Wolfern

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Wolfern
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wolfern
Wolfern (Österreich)
Wolfern
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Steyr-Land
Kfz-Kennzeichen: SE
Fläche: 32,57 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 14° 22′ OKoordinaten: 48° 5′ 0″ N, 14° 22′ 29″ O
Höhe: 359 m ü. A.
Einwohner: 3.190 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 98 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4493
Vorwahl: 07253
Gemeindekennziffer: 4 15 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 5
4493 Wolfern
Website: www.wolfern.at
Politik
Bürgermeister: Karl Mayr (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
14
6
5
14 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Wolfern im Bezirk Steyr-Land
Adlwang Aschach an der Steyr Bad Hall Dietach Gaflenz Garsten Großraming Laussa Losenstein Maria Neustift Pfarrkirchen Reichraming Rohr im Kremstal Schiedlberg Sierning Steyr St. Ulrich bei Steyr Ternberg Waldneukirchen Weyer Wolfern OberösterreichLage der Gemeinde Wolfern im Bezirk Steyr-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wolfern ist eine Marktgemeinde mit 3190 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land im Traunviertel. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Steyr.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausdehnung der Gemeinde beträgt von Nord nach Süd 6,4 km, von West nach Ost 8,5 km. 13,9 % der Fläche sind bewaldet, 76,9 % landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde wird im Norden von den Gemeinden St. Marien (Ortsteil Weichstetten), Hofkirchen im Traunkreis und Hargelsberg begrenzt. Diese drei Gemeinden gehören bereits zum politischen Bezirk Linz-Land, und somit stellt Wolfern auch eine Grenze zwischen den Bezirk Steyr-Land und Linz-Land. Die Nachbargemeinde im Osten ist Dietach, im Süden grenzt bereits das Gemeindegebiet von Steyr an Wolfern. Die westlichen Nachbarn sind die Gemeinden Sierning und Schiedlberg.

St. Marien Hofkirchen Hargelsberg
Schiedlberg Nachbargemeinden Dietach
Sierning Steyr

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Losensteinleiten (564)
  • Maria Laah (254)
  • Wolfern (2.223)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Judendorf, Kroisbach, Losensteinleithen, Maria Laah, Schwarzenthal und Unterwolfern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit in die dunkle Vorzeit reicht die Besiedelung dieses Raumes zurück, wie Funde von Lochsteinbeilen und Flachbeilen aus der Steinzeit berichten. Doch erst 777 ist erstmals urkundlich von dieser Gegend die Rede, als der Bayernherzog Tassilo III. dem von ihm gegründeten Stift Kremsmünster den Forst zwischen Dietach und Sierning schenkte. 871 bestätigte Kaiser Karl der Große diese Schenkung. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Namens Wolfern aus dem slawischen Wort „woularin“. Daraus kann die Bedeutung „Wald zwischen Dietach und Sierning“ abgeleitet werden. Urkundlich scheint Wolfern erstmals 1111 auf. Im Zuge der von Bayern ausgehenden Kultivierung entstanden die Edelsitze der „Herren von Wolfern“, denen auch der Bau der Kirche in ihrer Urform zuzuschreiben ist. Nähere Angaben über den Bau der Kirche sind leider nicht mehr vorhanden, weil alle Pfarrakten bei den Passauer Stadtbränden vernichtet wurden. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtum Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Im Lauf der Jahrhunderte blieben die Siedlungen der Gemeinde auch von Unruhen nicht verschont: 1396 und 1397 steckten fanatische Anhänger der Waldenser während ihrer Verfolgung durch die Inquisition unter Petrus Zwicker den Pfarrhof Wolfern dreimal in Brand. Seit 1490 wird der Ort dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. 1532 drangen türkische Horden bis zum Schloss Losensteinleiten vor. Während der Bauernkriege kamen Religionswirren ins Land. Anfang des 19. Jahrhunderts bedrängten die durchziehenden napoleonischen Truppen die Bevölkerung. Politischer Mittelpunkt der Gegend war für einige Jahrhunderte die Ortschaft um das Schloss Losensteinleiten. Erst als nach dem Ersten Weltkrieg das neue Gemeindeamt in der Ortschaft Unterwolfern erbaut wurde, benannte man auch die Gemeinde in Wolfern um. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Im Jahr 1994 wurde Wolfern zur Marktgemeinde erhoben.

