Woiwodschaft Niederschlesien

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Flagge der Woiwodschaft Niederschlesien
Woiwodschaft
Niederschlesien
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Wappen und Logo
Wappen der Woiwodschaft Niederschlesien Wappen der Woiwodschaft Niederschlesien
Basisdaten
Hauptstadt: Wrocław (Breslau)
Größte Stadt: Wrocław (Breslau)
Woiwode: Jarosław Obremski
Woiwodschaftsmarschall: Cezary Przybylski
ISO 3166-2: PL-02
Einwohner: 2.900.163 (31. Dezember 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote 5,7 % (Juli 2020)[2]
Kfz-Kennzeichen: D
Geographie
Fläche: 19.947 km²[3]
– davon Land: 19.763 km²
– davon Wasser: 184 km²
Ausdehnung: Nord-Süd: 196 km
West-Ost: 211 km[3]
Höchster Punkt: Schneekoppe, 1603 m[3]
Tiefster Punkt: bei Skidniów, 69 m[3]
Landschaftl. Struktur[4]
Wälder: 30,7 %
Landwirtschaft: 57,0 %
Gewässer: 00,9 %
Sonstige: 11,4 %
Verwaltungsgliederung
Kreisfreie Städte: 004
Landkreise: 026
Gemeinden: 169
Städte: 092

Die Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch województwo dolnośląskie) ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie umfasst den südwestlichen Teil Polens und grenzt innerhalb des Landes im Norden an die Woiwodschaft Lebus, im Nordosten an Großpolen und im Osten an Oppeln. Im Westen grenzt Niederschlesien an Deutschland und im Süden an Tschechien. Hauptstadt ist Wrocław (Breslau).

Im Süden der Woiwodschaft liegt mit dem zu den Sudeten gehörenden Riesengebirge eine der wichtigsten Fremdenverkehrsregionen Polens, im Westen – zwischen Queis und Lausitzer Neiße – der polnische Teil der Oberlausitz.

Die Woiwodschaft wurde nach der historischen Region Niederschlesien benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft Niederschlesien entstand 1999 im Zuge der polnischen Verwaltungsreform aus der Vereinigung der alten Woiwodschaften Wrocław (Breslau), Jelenia Góra (Hirschberg), Legnica (Liegnitz) und Wałbrzych (Waldenburg) sowie aus Teilen der Woiwodschaften Kalisz (Kalisch) und Leszno (Lissa).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Gold ein schwarzer Adler mit in einem Kreuz auslaufenden silbernem Brustmond.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft Niederschlesien ist in 26 Landkreise und vier kreisfreie Städte unterteilt. Sie bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Województwo dolnośląskie powiaty.png

Kreisfreie Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herb wroclaw.svg Wrocław (Breslau) 642.869; 293 km²
  2. POL Wałbrzych COA.svg Wałbrzych (Waldenburg) 111.356; 85 km²
  3. Legnica herb.svg Legnica (Liegnitz) 99.350; 56 km²
  4. POL Jelenia Góra COA.svg Jelenia Góra (Hirschberg) 79.061; 108 km²

Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wappen des Powiat Bolesławiecki Bolesławiec (Bunzlau) 90.103; 1.303 km²
  2. Wappen des Powiat Dzierżoniowski Dzierżoniów (Reichenbach) 100.813; 478 km²
  3. Wappen des Powiat Głogowski Głogów (Glogau) 89.102; 443 km²
  4. Wappen des Powiat Górowski Góra (Guhrau) 34.870; 738 km²
  5. Wappen des Powiat Jaworski Jawor (Jauer) 50.116; 581 km²
  6. Wappen des Powiat Jeleniogórski Jelenia Góra (Hirschberg) 63.591; 628 km²
  7. Wappen des Powiat Kamiennogórski Kamienna Góra (Landeshut in Schlesien) 43.239; 396 km²
  8. Wappen des Powiat Kłodzki Kłodzko (Glatz) 157.996; 1.643 km²
  9. Wappen des Powiat Legnicki Legnica (Liegnitz) 55.166; 745 km²
  1. Wappen des Powiat Lubański Lubań (Lauban) 54.254; 428 km²
  2. Wappen des Powiat Lubiński Lubin (Lüben) 106.150; 712 km²
  3. Wappen des Powiat Lwówecki Lwówek (Löwenberg) 45.925; 710 km²
  4. Wappen des Powiat Milicki Milicz (Militsch) 36.999; 715 km²
  5. Wappen des Powiat Oleśnicki Oleśnica (Oels) 107.269; 1.050 km²
  6. Wappen des Powiat Oławski Oława (Ohlau) 76.752; 524 km²
  7. Wappen des Powiat Polkowicki Polkowice (Polkwitz) 63.065; 780 km²
  8. Wappen des Powiat Strzeliński Strzelin (Strehlen) 43.570; 622 km²
  9. Wappen des Powiat Średzki Środa Śląska (Neumarkt in Schlesien) 55.079; 704 km²
  1. Wappen des Powiat Świdnicki Świdnica (Schweidnitz) 156.921; 743 km²
  2. Wappen des Powiat Trzebnicki Trzebnica (Trebnitz) 85.253; 1.026 km²
  3. Wappen des Powiat Wałbrzyski Wałbrzych (Waldenburg) 55.611; 430 km²
  4. Wappen des Powiat Wołowski Wołów (Wohlau) 46.818; 675 km²
  5. Wappen des Powiat Wrocławski Wrocław (Breslau) 151.385; 1.116 km²
  6. Wappen des Powiat Ząbkowicki Ząbkowice (Frankenstein) 64.802; 802 km²
  7. Wappen des Powiat Zgorzelecki Zgorzelec (Görlitz) 89.188; 838 km²
  8. Wappen des Powiat Złotoryjski Złotoryja (Goldberg in Schlesien) 43.490; 575 km²

(Einwohner und Fläche am 31. Dezember 2019)[5]

Landkreise Größte Kleinste
flächenmäßig Powiat Kłodzki Powiat Kamiennogórski
bevölkerungsmäßig Powiat Kłodzki Powiat Górowski

Planungsregionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederschlesien ist außerdem in fünf statistische Planungsregionen unterteilt:

Planungsregion Landkreise in der Region
1 Miasto Wrocław Stadt Wrocław
2 Wrocławski Milicz, Oleśnica, Oława, Strzelin, Środa Śląska, Trzebnica, Wołów, Wrocław
3 Wałbrzyski Stadt Wałbrzych, Dzierżoniów, Kłodzko, Świdnica, Wałbrzych, Ząbkowice Śląskie
4 Legnicko-Głogowski Stadt Legnica, Głogów, Góra, Legnica, Lubin, Polkowice, Złotoryja
5 Jeleniogórski Stadt Jelenia Góra, Bolesławiec, Jawor, Jelenia Góra, Kamienna Góra, Lubań, Lwówek Śląski, Zgorzelec

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneekoppe
Ślęża
Landschaft im Sudetenvorland

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft Niederschlesien weist ein sehr abwechslungsreiches Landschaftsbild auf. Über ein Drittel der Fläche nehmen die Mittelgebirge der Sudeten sowie deren Ausläufer ein. Die Sudeten erstrecken sich entlang der Grenze zu Tschechien.[6] Zu den Sudeten gehören in Niederschlesien unter anderem folgende Gebirgszüge:

Im Riesengebirge befindet sich mit der 1.603 Meter hohen Schneekoppe (Śnieżka) der höchste Berg Niederschlesiens, der Sudeten insgesamt und zugleich auch der angrenzenden Tschechischen Republik. Richtung Norden und Nordosten grenzt das Sudetenvorland an. Hier befindet sich mit der 718 Meter hohen Ślęża ein exponierter Gipfel, der den mit Abstand höchsten Punkt außerhalb der Sudeten darstellt.

