Wolfenhausen (Taunus)

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Wolfenhausen
Gemeinde Weilmünster
Wappen von Wolfenhausen
Koordinaten: 50° 22′ 51″ N, 8° 19′ 1″ O
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 5,54 km²
Einwohner: 1105 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35789
Vorwahl: 06475
Ortsansicht Wolfenhausen
Ortsansicht Wolfenhausen

Wolfenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilmünster im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfenhausen liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus, in einer Höhenlage von 300 Metern über NN, ca. sieben Kilometer südwestlich der Kerngemeinde Weilmünster. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Rote Küppel mit 378 Meter über NN, der sich nordwestlich der Ortsrandlage erhebt. Direkt südlich des Dorfes liegt die die Hell mit 330 Meter über NN. Durch den Ort fließt der Wolfenhauserbach, der im Walddistrikt Laubus entspringt, talabwärts durch das Laubustal fließt und unterhalb des Dorfes Laubusbach heißt.
Die Gemarkungsfläche beträgt 5,54 Quadratkilometer, davon sind 1,96 Quadratkilometer Wald.

Nachbarorte sind Münster (westlich), Langhecke (nordwestlich), Laubuseschbach (nordöstlich) und Haintchen (südlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde bereits in einer Urkunde aus dem Jahre 1194 als zum Kirchspiel Münster gehörend erstmals erwähnt. Angenommen wird, dass das Dorf bereits einige Jahrhunderte vorher bestanden hat.

Man kann davon ausgehen, dass Kaiser Otto I. Wolfenhausen um das Jahr 1000 dem Bistum Worms schenkte. In dieser Zeit soll auch der Beginn der Leibeigenschaft für die Wolfenhäuser Bürger seinen Anfang genommen haben. Eine Urkunde vom 14. November 1570 berichtet von einem Austausch von Leibeigenen zu Wolfenhausen zwischen der Grafschaft Wied-Runkel und Nassau-Saarbrücken. Während das Dorf von 1194 bis gegen 1400 der Kirche Kloster Arnstein bei Nassau gehörte, waren die Bewohner Wolfenhausens teilweise dem Grafen von Nassau und dem Grafen von Wied-Runkel untertan und tributpflichtig. Von 1596 scheinen die Reichsgrafen von Wied-Runkel unbestrittene Herren gewesen zu sein. Doch machten die Umstände, vermutlich die schwierige finanzielle Lage dieser Häuser, auch fernerhin gelegentlich Verpfändungen notwendig. Die wechselnden Abhängigkeiten trennten oft diese kleine Gemeinde in sich.

Der Dreißigjährige Krieg hatte wie in den umliegenden Ortschaften des Hintertaunus verheerende Auswirkungen in Wolfenhausen. Das Dorf blieb jedoch vor der völligen Vernichtung bewahrt. Vermutlich seit 1551 war Wolfenhausen evangelisch und gehörte nach den Fürsten von Wied-Runkel zum reformierten Bekenntnis. Durch Regierungsverordnung des Grafen von Wied-Runkel aus dem Jahre 1691 wurde Wolfenhausen von der Mutterkirche Münster getrennt und zu einer Hauptkirche erhoben.

Ortsansicht mit ev. Kirche

Im Jahre 1752 wurde die alte, baufällige Kapelle niedergelegt und eine neue Kirche errichtet und 1780 eine neue Orgel angeschafft. Die Verlegung des Kirchhofs erfolgte im Jahre 1823, östlich außerhalb von Wolfenhausen.

Bereits seit dem Jahre 1707 besaß der Ort das Privileg, Märkte abzuhalten. Der Marktplatz befand sich an der Stelle des heutigen Sportplatzes.

Die Einwohner Wolfenhausens waren seit jeher Bauern, Bergleute und einfache Handwerker. Nach der Überlieferung soll im 19. Jahrhundert die Besenbinderei eine wichtige Hausindustrie gewesen sein.