Legenden

Der Volksmund erzählt eine Geschichte, wie der Ort zu seinem Namen Wolfern kam: Als in dieser Gegend eine Kirche errichtet werden sollte, wurde heftig über den Bauplatz diskutiert. Nachdem dieser dann endlich feststand, wurde das Material dorthin gefahren und abgeladen. In der Nacht kam aber der Teufel mit seinem Fuhrwerk, lud das gesamte Baumaterial auf und brachte es zu einer Anhöhe außerhalb des Ortes. Nach Meinung des Teufels sollte an dieser Stelle die Kirche erbaut werden. Die Bewohner der Gegend waren jedoch nicht ängstlich und brachten das Material an den ursprünglichen Platz zurück. Aber auch der Teufel ließ nicht so schnell von seinem Plan ab und kam in der folgenden Nacht wieder mit seinem Fuhrwerk. So soll es einige Tage und Nächte hin und her gegangen sein, bis die Bewohner mit dem Teufel einen Pakt eingingen: Die Kirche durfte auf dem vorgesehenen Platz – dem jetzigen Ortsplatz – errichtet werden, doch sollte das erste Lebewesen, welches die Kirche betritt, dem Teufel gehören. Als das Gebäude fertig war, trieben die schlauen Bewohner einen Wolf in das Bauwerk. Der Teufel soll wutentbrannt mit seinem Fuhrwerk davongefahren sein. Die Anhöhe, auf welcher der Teufel die Kirche errichten wollte, wird noch heute das „Weiße Kreuz“ genannt. Es ist die höchstgelegene Stelle im Gemeindegebiet und ein Steinmarterl soll an diese Geschichte erinnern.

Über Sebastian von Losensteinleiten gibt es sogar eine historisch belegbare Heldentat zu berichten: Als im Jahr 1521 der spätere Kaiser Ferdinand I. seine Braut Anna von Ungarn in Linz heiratete, wurde neben anderen Festlichkeiten auch ein Turnier abgehalten. Ein vornehmer Spanier erging sich in Schmähreden über die Deutschen und ließ am Rathaus anschlagen, dass er es mit jedem auf Leben und Tod aufnehmen werde. Doch achtete man nicht darauf, um die Hochzeitsfreuden nicht zu stören. Als aber der Spanier umso heftiger schmähte, nahm Sebastian von Losensteinleiten den Kampf mit ihm auf. Zur festgesetzten Stunde ritten beide in die Schranken ein, wobei sich jedermann wunderte, was der Losensteinleitner mit seinem Bihänder zu Pferde anfangen werde. Zuerst rannten sie mit Spieße gegeneinander, trafen sich jedoch nicht. Dann griffen beide zum Schwert. Der Spanier setzte Sebastian arg zu, doch er verteidigte sich trefflich. Plötzlich zerschlug Sebastian den Helm seines Gegners mit dem Bihänder und verwundete ihn schwer. Für den Spanier hätte diese Situation den Tod bedeutet, hätte nicht der Kaiser persönlich dem Kampf ein Ende gesetzt.