Nördlich von Breslau befindet sich außerdem der Höhenzug des Katzengebirges (Wzgórza Trzebnickie) mit Höhen bis rund 260 Meter inmitten der ansonsten eher flachen Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene), die weite Teile Niederschlesiens abdeckt. Die Nizina Śląska wird im Westen durch die Nizina Śląsko-Łużycka begrenzt.

Beide Regionen gelten mit ihren Lössböden und teilweise Schwarzerden als ausgesprochen fruchtbar und werden somit in weiten Teilen intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die einzige Ausnahme bildet hierbei der stark bewaldete Nordwesten Niederschlesiens, in dem Sandböden vorherrschen.

Rund 30 Prozent Niederschlesiens sind bewaldet, wobei die Bory Dolnośląskie (Niederschlesische Heide) im Grenzgebiet zur Woiwodschaft Lebus und zu Deutschland das größte zusammenhängende Waldgebiet darstellen. Dort befindet sich mit den Truppenübungsplätzen Żagań und Świętoszów eins der größten militärischen Übungsgebiete in Polen und Europa.

Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederschlesien gilt innerhalb Polens als rohstoffreiche Region. Von wirtschaftlich großer Bedeutung sind die Kupferbergbauregion bei Lubin und der Braunkohletagebau Turów bei Bogatynia im Dreiländereck zu Deutschland und Tschechien. Durch langjährige Luftverschmutzung insbesondere aus dem Braunkohlerevier Turów sowie aus angrenzenden Gebieten in den Nachbarländern sind allerdings die Wälder des Iser- und Riesengebirges stark beschädigt, wodurch die Region im Südwesten Niederschlesiens zum sogenannten Schwarzen Dreieck gehört.[6] In der Vergangenheit wurde in der Region Wałbrzych außerdem Steinkohle abgebaut, wie beispielsweise in den Bergwerken Julia oder Victoria.

Daneben existieren zahlreiche regionale Lagerstätten von Steinsalz, Erdgas, Silber, Gold, Baryt oder Basalten.[6][7]

Der See Jezioro Modre im Verlauf des Bober
Die Glatzer Neiße in Bystrzyca Kłodzka

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Fluss Niederschlesiens ist die Odra (Oder), an der sich unter anderem die Städte Wrocław und Głogów befinden. Weitere bedeutende Flüsse sind:

Marklissa-Talsperre und Burg Tzschocha (Zamek Czocha)

Größere natürliche Seen gibt es in Niederschlesien kaum. In der Region um Milicz sowie bei Przemków existieren jedoch mehrere Fischteiche. Weiterhin existieren zahlreiche Stauseen, von denen folgende am bedeutendsten sind:[3]

  • Zalew Mietkowski – 8,1 km², Speicherraum 77 hm³
  • Jezioro Pilchowickie (Bobertalsperre) – 2,4 km², Speicherraum 50 hm³
  • Zalew Słup – 4,9 km², Speicherraum 38 hm³
  • Zbiornik Topola – 3,4 km², Speicherraum 22 hm³
  • Zapora Leśniańska (Marklissa-Talsperre) – 1,4 km², Speicherraum 17 hm³
  • Jezioro Złotnickie (Talsperre Goldentraum) – 1,2 km², Speicherraum 12 hm³
  • Jezioro Lubachowskie (Schlesiertalsperre) – 0,5 km², Speicherraum 8 hm³
  • Niedów-Stausee – 1,9 km², Speicherraum 5 hm³

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich vielseitig wie die natürliche Beschaffenheit ist auch das Klima Niederschlesiens. Während im nördlichen Teil kontinental-gemäßigtes Übergangsklima mit vergleichsweise hohen Durchschnittstemperaturen von über 8,5 °C, eher milden Wintern und einer langen Vegetationsperiode bis maximal 230 Tagen im Jahr vorherrscht, sind die hügeligen und bergigen Regionen der Sudeten deutlich kühler und niederschlagsreicher.[7][6]

Im Tiefland beträgt die Niederschlagsmenge im Jahr rund 550–700 mm, in den Sudeten steigt dieser Wert auf bis zu 1.200 mm.[8]

