Wolfgang Peuker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gedenkplatte für Peuker auf dem Landschaftsfriedhof in Berlin-Gatow

Wolfgang Peuker (* 27. Mai 1945 in Ústí nad Labem, Tschechoslowakei; † 9. Mai 2001 in Groß Glienicke) war ein deutscher Maler und Graphiker der Leipziger Schule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 siedelte Peukers Familie im Zuge der Vertreibung der deutschen Bewohner Böhmens nach Halle (Saale) um. Von 1952 bis 1962 besuchte er dort die Schule. 1957 starb sein Vater. Nach Abschluss seiner schulischen Laufbahn begann Wolfgang Peuker eine Ausbildung zum Offsetdrucker, besuchte aber gleichzeitig die Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Nach Abschluss seiner Facharbeiterausbildung widmete er sich voll seinem künstlerischen Studium; er studierte unter anderem bei Harry Blume, Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer.

1971 heiratete er Annette Krisper, eine Kommilitonin.

Von 1970 bis 1977 war er als freischaffender Künstler in Leipzig und Zwickau tätig. 1983 trat er an der HGB Leipzig eine Dozentenstelle an, nachdem er schon seit 1977 dort gelehrt hatte. Ab 1978 war er im Vorstand des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Im gleichen Jahr erhielt er den Auftrag für ein großformatiges Wandgemälde im gerade im Bau befindlichen Gewandhaus. Nach einer Studienreise nach Spanien 1979 und dem Tod der Mutter 1980 begann er mit dem Werk, das allerdings noch vor der Fertigstellung übermalt und verbrettert wurde. Heute befindet sich ein Gemälde von Sighard Gille, Gesang vom Leben, an der ursprünglich für Peuker vorgesehenen Stelle. 1983 wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet. 1984 nahm Peuker an der Biennale in Venedig teil und erhielt weiterhin den Kunstpreis der DDR. Peuker zählt zur Leipziger Schule, speziell zur sachlichen Strömung, wie diese durch Tübke, Mattheuer, Arno Rink u. a. repräsentiert wird.

1985 trennte er sich von seiner ersten Frau und heiratete Annette Lunow, geborene Meyer, die unter dem Pseudonym Paula Kress selbst malte.

Nach mehreren Auftragswerken in Leipzig und einer längeren Österreichreise wurde er 1993 als Professor an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen. Hier lehrte er, und zugleich war er künstlerisch tätig bis zu seinem frühen Tode.

Nach schwerer Erkrankung starb seine zweite Frau Annette Peuker im Jahr 1996. 1997 lernte er Erika Donner kennen, die ihn bis zu seinem Tode begleitete.

Zu seinen akademischen Schülern gehören u. a. Matthias Steier, Luise Wagener und seine letzte Meisterschülerin Sandra Rienäcker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitschriften und Kataloge

  • Beaucamp, Eduard: Mauergewalt. Zum Tode des Malers Wolfgang Peuker. In: FAZ 16. Mai 2001. S. 49.
  • Gewandhaus zu Leipzig/Kurt Masur (Hrsg.): Forte-Piano. Bilder aus dem Gewandhaus Leipzig (Katalog). Oberhausen o.J.
  • Gille, Ina: Anmerkungen zu einem verschwundenem Wandbild. In: Mitteldeutsche Neueste Nachrichten 31. Dezember 1989. S. 3.
  • Museum der bildenden Künste Leipzig (Hrsg.): Wolfgang Peuker. Malerei und Zeichnung (Katalog). Leipzig 1985.
  • Michael, Meinhard: Verkleistert und zugenagelt. Oder: Doppelt hält besser? In: Gewandhausmagazin Nr. 33 2001/02. S. 19–24.
  • Michael, Meinhard: Die Furcht vor dem Rufer. In: Gewandhausmagazin Nr. 33 2001/02. S. 25–26.
  • Peuker, Wolfgang: Was mich angeht. In: Leipziger Blätter 6/1985. S. 42–43.
  • Roese, Guenter (Hrsg.): Wolfgang Peuker. Malerei und Zeichnung. Das Bild als Welttheater (Katalog). Berlin: MCM ART 2004.
  • Thuge, Tobias: Res Severa – Vom Verschwinden eines Bildes. Wolfgang Peukers Bild „Welttheater“ im Gewandhaus zu Leipzig als Beispiel staatlicher Auftragskunst in der DDR. München/Ravensburg: Grin 2010.
  • ohne Verfasserangabe: Mit Brettern vernagelt. In: Der Spiegel Nr. 52, 1994. S. 136–138.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]