Wojciech Wierzejski

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Wojciech Wierzejski (* 6. September 1976 in Biała Podlaska) ist ein polnischer Politiker. 2004–2005 war er Mitglied des Europäischen Parlaments der Partei Liga Polskich Rodzin und März-April 2009 Vorsitzender dieser Partei.

Biographie und politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren wurde Wojciech Wierzejski am 6. September 1976 in Biała Podlaska. Er studierte an der Warschauer Universität Philosophie und Soziologie. 1993 trat er in die Młodzież Wszechpolska (MW) ein, 1995–1997 war er Sekretär des führenden Rates der MW. 1999–2000 hatte er die Funktion des Präsidenten des führenden Rates der MW inne. Seit 2001 gehört er der LPR (Liga polnischer Familien) an. 2002–2004 war er der Vizemarschall des Parlaments der Woiwodschaft Masowien. Als Abgeordneter im Europaparlament der LPR 2004–2005 war er ein Teil der konstitutionellen Kommission und stellvertretendes Mitglied der Bildungs- und Kulturkommission. Am 7. Mai 2005 heiratete er.[1] Bei den Parlamentswahlen in Polen 2007 erreichte seine Partei die 5-Prozent-Hürde nicht und ist damit nicht mehr im Sejm vertreten.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wierzejski ist für seine rechtsextremen Ansichten bekannt. 2004 hat er sich „aus hygienischen Gründen“ geweigert, den Organisatoren der Parada Równości (Gleichheitsparade) die Hand zu geben. Im selben Jahr publizierte er auf seiner Internetseite eine „Liste von Schwulen und Lesben“ inklusive deren Privatadressen, weshalb ihm nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament und dem damit verbundenen Verlust der Immunität zurzeit ein Prozess wegen Verstoßes gegen den Schutz persönlicher Daten droht.[2] Im Zuge der „Parada Normalności“ (Normalitätsparade, die im Gegensatz zur Gleichheitsparade vom damaligen Warschauer Bürgermeister und späteren Präsidenten Polens Lech Kaczyński genehmigt wurde und die von der katholisch-nationalistischen Młodzież Wszechpolska (Allpolnische Jugend) durchgeführt wurde) stellte er unter anderem fest:

„Personen, die als aktive Homosexuelle identifiziert wurden, sollten der traditionellen öffentlichen Intoleranz preisgegeben werden, damit sie später nicht bewusst, erkennbar, öffentlich und mutig herumlaufen und ihre Gesichter zeigen und sich auch noch ihrer Abnormalität rühmen können.“

Im Jahr 2006 erregte er vor der schwul-lesbischen Parada Równości in Warschau Aufsehen, indem er über die Ankündigung deutscher Politiker auf der Parade zu erscheinen kommentierte: „Das sind keine wichtigen Politiker, das sind nur Schwule. Wenn die einmal den Knüppel zu schmecken bekommen, werden sie nicht wiederkommen. Der Schwule nämlich ist von der Definition her feige.“[3] Er erhielt daraufhin eine Strafanzeige von der Bundesvorsitzenden der Grünen Claudia Roth.

Wojciech Wierzejski steht dazu, dass er ein katholischer Traditionalist ist. Er betont die Notwendigkeit, die Liturgie in lateinischer Sprache abzuhalten und dass der Priester die heilige Messe mit dem Gesicht zum Altar statt zu den Gläubigen abhalten sollte.

Er wird zu den „faschistischen“ Mitgliedern der LPR gezählt. In seiner Jugend war er ein neofaschistischer Skinhead. Die Zeitschrift „Fakt“ veröffentlichte Fotos von ihm, auf denen er die Hand zum Hitlergruß erhoben hat. Von ihm sind unrühmliche Zitate und Aktionen bekannt, die er im Rahmen von Aktivitäten in seiner Partei und bei der Allpolnischen Jugend an den Tag gelegt hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website von Wojciech Wierzejski, Kim jest Wojciech Wierzejski?
  2. APA: Polen: Ermittlungen zu Schwulen-Liste in Politiker-Blog fortgesetzt, derstandard.at, 11. Januar 2008
  3. Der Geschmack des Knüppels