Landschaft im Bartschtal

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarwoiwodschaften bzw. -bundesländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woiwodschaft Lebus Woiwodschaft Großpolen
Sachsen
Deutschland
Compass card (de).svg Woiwodschaft Oppeln
Liberecký kraj und
Královéhradecký kraj
Tschechien
Pardubický kraj
Tschechien
Olomoucký kraj
Tschechien

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominsel in Breslau
Rathaus und Heringsbuden in Legnica
Altstadt von Jelenia Góra
Wiedererrichtete Innenstadt von Głogów
Rathaus und Ring in Bolesławiec
Historische Altstadt von Kłodzko

Am 31. Dezember 2019 waren 2.900.163 Einwohner in der Woiwodschaft Niederschlesien gemeldet, davon sind 1.394.635 Männer (48,09 %) und 1.505.528 Frauen (51,91 %). Fast 70 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten.[1]

Die Bevölkerungsdichte liegt mit 145 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem polnischen Landesdurchschnitt. Abgesehen von den urbanen Ballungszentren sind die Landkreise Świdnica sowie Dzierżoniów und Głogów mit jeweils über 200 Einwohnern pro Quadratkilometer besonders dicht besiedelt. Am dünnsten besiedelt sind die ländlich geprägten Landkreise Góra und Milicz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1995 und 2010 erfolgte in Niederschlesien ein Bevölkerungsrückgang von rund 100.000 Einwohnern. Seitdem hat sich die Einwohnerzahl bei rund 2,9 Millionen stabilisiert.[9]

Jahr Einwohnerzahl
1995 2.988.278
2000 2.912.195
2005 2.888.232
2010 2.877.840
2015 2.904.207
2019 2.900.163

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptstadt Wrocław (Breslau) ist mit über 640.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes und die mit Abstand größte in Niederschlesien. Insgesamt gibt es in der Woiwodschaft Niederschlesien 92 Städte, wovon 19 die Einwohnerzahl von 20.000 überschreiten.

Stadt Deutscher Name Einwohner
30. Juni 2019
Herb wroclaw.svg Wrocław Breslau 641.607
POL Wałbrzych COA.svg Wałbrzych Waldenburg 111.896
Legnica herb.svg Legnica Liegnitz 99.486
POL Jelenia Góra COA 1.svg Jelenia Góra Hirschberg im Riesengebirge 79.200
POL Lubin COA.svg Lubin Lüben 72.428
POL Głogów COA.svg Głogów Glogau 67.317
POL Świdnica COA.svg Świdnica Schweidnitz 57.041
POL Bolesławiec COA 1.svg Bolesławiec Bunzlau 38.852
POL Oleśnica COA.svg Oleśnica Oels 37.169
POL Dzierżoniów COA.svg Dzierżoniów Reichenbach im Eulengebirge 33.239
POL Oława COA.svg Oława Ohlau 33.029
POL Zgorzelec COA.svg Zgorzelec Görlitz 30.374
POL Bielawa COA.svg Bielawa Langenbielau 29.971
POL Kłodzko COA 1.svg Kłodzko Glatz 26.845
POL Jawor COA.svg Jawor Jauer 22.890
POL Świebodzice COA.svg Świebodzice Freiburg in Schlesien 22.793
POL Polkowice COA.svg Polkowice Polkwitz 22.480
POL Nowa Ruda COA.svg Nowa Ruda Neurode 22.067
POL Lubań COA.svg Lubań Lauban 21.087

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Woiwodschaft Niederschlesien gibt es einen gewählten Woiwodschaftssejmik und Woiwodschaftsmarschall sowie einen von der Regierung ernannten Woiwoden.

