Wolfgang Back

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Wolfgang Back (2004)

Wolfgang Eckhardt Back (* 9. April 1943 in Nastätten; † 5. Dezember 2019[1][2][3] in Köln) war ein deutscher Fernsehmoderator und Wissenschaftsredakteur, der durch das Fernsehmagazin Hobbythek und den WDR Computerclub bekannt wurde. Er zählt zu den Mitbegründern des deutschen Computer-Journalismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Volksschulzeit in Oelsberg im Taunus und Patersberg besuchte Wolfgang Back das Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in Sankt Goarshausen. Im Alter von 14 Jahren[4] begann er, neben der Schule als Lokalreporter zu arbeiten; er war bis zum Abitur im Jahr 1963 als Lokalreporter für die Rhein-Zeitung in Koblenz tätig und bediente etwa 20 Ortschaften im Kreis. Im Anschluss studierte er Elektrotechnik an der RWTH Aachen. Er hat dort auch sein Studium abgeschlossen, hat aber nach eigener Angabe nur die nötigsten Fächer belegt und die Universität nicht oft besucht; zu dieser Zeit lebte er mit mehreren Freunden in einem großen Haus auf einem großen Anwesen in Belgien und hat sich dort bereits mit elektronischen Basteleien und Reparaturen beschäftigt.[5] Auch während des Studiums in Aachen war er im dortigen Lokaljournalismus tätig.

Ab 1970 übersetzte er Artikel der damals gerade neu erschienenen niederländischen Fachzeitschrift elektor in die deutsche Sprache und begann im selben Jahr für den WDR zu arbeiten. Anfänglich drehte er monatliche Beiträge über „kuriose technische Erfindungen“ für die Fernsehsendung Wissenschaft heute. Im Jahr 1973 moderierte er anlässlich der sonntäglichen Sperrung der Autobahnen die Sendung Autopia, in der es um die Zukunft des Autos ging. In den Jahren 1972 und 1973 arbeitete er zusammen mit Jean Pütz an der 12-teiligen Fernsehsendung Einführung in die Digitaltechnik mit, von 1974 bis 1981 moderierte er dann gemeinsam mit Pütz das Fernsehmagazin Hobbythek. Während dieser Zeit hat er auch an anderen Fernsehsendungen mitgewirkt, so zum Beispiel 1977 an einer Sendung zum 100-jährigen Geburtstag des Deutschen Patentamts. Im Jahr 1980 hat er einen Fernsehfilm über Konrad Zuse veröffentlicht, für den er ihn mehrmals interviewt hat.[6]

Nach der Hobbythek folgten einige Ausgaben des Freizeitmagazins eff-eff, aus denen später der WDR Computerclub entstand, sowie verschiedene Wissenschaftssendungen wie die Erfinderbörse, Know how – Gewusst wie, Warum? Darum!, Kaleidoskop und andere.

Den größten Erfolg hatte Back mit der Sendung WDR Computerclub, die er zusammen mit Wolfgang Rudolph von 1981 bis zu ihrer Einstellung im Jahr 2003 moderierte. Neben den regulären Sendungen aus dem Studio in Köln wurden auch regelmäßig Vor-Ort-Sendungen von Messen wie der Cebit und der photokina übertragen. Daneben gab es drei „Computernächte“, in denen von abends bis zum nächsten Morgen mehrstündige Live-Sendungen aus dem Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn übertragen wurden. Danach übernahm er die Redaktion der WDR-Sendung ServiceZeit Technik, bis diese Ende 2005 ebenfalls eingestellt wurde.

Obwohl er im Mai 2006 in den Ruhestand gegangen war,[7][1] ließen Back und Rudolph im Juli 2006 den „Computer Club“ in Form eines 30-minütigen Podcasts unter dem Titel Computer: club2 wieder aufleben.[8] Vom 24. Juli 2007 bis zum 10. Mai 2016 war die Neuauflage des Computerclubs als monatliche Fernsehsendung auf dem Lokalsender NRW.TV im Kabelfernsehen zu sehen und stand zum Videoabruf auf der Website der Sendung zur Verfügung. Ab dem 9. Juli 2010 erfolgte die Ausstrahlung auch über den inzwischen eingestellten Mediendienst TecTime TV (ehemals DrDish TV) über den Satelliten Astra 1H[9] sowie über die Web-2.0-Medienplattform Sevenload.

