Wolfenschiessen

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Wolfenschiessen
Wappen von Wolfenschiessen
Staat: Schweiz
Kanton: Nidwalden NW
Bezirk: (Der Kanton Nidwalden kennt keine Bezirke.)w
BFS-Nr.: 1511i1f3f4
Postleitzahl: 6386 (Wolfenschiessen)
6387 (Oberrickenbach)
Koordinaten: 673028 / 195846Koordinaten: 46° 54′ 35″ N, 8° 23′ 50″ O; CH1903: 673028 / 195846
Höhe: 510 m ü. M.
Fläche: 92,76 km²
Einwohner: 2144 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 23 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.wolfenschiessen.ch
Karte
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Wolfenschiessen

Wolfenschiessen ist eine politische Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Wolfenschiessen liegt im unteren Engelbergertal zwischen Stans und Engelberg, auf 510 m ü. M. Die Gemeindefläche beträgt 92,76 km², die Grenzlänge 45,8 km.

In einem hoch gelegenen östlichen Seitental, 400 Meter oberhalb des Engelbergertals und in gut 4 km Entfernung vom Dorfkern, befindet sich die Kapellengemeinde Oberrickenbach (894 m ü. M.), die auch zur Gemeinde Wolfenschiessen gehört. Ebenso zur Gemeinde gehört der zwischen Wolfenschiessen und Grafenort gelegene Weiler Altzellen (658 m ü. M.). Zahlreiche Alpgebiete wie Arni, Bannalp, Trübsee und Sinsgäu (am Brisen) gehören ebenso zur flächenmässig grössten Gemeinde des Kantons Nidwalden. Höchster Punkt von Wolfenschiessen ist das Rotstöckli am Titlis (2'901 m ü. M.). Über den auf Wolfenschiesser Gebiet gelegenen Jochpass gelangt man ins Berner Oberland. Östlich des Engelbergertals ragt zwischen den bewohnten Gemeindeteilen der 1'341 Meter hohe Wellenberg empor. Von der NAGRA wurde er als ein möglicher Platz für Lagerung von radioaktivem Abfall angesehen.

Vom gesamten Gemeindegebiet sind nur 1,2 % Siedlungsfläche. Einen grossen Teil des Gemeindeareals bedecken mit 33,0 % Anteil Gehölz und Wald. Eine noch grössere Fläche von 40,8 % wird landwirtschaftlich genutzt – oft als Alpen. Und ganze 24,9 % sind unproduktive Flächen (meist Gebirge und Seen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das untere Engelbergertal war schon von den Kelten, Römern und ab dem 6. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt. Der mittelalterliche Ausdruck Schiezen bedeutet Hof oder Besitztum. Wolfenschiessen bedeutet ursprünglich: Hof des Wolfhart oder Wolfo. Bereits im Spätmittelalter geriet diese ursprüngliche Bedeutung indes in Vergessenheit. Ab dem 14. Jahrhundert und bis heute zeigt das Ortswappen von Wolfenschiessen einen Wolf, der von einem Pfeil durchbohrt wird. Die Diskussion um ein Endlager für radioaktiven Müll im Wellenberg sorgte in den letzten 25 Jahren für heftige Kontroversen in der Gemeinde Wolfenschiessen und in ganz Nidwalden. Zum Teil spalteten sie ganze Familien. Trotz mehrfachem Nein der Nidwaldner Bevölkerung an der Landsgemeinde und Urne hält die NAGRA immer noch am (potentiellen) Standort Wellenberg fest.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erlebte wegen der begrenzten Anzahl Arbeitsplätze mehrere grosse Abwanderungswellen (1850–1860, 1880–1888 und 1960–1970). Zwischen 1888 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs gab es allerdings auch eine starke Wachstumsphase (1888–1910: +27,3 %). Drei weitere Wachstumswellen (1930–1941, 1950–1960 und 1970–2000) sorgten dafür, dass der Bevölkerungsstand heute wesentlich höher liegt als 1850. Nach einer Stagnationsphase von zwischen 2000 und 2010 wächst die Einwohnerzahl wieder(2010-2013:+4,8 %). Grund für den Anstieg waren die Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Verkehrs und vor allem der Bau der A2. Die Gemeinde wurde wegen ihrer Nähe zum Nidwaldner Hauptort Stans und der günstigen Baulandpreise zudem auch für Pendler attraktiv.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Nidwaldnerdeutsch wird noch häufig gesprochen. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,6 % Deutsch, 2,7 % Albanisch und 1,4 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 waren 1'634 Personen katholisch (82,82 %). Daneben gab es 5,37 % protestantische und 1,06 % orthodoxe Christen, 4,36 % Muslime und 2,99 % Konfessionslose. 63 Personen (3,19 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis. Bis etwa in die 1970er Jahre war fast die gesamte Einwohnerschaft katholisch. Die Entkirchlichung und die Zuwanderung aus anderen Gemeinden und dem Ausland hat in Wolfenschiessen zu einem Anstieg anderer Bekenntnisgruppen geführt.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bewohnern waren Ende 2009 1'825 (91,3 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland), Südeuropa (Italien und Portugal) und dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Montenegro, Kosovo, Kroatien und Bosnien-Herzegowina). Bei der Volkszählung 2000 waren 1'773 Personen (89,86 %) Schweizer Bürger; davon besassen 45 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an jüngeren Leuten. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 30,41 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 14,55 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen die Personen zwischen 30 und 44 Jahren.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 191 301 108 262 481 343 244 43
Anteil 9,68 % 15,26 % 5,47 % 13,28 % 24,38 % 17,38 % 12,37 % 2,18 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein steigender silberner Wolf, von hinten durchbohrt von einem linksschrägen goldenen Pfeil.“ - Somit stellt es als redendes Wappen den Ortsnamen dar.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich dominierte in Wolfenschiessen die Landwirtschaft. Für den Ort wichtige Wirtschaftszweige sind Forst- und Landwirtschaft, letztere vor allem in Form von Milchviehwirtschaft. Dazu kommt der Tourismus. Auch einige Handwerks- und Kleingewerbebetriebe sind vertreten. In Oberrickenbach befindet sich ein Wasserkraftwerk, das mit dem Wasser des gut 500 m höher gelegenen Bannalpsees betrieben wird.

