Woiwodschaft Lublin

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Flagge Woiwodschaft Lublin
Woiwodschaft
Lublin
Karte
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Über dieses Bild
Wappen und Logo
Wappen der Woiwodschaft Lublin Logo der Woiwodschaft Lublin
Basisdaten
Hauptstadt: Lublin
Größte Stadt: Lublin
Woiwode: Lech Sprawka[1]
Woiwodschaftsmarschall: Jarosław Stawiarski
ISO 3166-2: PL-06
Einwohner: 2.095.258 (31. Dezember 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote 8,1 % (Juli 2020)[3]
Kfz-Kennzeichen L
Geographie[4][5]
Fläche: 25.122 km²
- davon Land: 24.929 km²
- davon Wasser: 193 km²
Ausdehnung: Nord-Süd: bis 226 km
West-Ost: bis 176 km
Höchster Punkt: Krągły Goraj, 389 m
Tiefster Punkt: bei Piotrowice, 107 m
Landschaftliche Struktur[5]
Wälder: 23,7 %
Landwirtschaft: 70,4 %
Gewässer: 00,8 %
Sonstige: 05,1 %
Verwaltungsgliederung
Kreisfreie Städte: 004
Landkreise: 020
Gemeinden: 213
Städte: 050
Aufteilung der heutigen Woiwodschaft Lublin in ehemalige Woiwodschaften

Die Woiwodschaft Lublin (polnisch województwo lubelskie) ist eine der 16 Woiwodschaften, die die Republik Polen gliedern. Sie liegt im östlichen Teil Polens und umfasst mehrere historische Regionen: Kleinpolen mit der Ziemia Lubelska und Ziemia Łukowska sowie Polesien, Rotruthenien und den südlichen Teil Podlachiens.

Im Osten grenzt die Woiwodschaft Lublin an Belarus und an die Ukraine. Hauptstadt ist das namensgebende Lublin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Woiwodschaft Lublin ging bei der polnischen Verwaltungsreform im Jahr 1999 vorwiegend aus den vorherigen Woiwodschaften Lublin, Chełm und Zamość hervor. Der größere Teil der Woiwodschaft Biała Podlaska sowie kleinere Teile der Woiwodschaften Siedlce und Tarnobrzeg wurden außerdem Bestandteil der neuen Woiwodschaft Lublin.

Bereits zu Zeiten des Königreiches Polen und der polnisch-litauischen Adelsrepublik hatte eine Woiwodschaft Lublin existiert, die im Jahr 1474 aus Teilen der Woiwodschaft Sandomierz gebildet worden war. Im Jahr 1569 wurde in Lublin mit der Union von Lublin die Republik Polen-Litauen in Form einer Realunion gegründet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Woiwodschaft Lublin befinden sich die Orte dreier ehemaliger Vernichtungslager im zu jener Zeit deutsch besetzten Polen (Generalgouvernement):

sowie das ehemalige Ghetto Izbica.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot ein springender silberner Hirsch mit goldener Krone über den Hals.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft Lublin ist in 20 Powiats und vier Stadtkreise unterteilt. Powiatstatus haben neben der Woiwodschafthauptstadt Lublin noch drei weitere Städte. Den gleichnamigen Landkreisen (ländlichen Powiats) gehören sie selbst nicht an.

Województwo lubelskie powiaty.svg

Kreisfreie Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Powiats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Einwohner und Fläche am 31. Dezember 2020)[6]

Landkreise Größte Kleinste
flächenmäßig Powiat Bialski Powiat Świdnicki
bevölkerungsmäßig Powiat Lubelski Powiat Parczewski

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topographie der Woiwodschaft Lublin
Landschaft im Roztocze
Waldgebiet Puszcza Solska
Landschaft im Landschaftsschutzpark Krzczonowski Park Krajobrazowy

Bei Zosin befindet sich der östlichste Punkt der Republik Polen. Bis auf ein kleines Gebiet nahe Puławy befindet sich das Territorium der gesamten Woiwodschaft Lublin östlich der Weichsel.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weite Teile der Woiwodschaft Lublin gehören zum Lubliner Hochland (Wyżyna Lubelska). Im Südosten wird diese Region von der Hügelkette des Roztocze begrenzt, die Höhen bis 390 Meter erreicht. Die nördlichen Gebiete der Woiwodschaft gehören zur Südpodlachischen Tiefebene (Nizina Południowopodlaska), die östlichen Gebiete sind Teil von Polesien. Am südöstlichen Rand der Woiwodschaft beginnt zudem das Wolhynien-Podole-Hochland, dessen größter Teil jedoch auf ukrainischem Staatsgebiet liegt.