Ende 2016 kam es zum Zerwürfnis zwischen Back und Rudolph. Seitdem wird das Konzept dank Spenden in einem eigenen Studio von Wolfgang Rudolph weiter produziert und als CC2.tv über YouTube verbreitet. An dem neuen von Rudolph ins Leben gerufenen Format war Back zu keinem Zeitpunkt mehr beteiligt. Back selbst produzierte nach der Trennung bis Juli 2017 Inhalte für die alte CC2-Homepage in Zusammenarbeit mit dem Technik-Blogger und ehemaligen WDR-Computerclub-Mitarbeiter Heinz Schmitz, der auch bei NRW.TV als Co-Moderator von Back und Rudolph in Erscheinung trat. Wolfgang Rudolph arbeitet seit dieser Zeit nur noch für sein Nachfolgeformat CC2.TV.

In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich Wolfgang Back neben der Computer- und Kommunikationstechnik auch intensiv mit der neu aufkommenden Maker-Bewegung und neuen Technologien wie 3D-Druck. Er wurde vom Verein Freie Maker Aachen/Lemiers auf der Maker Faire Berlin im Jahr 2016 mit dem Freie Maker Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. In einem Interview wies er darauf hin, dass Jean Pütz und er zu Zeiten der Hobbythek auch schon „Maker“ waren, obwohl man das damals noch „Bastler“ und „Do-it-yourself-Bewegung“ nannte.[10]

Im März 2017 gab Back dem Scene World Magazine ein Video-Interview, in dem er über seine Anfänge als Journalist, den Kontakt mit Computern und den WDR Computerclub spricht.[11] Eine synchronisierte englische Version des Interviews wurde im Juli 2019 veröffentlicht.[12] Weitere Interviews zu seinen Aktivitäten beim WDR sowie einige weitere Einspieler und Anmoderationen von Wolfgang Back entstanden im Januar 2018 und Mai 2019 für den YouTube-Kanal "Generation Testbild".[13][14]