Im Jahre 1766 verließen 42 Einwohner von Wolfenhausen ihren Geburtsort und wanderten in das kaiserlich russische Reich aus. Teuerung und Hungersnot sowie auch die zeitweilige Minderung des Landbesitzes mögen der Anlass der Auswanderung gewesen sein.

Am 31. Mai 1802 wurde in der Wolfenhäuser Gemarkung an der Grenze zur Gemarkung nach Haintchen der berühmte Räuber Johannes Bückler, auch Schinderhannes genannt, gefangen genommen.

Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wolfenhausen in die Gemeinde Weilmünster eingegliedert.[2]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Lützendorf unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (jeweils mit dem Jahr der Erwähnung):[3]

  • 1194: Wolvenhusen
  • 1197: Wolfhusen
  • 1397: Wolfenhusen
  • 1483: Wolfenhuessen
  • 1532: Wolffhyssen
  • 1554: Wolffhausen
  • 1607: Wolffenhausen
  • 1661: Wolffenhaussen

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Wolfenhausen unterstand im Überblick:[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[4][3]

  • 1825: 0555 Einwohner
  • 1905: 0901 Einwohner
  • 1939: 0740 Einwohner
  • 1961: 0990 Einwohner
  • 1970: 1024 Einwohner
  • 1993: 1164 Einwohner
  • 2005: 1170 Einwohner
  • 2010: 1133 Einwohner
Wolfenhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
601
1840
  
700
1846
  
726
1852
  
772
1858
  
795
1864
  
827
1871
  
832
1875
  
867
1885
  
961
1895
  
881
1905
  
901
1910
  
915
1925
  
763
1939
  
740
1946
  
1.025
1950
  
998
1956
  
972
1961
  
990
1967
  
1.067
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat von Wolfenhausen besteht aus fünf stimmberechtigte Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist der Ortsvorsteher Dietmar Blasius.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein 1926 e. V. Wolfenhausen
  • DLRG Ortsgruppe Wolfenhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Wolfenhausen, gegr. 1932 (seit 1. März 1977 mit Jugendfeuerwehr und seit 25. September 2010 mit Kinderfeuerwehr)
  • Schützenverein 1929 e. V. Wolfenhausen
  • Kleintierzuchtverein "Edle Rasse" Wolfenhausen
  • Gesangverein „Liederkranz – Vorwärts“ Wolfenhausen
  • Kegelverein Wolfenhausen
  • Ev. Frauenchor Wolfenhausen
  • KGW Kultur u. Geschichtsverein e. V. Wolfenhausen
  • Ev. Frauenhilfe Wolfenhausen
  • VdK Ortsverband Wolfenhausen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die denkmalgeschützten Kulturdenkmäler des Ortes siehe Liste der Kulturdenkmäler in Wolfenhausen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1932 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Wolfenhausen (ab 1. März 1977 mit Jugendfeuerwehr und ab 25. September 2010 mit Kinderfeuerwehr) für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Es bestehen in Wolfenhausen ein Dorfgemeinschaftshaus im Kirschbaumweg, der Kindergarten „Unter dem Lindenbaum“ in der Bornbachstraße, das beheizte Freibad, ein Sportplatz in der Bornbachstraße, Kinderspielplätze und Wanderwege.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Gorenflo u. a.: 800 Jahre Wolfenhausen, 1993 – Ein Dorf und seine Leute; 1194–1994, BRÜN-Verlag, Rüsselsheim 1993, ISBN 3-926759-31-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner im Internetauftritt der Gemeinde Weilmünster, abgerufen im Januar 2017 (PDF)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  3. a b Gemeinde Weilmünster: Wolfenhausen , abgerufen im Januar 2017.
  4. a b Wolfenhausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 14. Oktober 2016)
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. Gemeinde Weilmünster: Ortsbeirat Wolfenhausen, abgerufen im Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfenhausen – Sammlung von Bildern