Eher ins Reich der Sagen zu verweisen, ist die Geschichte des mutigen Jägers von Losensteinleiten: Als im Jahre 1532 Sultan Soliman II. mit seinen Kriegerhorden in Österreich einfiel, kam der berüchtigte Renegat Michael Oglon, bekannt unter dem Namen Kasim Pascha mit 15 000 Janitscharen bis an die Enns. An einem Sonntag übersetzten sie im dichten Nebel bei Ernsthofen auf ihren Pferden den Ennsfluss und drangen raubend und plündernd, Häuser in Brand steckend und Leute niedermetzelnd gegen Steyr herauf. Sämtliche Bewohner der Burg waren mit anderen Leuten der Umgebung geflohen. Selbst der Besitzer der Burg, der Ritter Christoph III. von Losensteinleiten, hatte mit seiner Familie die Burg verlassen. Nur ein alter Jäger, der seinen Ehrgeiz darin setzte zu bleiben und die Burg zu verteidigen, blieb zurück. Seit Tagen schon hatte er von den umliegenden Kirchdörfern die Sturmglocken läuten gehört und des Nachts auf den Burgen die Warnfeuer brennen gesehen. Es dauerte nicht lange, so kam ein stattlicher türkischer Heerhaufen angerückt. Er lagerte mit viel Geschrei auf dem Leimannsdorfer Feld, unweit der damals sechstürmigen, mauerumfangenen Wasserburg Losensteinleiten. Der kluge und listige Jäger aber war schon fleißig gewesen und hatte alles Notwendige zum Empfang der brandschatzenden Horde vorbereitet. Er hatte schon früher Tor und Türen fest verschlossen, die Zugbrücke aufgezogen. Der Rüstkammer hatte er Panzer und Helme entnommen und als hohle, eiserne Männer mit geschlossenen Visieren an die Fenster gestellt, dazu geladene Gewehre, Hackenbüchsen, Pulver und Blei gelegt. Der alte Jäger stand, das Gewehr in der Hand, in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, ruhig auf seinem Posten. In der Hoffnung, reichliche Beute machen zu können, gingen die Türken mit wüstem Geschrei zum Sturm auf die Burg über. Aber auch der einzige Verteidiger ließ sich nicht spotten. Er eilte von Fenster zu Fenster und schoss ein Gewehr nach dem anderen auf die anstürmenden Feinde ab. Und da jede Kugel aus wohlgezieltem Gewehre traf, wälzte sich jeder Getroffene auf fremder Erde in seinem Blute und stand nicht mehr auf. Manch einer, der die Mauer erklettert hatte, fiel, vom Blei des Jägers tödlich getroffen, tief hinunter in den Wassergraben. Der Hauptanführer der Türken, der auf seinem Schimmel umher ritt, machte kurz Halt und sah mit zweifelnder Miene auf die ihm etwas geheimnisvoll vorkommende Burg. In diesem Augenblick krachte aus einem der Fenster ein Schuss und der Anführer sank, von der Kugel des Jägers mitten in die Brust getroffen, rücklings vom Pferde. Als die Türken ihren Hauptanführer vom Pferde stürzen sahen, entstand wilde Verwirrung. Sie glaubten, die Burg stecke voll geübter, treffsicherer Schützen. Sie verließen schleunigst den Kampfplatz. Der Jäger schoss ihnen noch einige Kugeln nach. Als weit und breit kein Türke mehr zu sehen war, öffnete der Jäger das Tor, ging auf der niedergelassenen Zugbrücke aus der Burg. Er fing sich den prächtigen, herrenlosen Schimmel, schwang sich in den Sattel und ritt freudevoll in die Burg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl am 27. September 2009 wurden 2077 Stimmen abgegeben, dass entspricht einer Wahlbeteiligung von 83,72 %. Die 25 Mandate des Gemeinderates verteilen sich auf drei Parteien: Die Mehrheit mit 55,26 % und 14 Mandaten hält die ÖVP. Weitere im Gemeinderat vertretene Parteien sind die SPÖ mit 35,37 % und 9 Mandaten sowie die FPÖ mit 9,38 % und 2 Mandaten. Vorsitzender des Gemeinderates ist Bürgermeister Franz Schillhuber. Der Gemeindevorstand besteht aus sieben Personen, davon entfallen vier auf die ÖVP und drei auf die SPÖ.

Bürgermeister

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten, rechts in Silber ein abgewendeter, steigender, roter Wolf, links in Blau ein steigender, rotes Feuer speiender, rotgehörnter, goldener Panther.“

Im Gemeindewappen spiegelt sich die geschichtliche Vergangenheit der Marktgemeinde wider: Das gespaltene Wappen zeigt auf der rechten Seite einen roten, aufgerichteten, nach links gewendeten Wolf auf silbernem Hintergrund. Der Passauer Wolf (nach dem Fürstbischof Wolfger von Erla, 1191–1204) berichtet vom Einfluss der Passauer Bischöfe auf die Pfarren Maria Laah und Wolfern. Auf der linken Seite ist ein goldener, aufgerichteter, Feuer speiender, rot gehörnter Panther auf blauem Grund zu sehen. Der Panther der Losensteiner kündet von der einstigen Herrschaft dieses Geschlechts. Die Gemeindefarben sind – von den Farben der beiden Wappentiere abgeleitet – Gelb und Rot.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Mai 2004 begründete die Marktgemeinde Wolfern eine Gemeindepartnerschaft mit Taszár in Ungarn. In der Gemeinde Taszár wurde, im Rahmen eines großartigen Festes, die Partnerschaftsurkunde von Bürgermeister Sándor Pataki und Bürgermeister Franz Schillhuber unterzeichnet. Die Partnergemeinde Taszár liegt 8 km ostwärts von Kaposvár. Das Wort „taszar“ ist slawischen Ursprungs und bedeutet Holzarbeit bzw. Zimmermannsarbeit. Erste schriftliche Erwähnungen stammen aus der Zeit von St. Stefan. Dörfer durften damals nur rund um Kirchen errichtet werden. Der nach der Verstaatlichung gebaute Militärflugplatz und eine neue Wohnsiedlung haben das Dorf stark verändert. 1995 wurde Taszár zum logistischen Zentrum der IFOR und später der SFOR-Truppen. In den letzten Jahren fanden bereits mehrere gegenseitige Besuche statt, bei denen der kulturelle Austausch im Mittelpunkt stand.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Angaben von Statistik Austria hatte die Marktgemeinde Wolfern am 1. Januar 2006 einen Bevölkerungsstand von 2.897 Einwohnern. Gegenübern den Ergebnissen der Volkszählung im Jahre 2001 bedeutet dies einen Zuwachs von 53 Personen, der jedoch zum Großteil einer Zuwanderung als den Geburten zuzuschreiben ist. 98 % der Wolferner Gemeindebürger sind Österreicher und geben Deutsch als Umgangssprache an. Zum römisch-katholischen Glauben bekennen sich 90 % der Einwohner, gefolgt von 6 % ohne religiöses Bekenntnis und 2 % die sich der evangelischen Kirche zugehörig fühlen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor einigen Jahrzehnten waren in Wolfern zum Großteil landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt. Doch auch hier machte der Wandel der Zeit nicht Halt und so konnten viele Landwirte ihren Betrieb nicht mehr als Vollerwerbsbetrieb führen. Etwa 71 % der Erwerbstätigen pendeln in die umliegenden Orte. Die Hälfte der Pendler findet in der Stadt Steyr Beschäftigung, wo die BMW Motoren GmbH, MAN Nutzfahrzeuge AG und SKF AG auch für Wolferner Bürger die größten Arbeitgeber darstellen. Nach und nach entwickelten sich auch im Gemeindegebiet kleinere Betriebe, die jedoch nur eine kleine Anzahl von Arbeitsplätzen boten. Erst im letzten Jahrzehnt wurde das Arbeitsplatzangebot stark vergrößert. Derzeit sind im Gemeindegebiet Wolfern 106 Gewerbebetriebe mit insgesamt 736 Beschäftigten angesiedelt.