Die Puszcza Solska im Süden der Woiwodschaft bildet das größte geschlossene Waldgebiet der Region, welches vielerorts auch Teil mehrerer Naturschutzgebiete ist.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die westliche Begrenzung bildet überwiegend die Weichsel. Im Osten bildet der Bug als Grenzfluss die Grenzen zu Belarus und – in weiten Teilen des Grenzverlaufes – zur Ukraine. Der Wieprz sowie dessen Zuflüsse Bystrzyca und Tyśmienica liegen vollständig innerhalb der Woiwodschaft Lublin.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1990 gegründete Nationalpark Polesie liegt unweit der Landgemeinde Gmina Urszulin im Powiat Włodawski und umfasst 97,62 Quadratkilometer. An der südlichen Grenze der Woiwodschaft befindet sich seit 1974 der 84,83 km² umfassende Nationalpark Roztocze.

Weitere geschützte Gebiete sind die folgenden Landschaftsschutzparks:

  • Landschaftsschutzpark Kazimierz (Kazimierski Park Krajobrazowy)
  • Landschaftsschutzpark Sobibór (Sobiborski Park Krajobrazowy)
  • Chełmski Park Krajobrazowy
  • Kozłowiecki Park Krajobrazowy
  • Krasnobrodzki Park Krajobrazowy
  • Krzczonowski Park Krajobrazowy
  • Park Krajobrazowy Lasy Janowskie
  • Nadwieprzański Park Krajobrazowy
  • Park Krajobrazowy Podlaski Przełom Bugu
  • Park Krajobrazowy Pojezierze Łęczyńskie
  • Poleski Park Krajobrazowy
  • Południoworoztoczański Park Krajobrazowy
  • Park Krajobrazowy Puszczy Solskiej
  • Skierbieszowski Park Krajobrazowy
  • Strzelecki Park Krajobrazowy
  • Szczebrzeszyński Park Krajobrazowy
  • Wrzelowiecki Park Krajobrazowy

Nachbarwoiwodschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woiwodschaft Masowien Woiwodschaft Podlachien Oblast Brest
Belarus
Woiwodschaft Heiligkreuz Compass card (de).svg Oblast Wolhynien
Ukraine
Woiwodschaft Karpatenvorland Oblast Lwiw
Ukraine

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lublin
Zamość
Chełm
Puławy
Kazimierz Dolny

Am 31. Dezember 2019 waren 2.108.270 Einwohner in der Woiwodschaft Lublin gemeldet, davon sind 1.021.848 Männer (48,47 %) und 1.086.422 Frauen (51,53 %). Weniger als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Städten, die Urbanisierung beträgt rund 46 Prozent.[7]

Abgesehen vom Ballungsraum Lublin ist die Woiwodschaft mit rund 84 Einwohnern pro Quadratkilometer eher dünn besiedelt. Die höchste Bevölkerungsdichte weist der Landkreis Puławy mit 120 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Am dünnsten sind die Landkreise Włodawa und Parczew mit 31 bzw. 36 Einwohnern pro Quadratkilometer besiedelt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft Lublin verzeichnet seit vielen Jahren eine sinkende Einwohnerzahl. Seit 1995 ist die Einwohnerzahl um rund 135.000 Menschen zurückgegangen.[8]

Jahr Einwohnerzahl
1995 2.244.628
2000 2.206.200
2005 2.179.611
2010 2.151.895
2015 2.139.726
2019 2.108.270

Lebenserwartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in der Woiwodschaft Lublin bei Männern 73,9 Jahre und bei Frauen 82,4 Jahre.[9]

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mit Abstand größte Stadt der Woiwodschaft sowie ganz Ostpolens ist die Hauptstadt Lublin. Mit rund 340.000 Einwohnern ist sie die einzige Großstadt in der Woiwodschaft.