In Wolfenschiessen gab es (2005) 634 Beschäftigte in 181 Betrieben. 36,0 % der Beschäftigten in Wolfenschiessen arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, 21,8 % in Industrie und Gewerbe und 42,3 % in Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 0,88 %.

Im Jahr 2000 gab es 535 Erwerbstätige in Wolfenschiessen. Davon waren 385 (71,96 %) Einheimische und 150 Zupendelnde. Die Zupendelnden kamen vorwiegend aus der Region; nämlich aus Dallenwil und Oberdorf (je 13,3 %), Beckenried (9,3 %), Ennetbürgen (8,7 %), Stans und Engelberg (je 8,0 %), Buochs (7,3 %) und Stansstad (6,7 %). Im gleichen Jahr waren 1'046 Menschen aus Wolfenschiessen erwerbstätig. Somit arbeiteten 661 Personen in anderen Gemeinden. In den Nidwaldner Hauptort Stans pendelten 200 Personen (= 30,3 % aller Wegpendelnden), nach Engelberg 80 Personen (12,1 %), in die Stadt Luzern 47 Personen (7,1 %), nach Oberdorf 43 Personen (6,5 %), nach Dallenwil 38 Personen (5,7 %) und nach Buochs 31 Personen (4,7 %). Insgesamt pendelten 408 Personen (61,7 %) in andere Nidwaldner Gemeinden, 105 Personen (15,9 %) in den Kanton Obwalden und 80 Personen (12,1 %) in den Kanton Luzern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anschlussstelle Stans-Süd der Gotthard-Autobahn ist nur rund 6 km entfernt. Wolfenschiessen ist angeschlossen an die Strecke Luzern–Stans–Engelberg der Zentralbahn.[3] Seit Ende 2013 führt auch die S4 von Luzern bis hierher.[4] Vom Talort Wolfenschiessen aus führen 4 kleine Luftseilbahnen auf die umliegenden Alpen und Bergwälder, die von Einheimischen, Wanderern und teilweise von Gleitschirmfliegern genutzt werden. Vom kleinen Bergort Oberrickenbach führen nicht weniger als vier, zum Teil recht abenteuerlich anmutende, Seilbahnen zur Bannalp und zum Haldigrat.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem der Ortsteil Oberrickenbach und die oberhalb gelegene Bannalp mit ihrem See sind Ausgangspunkt alpiner Spaziergänge und Wanderungen, beispielsweise über den Haldigrat nach Niederrickenbach mit seinem Benediktinerinnen-Kloster, oder unterhalb der Walenstöcke entlang nach Engelberg, oder über den Pass Schonegg in Richtung Urnersee.

Von den Oberrickenbacher Seilbahnen bietet insbesondere die kleine 8er Kabine hinauf zum Bannalpsee mit ihrem freien Durchhang vor der senkrechten Felswand eine lohnende Fahrt. Auf der Bannalp befindet sich in gut 1700 m Höhe ein kleines Skigebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern befindet sich die grosse, 1775 erbaute spätbarocke Gemeindekirche.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfenschiessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung per 31. Dezember 2015 (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. https://secure.i-web.ch/dweb/nw/de/onlinemain/publikationen/?pubid=8254&action=info
  3. fahrplanfelder.ch: PDF, Zugriff am 21. Oktober 2010
  4. Vgl. Liniennetz vom 15. Dezember 2013