Der größte – und zugleich einer der ältesten – Betrieb, Elektrotechnik Mehler GesmbH, beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Die Firma ist bekannt für Schaltsysteme, die mittlerweile auf der ganzen Welt verkauft werden. Die Firma Weinbergmaier Tiefkühlkost wurde erst vor einigen Jahren in Wolfern angesiedelt und hat bereits einen Beschäftigungsstand von 75 Mitarbeitern. Bereits im Jahre 1955 wurde die Tischlerei Maderböck gegründet. Die Firma hat sich in den letzten Jahrzehnten auf die Produktion von Fenster und Türen spezialisiert und hat 25 Mitarbeiter. Größere Arbeitgeber in der Marktgemeinde sind auch noch ESA GesmbH (Leitsysteme), Johann Glück GmbH Co KG (Maschinenbau), Peter Hahn GmbH (Maschinenbau), Mitter GmbH (Baggerungen, Transporte, Kranarbeiten) und Unison (Einzel- und Komponentenfertigung).

Darüber hinaus ist Wolfern noch immer von der Landwirtschaft geprägt. Von den derzeit 115 landwirtschaftlichen Betrieben werden 78 als Vollerwerbs- und Intensivbetrieb geführt. Waren früher Milch- und Viehwirtschaft der Hauptzweig der Landwirtschaft, so wurde das Hauptaugenmerk in den letzten Jahren verstärkt auf den Ackerbau gelegt. Gerade Vollerwerbsbauern spezialisieren sich aber auch im Bereich der Viehwirtschaft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 200 Kinder besuchen derzeit die Bildungseinrichtungen der Marktgemeinde Wolfern. Der neu ausgebaute Kindergarten mit 4 Gruppenräumen, 2 Bewegungsräumen und zwei Spielplätzen, sowie die renovierte 4-klassige Volksschule in Wolfern bieten einen sehr soliden Grundstock für die Ausbildung der "kleinen" Wolferner und Wolfernerinnen. Auch den Volksschülern steht der Hort des Kindergartens zur Verfügung. Zum Beenden der Schulpflicht müssen die Kinder nach Steyr pendeln, wo mehrere Hauptschulen und Gymnasien vorhanden sind. Der Besuch einer höheren berufsbildenden Schule ist ebenfalls in Steyr oder in der Landeshauptstadt Linz möglich.