Stadt Powiat Einwohner
31. Dezember 2020
POL Lublin COA.svg Lublin kreisfrei 338.586
POL Zamość COA.svg Zamość kreisfrei 62.785
POL Chełm COA.svg Chełm kreisfrei 61.135
POL Biała Podlaska COA.svg Biała Podlaska kreisfrei 56.942
Puławy herb.svg Puławy Puławy 46.965
POL Świdnik COA.svg Świdnik Świdnik 38.763
POL Kraśnik COA.svg Kraśnik Kraśnik 33.917
POL Łuków COA (1920-2018).svg Łuków Łuków 29.441
POL Biłgoraj COA.svg Biłgoraj Biłgoraj 26.114
POL Lubartów COA.svg Lubartów Lubartów 21.636
POL Tomaszów Lubelski COA.svg Tomaszów Lubelski Tomaszów Lubelski 18.783
POL Łęczna COA.svg Łęczna Łęczna 18.675

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft Lublin 2018 einen Index von 48 (EU-27 = 100), bezogen auf den Wert pro Erwerbstätigem erreichte die Region hingegen einen Index von 54 (EU-27 = 100). Die Woiwodschaft Lublin ist somit die strukturschwächste Region Polens und gehört zu den ärmsten Regionen innerhalb der EU.[10]

Mit einem Wert von 0,866 erreicht Lublin Platz 12 unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.[11]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote lag im März 2019 bei 8 Prozent , was genau 75.134 Personen entsprach. Dieser Wert liegt über dem nationalen Durchschnitt. [12]

Im Juli 2020 wurden die niedrigsten Arbeitslosenquoten in folgenden Landkreisen gemeldet: Łuków (5,0 %), Biłgoraj (5,4 %) sowie in der kreisfreien Hauptstadt Lublin (5,7 %). Die höchsten Arbeitslosenquoten wiesen hingegen die Landkreise Włodawa (15,0 %), Hrubieszów (12,6 %) und Chełm (12,1 %) auf.[3]

Bildungswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Straßenverbindungen der Woiwodschaft bilden die Europastraße 372 (polnische Schnellstraße S17 bzw. Landesstraße 17) (Warschau – Lublin – Zamość – Lwiw) und die Europastraße 373 (polnische Schnellstraße S12 bzw. Landesstraße 12) (Łódź – Puławy – Lublin – Chełm – Kiew).

Eine sehr wichtige Nord-Süd-Verbindung für den gesamten Osten Polens bildet zudem die Landesstraße 19 (Białystok – Lublin – Rzeszów), die derzeit zur Schnellstraße S19 ausgebaut wird bzw. in einigen Abschnitten bereits als solche fertiggestellt wurde.

Weitere bedeutende Straßenverbindungen in der Woiwodschaft Lublin sind:

Das befestigte Straßennetz der Region hatte im Jahr 2019 eine Gesamtlänge von rund 22.853 Kilometern, davon entfielen 136 Kilometer auf Schnellstraßen.[13]

Darüber hinaus existierten in der Woiwodschaft Lublin im Jahr 2019 ausgebaute Radwege auf einer Länge von 913 Kilometern.[13]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eisenbahnnetz der Region hatte im Jahr 2019 eine Gesamtlänge von insgesamt 970 Kilometern, wovon 491 Kilometer elektrifiziert sind.[13]

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 10 Kilometer östlich von Lublin befindet sich der 2012 eröffnete Flughafen Lublin-Świdnik. Hinsichtlich der Passagierzahl befand er sich 2019 mit knapp 360.000 Passagieren an elfter Stelle in Polen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Woiwodschaft Lublin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Woiwode ernannt. Abgerufen am 15. Februar 2017 (polnisch).
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2020. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,72 MB), abgerufen am 12. Juni 2021.
  3. a b Arbeitsmarkt in der Woiwodschaft Lublin im Juli 2020, Stand 31. Juli 2020 – Regionales Arbeitsamt in Lublin, Wojewódzki Urząd Pracy w Lublinie, abgerufen am 27. März 2021.
  4. Geographie – Regionales Statistikamt in Lublin, Urząd Statystyczny w Lublinie, abgerufen am 27. März 2021.
  5. a b Landflächennutzung – Regionales Statistikamt in Lublin, Urząd Statystyczny w Lublinie, abgerufen am 27. März 2021.
  6. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2020. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,72 MB), abgerufen am 12. Juni 2021.
  7. Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31. Dezember 2019 – Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 27. März 2021.
  8. Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 27. März 2021.
  9. Lebenserwartung im Jahr 2019 (PDF) – Hauptstatistikamt GUS, Główny Urząd Statystyczny, S. 17–18, abgerufen am 11. Juli 2021.
  10. GDP per capita in EU regions in 2018, Eurostat, 5. März 2020, abgerufen am 27. März 2021
  11. Sub-national HDI – Area Database – Global Data Lab. Abgerufen am 11. Juli 2021 (englisch).
  12. EURES Europäisches Portal zur beruflichen Mobilität (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  13. a b c Transport - Regionales Statistikamt in Lublin, Urząd Statystyczny w Lublinie, abgerufen am 11. Juli 2021

Koordinaten: 51° 13′ N, 22° 54′ O