG Glück auf noch vergrößert, sie wuchs somit auf mehrere Tausend Wohnungssuchende.

Die wirtschaftliche Situation der Genossenschaft war vor 1990 kein Thema, danach war ihre weitere Existenz gefährdet, da sie nicht Eigentümer des Grund und Bodens war, auf dem die mehrgeschossigen Großplattenbauten errichtet worden waren. Außerdem musste noch eine grundsätzliche Entschuldung erfolgen, da die Ausgaben vor 1990 nicht durch die Genossenschaftsanteile und durch Mieteinnahmen gedeckt waren, es hatte sich ein Betrag von 180 Millionen DM Schulden aufsummiert. Unter den Bedingungen des bundesdeutschen Genossenschaftsgesetzes wurde die WGLi am 27. November 1991 beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg als WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg e.G. neu eingetragen. Die Inanspruchnahme der Möglichkeiten des Altschuldenhilfe-Gesetzes (AHG) führte zur Halbierung der Schulden und damit zur Rettung vor dem Konkurs. Die Umwandlung der WGLi in eine eigentumsorientierte Genossenschaft, wodurch 15 Prozent des Wohnungsbestandes privatisiert werden konnten, war vollzogen.

Organisatorisches[Bearbeiten]

Die Wohnungsgenossenschaft wird vertreten durch den Vorstand Thomas Kleindienst (Kaufmännischer Vorstand) und Clemens Thurmann (Technischer Vorstand). Eine Mitgliederversammlung und deren gewählte Vertreter nehmen die demokratische Mitbestimmung wahr, ein Aufsichtsrat sorgt für die notwendige Sorgfaltspflicht.

Nach einer Bauzustandsanalyse konnte ab 1992 die grundsätzliche Sanierung der zu diesem Zeitpunkt zwischen 20 bis 40 Jahre alten Wohnhäuser beginnen, wozu es öffentliche Zuschüsse gab. Die Sanierung geschah in kleinen Schritten, meist sogar ohne zeitweilige Umquartierung der Bewohner, sodass die Wohnqualität deutlich verbessert werden konnte und wenig Fluktuation zu verzeichnen war.

Die Verwaltung der WGLi, die seit ihrer Gründung keine ordentlichen Büroräume besaß und seit den 1970er Jahren in recht provisorisch wirkenden Baracken südlich des Fennpfuhlparks saß, konnte am 17. Juli 2000 den Neubau eines eigenen Büro- und Wohnhauses in der Landsberger Allee feiern, in dem sie seitdem ihren Sitz hat. Verwaltungsmäßig ist der Wohnbestand entsprechend der unterschiedlichen Lage in den Ortsteilen des Bezirks Lichtenberg in 12 verschiedene Kieze unterteilt worden. Die WGLi beschäftigt 118 Mitarbeiter (Stand 2010) und bildet zur Kauffrau/zum Kaufmann der Immobilienwirtschaft aus.

Service, Veranstaltungen und Freizeitangebote[Bearbeiten]

Mit der Wohnqualität, dem Angebot von umfangreichen Dienstleistungen wie Einkaufshilfen, Essens- und Partyservice, Wohnungsreinigungen und ähnlichem, mit der Bereitstellung von sechs Gästewohnungen für bis zu je sechs Personen – vier im Bereich Fennpfuhl und zwei im Sewanviertel – und dem Wohnumfeld ist die WGLi bei ihren Mitgliedern gut akzeptiert, wie jährliche Umfragen ergaben.

Darüber hinaus werden regelmäßige und abwechslungsreiche Veranstaltungen, beispielsweise Hof-/Parkfeste, Lesungen, Bücherbörsen oder Nachbarschaftstreffs mit Spielenachmittagen organisiert. Mit zwei Mitgliederinformationsmaterialien werden alle WGLi-Haushalte in größeren Zeitabständen über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden gehalten.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • WGLi-Informationen – verschiedene Jahrgänge
  • WGLi-Umschau – die Mitgliederzeitschrift der WGLi, verschiedene Jahrgänge
  • Festschrift 50 Jahre Genossenschaftswohnen in Berlin; Berlin 1994