Eine weitere Bildungsmöglichkeit stellt die Musikschule des Landesmusikschulverbandes Oberösterreich dar. Hier können Kinder wie auch Erwachsene Musikinstrumente erlernen oder ihre Begeisterung in verschiedenen Rhythmik-Kursen ausleben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wolfern
Pfarrkirche St. Martin
  • Die Pfarrkirche Wolfern ist dem heiligen Martin geweiht und wurde im Ortszentrum erbaut. Der genaue Baubeginn der Martinskirche ist nicht überliefert, allerdings wurde bereits 1318 die "Wolfarer Pharr" erstmals urkundlich erwähnt. Diese Zeit war geprägt von Kämpfen zwischen den Katholiken und den Waldensern. Im Zuge dieser Unruhen wurde der Pfarrhof zweimal (1396 und 1397) in Brand gesteckt. Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, wurde an der Pfarrkirche großzügig gebaut. Die Jahreszahl 1434, über dem jetzigen Hochaltar, gibt die Bauzeit dieses Teiles mit dem zierlichen, gotischen Netzgewölbe an. Das schöne gotische Hauptportal trägt die Jahreszahl 1523. Zu dieser Zeit wurde der Bau – abgesehen von kleineren Anbauten – abgeschlossen. Von der ursprünglichen Inneneinrichtung der Kirche ist nichts mehr erhalten. Sie wurde höchstwahrscheinlich in den Religionswirren und den Bauernkriegen zerstört. Bemerkenswert sind die Bemalungen der Wände des Langhauses, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die Schrifttafeln mit lateinischen und deutschen Sprüchen, die 12 gotischen Apostelkreuze, die den Altarraum wie ein Ring umschließen und die Bemalungen der zwei Axialpfeiler wurden anlässlich der Kirchenrenovierung 1980/81 freigelegt und restauriert. 1630 wurde ein Barockaltar aufgestellt, der bis 1910 in der Kirche blieb. Ursprünglich lag der Friedhof rund um die Kirche. 1817 wurde ein neuer Friedhof, etwa 200 m von der Kirche entfernt, angelegt. Bis 1833 hatte die Kirche einen Holzturm, der bei der heutigen Sakristei erbaut war. In nur halbjähriger Bauzeit wurde der gegenwärtige Turm aus Kremsmünsterer Konglomeratstein errichtet. Anstelle des Holzturmes wurde 1834 die Sakristei erbaut. 1880 wurde schließlich eine neue Sakristei angebaut. 1891 kamen zwei neue Seitenaltäre im neugotischen Stil dazu. 1910 wurde die Kirche generalrenoviert. Der alte Barockaltar wurde entfernt und der neugotische Hochaltar, der sich heute noch in der Kirche befindet, wurde aufgestellt. Außerdem wurde eine neugotische Kanzel angebracht und der Fußboden erneuert. 1929 wurde die Kirche erstmals elektrisch beleuchtet. 1953 wurde das Innere der Kirche renoviert, und 1954 wurde das vergoldete Turmkreuz angebracht. 1980/81 geschah die letzte, große Renovierung der Kirche.
Pfarrkirche Maria Laah
  • Die Pfarrkirche Maria Laah und ehemals viel besuchte Wallfahrtskirche Maria Laah wurde bereits 1212 urkundlich erwähnt und entstand ursprünglich aus einer Kapelle bei einem heiligen Brunnen. Das Wasser dieses „Heilbrunnens“, der heute nur einige Schritte östlich der Pfarre liegt, zog lange Zeit zahlreiche Pilger an. Die Quelle entspringt direkt unter dem Altar der Kirche und wird in eine Brunnenkapelle geleitet. Man nahm früher an, dass dieser Brunnen eine Lache gebildet habe und leitete daraus den Namen Maria an der Lache – später Maria Laah – ab. Der Name stammt jedoch von „Lohe Loch“, was „die Lage im Wald“ bezeichnet. Ende des 15. Jahrhunderts hieß die Kapelle schon Kapelle zu Laach und gehörte zum damaligen Edelsitz Hauzenbach. Sie kam jedoch 1627 an Archaz von Losensteinleiten und der besetzte die Kirche mit Dominikanern aus Steyr. Anton von Losenstein, Dompropst in Passau, ließ die Kirche 1690 erweitern und weihte sie zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit, der Mutter Gottes und den 14 Nothelfern. Unter Kaiser Joseph II. wurde Maria Laah als eigenständige Pfarre eingerichtet. Der Altarraum gehört der Spätgotik an, der Hochaltar selbst ist neugotisch, wie auch die Kanzel, die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt. An der Westseite der Kirche befindet sich eine Gruft, in welcher die Auersperger, Besitzer des Schloss Losensteinleiten, ihr Ruhestätte fanden. Als im Jahr 1892 die darüber befindliche Halle renoviert wurde, untersuchte man auch die Gruft und fand 18 einfache Holzsärge. In der Halle steht ein steinerner Sarkophag, des marmorne Deckplatte die Inschrift „Karl Josef Fürst von Auersperg“ trägt. An der Seitenwänden der Gruft befinden sich drei Gedenktafeln, die an „Maria Josefa Fürstin von Auersperg“, „Aglae Adelheid Pauline Gräfin von Windischgrätz“ und an „Marie Franziska Scheldon, Reichsgräfin von Daun, geborene Fürstin von Auersperg“ erinnern. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Fürsten von Auersperg im eigens errichtet Mausoleum bestattet. Die vorhin genannte Halle liegt heute an der Außenwand der Kirche.

