Wolfertschwenden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wolfertschwenden
Wolfertschwenden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wolfertschwenden hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Grönenbach
Höhe: 678 m ü. NHN
Fläche: 14,48 km2
Einwohner: 1960 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87787
Vorwahl: 08334
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 218
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
87730 Bad Grönenbach
Webpräsenz: www.wolfertschwenden.de
Bürgermeister: Karl Fleschhut (Parteilose Wählergr.)
Lage der Gemeinde Wolfertschwenden im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Unterallgäu)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Unterallgäu)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Unterallgäu)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Unterallgäu)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Wolfertschwenden ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfertschwenden liegt 15 Kilometer südlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Wolfertschwenden, Dietratried und Niederdorf.

Zur Gemeinde Wolfertschwenden gehören unter anderem die Orte Wolfertschwenden, Bossarts, Dietratried und Niederdorf.

Ehwiesmühltal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Wolfertschwenden öffnet sich das Illertal zu einem schmalen Seitental mit steilen Hängen, dem sogenannten Ehwiesmühltal. Seit jeher ist das idyllische Tal ein beliebtes Ausflugsziel. Früher waren die vielen Mühlen am Bach ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute sind die Grundwasservorkommen wichtig für die Trinkwasserversorgung vieler Gemeinden.

Geologische Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich von Niederdorf an der oberen Hangkante dicht beim Weiler Bossarts befinden sich die sogenannten Geologischen Orgeln. Es handelt sich um auf natürliche Weise entstandene Röhren (Verwitterungsschlote) im Erdreich. Bei starkem Wind schwingt die Luft in diesen Röhren und man vernimmt orgelähnliche Töne.

Panoramabild Wolfertschwenden, von Westen aus betrachtet

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabungsfunde nahe dem Ort Wolfertschwenden belegen eine Siedlungstätigkeit bereits während der Römerzeit. Urkundlich wurde Wolfertschwenden schon um die Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnt und Niederdorf im 11. Jahrhundert von Wolfertschwenden aus gegründet. Die Brüder Hawin, Albrecht und Kuonrad, Söhne des Hathos von Wolfertschwenden, stifteten 1093 das Benediktinerkloster Ochsenhausen und übergaben es an das Kloster St. Blasien. Ihre Schwester Hemma von Wolfertschwenden, die Erbtochter des Hathos, war mit einem Freiherren von Sagogn (in Surselva in Rätien) verheiratet, der noch vor der Stiftung von Rot an der Rot (1126) gestorben ist, und wird 1137 mit ihrem Sohn Chůno von Sagogn genannt. Die Jahrzeitstiftungen dieser Familie gingen regelmäßig nach Rot an der Rot.[2] Das Kloster Ottobeuren war seit 1145 in Wolfertschwenden begütert. Die Burg Wolfertschwenden am heutigen Schloßberg war Sitz ottobeurischer Dienstmannen. Dietratried wurde erstmals urkundlich 1365 erwähnt. Wolfertschwenden gehörte ab 1699 beinahe geschlossen zum Besitz des Reichsstifts Ottobeuren und kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2007 wurde der Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach im bayerischen Landtag beantragt. Dieser wurde abgelehnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 kam es im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum freiwilligen Anschluss der 1818 entstandenen Gemeinden Dietratried und Niederdorf.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1083 Einwohner
  • 1970: 1117 Einwohner
  • 1987: 1440 Einwohner
  • 1991: 1574 Einwohner
  • 1995: 1653 Einwohner
  • 2000: 1744 Einwohner
  • 2005: 1855 Einwohner
  • 2010: 1861 Einwohner
  • 2015: 1960 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[4]
 %
60
50
40
30
20
10
0
59 %
11,7 %
4,1 %
5,4 %
2,3 %
4 %
5,9 %
7,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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   8
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-12
-14
+8,4 %p
+1,4 %p
-13,0 %p
-2,2 %p
-1,4 %p
+4 %p
+5,9 %p
-3,1 %p
Gemeinderat Wolfertschwenden: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1978

CSU

Freie Wähler

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Gemeinderat  %
1978–1984 100,00 12 100 12 80,6
1984–1990 100,00 12 100 12 78,8
1990–1996 100,00 12 100 12 77,0
1996–2002 44,72 5 55,28 7 100 12 70,7
2002–2008 53,06 6 46,94 6 100 12 65,3
2008–2014 52,47 6 47,53 6 100 12 70,6
Prozentanteile gerundet. Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1990 Karl Fleschhut (* 1952) (Parteilose Wählergruppe).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung bei der Gemeinderatswahl 2014 war wie folgt:[6]

  • CSU/Bürger aktiv: 7 Sitze
  • Parteilose Wählergruppe: 5 Sitze

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 umgerechnet 7.200.000 Euro, bei einer Steuerkraft von 3.551 Euro pro Einwohner sowie einem Gesamtschuldenstand von 235.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Januar 1960 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Blau ein wachsender goldener Löwe, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein grüner Laubbaum.“

Das Wappen war das persönliche Wappen des Abtes Honorat Göhl von Ottobeuren, der von 1767 bis 1802 dem Reichsstift Ottobeuren vorstand. Das Kloster besaß schon seit dem 12. Jahrhundert die Kirche in Wolfertschwenden und den größten Teil von Niederdorf (Nieder-Wolfertschwenden). Das Wappen des Abtes wurde kurz nach 1767 im Zusammenhang mit einer Restaurierung am Turm der Kirche in Wolfertschwenden unmittelbar unter dem Zifferblatt angebracht.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens stammen vom Nördlinger Rudolf Mussgnug.

St. Vitus in Wolfertschwenden

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 844 und im Bereich Handel und Verkehr 46 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 31 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 622. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es keine Betriebe. Im Jahr 1999 bestanden 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 788 Hektar, davon waren 196 Ackerfläche und 591 Dauergrünfläche.

Größte Arbeitgeber:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist zwei Kilometer entfernt: Die Anschlussstelle Nr. 131 Bad Grönenbach der Bundesautobahn 7. Eisenbahnanschluss mit ÖPNV besteht über den Bahnhof Bad Grönenbach in etwa zwei Kilometer Entfernung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen: eine Kindertagesstätte mit 85 Kindergartenplätzen (Stand: 2014) sowie eine Grundschule mit vier Klassen - 60 Kinder (Stand: 2014).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Schnieringer: Siedlungs- und Hofgeschichte Wolfertschwenden. Ottenbeuren: K. Schnieringer, 1937, 67 Bl.
  • Anna Maria Wrzesinski: Es darf nicht sein — Der Bericht einer Allgäuer Magd über eine lebensgefährliche Liebe — aufgezeichnet von Erdmuthe von Baudissin, Wißner Verlag, Augsburg 2007, 128 Seiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfertschwenden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Quelle: Nuber, Studien
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 521
  4. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  5. Gemeinderatswahlen; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 09778218
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Ergebnisse in Schwaben, abgerufen am 18. November 2017.