Woiwodschaftssejmik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Woiwodschaftssejmik wurde 2018 in folgender Zusammensetzung gewählt:

Woiwodschaftssejmik Niederschlesien (2018)
Wahlkomitee Mandate
Recht und Gerechtigkeit (PiS)
14/36
Platforma Obywatelska (PO)
13/36
Bezpartyjni Samorządowcy (BS)
6/36
Polnische Volkspartei (PSL)
1/36
Bund der Demokratischen Linken (SLD)
0/36
Das Woiwodschaftamt in Breslau

Mittlerweile haben sich folgende Fraktionen gebildet:

Woiwodschaftssejmik Niederschlesien (2016)
Fraktion Mandate
Bezpartyjni Samorządowcy (BS)
  • Obywatelski Dolny Śląsk (ODS)
  • Parteilose
14/36

7/36

7/36
Dolnośląski Klub Porozumienie
11/36

6/36

4/36

1/36
Recht und Gerechtigkeit (PiS)
9/36
Fraktionslose
2/36

Woiwodschaftsmarschall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woiwodschaftsmarschall ist seit 2014 Cezary Przybylski (Bezpartyjni Samorządowcy).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft der Woiwodschaft Niederschlesien gehört zu den am schnellsten wachsenden[8] und besser entwickelten innerhalb Polens. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft 2018 einen Index von 78 (EU-27 = 100), bezogen auf den Wert pro Erwerbstätigem erreichte Niederschlesien hingegen einen Index von 85 (EU-27 = 100).[10]

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistung sind die Gebiete in Niederschlesien jedoch regional unterschiedlich aufgestellt. Besonders stark ist die Region um die Hauptstadt Wrocław sowie die Bergbauregion um Lubin und Legnica entwickelt. Beide Regionen profitieren von ihrer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur, von den Technologieparks in Wrocław und Legnica sowie von den Sonderwirtschaftszonen Legnica und Wałbrzych mit ihren zahlreichen Außenstandorten innerhalb der Woiwodschaft.

Im Gegensatz dazu gibt es auch eher strukturschwache Regionen, die sich insbesondere in den peripheren Regionen innerhalb der Sudeten befinden, wie beispielsweise die Landkreise Lwówek, Kłodzko oder Złotoryja.[7]

Mit einem Wert von 0,883 erreicht Niederschlesien Platz 3 unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.[11]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend werden einige bedeutende Unternehmen aufgeführt, die ihren Hauptsitz in der Woiwodschaft Niederschlesien haben:

  • AB: IT- und Elektrogroßhändler mit Hauptsitz in Magnice
  • Bodzio: Möbelhersteller mit Hauptsitz in Goszcz
  • Bombardier Transportation Polska: Hersteller von Schienenfahrzeugen in Wrocław, früher als Pafawag tätig und heute Teil von Bombardier
  • Captrain Polska: Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Hauptsitz in Wrocław, Teil von SNCF
  • CCC: International tätiges Einzelhandelsunternehmen mit Hauptsitz in Polkowice
  • Citronex: Logistik- und Landwirtschaftsunternehmen mit Hauptsitz in Zgorzelec
  • Credit Agricole Bank Polska: Bank mit Hauptsitz in Wrocław, Teil der Finanzgruppe Crédit Agricole
  • DFME (Dolnośląska Fabryka Maszyn Elektrycznych): Hersteller von Elektromaschinen mit Hauptsitz in Wrocław
  • Hasco-Lek: Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Wrocław
  • Jelcz: Nutzfahrzeughersteller mit Hauptsitz in Jelcz-Laskowice
  • KGHM Polska Miedź: International tätiger Bergbaukonzern mit Hauptsitz in Lubin
  • MyPhone: Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Wrocław
  • Neonet: Einzelhandelsunternehmen mit Hauptsitz in Wrocław
  • PCC Rokita: Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Brzeg Dolny, Teil der PCC SE
  • Whirlpool Polska: Haushaltsgerätehersteller mit Hauptsitz in Wrocław, früher als Polar S.A. tätig und heute Teil der Whirlpool Corporation

Des Weiteren haben folgende Unternehmen Produktionsstandorte in Niederschlesien:

Außerdem haben Hewlett-Packard und Nokia Networks Standorte im IT-Bereich in Wrocław.