Schloss Losensteinleithen
Schloss Losensteinleithen nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674
  • Das Schloss Losensteinleithen ist das größte historische Bauwerk in der Marktgemeinde. Außer dem hufeisenförmigen Schloss mit Arkadenhof, umfasst die Anlage auch einen großen Garten mit Schlossteich und das Mausoleum, welches einige hundert Meter entfernt am Waldrand errichtet wurde. Die genauen Anfänge um die Herrschaft lassen sich nicht mehr genau feststellen. Gesichert ist, dass ein Niklas Flusshart seine Besitzungen an Dietrich von Losenstein verkaufte. Durch das Geschlecht der „Losensteiner zu Leiten“ kam die einstige Ortschaft Leiten zu ihrem heutigen Namen Losensteinleiten. Bernhard I. von Losenstein errichtete 1409 bis 1433 die spätmittelalterliche Wasserburg, auf die später die Landgerichtsbarkeit übertragen wurde. Durch seine Gemahlin erlangte Bernhard I. auch die Herrschaft über die niederösterreichische Schallaburg und der Herrschaft Gschwendt. Später wurden diese Besitzungen unter den drei Söhnen Bernhards aufgeteilt und Florian bekam die Herrschaft Losensteinleiten. Seit das Geschlecht in Losensteinleiten heimisch war, verfiel die Stammburg in Losenstein zunehmend. Florian, der Begründer der Linie von Losenstein zu Losensteinleiten, wurde im Jahre 1453 von Kaiser Friedrich – bei dessen Krönung in Rom – auf der Tiberbrücke zum Ritter geschlagen. Er war mit Magdalena Auer von Prennberg vermählt und hinterließ bei seinem Tod im Jahre 1462 einen Sohn namens Wilhelm. Wilhelm war Regierungsrat von Kaiser Maximilian I. und erbte außer der Herrschaft Losensteinleiten auch die Herrschaft Gebenhofen in Bayern von seiner Mutter. Er heiratete im Jahre 1476 Barbara von Parsberg und hatte mit ihr fünf Söhne, von denen Acharz die Herrschaft übernahm. 1527 starb Acharz und sein Sohn Christoph III. von Losensteinleiten übernahm die Herrschaft. Als im Jahre 1532 ein türkisches Heer unter Kassim Pascha die Gegend unsicher machte, litt auch das Schloss sehr. In den Jahren 1550 bis 1570 wurde das Wasserschloss durch Georg Achaz I. von Losenstein, ein Sohn von Christoph III., um drei Trakte vergrößert. Als Georg Acharz I. im Jahr 1597 starb, hinterließ er seine Frau Christine von Perkheim und seinen Sohn Georg Christoph II. Georg Christoph II. war Herr von Losenstein zu Losensteinleiten und konnte außerdem auch die Herrschaften Schallaburg, Weidenholz und Siechtenberg in seiner Hand vereinigen. Er hatte sich 1610 mit Anna von Stubenberg vermählt. Bei seinem frühen Tod im Jahre 1622 war sein Sohn Georg Wolfgang noch minderjährig. Die Losensteiner waren eifrige Anhänger der lutherischen Lehre und hielten sich einige Hofprediger. Erst seit dem Jahre 1620 bekannten sich die Losensteiner wieder zum katholischen Glauben. Georg Acharz II., Graf und Herr von Losenstein, kaufte 1627 als Vormund von Georg Wolfgang das Gut „Mayr zu Laach“, welches vom einstigen Edelsitz Hauzenbach übrig geblieben war. Als nun Georg Wolfgang im Jahre 1635 als letzter der Linie von Losenstein zu Losensteinleiten starb, ging das Schloss Losensteinleiten an die Herren von Losenstein zu Gschwendt. Nachdem mit Franz Anton 1692 auch diese Linie erloschen war, gelangten sämtliche Besitztümer der Losensteiner an die Fürsten von Auersperg. Aus der Zeit, in denen das Schloss im Besitz der Fürsten von Auersperg war, sind nur wenige Informationen erhalten geblieben. Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss noch einmal umgebaut. Bis in die 1950er Jahre wurde das Schloss vom Fürstengeschlecht der Auersperger bewohnt, nach den Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges verfiel das Schloss jedoch. Am 1. Juni 1955 wurde Schloss Losensteinleiten Besitz der österreichischen Kamillianerordensprovinz. Zwanzig Jahre lang bestand in Losensteinleiten das Kleine Seminar der Provinz sowie ein Privatgymnasium mit Öffentlichkeitsrecht. 1976 wurde der Schulbetrieb und 1978 das Internat geschlossen. Seitdem bereitete die Nutzung des Hauses große Probleme. Die Erhaltungskosten wurden zur großen Belastung für den Orden. 1978 gelang es, mit dem Land Oberösterreich einen Mietvertrag abzuschließen, und bis 1983 führte die Landesregierung im Schloss eine landwirtschaftliche Fachschule für Mädchen. 1985 kehrte die Kommunität Linz wieder nach Losensteinleiten zurück und richtete im Kloster das Exerzitien- und Bildungshaus St. Kamillus ein. Wirtschaftliche und personelle Schwierigkeiten führten schließlich dazu, das Schloss und die vier Hektar große Liegenschaft zu verkaufen. Am 1. September 1997 erwarb die REWO Residenzen und Wohnheime GmbH der Familie Plocek das Schloss Losensteinleiten und betrieb das St. Kamillus Wohn- und Pflegeheim nach den christlich-sozialen Wertvorstellungen des Hl. Kamillus von Lellis. 2015 erwarb es der Bauträger Georg Spiegelfeld-Schneeburg, der es inzwischen wieder zum Verkauf ausschreibt.
  • Das Mausoleum wurde um das Jahr 1880 als Grabstätte für den damaligen Besitzer des Schlosses Losensteinleiten, Karl Wilhelm Fürst von Auersperg, errichtet. Bis dahin wurden die Auersperger in der Gruft unter der Pfarrkirche Maria Laah beigesetzt. Karl Wilhelm von Auersperg, der Anfang Jänner 1890 starb, wurde dann bereits im Mausoleum bestattet. Das Gebäude liegt etwa 300 m westlich des Schloss inmitten von Feldern und Wäldern. Zur Zeit der Errichtung gehörte das Gelände zum Schloss und wurde als großzügiger Garten verwendet. Die eigentliche Grabstätte ist im Kellergeschoss des Mausoleums untergebracht. Dort befinden sich neben den Steinsarkophagen des Fürsten von Auersperg und seiner Frau auch die Holzsärge der Nachkommen. Von außen ersichtlich ist die schöne Kapelle, die sich direkt über dem Steinsarg des Fürsten befindet. Zu beiden Seiten der Kapelle schließen Kreuzgänge an, an deren Wände die Gedenktafeln der hier beigesetzten Auersperger angebracht sind. Die symmetrische Grundform und die Schlichtheit des Mausoleums sind eindeutige Merkmale für den Baustil des Historismus, in welchem das Gebäude errichtet wurde. Obwohl das Schloss Losensteinleiten im Jahr 1953 verkauft wurde, befindet sich die Grabstätte noch immer im Familienbesitz der Auersperger. Der letzte Nachkomme der österreichischen Linie starb im November 1998 und wurde im Mausoleum beigesetzt. Für die böhmische Linie befindet sich die Familiengruft der Auersperger in Vlasim in Böhmen.
  • Zum musikalischen Kulturgut der Marktgemeinde zählen die beiden Musikkapellen Wolfern und Losensteinleiten. Jede Kapelle veranstaltet mehrere Konzerte im Jahr und sorgt auch bei vielen Festen und Veranstaltungen für Unterhaltung.

