Wolfgang Lippert

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wolfgang Lippert (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wolfgang Lippert auf der Leipziger Buchmesse 2016
Wolfgang Lippert (2008)

Wolfgang Lippert (* 16. Februar 1952 in Berlin-Kaulsdorf) ist ein deutscher Sänger, Moderator und Entertainer. Auch unter dem Künstlernamen „Lippi“ bekannt, war er einer der beliebtesten Unterhaltungskünstler der DDR. In den alten Bundesländern wurde er nach der Wiedervereinigung Deutschlands unter anderem als Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass..? bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Kapellmeisters erlernte zunächst den Beruf Kfz-Mechaniker und war danach unter anderem als Fotograf tätig. Als Mitarbeiter für Organisation und Technik beim Gerd Michaelis Chor begann er seine Bühnenkarriere.[1] Von 1978 bis 1980 absolvierte er eine Klavier- und Gesangsausbildung an der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin.[2] Er ging mit einer eigenen Rockband auf Tournee und sang für Platten- und Rundfunkproduktionen. Mit dieser Band war er auch zu Gast in der Kindersendung He – Du. Die Regisseurin war von Lipperts Umgang mit den Kindern begeistert und bot ihm an, die Sendung zu moderieren. Lippert nahm das Angebot an und war von 1983 bis 1986 der Moderator des monatlichen Programms.

1983 landete er mit Erna kommt – in Anlehnung an seine gleichnamige Großmutter, bei der er aufgewachsen war – einen Hit in der DDR (komponiert von Arndt Bause, Text: Wolfgang Brandenstein). 1985 erschien eine Coverversion des Lieds von Hugo Egon Balder im Westen Deutschlands. Danach folgten weitere Schlager, so auch Tutti Paletti.

Wolfgang Lippert (2010)

1984 bekam Lippert im DDR-Fernsehen seine erste abendfüllende Unterhaltungssendung mit dem Titel Meine erste Show. Darauf folgte die Abendshow Glück muß man haben (1988–1997). Bei Ein Kessel Buntes war er 1988 einer der von Sendung zu Sendung wechselnden Moderatoren. Am 22. April 1989 überraschte Lippert mit einem Auftritt in Frank Elstners ZDF-Sendung Nase vorn, ohne dies vorher mit den Verantwortlichen des DDR-Fernsehens abgesprochen zu haben. Allerdings war Lippert zuvor schon, mit Genehmigung der DDR, als Moderator einer Unterhaltungssendung im NDR tätig. Während der Wendezeit 1989 wurde er zum Fernsehliebling des Jahres gewählt und mit Stimmt’s? bei Radio Bremen der erste Moderator aus der DDR, der eine eigene Show im Westfernsehen moderierte.[3]

Am 26. September 1992 wurde er Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten, dass..?. Nach neun Folgen musste er die Moderation wieder an seinen Vorgänger Gottschalk abgeben. Neben Wetten, dass..? moderierte Lippert auch andere Sendungen, wie etwa Der große Preis (1991), wo er für den erkrankten Wim Thoelke einsprang, die Goldmillion (1994–1995), den Wintergarten (1997–1999) und auch den Sommergarten (ZDF-Fernsehgarten) im ZDF, das Traumtänzer Varieté im HR (1995–1998) und die Talkshow 3 nach 9 bei Radio Bremen. Von 1998 bis 1999 moderierte er eine Eigenproduktion des KiKA, die Wenn. Dann. Die … Show!.

Seit 2000 ist Lippert als Balladensänger und Schauspieler bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek auf Rügen zu sehen. Er trat auch in weiteren Theaterproduktionen, unter anderem Anfang 2006 in dem Lustspiel Der Liebesfall (mit Herbert Köfer) auf. 2001 wirkte er in der ZDF-Reihe Wilder Kaiser mit und saß in der Jury zur Miss Germany-Wahl.

Im Jahr 2002 meldete Lippert beim Amtsgericht Charlottenburg Privatinsolvenz an. Investitionen in das 1994 von der Treuhand gekaufte Traditionskino „Union“ in Friedrichshagen und Eigentumswohnungen waren gescheitert.[4][5][6]

2002 entwickelte Lippert im Auftrag des Deutschen Bundestages die TV-Reihe Politibongo für den Kinderkanal von ARD und ZDF. Von 2006 bis 2009 hatte Lippert beim MDR Fernsehen die Fernsehshow Wo ist Lippi?.[7][8]

2008 erschien nach längerer Pause als Sänger die von Andreas Martin mitkomponierte neue Single Regine bei Jack Whites Label Gloriella Music, es folgte das dazugehörige Album Das überleben wir. Seit 1989 ist Lippert Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks und von UNICEF.

2013 hatte er in der ProSieben-Sendung Circus HalliGalli einen Cameo-Auftritt, im April 2014 in der ZDF-Satiresendung heute-show.

Seit 2014 moderiert Lippert beim Mitteldeutschen Rundfunk die Samstagabendshow Ein Kessel Buntes (sieben Folgen im Jahr). Im November 2016 nahm er an der Tanzshow Deutschland tanzt (ProSieben) teil.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lippert lebt mit seiner Ehefrau Gesine in Fürstenwalde bei Berlin und in Ralswiek auf Rügen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lippi kommt – 2012
  • Dieser Weg muss kein schwerer sein (Single) – 2010
  • Ost Schlager: Im Osten geht die Sonne auf – 2010
  • Erna kommt 2009 (Single) – 2009
  • Regine (Single) – 2009
  • Das Überleben wir – 2008
  • The Best Of Störtebeker Festspiele – 2006
  • Freunde für immer (Single) – 2006
  • Die Gedanken sind frei – 2004
  • Wolfslieder – 2003
  • Doch jetzt geht’s ab (Single) – 2002
  • Wolfgang Lippert als Abbelin in „Die Kreuzritter“ – 2000
  • He, du – extra (mit anderen Künstlern) – 1986
  • Bitte nach Ihnen (mit Beppo Küster) – 1987
  • In Dingsbumshausen ist was los (mit Beppo Küster, Helga Hahnemann, Monika Herz) – 1985
  • Aufstehn (Vinyl Single) – 1983
  • Erna kommt (Vinyl Single) – 1983

TV-Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Go Trabi Go 2 Das war der wilde Osten (Kino)
  • 1996: Die Weihnachtsmaus (Tv)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfgang Lippert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Musiklegenden des Ostens – jot w.d.-Serie, Teil 99. jotwede-online.de, abgerufen am 6. Juli 2016.
  2. Kurzbiografie auf Wolfgang Lipperts Webpräsenz. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  3. Wolfgang Lippert - IMDb. IMDb, abgerufen am 6. Juli 2016.
  4. Barbara Jänichen: Ungebremst in die Pleite. Die Welt, 6. September 2002, abgerufen am 6. Juli 2016.
  5. Pleite? Manager Magazin, 5. September 2002, abgerufen am 6. Juli 2016.
  6. Thomas Leinkauf: Nichts mehr tutti paletti. Berliner Zeitung, 10. September 2002, abgerufen am 6. Juli 2016.
  7. Wer war wer in der DDR? Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, abgerufen am 6. Juli 2016.
  8. Wo ist Lippi? GTZ Berlin, 2007, abgerufen am 6. Juli 2016.