Cuprum Arena in Lubin

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren sind zahlreiche große Einkaufszentren entstanden bzw. bereits bestehende erweitert worden. Die größten Einkaufszentren in Niederschlesien befinden sich im Ballungsraum Wrocław:

Name Ort Mietfläche in m²[12]
Aleja Bielany Bielany Wrocławskie 145.000
Magnolia Park Wrocław 098.700
Wroclavia Wrocław 064.000
Auchan Wrocław Bielany Wrocławskie 061.600
Pasaż Grunwaldzki Wrocław 052.000
Galeria Victoria Wałbrzych 043.000
Cuprum Arena Lubin 034.000
Schloss Fürstenstein (Zamek Książ)
Kurpark in Polanica-Zdrój
Friedenskirche in Świdnica
Schädelkapelle in Czermna

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders das Riesengebirge und der Glatzer Kessel (Kotlina Kłodzka) sind touristisch gut erschlossen. Die Orte Karpacz und Szklarska Poręba sind auf Wintersport und als Ausgangsziel für Wanderungen (Sudeten-Hauptwanderweg) spezialisiert. Entlang des Hauptkamms des Riesengebirges verläuft der Wanderweg der polnisch-tschechischen Freundschaft. Andererseits gibt es in diesen beiden Regionen auch zahlreiche Kurorte wie beispielsweise Świeradów-Zdrój, Kudowa-Zdrój oder Polanica-Zdrój. Auch die anderen Mittelgebirge der Sudeten sind aufgrund der reizvollen Landschaft touristische Ziele und stehen gleichzeitig zu großen Teilen unter Naturschutz. Bekannt ist auch die sogenannte Bärenhöhle (Jaskinia Niedzwiedzia) bei Stronie Śląskie und das Stollensystem Projekt Riese in Walim.

In den Städten, allen voran in der Hauptstadt Wrocław, aber auch in kleineren Städten mit historischen Stadtkernen und Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise in Świdnica (UNESCO-Welterbe Friedenskirche), Jelenia Góra (Altstadt und Ausgangspunkt ins Riesengebirge), Bolesławiec (historischer Stadtkern, außerdem bekannt für Bunzlauer Keramik) oder Trzebnica (Kloster) befindet sich der Städtetourismus im Aufschwung.

Weitere Ausflugsziele sind u. a. die vielen Burgen und Schlösser, wie das Schloss Fürstenstein (Zamek Książ) bei Wałbrzych oder die Burg Chojnik (Zamek Chojnik) bei Jelenia Góra, aber auch zahlreiche andere Bauwerke, wie beispielsweise das Kloster Leubus (Opactwo Cystersów w Lubiążu) bei Wołów, die Stabkirche Wang in Karpacz oder die Schädelkapelle in Czermna bei Kudowa-Zdrój.

Zwischen 2016 und 2018 ist zudem das Radwegenetz von 694 auf 895 Kilometer erweitert worden.[13]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2020 lag die Arbeitslosenquote in der Region bei 5,7 %.[14]

Ähnlich wie bei der wirtschaftlichen Entwicklung zeigen sich auch die regionalen Unterschiede bei den Arbeitslosenquoten. Während im Stadt- und Landkreis Wrocław die Arbeitslosenquote jeweils 2,4 % beträgt, übersteigt sie auch in der Stadt Jelenia Góra sowie in den Landkreisen Polkowice und Bolesławiec 5 % nicht. Am höchsten war die Arbeitslosenquote im Juli 2020 hingegen im Landkreis Góra (15,7 %) sowie in den Landkreisen Złotoryja (15,1 %), Wałbrzych (13,9 %), Kłodzko (12,7 %) und Lwówek (12,2 %).[15]

2005 waren noch 22,8 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Arbeit.[16] Bis zum Dezember 2009 sank diese Quote auf 12,5 Prozent.[17]

