Wolferborn

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Wolferborn
Stadt Büdingen
Koordinaten: 50° 19′ 48″ N, 9° 11′ 54″ O
Höhe: 244 (235–377) m ü. NHN
Fläche: 6,9 km²[1]
Einwohner: 921 (30. Jun. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 63654
Vorwahl: 06049
Karte
Übersichtskarte von Wolferborn

Wolferborn ist ein Stadtteil von Büdingen im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolferborn liegt siebeneinhalb Kilometer nordöstlich von Büdingen am Seemenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. August 1276 verlieh König Rudolf I. von Habsburg in Worms Graf Heinrich V. von Weilnau ein Burglehen zu Gelnhausen. In dieser Urkunde wird Wolferborn als „Wolfratsbrunnen“ erstmals erwähnt. Nach 1400 erhält Wolferborn den heutigen Namen. Ab 1787 besteht ein birsteiner Anteil am Gericht Wolferborn.[3] 1806 kamen alle isenburgische Lande zum Rheinbund[4] -Fürstentum Isenburg; nach dem Beschluss des Wiener Kongresses kam das Fürstentum 1815 zu Österreich[5], wo es aber nur ein Jahr verblieb. Österreich trat das gesamte Gebiet Mitte 1816 an das Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt) ab. Großherzog und Kurfürst (Hessen-Kassel) einigten sich am 29. Juni 1816 auf eine Teilung der nordmainischen Gebiete, der ehemaligen Grafschaften im alten Deutschen Reich (Ysenburg-Büdingen-Meerholz und Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach), und schlossen einen Territorial-Ausgleichs-Vertrag[6]. Wolferborn kam zu Kurhessen, und zwar zunächst zum Kreis Salmünster und nach dessen Auflösung 1830 zum Kreis Gelnhausen. Im Jahre 1866 wurde der Ort dann preußisch (Provinz Hessen-Nassau).[3]

Obwohl Wolferborn als selbständige Gemeinde nicht zum Landkreis Büdingen gehörte, sondern zum Landkreis Gelnhausen, wird es im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. August 1972 kraft Landesgesetz der Stadt Büdingen als Stadtteil eingegliedert.[7][8][9] und gehört seitdem zum Wetteraukreis. Durch Wolferborn fließt der Seemenbach.

Wolferborn war im Mittelalter zeitweise Gerichtsort, im Übrigen reine Landwirtschaftsgemeinde. Die Kirche ist ein romanischer Bau und wurde als Wehrkirche gebaut, die einschließlich der Orgel jüngst aufwändig renoviert wurde.

Wolferborn bekam bereits 1926 Wasserleitung und 1934 Kanalisation. Von 1914 bis 1920 wurde eine Flurbereinigung durchgeführt. Heute ist Wolferborn Landwirtschafts- und Arbeiterwohngemeinde mit einigen kleinen Gewerbebetrieben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler im Stadtteil Wolferborn:

  • Gesamtanlage Wolferborn Ost
  • Gesamtanlage Wolferborn West
  • Am Kaspersberg 7
  • Brunnen an der Wehrtbornstraße
  • Herzbergstraße 10 – Evangelische Pfarrkirche
  • Wehrtbornstraße 23 – Backhaus
  • Wehrtbornstraße 31 – Schule
  • Wehrtbornstraße 34 – Hof Rapp
  • Wehrtbornstraße 41 und 41a
  • Wehrtbornstraße 46
  • Wehrtbornstraße 57

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Männergesangverein 1884
  • Freiwillige Feuerwehr (seit 1894)
  • Sportgemeinschaft (gegründet 1914)
  • Landfrauenverein
  • Tennisclub
  • Natur- und Vogelschutzgruppe
  • zwei Reit- und Fahrvereine

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kindertagesstätte, seit 1995. (Seit 1885 gibt es bereits einen Kindergarten in Wolferborn, damals Kleinkinderschule genannt.)
  • Evangelische Kirchengemeinde Wolferborn

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruppel, Hans Georg (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform, Reihe Darmstädter Archivschriften (14), 1976, S. 526–527.
  • Siegfried R.C.T. Enders: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Abteilung: Baudenkmale in Hessen. Wetteraukreis I. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 1982, ISBN 3-528-06231-2, S. 185–188.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 14, ISSN 0342-2291). Elwert, Marburg 1926, (Unveränderter Neudruck. ebenda 1974, ISBN 3-7708-0509-7), S. 526–527.
  • Hans Philippi: Territorialgeschichte der Grafschaft Büdingen. Elwert, Marburg 1954 (Schriften des hessischen Amts für geschichtliche Landeskunde 23), S. 164–165, 189–190.
  • Literatur über Wolferborn in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolferborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik im Internetauftritt der Stadt Büdingen (pdf; 21,5 KB), abgerufen im Januar 2016.
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Büdingen, abgerufen im Juni 2016.
  3. a b „Wolferborn, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Artikel 24 Abs. 11 der Rheinbundakte, amtlich: Vertrag zwischen dem Bevollmächtigten Sr. Majestät des Kaisers der Franzosen, Königs von Italien mit den im Vertrage selbst genannten Bevollmächtigten deutscher Fürsten vom 12. Juli 1806. URL: http://www.documentarchiv.de/nzjh/1806/rheinbundsakte.html Stand: 25. Mai 2013.
  5. Artikel 52: Das Fürstenthum Isenburg wird unter die Souverainetät Sr. Maj. des Kaisers von Österreich gestellt, und wird mit demselben in solche Beziehungen kommen, wie die Föderativ-Constitution Deutschlands es für die mediatisirten Staaten bestimmen wird. http://www.staatsvertraege.de/Frieden1814–15/wka1815-i.htm@1@2Vorlage:Toter Link/www.staatsvertraege.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Convention Territorial entre le Grand Duc de Hesse et Electeur de Hesse. — Signèe à Francfort sur Mein, le 29 Juin, 1816. British and Foreign State Papers 1815–1816, Band 3, Compiled by the Librarian and Keeper of the Papers, Foreign Office, James Ridgway and Sons, Piccadilly, London: 1838, S. 812–819; (größtenteils in deutscher Sprache) Digitalisat; auch abgedruckt in Grindaha, Heft 26, Geschichtsverein Gründau e. V., Gründau 2016 ISSN 2194-8631 S. 4–12 mit Anmerkung von Norbert Breunig
  7. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 353.
  9. Grenzänderungs- und Eingliederungsvertrag vom 26. November 1971