Des Weiteren gibt es mehrere Gesangsrunden und Chöre, die vor allem in den beiden Pfarrkirchen ihren musikalischen Beitrag leisten.

  • Jedes Jahr im Frühjahr wird von der Theatergruppe der Landjugend Wolfern eine Komödie im Stil der Bauernbühne aufgeführt. Früher wurde in den Räumlichkeiten des Pfarrheimes gespielt, doch mittlerweile ist man in ein neues Ambiente umgezogen und gibt die ausgewählten Stücke im „Theaterstadl“ zum Besten. Im Jahr 2006 feierte die Theatergruppe bereits ihr 30-jähriges Bestehen und gehört mit über 1000 Besuchern bereits zum festen Bestandteil des jährlichen Veranstaltungskalenders.

Freizeit und Erholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überdrüber-Landpartie

Ein neu angelegter Radrundweg führt mitten durch das landwirtschaftlich genutzte Gebiet von Sierning, Wolfern, Dietach, St. Marien und Schiedlberg. Eingebettet in die Flusstäler von Donau, Krems, Steyr und Enns gibt die weite Ebene den Blick frei ins Panorama des Toten Gebirges. Landgasthäuser, Mostschenken und Bauernhöfe entlang der Route bieten regionale Kost und bäuerliche Produkte an. Der Radrundweg besteht aus zwei Runden, die sich im Gemeindegebiet von Wolfern für einige Kilometer die Wegstrecke teilen. Die Runde West umfasst 50 km, die Runde Ost 32 km.

Internationale Weitwanderwege

Wolfern liegt direkt an den beiden Weitwanderwegen Salzsteigweg und Mariazellerweg, die auch ins europäische Weitwanderwegenetz eingebunden sind.

Der Mariazellerweg (Nr. 406) wurde 1981 eröffnet und führt durch die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten. Das Ziel der meisten Wanderer ist die Wallfahrtskirche im niederösterreichischen Maria Zell. Von Wolfern kann man die Strecke bis Maria Zell in 3 Tagen zu Fuß zurücklegen.