Wolfgang Back lebte in der Eugen-Langen-Straße in Köln-Rodenkirchen.[15]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: Wissenschaft heute
  • 1972–1973: Einführung in die Digitaltechnik
  • 1973: Autopia
  • 1974–1981: Hobbythek
  • 1981: eff-eff (Vorläufer des WDR Computerclub)
  • 1981: Erfinderbörse
  • 1981: Know how – Gewusst wie.
  • 1981: Warum? Darum!
  • 1981: Kaleidoskop
  • 1981–2003: WDR Computerclub
  • 2003–2005: ServiceZeit Technik (verantwortlicher Redakteur)
  • 2007–2016: ComputerClub2[16]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Back, Erich H. Heimann: Auf den Spuren von Erfindern und Erfindungen: Das Ei des Kolumbus. 1. Auflage. Engelbert, Balve 1977.
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Das Hobbythek-Buch. 1. Auflage. vgs, Köln 1977. ISBN 3-8025-6100-7
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Chemisch-physikalische Experimente mit praktischem Nutzen. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6121-0
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Elektronik: Für Anfänger. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6111-2
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Elektronik: Lichttelefon „Hobbyphon“. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6112-0
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Elektronik: Autoelektronik. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6113-9
  • Wolfgang Back: Fliegen mit und ohne Flügel. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6114-7
  • Wolfgang Back: Fotografieren wie zu Grossvaters Zeiten. 1. Auflage. vgs, Köln 1978, ISBN 3-8025-6119-8.
  • Wolfgang Back: Kräuter zum Würzen, für die Gesundheit, im Kräuterschnaps. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6116-3
  • Wolfgang Back, Jean Pütz, Heinz Gollhardt: Spiele für Kinder und Erwachsene. 1. Auflage. vgs, Köln 1978. ISBN 3-8025-6115-5
  • Jean Pütz, Wolfgang Back: Kosmetik zum Selbermachen. 1. Auflage. vgs, Köln 1979. ISBN 3-8025-6123-6
  • Jean Pütz, Wolfgang Back: Räuchern von Fischen und Fleisch. 1. Auflage. vgs, Köln 1979. ISBN 3-8025-6124-4
  • Jean Pütz, Wolfgang Back: Wildgemüse von Feld und Wiese. 1. Auflage. vgs, Köln 1979. ISBN 3-8025-6122-8
  • Wolfgang Back: Erfindern auf der Spur. 1. Auflage. 1. Band. Maier, Ravensburg 1983. ISBN 3-473-38886-6
  • Michael Voregger: Auferstanden als Podcast. in: Cut, Jg. 10, Nr. 10 (Oktober 2006), S. 32 f. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Back vom WDR Computerclub ist tot. In: wdr.de. Westdeutscher Rundfunk, 20. Dezember 2019, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  2. Ex-WDR-Moderator Wolfgang Back gestorben. t-online.de, 20. Dezember 2019, abgerufen am 20. Dezember 2019.
  3. Soundcloud.com: Aus dem journalistischen Maschinenraum – Folge40: Wolfgang Back ist gestorben. Abgerufen am 26. Dezember 2019.
  4. Joerg „Nafcom“ Droege: Deutsches Videointerview mit Wolfgang Back. Scene World Magazine, 17. März 2017, abgerufen am 22. Dezember 2019 (im Video an Position 14:25–17:10).
  5. Joerg „Nafcom“ Droege: Deutsches Videointerview mit Wolfgang Back. Scene World Magazine, 17. März 2017, abgerufen am 22. Dezember 2019 (im Video an Position 4:40–8:52).
  6. Wolfgang Back erzählt über Konrad Zuse – HIZ103. In: youtube.com. Kanal von Heinz Schmitz, 10. Dezember 2016, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  7. Wolfgang Back: Aktuelles – was gerade so das Herz und den Kopf bewegt. Mittwoch, 18. April 2007. 18. April 2007, abgerufen am 14. Oktober 2011.
  8. ComputerClub 2. Historie. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  9. Wolfgang Rudolph: ComputerClub 2. CC²-TV künftig auch über Satellit. 7. Juli 2010, abgerufen am 14. Oktober 2011.
  10. a b Wolfgang Back über Maker, Pläne, Projekte und Awards – HIZ106. In: youtube.com. Kanal von Heinz Schmitz, 24. Dezember 2016, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  11. Joerg „Nafcom“ Droege: Deutsches Videointerview mit Wolfgang Back. Scene World Magazine, 17. März 2017, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  12. Joerg „Nafcom“ Droege: Videointerview mit Wolfgang Back (Englische Version). Scene World Magazine, 23. Juli 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019 (englisch).
  13. Generation Testbild: Folge 22 – Back to BASIC. In: youtube.com. 7. Juni 2018, abgerufen am 1. Januar 2021 (deutsch).
  14. Generation Testbild: Folge 24 – Backen mit Back. In: youtube.com. 6. Oktober 2018, abgerufen am 1. Januar 2021 (deutsch).
  15. Manfred Kloiber der Macher hinter den Kulissen des WDR ComputerClub - HIZ125. In: youtube.com. Kanal von Heinz Schmitz, 6. Mai 2017, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  16. CC2tv #260 Bildschirm abhören, NFC zur Bequemlichkeit, Verstrahlung messen. Abgerufen am 10. Januar 2020 (deutsch).
  17. René Bohne: Wolfgang Back erhält Freie-Maker-Award auf Maker Faire Berlin. In: freiemaker.github.io. Freie Maker Aachen/Lemiers, 4. Oktober 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016.