Wolfgang Niersbach

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Wolfgang Niersbach (* 30. November 1950 in Nettesheim) ist ein deutscher Journalist und Sportfunktionär. Seit dem 2. März 2012 ist er der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.[1]

Wolfgang Niersbach, 2014

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Niersbach (ganz rechts) mit dem damaligen DFB-Chef Hermann Neuberger (1990)

Als Redakteur der Nachrichtenagentur Sport-Informations-Dienst arbeitete Niersbach in den Fachgebieten Fußball und Eishockey 15 Jahre bei zahlreichen Welt- und Europameisterschaften sowie bei Olympischen Spielen. Nebenher gestaltete er als verantwortlicher Redakteur elf Jahre lang die Stadionzeitung von Fortuna Düsseldorf Fortuna aktuell und vier Jahre lang die Stadionzeitung der Düsseldorfer EG.

Als Pressechef der Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland sammelte Niersbach erste Erfahrungen in der Organisation von Medienarbeit, die er im Anschluss daran als Pressereferent und Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes umsetzte. Sein Nachfolger als Direktor für Kommunikation beim Deutschen Fußball-Bund wurde 2001 Harald Stenger. Anschließend war Niersbach geschäftsführender Vizepräsident und Pressechef des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Am 15. September 2006 wurde er als Nachfolger von Bernd Pfaff erneut Direktor beim Deutschen Fußball-Bund. Er arbeitete in dieser Position eng mit Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Sportdirektor Matthias Sammer zusammen. Auf dem DFB-Bundestag in Mainz am 26. Oktober 2007 wurde Niersbach als Nachfolger von Horst R. Schmidt zum neuen DFB-Generalsekretär berufen. Er war damit der höchste hauptamtliche Mitarbeiter des Deutschen Fußball-Bundes.

Nach einer DFB-Präsidiumssitzung am 7. Dezember 2011 in Frankfurt am Main wurde bekannt gegeben, dass Niersbach zur Wahl als neuer DFB-Präsident bereitstehe. Der vorherige Präsident Theo Zwanziger beendete seine Amtszeit im März 2012. Am 2. März 2012 wurde Niersbach einstimmig zum neuen DFB-Präsidenten gewählt. Sein Nachfolger als Generalsekretär wurde Helmut Sandrock.

Am 24. Mai 2013 wurde er in das UEFA-Exekutivkomitee[2] und am 24. März 2015 in das FIFA-Exekutivkomitee gewählt.[3]

Kritik[Bearbeiten]

1994 wies Niersbach als DFB-Mediendirektor die Kritik US-amerikanischer Medien an einem geplanten Länderspiel am 20. April zurück und begründete sie damit, dass "80 Prozent der amerikanischen Presse in jüdischer Hand seien".[4][5]

Niersbachs Vorgänger Zwanziger bezweifelt die Rechtmäßigkeit von Niersbachs Betriebsrente und initiierte eine Untersuchung durch die FIFA-Ethikkommission. Die Betriebsrente stand ihm im Alter von 65 Jahren oder bei einem Ausscheiden aus den Diensten des DFB zu. Die Wahl zum Präsidenten wurde als Ausscheiden bewertet.[6]

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • 85 Jahre Fortuna Düsseldorf. Dasbach Verlag, Taunusstein 1980.
  • DEG – Eishockeyfaszination in Düsseldorf. Dasbach Verlag, Taunusstein 1981
  • Zusammen mit Ulf May: 50 Jahre DEG. o. V. 1985
  • 100 Jahre DFB – Die Geschichte des Deutschen Fussball-Bundes. Sportverlag, Berlin 1999, ISBN 3-328-00850-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfgang Niersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Profi-Präsident. zeit.de, 2. März 2012, abgerufen am 11. Mai 2015.
  2. Zwanziger-Nachfolge: Niersbach in Uefa-Exekutive gewählt. spiegel.de, 24. Mai 2013, abgerufen am 11. Mai 2015.
  3. Niersbach in Fifa-Exekutivkomitee gewählt. sueddeutsche.de, 24. März 2015, abgerufen am 11. Mai 2015.
  4. Edelmütiger Ritter von unglücklicher Gestalt. taz.de, 10. Dezember 2011, abgerufen am 11. Mai 2015.
  5. Der jüdische Fußballer Julius Hirsch. deutschlandfunk.de, 3. Juni 2012, abgerufen am 11. Mai 2015.
  6. Zwanziger bringt DFB-Boss Niersbach in Bedrängnis. welt.de, 20. Februar 2015, abgerufen am 11. Mai 2015.