Der Salzsteigweg (Nr. 409) wurde 1983 eröffnet. Er führt durch die Bundesländer Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und reicht vom Sternstein im Mühlviertel bis zum Wurzenpass in den Karawanken. Seinen Namen bekam er vom Salzsteig, der von Hinterstoder über das Tote Gebirge ins steirische Ennstal führt. Auf diesem Weg wurde in früherer Zeit Salz geschmuggelt.

Waldlehrpfad Hagleiten

Der Waldlehrpfad Hagleiten liegt in einem Eichen- und Hainbuchenwald in der Ortschaft Losensteinleiten. Auf Schautafeln werden die Besucher in Form eines Rundganges, der wieder zum Ausgangspunkt beim Mausoleum der Fürsten Auersperg führt, über die Wechselwirkungen des Waldes und über Besonderheiten informiert. Neben dem Informationsgehalt können sich Besucher auf einer Gesamtlänge von ca. 1,8 km erholen und entspannen. Im Zuge einer Landesaktion wurden entlang des Waldlehrpfades Feldbetten aufgestellt.

Sporteinrichtungen

Das Waldbad hat einen Beachvolleyball- und Basketballplatz. Es gibt darüber hinaus zwei Reitclubs, sowie mehrere Pferdeeinsteller und schließlich zwei Fußballplätze, drei Tennisplätze und einen Asphaltstockplatz. Die Turnhalle der Volksschule Wolfern kann von allen Vereinen regelmäßig genützt werden und steht allen Gemeindebürgern zur Verfügung.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die größte Veranstaltung der Gemeinde ist das jährliche Marktfest. Eigentlich als einmaliges Fest zur Erhebung zur Marktgemeinde geplant, wurde das Marktfest ein so großer Erfolg, das es aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Das Besondere am Marktfest ist die Gemeinschaft, die hier ausgelebt wird. Jeder Verein trägt seinen Teil zum Gelingen des Festes bei: Sei es bei den verschiedenen kulinarischen Köstlichkeiten die ausgeschenkt werden oder dem zusammengestellten Rahmenprogramm. Ein Höhepunkt des Marktfestes ist der Marktlauf, bei dem von den Kleinsten angefangen bis zu den rüstigen Senioren alle mitmachen können. Das Marktfest findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt.

Am 15. August – Mariä Himmelfahrt – findet bei der Pfarrkirche Maria Laah ein Kirtag statt. Hauptveranstalter sind neben der Pfarre Maria Laah auch der Musikverein und die Freiwillige Feuerwehr Losensteinleiten. Auch hier werden den Besucher ein Frühschoppen mit der Musikkapelle, Kinderprogramm und natürlich die Verköstigung durch die Vereine geboten.

Bräuche

Inmitten all der Traditionen die in ganz Oberösterreich oder auch regional im Traunviertel ausgeübt werden, sind in Wolfern die Bräuche rund um den 1. Mai besonders ausgeprägt. Am 1. Mai wird von der Landjugend der festlich geschmückte Maibaum am Ortsplatz aufgestellt. Wie in den vielen Jahren zuvor, passiert dies auch heute noch, ohne technische Hilfsmittel, mit der Hand. Doch mit dem Aufstellen alleine ist es noch nicht getan: Wie es in dieser Region Brauch ist, darf der Maibaum drei Tage vor dem 1. Mai und die ersten drei Tage im Mai gestohlen werden. Somit muss in dieser Zeit auf den eigenen Maibaum aufgepasst werden, aber natürlich betätigt sich die Landjugend auch als Maibaumdieb in den umliegenden Gemeinden.

Eine musikalische Tradition hat die Maiausfahrt des Musikvereines Losensteinleiten. Jedes Jahr werden die Musiker samt Instrumente am 1. Mai auf Traktor und Anhänger „verladen“. In diesem Aufzug wird durch die Ortschaften gefahren und allen Mitgliedern des Vereins ein Ständchen gebracht.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit etwa 70 Vereinen in Wolfern ist das Vereinsleben sehr aktiv. Angefangen vom Bienenzüchterverband, über Jugendgruppen, Senioren- und Pensionistenverbände, Musikkapellen oder Sportvereine, bis hin zum Fotoklub und dem Kulturverein, gibt es fast keine Hobbys oder Interessen, die nicht in einem Verein ausgelebt werden könnten. Höhepunkte sind das alljährliche Marktfest sowie kirchliche Feste, an denen die Vereine immer sehr zahlreich teilnehmen und mitgestalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik der Gemeinde Wolfern. S. 138–148.
  • Wolfern. Schubert und Franzke, St. Pölten 2002, ISBN 3-7056-1031-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften