Wolfgang Künne

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Wolfgang Künne (* 14. Juli 1944 in Gelsenkirchen) ist ein emeritierter deutscher Professor der Philosophie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künne legte das Abitur 1963 am Humanistischen Gymnasium in Gelsenkirchen ab. Er begann ein Studium der Philosophie und evangelischen Theologie 1964 an der Universität Heidelberg. In den Jahren 1967 und 1968 setzte er seine Studien am King’s College London und in Oxford fort. Im Jahr 1972 wurde er bei Hans Georg Gadamer mit einer Arbeit über „Dialektik und Ideenlehre in Platons Parmenides“, in der er sich mit der Platon-Interpretation Hegels auseinandersetzte, promoviert. Bis zu seiner Habilitation 1980 war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg. Das Thema seiner Habilitationsschrift lautet „Abstrakte Gegenstände. Semantik und Ontologie“. In seiner Antrittsvorlesung befasste er sich mit Gadamer und Donald Davidson und dem Verhältnis von „Verstehen und Sinn“. Im Anschluss erhielt er eine Stelle als Privatdozent.

Nach einer Vertretungsprofessur 1984 in Bielefeld wurde Künne 1985 auf eine Professur (C 2) in Hamburg berufen. Eine erneute Vertretung erfolgte 1988 in Freiburg in der Schweiz. Nach Rufen nach Mannheim und Bielefeld sowie einer weiteren Vertretungsprofessur in Bielefeld 1992/1993 wurde Künne 1993 zum Ordinarius in Hamburg berufen. Die Stelle hatte er bis zu seiner Emeritierung im Oktober 2010 inne. In dieser Zeit nahm er Gastprofessuren in Venedig (1995) und Reading (2001) wahr. Weiterhin hielt er in Oxford als Visiting Fellow 1998 die „Gareth Evans Memorial Lecture“ am Wolfson College sowie 1999 die „Winchester Lectures“ am St. Catherine’s College. 2007 war er erster „Gottlob Frege Lecturer“ an der Universität Tartu. Im selben Jahr wurde er ordentliches Mitglied der Academia Europaea, London, und 2009 ordentliches Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Ebenfalls 2009 wurde er als Erster mit dem „Frege-Preis“ der Gesellschaft für Analytische Philosophie ausgezeichnet. Künne ist Präsident der Internationalen Bolzano-Gesellschaft.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der thematischen Auseinandersetzung mit der Frage der Universalien, der Theorie der Bedeutung und der Wahrheit befasste Künne sich vor allem mit der Philosophie Gottlob Freges und Bernard Bolzanos. Zu diesen beiden Philosophen gab er auch Sammelbände heraus. Zur Kunstphilosophie arbeitete er über Typentheorie und zur Theorie der Fiktionen bei Frege.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abstrakte Gegenstände. Semantik und Ontologie. Suhrkamp, Frankfurt 1983, Neuauflage: Klostermann, Frankfurt 2007
  • Conceptions of Truth. Clarendon Press, Oxford 2003 (Vorwort und Inhalt)
  • Versuche über Bolzano. Academia, St. Augustin 2008 (Aufsatzsammlung)
  • Die Philosophische Logik Gottlob Freges. Ein Kommentar. Klostermann, Frankfurt 2009 (Rezension)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schnieder, Benjamin and Schulz, Moritz (Hrsg.): Themes From Early Analytic Philosophy. Essays in Honour of Wolfgang Künne. Rodopi, Amsterdam 2011 (enthält eine Bibliographie; Ankündigung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]