Hauptgebäude der Universität Breslau

Bildungswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Universität Breslau (Uniwersytet Wrocławski)
  • Technische Universität Breslau (Politechnika Wrocławska)
  • Wirtschaftsuniversität Breslau (Uniwersytet Ekonomiczny we Wrocławiu)
  • Naturwissenschaftliche Universität Breslau (Uniwersytet Przyrodniczy we Wrocławiu)
  • Medizinische Universität Breslau (Uniwersytet Medyczny im. Piastów Śląskich we Wrocławiu)
  • Sportakademie Breslau (Akademia Wychowania Fizycznego we Wrocławiu)
  • Heeresakademie Breslau (Akademia Wojsk Lądowych)
  • Musikakademie Breslau (Akademia Muzyczna im. Karola Lipińskiego we Wrocławiu)
  • Niederschlesische Hochschule Breslau (Dolnośląska Szkoła Wyższa we Wrocławiu)
  • Fachhochschule Wałbrzych (Państwowa Wyższa Szkoła Zawodowa im. Angelusa Silesiusa w Wałbrzychu)
  • Fachhochschule Legnica (Państwowa Wyższa Szkoła Zawodowa im. Witelona w Legnicy)
  • Fachhochschule Jelenia Góra (Karkonoska Państwowa Szkoła Wyższa w Jeleniej Górze)
  • Fachhochschule Głogów (Państwowa Wyższa Szkoła Zawodowa w Głogowie)

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Gemeinden im Süden Niederschlesiens sind Mitglied im länderübergreifenden Bund der polnisch-tschechischen Euroregion Glacensis. Im Südwesten von Niederschlesien besteht eine Zusammenarbeit im Rahmen der Euroregion Neiße mit benachbarten Gemeinden und Landkreisen in Tschechien und Deutschland.

Die Woiwodschaft Niederschlesien unterhält Partnerschaften mit verschiedenen europäischen Gebietskörperschaften. Hierzu zählen die deutschen Bundesländer Sachsen und Niedersachsen, die tschechischen Nachbarregionen Liberecký kraj, Pardubický kraj, Královéhradecký kraj und Olomoucký kraj, das Elsass in Frankreich, Västmanland in Schweden, Ringkøbing in Dänemark, die Regionen Oblast Dnipropetrowsk und Oblast Kirowohrad in der Ukraine, der Oblast Leningrad in Russland, die Emilia-Romagna in Italien, die West Midlands im Vereinigten Königreich, die österreichische Steiermark, der US-Staat Connecticut und die spanischen Regionen Kastilien und León und Autonome Gemeinschaft Baskenland.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oderbrücke auf der Autobahn A8 bei Wrocław

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Ost-West-Straßenverbindung Niederschlesiens ist die Europastraße 40 (polnische Autobahn A4), die durch den gesamten Süden Polens verläuft und dabei Wrocław mit Katowice, Kraków und Rzeszów sowie in westlicher Richtung mit Görlitz sowie Dresden verbindet.

Für den Straßenverkehr von Norden nach Süden und umgekehrt sind die Europastraße 65 (polnische Schnellstraße S3), die Niederschlesien mit Zielona Góra, Szczecin und der polnischen Ostseeküste verbindet sowie die Europastraße 261 (polnische Schnellstraße S5) in Richtung Poznań von großer Bedeutung.

Eine weitere wichtige Querverbindung ist die Europastraße 67 (polnische Schnellstraße S8 und Autobahn A8), die von Wrocław in Richtung Łódź und Warschau verläuft. Ein weiterer Ausbau der bisherigen Landesstraße 8 zur Schnellstraße in Richtung Süden ist geplant.

