Wohnwagensiedlung

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Wohnwagensiedlung Sunnyside Trailer Park in West Miami (Florida)

Eine Wohnwagensiedlung ist ein Stadtteil bzw. eine sonstige Wohngegend, in welcher ausschließlich Wohnwagen oder aus mehreren Wohnwagen zusammengesetzte Häuser (Mobile Homes) dauerhaft oder vorübergehend aufgestellt sind. Nach Angaben der Interessenvertretung National Manufactured Home Owners Association leben in den USA 17 Millionen Menschen in Wohnwagensiedlungen, Schätzungen der Zensusbehörde gehen sogar von über 20 Millionen aus.[1] Sie verteilen sich auf 6,8 Millionen Wohnwagen und Mobilheime, von denen sich 2,9 Millionen, etwa 43 %, auf privatem Grund und Boden befinden.[2] Seit 1976 gelten dort gesetzliche Mindeststandards für Bauweise und Sicherheit mobiler Wohnheime.[3]

Im Englischen wird der Ausdruck trailer trash (von trailer = Anhänger, trash = Abfall) als abwertende Bezeichnung für die finanziell schwache Bevölkerung des Landes verwendet, da Wohnwagen-Häuser eine preiswerte Möglichkeit darstellen, zu einem Eigenheim zu gelangen.[4] In den USA verursachen Tornados und Hurrikane die schlimmsten Schäden an Wohnwagensiedlungen, da die Gebäude dort nicht im Boden verankert und weniger windbeständig als herkömmliche Häuser sind.

Wohnwagensiedlungsbewohner kennen sich untereinander meist gut, da sie auf engem Raum zusammenleben. Sie selbst verwenden gewöhnlich, in Anlehnung an das Zelt der nordamerikanischen Ureinwohner (Tipi), die Abkürzung TP für trailer park. Auch in den Niederlanden gibt es eine ähnlich finanziell schwache Bevölkerung, die in sogenannten woonwagenkampen lebt. Das größte und bekannteste liegt nahe Maastricht und heißt Vinkenslag. Die Bewohner werden woonwagenbewoners genannt; der Begriff ist in den Niederlanden negativ konnotiert. Diese soziale Randgruppe entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts. In Neuseeland ist der Stadtteil Favona von Auckland Hauptstandort der Wohnwagensiedlungen des Landes.

Die ökonomisch begründeten Trailer Parks unterscheiden sich von den sozial und politisch motivierten Wagenplätzen, wenngleich auch Überschneidungen vorhanden sind.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Guardian, America's trailer parks: the residents may be poor but the owners are getting rich, 3. Mai 2015
  2. Zahlenangaben auf der Seite der NMHOA
  3. Manufactured Home Construction and Safety Standards, Fassung von 2010, US Government Publishing Office
  4. Why Does God Hate Trailer Trash? Auf der Website der Religionsparodie Landover Baptist Church beantwortet ein fiktiver christlich - fundamentalistischer Pfarrer den ebenso fiktiven Brief eines Mädchens aus einem trailerpark, dabei wird auf die Klischees über deren Bewohner angespielt