Weitere bedeutende Straßenverbindungen in Niederschlesien sind:

Das befestigte Straßennetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von rund 20.223 Kilometern.[13]

Breslauer Hauptbahnhof (Wrocław Główny)
Züge von Koleje Dolnośląskie im Breslauer Hauptbahnhof

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Eisenbahnknotenpunkt ist Wrocław mit dem vor einigen Jahren vollständig modernisierten Hauptbahnhof. Im Jahr 2018 war er mit knapp 60.000 Reisenden am Tag der am stärksten frequentierte Bahnhof in ganz Polen.[18] Es kreuzen sich hier folgende Eisenbahnstrecken:

Weitere Eisenbahnlinien der Region sind:

Nikolaus-Kopernikus-Flughafen Wrocław

Der Regionalverkehr wird in der Woiwodschaft Niederschlesien zu großen Teilen durch die regionale Eisenbahngesellschaft Koleje Dolnośląskie betrieben, deren Streckennetz auch in benachbarte Woiwodschaften sowie nach Tschechien und Deutschland reicht. Den Fernverkehr organisiert PKP Intercity.

Das Eisenbahnnetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von knapp 1.700 Kilometern. Im Jahr 2000 bestanden noch 1.970 Kilometer aktive Bahnstrecken.[13]

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Stadtrand der Woiwodschaftshauptstadt befindet sich der internationale Flughafen Wrocław, welcher mit über 3,5 Millionen Passagieren im Jahr 2019 der fünftgrößte Flughafen Polens ist.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional bekannt sind die Fußballvereine Śląsk Wrocław und Zagłębie Lubin, welche beide in der höchsten polnischen Liga, der Ekstraklasa, spielen. Erfolgreich ist auch der Speedwayverein WTS Sparta Wrocław. Im Basketball sind die Vereine Śląsk Wrocław und Turów Zgorzelec erwähnenswert.

Auch der alljährlich stattfindende Breslau-Marathon ist von großer Bedeutung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Woiwodschaft Niederschlesien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31.12.2019 - Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 2. September 2020
  2. Allgemeine Informationen - Regionales Statistikamt in Wrocław, Urząd Statystyczny we Wrocławiu, abgerufen am 2. September 2020
  3. a b c d e Geographie - Regionales Statistikamt in Wrocław, Urząd Statystyczny we Wrocławiu, abgerufen am 20. September 2020
  4. Landflächennutzung - Regionales Statistikamt in Wrocław, Urząd Statystyczny we Wrocławiu, abgerufen am 10. Januar 2021
  5. Bevölkerung nach Landkreisen am 31.12.2019 - Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 2. September 2020
  6. a b c d Woiwodschaft Niederschlesien, PWN, abgerufen am 27. Dezember 2020.
  7. a b c Stan środowiska w województwie dolnośląskim, Główny Inspektorat Ochrony Środowiska, abgerufen am 27. Dezember 2020
  8. a b Raport o stanie środowiska województwa dolnośląskiego w 2003 r., Wojewódzki Inspektorat Ochrony Środowiska we Wrocławiu, abgerufen am 27. Dezember 2020
  9. Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 27. Dezember 2020.
  10. GDP per capita in EU regions in 2018, Eurostat, 5. März 2020, abgerufen am 2. Januar 2021
  11. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 27. Dezember 2020 (englisch).
  12. Katalog obiektów handlowych, Polska Rada Centrów Handlowych, abgerufen am 2. Januar 2021
  13. a b c Major data on the voivodship in 2018, Urząd Statystyczny we Wrocławiu, abgerufen am 27. Dezember 2020
  14. Allgemeine Informationen - Regionales Statistikamt in Wrocław, Urząd Statystyczny we Wrocławiu, abgerufen am 2. September 2020
  15. Information zum Arbeitsmarkt in Niederschlesien im Juli 2020 - Regionales Arbeitsamt in Wrocław, Dolnośląski Wojewódzki Urząd Pracy, abgerufen am 2. Januar 2021
  16. Regional unemployment in the European Union, Bulgaria and Romania in 2005 (PDF) (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  17. Zentrales Statistikamt Polens (GUS), Bezrobotni oraz stopa bezrobocia wg województw, grudzień 2009 (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), 3. Februar 2010
  18. Wymiana pasażerska na stacjach w Polsce w 2018 r., Urząd Transportu Kolejowego, abgerufen am 2. Januar 2021

Koordinaten: 51° 5′ N, 16° 24′ O